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Balkantour 2009 - Tag 2: Gorisnica - Slavonski Brod

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Montag 6.7.2009: Gorisnica - Slavonski Brod
(Text: Neel Bechtiger; Fotos: Pascal Zingg)

Kurz nach 7 Uhr begann der heutige Tag, und zwar etwas verschwitzt, denn einerseits war es immer noch relativ warm draussen, andererseits zündete die Sonne durch die Vorhänge. Wegen Müdigkeit hatten wir es am vorherigen Abend nicht mehr geschafft, den elektronischen Fahrplan der HZ auszuwerten, um heraus zu finden, wann wir wo sein mussten. Andererseits erachteten wir dies auch nicht als unbedingt notwendig, denn der Starzug am Morgen, der IC Maestral nach Budapest, fährt ja leider nicht mehr über Varazdin.
Zingg und Gubler gingen dann bald zum Frühstück, während ich mich nochmals etwas aufs Ohr haute. Ich war noch zu kaputt um zu frühstücken, dazu musste ich wach genug sein ;) Als die anderen zwei zurück kamen schauten wir uns mal unseren Tag an, es war (noch) schön, und solange es so blieb wollten wir auf jeden Fall in der Gegend bleiben. Spätestens morgen früh aber ginge es dann weiter in den Südosten. Sollte das Wetter früher absiffen, so schlossen wir eine frühzeitige Abfahrt aber auch nicht aus, denn Slavonski Brod war ja nicht allzu weit entfernt von unserer Position.
Wir hatten dann soviel Zeit vertrödelt, dass wir den R von Varazdin nach Kotoriba nicht mehr vor Varazdin erwischen konnten. So plante ich um und wir fuhren nach dem Überqueren der Grenze zu Kroatien (was ohne Probleme gelang) hinter Cacovek an die Strecke. Am Zoll bekam ich sogar noch einen Einreisestempel in den Pass... jetzt war ich also schon zweimal eingereist und nie ausgereist, denn letztes Jahr hatten wir beim Verlassen keinen Ausreisestempel erhalten. Ob wir diesmal einen bekommen würden?
Auf jeden Fall standen wir dann zum Bahnhof von Donji Kraljevec, um die GM mit dem Zug zu erlegen. Diese kam nach 20 Minuten warten in der prallen Sonne dann auch, mit zwei lumpigen Wagen! Aber sie stand immerhin richtig rum.
Baureihe 2044 der HZ in Donji Kraljevec
Regio in Donji Kraljevec

Nach dem Foto hatten wir etwas Eile in die Region von Sveti Ilija zu gelangen, denn ein Regio nach Zagreb drückte im Plan. So nutzen wir auch zum ersten Mal wieder Kroatiens Autobahnen. Mit dem “drugi programm“ (HR2) im Ohr fährt es sich extrem gemütlich. Für diesen Regio standen wir dann gemütlich in die Kurven von Sveti und erlegten ihn, wobei die Lok leider falsch herum stand.
Baureihe 2044 der HZ zwischen Turcin und Sveti Ilija
Regio nach Zagreb bei Sveti IIija

Der nächste Zug fuhr dann in der Gegenrichtung. Da dieser aber irgendwie nirgends so richtig im Licht kommt, suchten wir uns gleich in der Gegend beim Haltepunkt etwas Neues, denn da dreht die Strecke ein wenig. Beim Clublokal des örtlichen Basketballvereins parkten wir, liefen der Strecke nach und fanden etwas, was unseren Wünschen entsprach. Zurück beim Auto warteten wir dann die 30 Minuten bis zum Regio im Schatten, um pünktlich auf die GM wieder an der Stelle zu stehen.
Wetter war immer noch erste Sahne, auch wenn sich in Richtung Westen, wie angekündigt, eine Front aufgebaut hatte.
Baureihe 2044 der HZ zwischen Sveti Ilija und Krusljevec
Regio nach Varazdin bei Sveti Ilija

Weiter im Plan war ein Regio von Varazdin angekündigt, dieser kam natürlich auch wieder pünktlich und mit GM, aber leider abermals falsch herum.
Baureihe 2044 der HZ zwischen Turcin und Sveti Ilija
Regio nach Zagreb bei Sveti Ilija

Unterwegs verglichen wir noch die Fahrpläne auf dem Laptop mit dem alten Kursbuch von letztem Jahr, und bis auf einige Abweichungen im Minutenbereich war alles unverändert um diese Zeit herum.
Nun war mal Mittagspause angesagt, und für den Einkauf kannte ich einen Supermarkt in Nvoi Marof. Wir liessen uns gut Zeit und assen abschliessend noch ein Eis, ein Fehler, den wir gleich bereuen würden. Als wir nämlich fertig waren, fuhren wir gemütlich mal in Richtung Zagreb in den einzigen Streckenabschnitt, in dem der nächste Zug nach Varazdin im Licht kommen sollte. Ich fragte Pascal, wann der Zug denn kommt; er schaute nach, und ein Blick auf die Uhr verriet, oh Mist, der musste gleich kommen... Und als nächstes sahen wir eine GM, richtig rum, mit einem Regio vor dem BÜ an uns vorbei ziehen. Oh, öhm... und wir waren nur 50 Meter von einer Stelle entfernt ;)
Um eine Stelle für den Südfahrer zu eruieren, gings dann weiter, südlicher denn je zuvor, bis nach Donji Kraljevec. Allerdings ohne Erfolg, denn die Strecke wurde da weiter unten nicht interessanter. So gingen wir für die voraussichtlich letzten beiden Züge für uns nochmals in die Gegend um Novi Marof. Die letzten beiden deshalb, weil der Siff vom Westen mittlerweile zum Siff von „über uns“ wurde ;) und somit die Sonne nicht mehr ganz so stark schien wie auch schon.
Baureihe 2044 der HZ zwischen Novi Marof und Krusljevec
Regio nach Zagreb bei Krusljevec.

Wir erlegten einen Regio an der Flussbrücke hinter Novi Marof und wollten dann für den zweiten kurz vor Novi Marof etwas machen. Ich begann aber zu zweifeln, denn die Flussbrücke war auch nicht schlecht... und so warteten wir mal und diskutieren. Zum Glück warteten wir, denn wenig später grummelte es vertraut in der Ferne, ein Güterzug? Es gab da was, das wusste ich, aber letztes Jahr haben wir keinen gesehen... oder vielleicht doch? Tatsächlich, eine frisch lackierte 2062 fuhr samt Begleitwagen und Güterzug in Richtung Varazdin im Halblicht an uns vorbei.
Baureihe 2062 der HZ zwischen Novi Marof und Krusljevec
Der einzige Güterzug auf dieser Strecke strebt bei Krusljevec in Richtung Varazdin.

Gut, gut... somit war auch klar, wo wir den nun definitiv letzten Zug des Tages erlegen wollten, nämlich bei Novi Marof. Es sollte ein Nachschuss werden und ich hoffte, dass der Regio wie letztes Jahr ein Triebwagen und keine GM war. Dies war auch so... und leider war der auch wieder eingesaut, wie letztes Jahr :(
Baureihe 7121 der HZ zwischen Novi Marof und Krusljevec
Regio nach Varazdin hinter Novi Marof.

Nun ging die nächste grosse Etappe los, ich legte mich hinten auf den Rücksitz und liess die anderen zwei Navigieren und fahren *gemütlich*. Irgendwo vor Slavonski Brod wollte der Tank noch etwas gefüllt werden und „mein“ Fahrer und „mein“ Planer wollten noch für ein Foto oder zwei an die Hauptstrecke. Tanken war kein Problem, bei der Ortsansässigen INA-Tankstelle füllten wir Tank und Kanister... Das Fotografieren ging leider nicht ganz so gut, denn die Strecken in dieser Ecke sind in der Ebene relativ sehr langweilig und unfotogen. Sich schnell nähender Siff vereitelte ein Versuch, ein gescheites Bild zu machen, dann zur Gänze.
Zurück auf der Autobahn dauerte die Fahrt nach Slavonski Brod keine halbe Stunde mehr. In der Stadt fanden wir dann auch ohne Navi relativ schnell das Hotel vom letzten Jahr mit dem etwas sehr engen Parkplatz.
Diesmal war zwar Ivan (der vom letzten Jahr) nicht da, aber der anwesende Portier, welcher uns immer mit „Jungs“ ansprach war auch nicht schlecht. Auch nicht schlecht aus Sicht des Hotels war aber der Preis, 45 Euro pro Nase wollten die von uns, was für den Osten ganz schön viel ist. Dafür bekamen wir eine Suite mit 3 Betten, Internet, Klimaanlage, etc., also alles, was das Herz begehrt. Den Preis war das Zimmer auf jeden Fall wert.
Nach dem Beziehen des Hotels und dem Frischmachen ging es noch ans Abendessen, letztes Jahr hatten wir einmal die Innenstadt durchquert, ohne etwas Schlaues zu finden. Aber diesmal waren wir schlauer und liessen uns vom Portier einen Tipp geben. Wir fanden besagtes Lokal auch, das Essen war nicht schlecht, etwas teuer zwar... Das Hauptproblem war aber: Es war nicht möglich draussen sitzen, sondern wir mussten irgendwo im 1. OG in einem Raum ohne Fenster und ohne Klimaanlage unser Mal geniessen, was nicht gerade gemütlich war.
Zurück zum Hotel regnete es dann leicht und nach einer kurzen Internet-Session gings ab ins Bett.

Tag 3: Slavonski Brod - Fushë Kosovë
Tag 1: Schweiz - Gorisnica