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Osteuropa 2007 Teil 4 Ungarn

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Im dritten Teil hatte ich euch noch erzählt, wie wir auf der Koperrampe waren. Am 4. Tag wollten wir Slowenien dann verlassen. Unser Ziel war Szekesfehervar in Ungarn. Da wir nicht via Österreich fahren wollten, hatten wir grundsätzlich zwei Möglichkeiten am Tag nach Szekesfehervar zu reisen, die einer war mit dem IC 247 Ljubljana - Budapest-Deli, die andere mit einigem Umsteigen via Kroatien. Wahrscheinlich wäre die Reise via Kroatien interessanter gewesen, doch bei dieser Verbindung hat man in Koprivnica nur 5 Minuten aufenthalt, was angesichts der Tatsache, das zwei Tage zuvor fast kein Zug pünktlich war, doch eher wenig war, wir entschieden uns daher für den IC 247. Wir fuhren also um 7:40 in Ljubljana los, dabei hatten wir noch eine 642 bis Pragersko dran, dort wurde dann auf Diesel, sprich GM, umgespannt. Da wir bis dahin an keiner Dieselstrecke waren und somit keine GMs hatten, versuchten wir die eine oder andere aus dem Zug heraus zu machen, wobei die Sonne jedoch meist eher verkehrt stand. Den besten Versuch will ich aber trotzdem nicht vorenthalten:
Baureihe 644 der SZ in Murska Sobota


Was zur Strecke selber noch zu bemerken ist, ist dass sie eine riesige Baustelle war. Praktisch jeder Bahnhof war im Umbau begriffen, und auch am Gleiskörper wurde fleissig gearbeitet. Ab und zu kam dann auch ne Tafel, dass die Totelsanierung der Strecke mittels EU-Gelder finanziert wird.
Nach knapp drei Stunden Fahrzeit, erreichte unser Zug die Grenze in Hodos. Der Bahnhof sah ziemlich neu aus. die Tatsache, dass es neben einem Personengleis noch mindestens 5 Gütergeleise gab, zeigte uns das bei diesem Grenzübergang wohl vor allem Güter über die Grenze gehen.
Da die Strecke auf der ungarischen Seite auch nicht elektrifiziert ist, bekamen wir in Hodos dann auch unsere erste Ungaren Trommel (M62) zu sehen:
M 62 der MAV in Hodos


Selber hatten wir übrigens eine M41 dran, diese brachte uns Anfangs recht flott nach Zalaegerszeg, denn auch auf der ungarischen Seite war die Strecke weitgehend saniert. Im Bahnhof von Zalaegerszeg, machte unser Zug dann Kopf, wobei die Durchsage ertönte: "Der Zug hält nur auf den angeschriebenen Stationen". Wir fragten uns, ob das bei der Brotbüchse nebenan wohl anders ist:
Bzmot 6012 der MAV in Zalaegerszeg


Wahrscheinlich wars aber nur der Hinweis, dass der Zug nicht auf allen Stationen hält. Von Zalaegerszeg gings dann weiter nach Boba. Nun wurden die Geleise merklich schlechter und vor allem durch die Bahnhöfe schlich der Zug auf Grund der maroden Weichen. In Boba hing dann wieder die Strippe, so dass unser Zug eine V43 bekam. Bei der Ausfahrt gabs dann noch diese abgestellte Trommel:
M 62 der MAV in Boba


Nach rund 7,5 Stunden Fahrzeiz war es dann soweit, unser Zug schlich in den Bahnhof von Szekesfehervar. Wir stiegen aus und suchten auf dem Plan am Bahnhof unsere Jugendherberge. Da wir die Strasse nicht fanden, fragten wir eine Frau am Kiosk, die eher schlecht englisch sprach. Sie konnte uns dann aber die Strasse auf der Karte zeigen. Wir foto:grafierten die Karte und marschierten los. Nach eine kurzen Stopp in der Bank fanden wir die Strasse dann auch recht schnell und mussten nur noch die Nummer 3 suchen. Dieses "nur" gestaltet sich aber als Knacknuss, denn die Strasse bog an einer Kreuzung links ab, und bis wir dies gecheckt hatten, waren sich 30 Minuten vergangen. Nach unserer kleinen Odysse und dem anschliessenden beziehen des Zimmers, schauten wir uns am Bahnhof von Szekesfehervar um. Dort gab es eigentlich nur eine gute Stelle unter einer Stellwerksbrücke. Wir stellten uns hin, und was kam? Viele Grüsse aus der Heimat, ein FLIRT ...
Baureihe 5341 "FLIRT" der MAV in Szekesfehervar


Wir schauten uns anschliessend noch etwas im Bahnhof um, aber irgendwie war das alles nicht so futzogen! Als ging wir zurück ins Hotel.


Am nächsten Tag machten wir uns auf nach Budapest. Kurz vor unserem Endbahnhof kreuzten wir dabei einen BVmot:
BVmot 5141 der MAV in Budapest


Kurz später erreichte unser Zug Budapest-Deli, wo unter anderem ein Dotra-Talent stand:
Baureihe 5342 "Talent" der MAV in Budapest-Deli


Mein eigentlicher Plan war nach Györ zu fahren um einige GySEV-Fahrzeuge zu foto:grafieren. Nur von Deli aus fuhr gerade nichts nach Györ, also mussten wir wohl irgendwie nach Keleti kommen. Wir fragten uns am Schalter durch wie man am schnellsten nach Keleti kommt, nach dem uns einige nicht verstanden, meinte eine: "Unten, U-Bahn". Wir gingen also runter, kauften uns ein U-Bahn-Ticket, und bestiegen die Rolltreppe in den U-Bahn-Schacht runter, diese war die steilste Rolltreppe, die ich in meinem bisherigen Leben gefahren bin, ziemlich steil gings ziemlich weit runter. Unten kam gleich ne U-Bahn. Wir stiegen ein und stellten fest, dass die U-Bahn sehr gut frequentiert war. Auf halber Strecke stiegen dann aber alle bis auf jemand aus. Kurz später jagte man auch uns aus der U-Bahn. Wir stiegen aus und dachten, wahrscheinlich ende der Wagen dort und es käme gleich der nächste, dann entdeckten wir aber pötzlich, dass es sich hierbei um eine Streckensperrung handelte und wir den Bus nehmen mussten. Schliesslich erreichten wir Budapest-Keleti doch noch, und staunten erst einmal eine Runde über die riesige Bahnhofshalle. Auch gings nicht lange bis ein Zug nach Györ fuhr. Es war dies ein Schnellzug in die Slovakei. Wir foto:grafierten diesen noch, wie er in der imposanten Halle stand:
V 63 der MAV in Budapest-Keleti


Anschliessend stiegen wir ein und fuhren los. Wir fuhren und fuhren und fuhren und irgendwie kam dieses Györ nie. Als wir in Komarom dann auf die Donau trafen kams mir langsam komisch vor. Ausserdem hatte es kurz vorher eine einigermassen Stelle gehabt, also entschieden wir uns dort auszusteigen. Wir stellten dann fest, dass es nach Györ nochmals rund 30min gegangen wäre. In Komarom sollte dann gleich ein Regio fahren, der uns an besagte Stelle bringen sollte. Wir staunten dabei nicht schlecht, als ein ÖBB-Regio kam. Wir fuhren mit diesem Zug eine Station nach Szöni. Dort standen wir rund zwei Stunden, wobei recht viel Verkehr herschte, hier die Highlights:
Taurus mit IC:
Baureihe 1047 der MAV in Szöni


V63 mit IC:
V 63 der MAV in Szöni


ÖBB EC:
Baureihe 1116 "Taurus" der ÖBB in Szöni


V43 mit Containerzug:
V 43 der MAV in Szöni


1014 mit ÖBB Regio:
Baureihe 1014 der ÖBB in Szöni


GySEV V43 mit Güterzug:
V 43 der GySEV in Szöni


(wenn ihr alle Bilder aus Szöni sehen wollt, dann bitte hier klicken)

Die Stelle war übrigens nicht nur wegen den Zügen interessant, auch auf der Strasse nebenan, kam das eine oder andere interessante Fahrzeug, vor allem alte Lastwagen gab es zu Hauf. Als dann auch noch ein alter Saurer kam, kamen schon fast Heimwehgefühle auf. Wie gesagt waren wir in der Nähe der Donau, und genau dorthin wollte auch eine Gruppe Jugendliche, die an uns vorbei kam, es störte sie dabei nicht, dass die Schienen auf ihrem Weg lagen:
Szöni


Gilt noch zu sagen, dass dies eine der wenigen Stecken in Ungarn ist, bei der 160 km/h gefahren werden darf ...

Nach den besagten zwei Stunden, verliessen wir die Stelle in Richtung Tatabanya, auf dem Weg suchten wir dabei nach weiteren Stellen, aber irgendwie gab es in einigermassen Bahnhofsnähe nirgens etwas. Von Tatabanya fuhren wir dann weiter nach Budapest und auch da fanden wir nichts mehr. In Budapest, wollte mein Mitreisender dann noch einbisschen den ÖV der Stadt machen, ich liess mich dabei einmal zu einem Foto: hinreissen:
Ganz CSMG2 articulated ("ICS") der BKV in Budapest


Nach einem Stop im Burger King, gings dann wieder zurück nach Szekesfehervar.


Für den zweiten Tag war dann der Plattensee angesagt, einerseits hofften wir in der Region von Tapolca noch eine M62 zu sehen und andererseits war ein Dampfzug angesagt. Wir bestiegen als an diesem Morgen den Zug nach eben diesem Tapolca. Der Zug war ziemlich lang und wurde von einer M41 gezogen, die mit dem Besen leicht überfordert war. Dies äusserte sich darin, dass man im Bahnhof jeweils die Lok rohren hört, dann dauerte es zehn Sekunden, ehe der Wagen zu zittern begann, nochmals fünf Sekunden später fuhr man dann los. Als wir schon ein Stück gefahren waren, kam dann die Schaffnerin und wollte unsere Tickets sehen, dabei gefiel es ihr gar nicht, dass wir keinen Endbahnhof im InterRail eingetragen hatten, auch wollte sie net begreiffen, dass wir noch nicht genau wissen, wo wir raus wollen. Also hab ich den Fahrplan rausgekramt und habe geschaut wo der Dampfzug hinfährt: Badacsonytomai. Das trugen wir dann ein, worauf sich die Schaffnerin ein Schmunzeln nicht verkneiffen konnte. Sie erzählte die Story, von den zwei Deppe, die nicht wüssten wo sie hin wollten, und nun im grössten Kuhkaff aussteigen, dann auch gleich einem anderen Fahrgast. Wir verliessen den Zug auch tatsächlich in Badacsonytomai:
M 41 der MAV in Badacsonytomai


Anschliessend liefen wir auf die Strecke raus für den Dampfzug, wobei die Stelle nicht ideal war, hatte sie doch Frontschatten. Als wir da standen, kam was Diesliges. Wir schauten uns an: Güterzug mit Trommel? Denkste es kam der Dampf- sorry Nostalgiezug. Tja lesen sollte man können das Ding war nämlich kein Dampf- sondern ein Nostalgiezug, bestehend aus zwei Plattformwagen gesandwicht mit zwei hässlichen Dieseltriebwagen! An der Frontschattenstelle kamen die Triebwagen sehr schlecht, etwas besser wars im Bahnhof von Badacsonytomai:
BCmot 390 der MAV in Badacsonytomai


Nach diesem Reinfall fuhren wir weiter um den See rum, auf der Suche nach Stellen. Dabei fanden wir aber nichts, dass uns wirklich gefallen hätte! Und auch M62 sahen wir keine! Den Tag konnten wir also alles in allem als Reinfall bezeichnen. So blieb uns Ungarn dann auch in eher schlechter Erinnerung, denn am nächsten Tag gings schon wieder weiter in die Slowakei, da das Wetter an diesem Tag sehr bescheiden war, gibts keine Foto:s von dem Tag. Insgesamt sollte ich mein Foto:apparat ganze 48 Stunden nicht mehr brauchen! Erst in der hohen Tatra sollte er wieder zum Einsatz kommen, davon aber mehr im nächsten Teil.