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Balkantour 2009 - Tag 11: Fushë Kosovë - Glavnik

Von

Mittwoch 15.7.2009: Fushë Kosovë – Glavnik
(Text: Pascal Zingg; Fotos: Pascal Zingg, David Gubler, Neel Bechtinger)

Wie ihr merkt, schreibe ich diesen Bericht nicht mehr in Fushë Kosovë, zwar sind wir noch immer im Kosovo, doch wird dies nicht mehr lange der Fall sein. Bevor es aber weitergeht nach Serbien, möchte ich euch noch von unserem letzten Kosovotag erzählen. Wir begannen heute sehr früh, weil wir die beiden Morgenzüge nochmals machen wollten. Ca. um 5:30 packten wir unsere sieben Sachen und fuhren runter nach Ferizaj, dort wollten wir den IC bei der Ortsdurchfahrt nochmals probieren. Gemütlich ging es am autoleeren Mörderkreisel in Prishtinë vorbei und weiter nach Ferizaj. Diesmal hatten wir zwar mehr Licht als das letzte Mal, dies warf aber auch mehr Schatten, was die Motive nicht unbedingt besser machte.
Di 3 der HK in Ferizaj




Di 3 der HK in Ferizaj
Der morgentliche IC durchfährt das verschlafene Ferizaj

Als wir den IC trotzdem irgendwie verwurstet hatten, ging es nach Bablak für den ersten Regio aus Hani i Elezit. Wir verteilten uns erneut, wobei ich keine Stelle fand, die mir wirklich zusagte, einmal stand Nil im Bild und einmal hatte ich das Motiv schon. Zu allem Verdruss kam dann auch noch ein Y1 statt einer NOHAB. Ich machte den Zug trotzdem im Bahnhof drin, aber das Bild wurde doch sehr naja.


Der morgendliche Regio erreicht Bablak

Y1 der HK in Bablak


Y1 der HK in Bablak
Abfertigung im Bahnhof Bablak

Als der Zug durch war, ging David noch zum Statiönler, um sich die Güterzug-Fahrzeiten geben zu lassen. Um ca. 12 Uhr sollte einer runter fahren, fand er heraus. Während David beim Statiönler war, bequatschte mich ein Passant, woher aus Deutschland ich denn sei. Ich antwortete ich sei Schweizer, worauf er meinte, dass er zwei Jahre in Neuenburg war. Nach dem kurzen Schwatz gabs dann eine Lagebesprechung, was wir nun machen wollten. „Hoch nach Drenas“, hatten wir dabei schnell als Plan vor Augen, denn einerseits sollte ja noch der Regio kommen und bei Ferronickeli ist immer mal wieder was los. Nil gab also Gas und fuhr via Flughafen und Hauptstrasse hoch nach Drenas. Irgendwann merkten wir, dass es knapp werden würde, also gab Nil noch ein bisschen mehr Gas. Schliesslich rasten wir die Schotterpiste bei Ferronickel runter, so dass es im Auto drin nur noch staubte. Noch rechtzeitig waren wir unterhalb der Ferronickeli an der Strecke und konnten den Zug dort noch einmal machen.
Di 3 der HK zwischen Drenas und Dritan
Nohab 005 strebt mit ihrem Regio gegen Drenas

Zwischen Drenas und Dritan
Da wir auf der Baupiste etwas Gas geben mussten, war das Auto nicht mehr sehr sauber, aber immerhin konnte man auf der Motorhaube eine Aufschrift anbringen.

Nach dem Regio gings hoch zu Ferronickel, denn beim Runterfahren sahen wir, dass da eine Kennedy drin stand. Wir warteten vor der Pforte und beobachteten das Geschehen. Die Kennedy zog zuerst vor und drückte dann zurück. Das sah jedoch alles nicht so aus, als würde sie bald kommen, also gingen wir kurz zum Bahnhof Drenas und fragten, wenn dann was zum Flughafen geht. Der Bahnhofsvorstand gab uns dann zu verstehen, dass man entlade und dann runter fahre, wann das sein werde wisse er aber nicht. Also back to Ferronickel. Hinten angekommen, sahen wir, wie die Lok den Zug gerade aus dem Werk zu ziehen begann, also fix an die Pforte gestanden und ein Foto gemacht.
JZ 661 der HK zwischen Drenas und NewCoFerronikeli
Kennedy 003 verlässt mit ihrem leeren Tonerdezug das Ferronickel-Werk

Während Kennedy 003 in den Bahnhof zum Umsetzen fuhr, fuhren wir runter auf die staubige Baupiste und stellten uns erneut für den leeren Tonerdezug mit der Kennedy 003.
JZ 661 der HK zwischen Drenas und Dritan


JZ 661 der HK in Dritan


Der leere Tonerdezug in der Region von Dritan

Nachdem auch dieser Zug im Kasten war, gings nochmals nach Obiliq. Dort war jedoch niemand am Bahnhof, somit sollte wohl auch nichts kommen, dachten wir uns und fuhren nach Fushë Kosovë. Am Bahnhof verabschiedeten wir uns kurz von Zyrafete und fuhren dann runter nach Kaçanik.
JZ 01 der HK in Fushë Kosovë
Mit einem Foto der Denkmallok verabschiedeten wir uns aus Fushë Kosovë

Beim runterfahren geistete dann nochmals dieser Güterzug durchs Auto, wobei David sich plötzlich nicht mehr sicher war in welche Richtung der fahren würde. In Kaçanik angekommen begutachteten wir die vorhandenen Stellen und gingen dann zum Bahnhof. Der Stationsbeamte meinte, dass in ca. 15 Minuten ein Zug runter kommen sollte. Wir schauten uns kurzer Hand um und stellten entsetzt fest, dass das Licht genau in der Achse war. So liefen wir dann etwas weiter in Richtung Gurëz, fanden aber in nützlicher Frist keine Stelle, bei der die Strecke richtig ins Licht gedreht hätte. So wurde der Güterzug nur notgeschlachtet.
JZ 661 der HK in Kaçanik


Lok 004 fährt mit ihrem Zug südwärts

Dies ärgerte vor allem mich, weil mit der 004 die letzte Kennedy dran war, die wir nicht hatten. Ziemlich gefrustet ging es in einen Biergarten zum Abkühlen. Danach stellten wir uns an den Bahnhof und warteten auf die Rückkehr der Kennedy, was innerhalb von 30 Minuten hätte passieren sollen. Bis zum Personenzug kam jedoch nichts, so stellten wir uns erst wieder für den Regio nach Hani i Elezit.
Di 3 der HK in Kaçanik
Halt in Kaçanik

Di 3 der HK in Kaçanik


Di 3 der HK in Kaçanik


Motivreich verlässt der Regio Kaçanik

Nach dem Regio kam Nil und meinte er hätte eine nette Stelle für Züge nach Fushë Kosovë gefunden, er wolle deshalb noch bis zum IC bleiben. Wir suchten uns also neue Stellen und warteten auf den Güterzug, der etwa eine Stunde nach dem Personenzug doch noch kam.


JZ 661 der HK in Kaçanik
Kennedy 004 bespannt diesmal einen Güterzug der nordwärts fährt

Nun hatten wir auch noch Kennedy 004 vernünftig im Licht. Es folgte der Personenzug, wobei dieser zu früh kam, was dazu führte, dass David und ich nicht an der Stelle waren, die wir gerne gemacht hätten.
Di 3 der HK in Kaçanik


Der IC nach Pristina erreich Kaçanik

Nach dem IC gings dann definitiv in Richtung Grenze, allerdings nicht ohne letztes Foto in der Region von Ferizaj.


Di 3 der HK zwischen Ferizaj und Gurëz


Di 3 der HK in Ferizaj
Der IC zwischen Gurëz und Ferizaj

Es folgte eine Irrfahrt durch Pristina, in welcher wir während rund 90 Minuten den richtigen Ausgang suchten. Nachdem wir ihn endlich gefunden hatten, suchten wir auf dem Weg zur Grenze ein Hotel. Wir fanden schliesslich ein kleines Motel an der Hauptstrasse nach Serbien. Das Interessante an dem Teil ist, dass man Zimmer auch für vier Stunden buchen kann und nach 1 Uhr Nachts anscheinend einige Zimmer frei werden. Als wir an der Rezeption waren, sahen wir dann auch mehrheitlich Paare die eincheckten, ein Schelm, wer sich da etwas Böses denkt. Das Zimmer scheint auf jeden Fall OK zu sein, wenn auch das Bad eine etwas komische Konstruktion ist.

So sitze ich nun hier und sinniere über diese Woche Kosovo. Sie war sehr speziell und intensiv. Die Eindrücke, die ich mitnehme, sind vielfälltig: Tolle Eisenbahn, nette Leute, billiges Land und viele unfertige Häuser. An dieser Stelle möchte ich auch noch einige Dankesworte aussprechen. Einerseits an Zyrafete Berdynaj für die freundliche Unterstützung seitens der Kosovo Railways, andererseits an Ulf Häger und Michael Frick für die Vorarbeit, eure Berichte waren prima Grundinfos für unsere Tour!

Tag 12: Fushë Glavnik - Pirot
Tag 10: Fushë Kosovë - Fushë Kosovë