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Balkantour 2009 - Tag 24: Arad - Arad

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Dienstag 28.07.2009 Arad - Arad
(Text: Neel Bechtinger; Fotos: Pascal Zingg, David Gubler, Neel Bechtinger)

Wow, was für ein Tag. Er begann gemütlich um 7 Uhr im Hotel in Arad. Unser erster Termin war das Treffen mit dem rumänischen Kollegen Cristian, um gemeinsam in Richtung Gurahont auf 1000er-Malaxa-Jagd zu gehen. Danach wollten wir nach Brad und den 60er-Zug zurück nach Arad verfolgen. So hätten wir den Tag schön ausgefüllt, mit einer Pause von etwa zwei Stunden über Mittag, genau in der Hochlichtphase ;) Doch soweit zur Theorie ...
Wir fuhren jedenfalls erst mal aus Arad hinaus, und stellten uns mal vor dem Bahnhof von Sîntana an die Strecke; eigentlich noch nicht für den 1000er-Malaxa, aber es hätte ja sein können, dass sonst noch was kommt. Dabei bemerkte Pascal, dass wir den mit einer 65er bespannten Schnellzug nach Iasi nur knapp verpasst hatten... "scho na blöd!" Wir warteten bis 10 Minuten vor dem Malaxa, ohne dass ein Zug gekommen wäre. Danach gingen wir zum Bahnhof von Sîntana. Dort angekommen, trafen wir den rumänischen Kollegen und den 1000er. Wir wollten den 1000er neben einem 900er fotografieren. Wir dachten der 900er aus Chisineu Cris würde direkt auf den Regio aus Brad drauf fahren, dem war aber nicht so. Die Züge aus Brad und Chisineu Cris kamen je auf einem eigenen Gleis und wurden erst anschliessend in einer zusätzlichen Rangieraktion vereinigt. So wurde die Sache halt etwas eng.
Baureihe 78 der CFR in Sîntana
Der 1000er nach Gurahont neben dem 900er aus Chisineu Cris.

Nachdem sich unser Kollege von den Lokführern verabschiedet hatte – man kennt sich offenbar – ging es mit der Verfolgung los. Wir konnten den 1000er nun vor und nach Pâncota und vor Ineu schön im Licht fotografieren.
Baureihe 78 der CFR zwischen Pâncota und Misca-Maderat


Baureihe 78 der CFR zwischen Ineu und Mocrea


Baureihe 78 der CFR zwischen Ineu und Mocrea
Der 1000er Malaxa zwischen Sîntana und Ineu

Zum Bahnhof von Ineu wollten wir eigentlich nicht, doch als wir sahen, dass der 900er nach Cermei noch drin stand, konnte wir nicht widerstehen. Mit kaum 30 Sekunden Reserve reichte es noch, um die beiden Malaxas nebeneinander abzulichten.
Baureihe 78 der CFR in Ineu


Der Aufenthalt des 1000ers in den Bahnhöfen war jeweils recht lang, denn es bewegten sich recht grosse Menschenmassen um den Zug herum und viel Material wurde ein- und ausgeladen. Immer wieder erstaunlich, was man so alles per Zug transportieren kann.
Bis Gurahont kriegten wir den Zug noch ein paar mal, bei Bocsig, Sebiş, zwischen Almaş und Joia Mare sowie zuletzt kurz vor dem Bahnhof von Gurahont.
Baureihe 78 der CFR in Bocsig


Baureihe 78 der CFR in Bocsig


Baureihe 78 der CFR zwischen Birsa und Sebiş


Baureihe 78 der CFR in Sebiş


Baureihe 78 der CFR in Sebiş


Baureihe 78 der CFR zwischen Almaş und Joia Mare


Baureihe 78 der CFR in Gurahont
Einige Fotos des 1000ers zwischen Ineu und Gurahont.

Nun hatten wir etwas Zeit, und dank Cristian konnten wir nun den Malaxa etwas genauer ansehen. Die Konstruktion ist ziemlich interessant, die ganze Antriebstechnik ist aufs Drehgestell montiert, welches sich direkt hinter dem Führerstand befindet. Sicher ein angenehmer Arbeitsplatz mit dem rohrenden Diesel im Rücken...
Baureihe 78 der CFR in Gurahont
Der abgestellte 1000er in Gurahont, nun konnten wir ihn auch von Innen besichtigen.


Baureihe 78 der CFR in Gurahont
Leider hat man auch hier die Einrichtung durch einfache Plastiksitze ersetzt.

Nun überlegten wir, was wir nun tun wollten. Vascau war von Gurahont aus nur etwa 50 Kilometer weg, aber es fuhren nur rote Caravelle... Lieber nichts tun und im Schatten sitzen. Cristian war aber nicht so recht glücklich damit, und hatte schliesslich auch eine Idee – Eine Schmalspur-Dampfbahn von Brad nach Crişcior. Er kannte den Besitzer, und nach einem Telefon war auch klar, dass sich da was bewegen würde. Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht so recht begriffen, war, dass der Zug nicht zwischen Brad nach Crişcior als viel mehr zwischen Abrud und Cîmpeni fahren würde. Da wir eh nach Brad wollten fuhr ich also los. Als wir dann nach ca. 50 Minuten Brad erreichten, meinte Cristian, dass es nun noch etwa 30 Minuten seien. David schaute auf die Karte und begann zu zweifeln, er veranschlagte eine Stunde. Somit war klar es musste ein Grundsatzentscheid gefällt werden. Entweder in Brad bleiben und den Regio mit der 60er nach Arad verfolgen, oder diese Dampfbahn im rumänischen Hinterland suchen. Die Abstimmung fiel so aus: Ich (kein Dampffan) war dagegen , Pascal und Cristian (beides Dampffans) waren dafür. Somit lag die Entscheidung bei David, der kein ausgesprochener Dampffan ist, trotzdem meinte er, es würde ihn interessieren, also fuhren wir hin. Schnell war klar, dass es in einer halben Stunde nicht zu schaffen war, denn zwischen Brad und Cîmpeni liegt ein Pass dazwischen, so hatten wir dann über eine Stunde bis wir in Cîmpeni ankamen. Nun, die Dampfbahn. Ohje. Sie stand zwar irgendwo im Ort, daneben war aber ein grosser LKW abgestellt, und das Licht war mal wieder in der Gleisachse. Wir machten mal unsere Bilder, und ich schrieb den Nachmittag als den grössten Reinfall dieses Urlaubs ab, viele Kilometer für nichts und wieder nichts.
Baureihe 764 der CFI in Cîmpeni
Der Zug in Cîmpeni, die tiefe Position war nötig, dass man den LKW dahinter nicht sieht

Baureihe 764 der CFI in Cîmpeni
Typisch Rumänien: Ein Roman Diesel neben der kleinen Resita

Cristi meinte aber, der Zug würde bald fahren, und zwar sowieso in unsere Richtung. Super! Die Strecke haben wir auf dem hinweg eigentlich nie wirklich gesehen, war also vermutlich ziemlich zugewachsen. Aber da sonst eh nichts mehr zu wollen war, harrten wir trotzdem der Dinge, die da kommen mochten. Nach einer rumänischen Viertelstunde (ca. 60 Minuten) kamen der Besitzer, der Österreicher Georg Hocevar und ein Deutscher Tourist per Auto, es ging also los. Pascal und Cristi wollten mitfahren, während ich und David mit dem Auto zum Endbahnhof fahren und vielleicht unterwegs noch ein paar Fotos machen wollten. Hoffnungen hatten wir, wie gesagt, keine; Cristi war aber der Meinung, dass Fotohalte kein Problem seien. Neben Georg Hocevar, dem Deutschen, Cristi und Pascal war noch eine ganze Menge Kinder auf dem Zug, wenn denn der schon mal fährt ;) David und ich fotografieren den Zug bei der Abfahrt ein erstes mal und fuhren los.
Baureihe 764 der CFI in Cîmpeni
Nach dem alle da waren, fuhr der Zug endlich los.

Nach kaum 200 Metern hatten wir den Zug überholt, waren aber auf der anderen Talseite. Die Strecke ging so durch den Wald, dass sich der Zug wohl das Lichtraumprofil selber frei schnitt... Etwas weiter fanden wir eine wackelige Holzbrücke und gelangten so auf die andere Talseite. Bei einem kurzen freien Abschnitt gab es, mehr schlecht als recht, ein erstes „Streckenbild“; viel mehr als die Lok war aber nicht zu sehen. Immerhin, diese war gut ausgeleuchtet.
Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Cîmpeni
Das erste Bild des Zuges in einer eher buschigen Landschaft

Weiter, im nächsten Ort, hatten wir den Zug schon wieder überholt. Wir stellten uns mal hin und Pascal und Cristi organisierten einen Fotohalt mit Scheinanfahrt. Der Ort war recht nett, und wir konnten den Zug gleich mehrfach ablichten. Für die lokale Bevölkerung war der Zug offenbar auch ein Ereignis, mehr aber noch die herum rennenden Ausländer ;)
Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Cîmpeni


Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Cîmpeni


Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Cîmpeni


Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Cîmpeni


Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Cîmpeni


Im nächsten Ort stellten wir uns wieder in. Es dauerte und dauerte, der Zug kam aber nicht. Dafür kam eine SMS vom Pascal, dass ein Auto auf der Strecke stehe – LOL :)
Einschub von Pascal: Ich stand zusammen mit Cristi auf der Plattform und hielt Ausschau nach einer Stelle für einen weiteren Fotohalt. Als wir einen offenen Streckenabschnitt befuhren, fragte ich Georg, ob wir denn hier halten könnten. Er verneinte und meinte, dass wir dies weiter vorne tun würden. Kaum hatten wir unsere Unterhaltung beendet, erspähte ich ein Auto. Der Lokführer begann zu pfeiffen, doch nichts regte sich. Schliesslich kam der Zug knapp vor dem Auto zu stehen.
Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Cîmpeni
Man suche den Fehler im Bild ;)

Während er immer weiter pfiff rief Georg etwas entnervt der Dorfbevölkerung und fragte wem das Auto gehörte. Niemand schien jedoch etwas zu wissen. Währenddem sich Georg mächtig über den Falschparker aufregte, konnten weder der Deutsche noch ich mir ein Lächeln verkneiffen. Für uns Touristen war dies eine willkomene Episode rumänischer Sorglosigkeit, währenddem Georg wohl öfters mit solchen Sorglosigkeiten zu kämpfen hatte. Immerhin nach ca. 10 Minuten schien das Pfeifen zu nützen, denn nun kam der Fahrer des Autos angerannt. Nach dem das Auto weg war, fuhren wir einige 100 Meter und machten dann unseren Fotohalt.

Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Cîmpeni
Eine weiter Scheinanfahrt. Laut Cristi ist die Kirche das Motiv an der Strecke.

Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Cîmpeni
Auch ohne Kirche lässt sich der Zug sehen.

Nach schier endloser Warterei kam der Zug bei uns vorbei, wieder ein Foto gemacht, und im nächsten Ort gleich nochmals. Dort war der Zug aber etwas zu schnell, und ein Mädchen fiel runter... war aber kein Problem, sie stand gleich wieder auf, klopfte sich den Staub aus den Kleidern und rannte dem Zug hinterher. Dieser hielt kurz darauf im alten Bahnhof von Roşia Montană.
Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Cîmpeni


Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Cîmpeni
Einfahrt und anschliessender Halt in Roşia Montană

Der Deutsche Name von Roşia Montană ist "Goldbach". Wie es der Name antönt, findet man hier Gold, viel Gold. Der Goldabbau hat im Tal des Flusses Abrud eine grosse Bedeutung, so hat man hier alte Stollen der Römer entdeckt, die schon vor 2000 Jahren mit dem Goldbau begannen. Heute ist der Goldbau ein eher unrühmliches Kapitel. So ist der Abrud so stark mit Schadstoffen belastet, dass sein Wasser eine braungelbe Farbe hat. Neben der Strecke trafen wir ausserdem auf einige Abraumhalden. Wie uns Cristi berichtete konnte man aber wenigstens die grösste Schandtat verhindern. Da die Gold- und Silbervorkommen heute noch als enorm eingeschätzt werden, man spricht von 8'000'000 Unzen Gold und 49'000'000 Unzen Silber (!), wollte ein kanadischer Investor zwei Talschaften in einen riesigen Krater verwandeln und rund 2000 Leute umsiedeln. Nicht nur wegen der Bahn kann man von Glück reden, dass die rumänische Regierung dem im Jahre 2007 nicht zustimmte. Kommen wir aber zurück zum Zug. Wir folgen ihm natürlich weiter und konnten ihn bis zum Endbahnhof im Dorf Abrud noch drei mal erlegen, einmal mit einem riesigen Abraumberg im Bild.
Cîmpeni
Der verdreckte Abrud

Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Cîmpeni


Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Cîmpeni


Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Cîmpeni
Das zweite Streckenstück von Roşia Montană nach Abrud ist wesentlich weniger bewaldet und bietet einiges mehr an Motiven.

Für die Passagiere um Zug gab es derweil keine weiteren Fotohalte. Das Problem war, dass die Schienenoberkanten stark verrostet waren, was zusammen mit festgefahrenem Grünzeug und leichter Steigung zum Schleudern der Lok geführt hätte.
In Abrud fanden wir den Bahnhof auf Anhieb, und auch der Zug war schon eingetroffen. Ziemlich perplex waren wir aber, als wir bemerkten, was denn da noch stand: Tatsächlich ein Tieflader. Da konnte doch nicht deren Ernst sein...? Nun, die Wagen blieben im Bahnhof, die Lok dagegen wurde verladen. Offenbar wird sie für jeden Fahrtag über den Pass von Crişcior hierher gekarrt – was für ein Aufwand! War also doch ziemliches Glück, hier einen Zug zu sehen. Wieso aber genau an diesem Tag gefahren wurde, erschloss sich uns nicht. Die Verladeaktion selbst war aber nichts für schwache Nerven, und ich bin ja weiss Gott kein Dampflokfreund ;) Aus Schwellen wurde eine steile Rampe gebaut, die auf die Höhe des Tiefladers führte. Die Höhe stimmte aber nicht so recht (arme Radreifen und Spurkränze), und die Lok kam in den ersten zwei Versuchen auch nicht wirklich die Rampe hoch, sondern schleuderte nur. Im dritten Anlauf klappte es aber, mit viel Schwung und Anlauf.
Baureihe 764 der CFI in Abrud


Baureihe 764 der CFI in Abrud


CFI in Abrud


Baureihe 764 der CFI in Abrud


Baureihe 764 der CFI in Abrud


Baureihe 764 der CFI in Abrud


Baureihe 764 der CFI in Abrud
Als der Zug in Abrud ankam wurde die Lok abgekuppelt, um sie anschliessend zu verladen.

Während die Lok noch friedlich vor sich hin dampfte, ging die Fahrt auch schon los. Da die Fuhre in unsere Richtung gehen würde, war natürlich klar, dass wir auch noch Bilder von der Lok auf dem Tieflader machen wollten. So ging der Ehrgeiz etwas mit uns durch und wir stellten die üblichen hohen Ansprüche an das Bild. Und ja, gute Fotostellen an der Strasse zu finden war gar nicht so einfach ;) Trotzdem gelangen drei Bilder vom „Zug“.
Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Crişcior


Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Crişcior


Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Crişcior


Baureihe 764 der CFI zwischen Abrud und Crişcior
Die Lok auf dem Weg ins Depot

Auf der Passhöhe legte die Mannschaft eine Pause ein. Wir dagegen fuhren weiter nach Crişcior, dort hatte Cristi eine Depotbesichtigung für uns organisiert. Nun folgte eine weitere Überraschung, in Form eines riesigen Industriegeländes, das unter anderem ein eigenes (inzwischen stillgelegtes) Kolekraftwerk hat. Benutzt wird es noch für die Aufbereitung von Schienenfahrzeugen aller Art. Neben diversen aufbereiteten oder in Aufbereitung befindlichen Fahrzeugen war denn auch dementsprechend viel, ähm, Altmetall zu finden. Die Palette an Fahrzeugen war riesig, unter anderem viel Zeugs aus Österreich, Rollmaterial von ehemaligen CFR-Schmalsprubahnen, ja sogar die Überreste eines polnischen Triebwagen waren zu finden. Dazu sahen wir Hallen voller Ersatzteile wie Drehgestelle oder Radsätze. Kurios war auch die Tatsache, dass hier normalspurige Güterwagen aufgearbeitet wurden – ohne Normalspur-Gleisanschluss, versteht sich! Aber für irgendwas hat man ja den Tieflader. Auf dem Areal selber stand gerade ein frisch hergerichteter Normalspur-Güterwagen rum, praktischerweise einfach in den Dreck gestellt... Dazwischen wurde uns noch die rumänische Arbeitsweise erklärt. Bei einer weiteren Strecke, die Georg betreibt, hat die Gemeinde die daneben liegende Strasse erneuert. Weils so praktisch ist, wurden direkt die Schienen als Begrenzung benutzt, was die Arbeit an der Bahnlinie natürlich enorm erleichtert... Das sei aber häufig so, meinte Cristi mit sarkastischem Unterton. Wie wir so rumstanden, kam auch der Tieflader mit der Dampflok angefahren. Auch hier hatte es eine aus Schwellen gebaute Rampe; die Lok wurde hier aber mittelsKuppelstange und einer Dieselllok runter befördert – derselbe abentuerliche Murks wie beim Verladen, die armen Loks!
L45H der CFI in Crişcior


L45H der CFI in Crişcior


L45H der CFI in Crişcior
Das Abladen der Lok, ein Schauspiel für sich!

L45H der CFI in Crişcior


Unidentifiziert der CFI in Crişcior


MBxd2 der CFI in Crişcior
Ein paar Eindrücke aus dem Ausbesserungswerk Crişcior. sehr eindrücklich, was da rum stand!

Nach unserem Besuch fuhren wir zurück in Richtung Brad. Zur Sicherheit schauten wir noch ins Kursbuch, und tatsächlichum .40 sollte noch eine 60er fahren. Die Uhr stand aber schon auf .38, uhm, das wird eng... Schlussendlich fehlten uns gerade noch 30 Sekunden für ein Bild. Schön blöd, da standen wir die ganze Zeit rum, und am Schluss fehlen 30 Sekunden ;) Eine Verfolgung war aber nicht drin, denn Cristi wollte beim lokalen Metzger umbedingt noch Wirstli kaufen. Die Würstchen, die an Wiener Würstchen erinnerten, seien eine Spezialität von Brad und nur dort erhältlich meinte er. Er würde deshalb bei jedem Besuch in Brad Wirstli kaufen, er komme nämlich nur selten nach Brad, denn per Bahn von Timişoara aus sei dies für ihn leider in einem Tag nicht möglich, führte er weiter aus! Mit den Wirstli im Gepäck gings los. Zu unserem Erstaunen kriegten wir den Zug nochmal bei Vata, im allerletzten Licht, sogar mit Formsignal.
Baureihe 60 der CFR in Vata
Das letzte Foto des Tages, ein Regio mit 60er in Vata.

Nun kam der ungemügliche Teil des Tages. Brad – Arad sind fast 200 Kilometer, teilweise über schlechte Strassen. Wir brauchten dafür über zweieinhalb Stunden. Nachts Auto fahren war doppelt mühsam, denn einerseits war in den Dörfern rein garnichts beleuchtet, die Schlaglöcher waren auch nachts da, und weder die streunenden Tiere noch die unbeleuchteten Pferdekarren (immerhin hatten sie ein reflektierendes Nummernschild...) konnte man gescheid erkennen. In Arad gab es noch ein Abendessen, aufgrund der späten Stunde entschieden wir uns für die Gaststätte zum goldenen M in der Innenstadt. Nach dem Essen verabschiedeten wir Cristi und fuhren zum Hotel zurück, um endlich schlafen zu können.
Was für ein Tag! Nach dem erfolgreichen Vormittag dachten wir, der Tag sei gelaufen, und die Kilometer wären für nix gewesen. Und jetzt sind wir zufrieden. Mir gefällt die Bahn zwar noch immer nicht wirklich, aber die Fotos sind gelungen, die Geschichte mit dem Tieflader war, hm, interessant, und das Industriegelände war beeindruckend. Schöner Tag! Wie es sich für den Urlaub gehört.

Tag 25: Arad - Debrecen
Tag 23: Timisoara - Arad