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Osteuropa 2007 Teil 9 Rzepin, SKD und Poznan-Lezno

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Im achten Teil waren wir ja bekanntlich noch in Brno, von dort starteten wir dann am 11. August zum Transfer nach Polen. Da das Wetter an diesem Tag nicht der Hammer war, gibt es von dieser Reise nur einen Wortbericht. Wir starteten morgens um 7:50 in Brno mit dem EC 370 nach Aarhus. Im relativ vollen Zug setzten wir uns in ein Abteil mit einem älteren Ehepaar, mit welchem wir auf der Fahrt nach Deutschland dann auch das eine oder andere Wort wechselten. Als der Zug die Grenze zu Deutschland überschritten hatte, war es langsam Essenszeit, also gingen wir in den Speisewagen. Wir waren dabei positiv überrascht, dass im CD Speisewagen noch gekocht wird. In Elsterwerda meinte dann mein Fahrplan, dass wir aussteigen müssten. Konsultiere ich heute den Hafas, so sagt er mir, wir müssten für nach Posen in Berlin Hbf umsteigen, doch als ich den damals befragt hatte, sagte er was anderes! Also sind wir in Elsterwerda raus und mit einer Regionalbahn nach Elsterwerda-Biehla gefahren. Von dort gings dann weiter in Richtung Cottbus. Da der Zug halb leer war, setzten wir uns alleine in ein Abteil. Als der Zug noch in Elsterwerda-Biehla stand, schlich ein stranger Typ die ganze Zeit herum. Plötzlich kam er in unser Abteil und machte mich an, ich hätte ihn nicht die ganze Zeit so schwul anzuschauen, und er wolle mich nun deswegen aus dem Fenster schmeissen. Da mir der Typ nicht ganz geheuer war, hatte ich das erste mal in meinem Leben Schiss vor einem Typen. Irgendwann verlangte er dann 20 Euro Schutzgeld, was wir ihm bezahlten, worauf er glücklicherweise verschwand. In Cottbus fuhr unsere Regionalbahn dann weiter als RegionalExpress bis Frankfurt an der Oder. Dort nahmen wir den Berlin-Warszawa-Express in Richtung Polen. Auf der Fahrt nach Posen hielt der Zug rechtlange in Rzepin und schlich danach über weite Teile, so dass wir mit 45 Minuten Verspätung in Posen ankamen. Da es nun schon spät war, und wir noch unsere Herberge suchen mussten, war das auch nicht gerade ein Highlight des Tages. Nach einigem Suchen eines Kioskes fanden wir dann auch eine Karte und darauf unsere Herberge, was nun folgte war ein Marsch über ca. 2km. Als wir dann endlich in der Herberge waren, mussten wir feststellen, dass man nur für einen Tag reserviert hatte. Wir konnten die Reservation aber glücklicher Weise noch verlängern. Nach dem Einchecken, suchten wir noch etwas essbares, es war allerdings schon 23 Uhr und in der Stadt war tote Hose, ja selbst der McDoof hatte geschlossen.

Am zweiten Tag in Polen war das Wetter noch immer nicht brauchbar, also haben wir ausgeschlafen und sind dann in die Stadt. Diesmal nahmen übrigens das Tram, das bei uns in der Nähe hielt und deshalb etwas bequemer war. Nach einem kurzen Bummel durch die Stadt sind wir zum Bahnhof. Auf dem Weg diskutierten wir über die Verspätung vom Vortag, wobei David meinte die sei nur 10 Minuten gewesen, und nicht wie von mir behauptet 45. Es stellte sich dann heraus, dass die Polen irgendwann ihren Fahrplan angepasst hatten, und Hafas nix davon wusst. Am Bahnhof angekommen, haben wir dann den erstbesten Zug genommen. Er führte uns nach Wroclaw (Breslau) wo wir ebenfalls einen kleinen Stadtbummel machten, ehe wir den Zug nach Leszno nahmen. Dort schauten wir, ob wir ev. noch einen Umweg über Wollstein machen könnten, es bot sich jedoch keine günstige Verbindung an, also nahmen wir den nächsten Zug nach Posen. Dort stand gerade ein Zug mit Görlitzer Dosto-Wagen im Bahnhof. Wir dachten uns: Den testen wir jetzt. Also nix wie rein und durch die Vororte gebummelt. Als wir so im Zug sassen, meinte David, schau mal da, eine sinnlose Strecke, ob das eine Parkeisenbahn ist? Lass es uns rausfinden! Da wir schon etwas zu weit für die vermeintliche Parkeisenbahn waren, stiegen wir bei der nächsten Station aus um wieder zurückzufahren. Da es vor der Station eine Baustelle hatte, stand in der Station gerade ein PKP Intercity. Der Zug hatte witziger Weise die Türen offen, also stiegen wir gleich ein. Wir liefen dann durch den Zug, da wir in der ersten Klasse waren. Plötzlich stand ein Schaffner vor uns und wollte unsere Tickets sehen. Anschliessend versuchte er uns zu erklären, dass das ein IC sei, und dass man bei der Station eigentlich gar nicht zusteigen könne. Wir taten etwas überrascht, und fragten, ob wir bis Poznan Glowny mitfahren dürften, was er uns dann auch machen lies. Im Hauptbahnhof angekommen, war dann das Problem ein Tramticket zu bekommen, das länger als 10 Minuten gültig war. Schliesslich kauften wir uns ein Wochenticket um uns gänzlich vom Ticketkaufstress zu befreien. Mit dem Tram gings anschliessend raus an einen See, wo die Parkeisenbahn sein sollte. Siehe da, da war tatsächlich eine, allerdings wars nun schon 19 Uhr und da fuhr die nimmmer. Wir sind dann noch ein kleines Stück abgelaufen und schliesslich wieder an den Bahnhof. Dort versuchten wir es mit Nachtaufnahmen. David merkte dabei recht schnell, dass es da nix gibt. Ich wollte es noch länger versuchen, musste aber zu Hause feststellen, dass David recht hatte. Ich kam schliesslich so spät zur Jugendherberge, dass kein Tram mehr fuhr. Die Jugendherberge war zudem auch noch geschlossen und auf das Läuten schien niemand zu achten. Also gabs eine Zaunkletteraktion. Da wir glücklichweise gerade neben der Reseption schliefen, konnte ich dann David zurufen, er sollen mit die Haustüre aufmachen.

Am nächsten Tag sollte endlich wieder besseres Wetter kommen. Davids Internet-Recherchen ergaben dabei, dass die Sonne von Westen her kommen sollte. Also nix wie nach Rzepin, an der Strecke nach Deutschland wird sicher was laufen, dachten wir uns. So haben wir dann den Berlin-Warszawa-Express nach Rzepin genommen, wobei wir auf dieser Fahrt das einzige mal in Polen Zuschlag zahlen mussten. In Rzepin nahmen wir dann den Lokwechsel auf eine CD 371 mit:
Baureihe 371 der CD in Rzepin


Anschliessend macht wir uns auf an die Strecke zu kommen, dies natürlich nicht ohne eine Foto der Denkmallok von Rzepin, einer Dampflok vom Typ Ty51:
Ty51 der PKP in Rzepin


Nach ca. 30 Minuten laufen, fanden wir dann eine Stelle im Wald. Wir warteten nicht lange da, da kam eine SM42 mit einem Fahrleitungszug:
SM42 der PKP zwischen Rzepin und Boczow


Nach diesem Zug war dann jedoch eher tote Hose. Wir sassen dabei auf unseren Dreibeinen, also plötzlich etwas in meinem Rucksack vibrierte. Es waren Nil und Wipf die uns per SMS fragten wo wir seien. Die Tatsache, dass sie einige Stunden an einer anderen Strecke standen und nichts vor die Linse bekamen beruhigte uns. Irgendwann kam dann mal noch ein EC mit SU45 Vorspann:
SU45 der PKP zwischen Rzepin und Boczow


Und gleich dahinter der Berlin-Warszawa-Express:
EP09 der PKP zwischen Rzepin und Boczow


Wir warteten anschliessend noch ne Runde, worauf ein alter Mann mit seinem Hund kam. Die beiden waren auf Pilzsuche, und er Herr versuchte mit uns zu schwatzen, konnte aber nicht begreiffen, dass es in Polen Leute gibt, die nicht polnisch sprechen. Auf der Strecke tat sich leider nichts mehr und so gingen wir dann ohne weiters Bild nach Hause.

Am letzten Tag in Polen sollte das Wetter auch in der Region Posen stimmen, also sind wir nochmals in Richtung Leszno gefahren. Wobei wir in Stare Bojanowo eine Stelle sahen, die uns gefiel. Beim Aussteigen bemerkten wir dass es da noch eine Schmalspurbahn hatte, wir machten uns über den Fahrplan der Bahn schlau und entschlossen uns später zurück zu kommen. Vorerst gingen wir aber an die Hauptstrecke. Leider war dabei das Wetter nicht so gut. So kamen dann die Züge nicht wirklich in der Sonne. Als erstes kam ein Schnellzug mit EP07 in neuem Lack:
EP07 der PKP zwischen Stare Bojanowo und Stara Przysieka Druga


Ihm folgte ein Güterzug in sehr schlechtem Licht und ein Schnellzug mit ET22 in einigermassen Licht:
ET22 der PKP zwischen Stare Bojanowo und Stara Przysieka Druga


Nach diesem Schnellzug war es dann Zeit für die Schmalspurbahn. Wir liefen zum Bahnhof wo schon der Triebwagen der Smigielska Kolej Dojazdowa (SKD) stand:
MBxd2 der SKD zwischen Stare Bojanowo und Robaczyn


Nach dem Stopp im Bahnhof liefen ein Stück raus und machten den Triebwagen bei der Ausfahrt noch auf der Strecke:
MBxd2 der SKD zwischen Stare Bojanowo und Robaczyn


Auf dem Rückweg sahen wir, dass es da von der Bahn noch einen Ast gab, der unter der Hauptstrecke hindurchführte. Wir fragten uns obs da mal weiter ging. Währemdem David sich an die Hauptstrecke stellte, ging ich der der Frage nach dem Schmalspurast nach. Es stellte sich heraus, dass dieses Gleis zum ehemaligen Güterbahnhof der SKD führt. Wobei ehemalig nicht das richtige Wort ist, denn anscheinend gibt es hier sehr selten noch etwas Rollwagenbetrieb. So standen dann auch einige Rollwagen am Normalspurgleis:
Rollwagen der SKD in Stare Bojanowo


Alles in allem erinnerte die Anlage aber an einen Friedhof. Ich habe versucht die Atmosphäre zu dokumentieren und stelle deshalb nun einige weiter Bilder von diesem Güterbahnhof rein, wobei ich der Meinung bin, dass sie für sich sprechen:
Rollwagen der SKD in Stare Bojanowo


Langholzwagen der SKD in Stare Bojanowo


Güterwagen der SKD in Stare Bojanowo


Güterwagen der SKD in Stare Bojanowo


Anschliessend an diese Fotosession, fuhren wir wieder in Richtung Poznan, fanden aber keine passende Stelle, also sind wir wieder in die andere Richtung gefahren und eine Station nach Stare Bojanowo in Gorka Duchowna fanden wir dann nochmals eine Stelle. Wir stellten uns an einem Bahnübergang auf, und machten erst Mal einen EN57:
EN57 der PKP zwischen Stare Bojanowo und Górka Duchowna


Anschliessend fuhr uns eine EU06 mit einem TLK vor die Linse:
EU06 der PKP zwischen Stare Bojanowo und Górka Duchowna


Ihr folgte eine EU07 mit Görlitzern:
EU07 der PKP zwischen Stare Bojanowo und Górka Duchowna


Auch ein Güter mit ET22 kam noch:
ET22 der PKP zwischen Stare Bojanowo und Górka Duchowna


Zum Abschluss kamen dann nochmals Görlitzer mit einer EP07:
EP07 der PKP zwischen Stare Bojanowo und Górka Duchowna


Danach war es langsam Zeit aufzubrechen. Wir liefen zum Bahnsteig um den Zug nach Posen zu nehmen, mussten dann aber feststellen, dass der an diesem Bahnhof gar nicht hielt. Schlisslich machten wir noch eine Zusatzschlaufe über Leszno. Damit schlossen wir unseren letzten Fototag in Polen ab. Tags darauf sollte es zur letzten Station unserer Reise, an den Rhein gehen, dazu aber mehr im 10. und letzten Teil.