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Nostalgisches in den Alpen

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Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Berninabahn fuhr am 25. Juli der Alpine Classic Bernina Pullman Express. Als Bespannung war das frisch restaurierte Berninakrokodil vorgesehen. Grund genug wieder einmal auf die Bernina zu gehen. Leider konnte sich der Wetterbericht nicht so genau entscheiden, ob es auf der Bernina an diesem Sonntag nun schön sei oder nicht. So entschloss ich mich zusammen mit David, dass wir mit dem Bus ab Pontresina nach Ospizio fahren, um uns das Wetter vor Ort anzuschauen. Beim Einstieg in Pontresina sahen wir die beiden gelben ABe 4/4 I. Wir fragten uns, ob dies ein schlechtes Omen sei. Auf der Bernina angekommen, zeigte sich das Wetter sehr unbeständig, so dass wir uns entschlossen mit dem nächsten Regio in den sonnigen Süden zu fahren. Bevor wir jedoch den Zug bestiegen, machten wir noch ein Foto von ihm am Lago Bianco.
ABe 4/4 II der RhB zwischen Ospizio Bernina und Bernina Lagalb


Nun ging es mit dem Zug in Richtung Tirano. Bei Privilasco fanden wir eine erste Stelle, wo wir stehen konnten. Da wir uns jedoch nicht mit der erstbesten Stelle zufrieden geben wollten, ging die Fahrt weiter nach Poschiavo. Dort war unser Zug kurz vor der Abfahrt, da fuhr das Berninakrokodil aus dem Schuppen.
Ge 4/4 "Bernina-Krokodil" 182 der RhB in Poschiavo


Wir rätselten, was denn nun werden würde. Vielleicht würde man das Krokodil in Poschiavo an den Zug hängen. Vielleicht würde man auch eine Aufstellung machen. Da all dies zu viel Ungewissheit war, entschieden wir uns in Le Prese den Gegenzug zu nehmen. Zurück in Poschiavo fragten wir, was denn nun los sei mit der Ge 4/4 182. Man sagte uns, dass die Lok nur rausgeholt wurde, dass der Fotograf ein Bild machen konnte. Nun stand sie abgebügelt und unfotogen auf einem Abstellgleis. Wir fuhren deshalb mit unserem Regio (der hält 10 Minuten in Poschiavo) wieder hoch nach Privilasco. An der gefunden Position kam zuerst ein Bernina Express.
ABe 4/4 III 55 der RhB zwischen Poschiavo und Privilasco


Ihm folgte dann der Sonderzug.
ABe 4/4 I 34 der RhB zwischen Poschiavo und Privilasco


Laut Wetterbericht hätte es auf dem Pass mittlerweile auch gutes Wetter sein sollen. So fuhren wir wieder hoch zum Ospizio. Dort stellten wir jedoch fest, dass es in Richtung Engadin sehr düster aussah. Also gings mit dem Gegenzug wieder runter nach Alp Grüm. Kurz vor Alp Grüm erlegten wir den nächsten Regio nach Tirano. Es war dies erfreulicherweise schon das zweite Bild mit den ABe 4/4 II, die dereinst durch die Allegra ersetzt werden sollen.
ABe 4/4 II der RhB zwischen Ospizio Bernina und Alp Grüm


Dem Regio folgte ein weiterer Bernina Express resp. Trenino Rosso, wie die Züge in Italien heissen. Dieser Zug war nun mit dem UNESCO und dem Jubi ABe 4/4 III bespannt.
ABe 4/4 III 51 der RhB zwischen Ospizio Bernina und Alp Grüm


Kaum war der Trenino Rosso vorbei, war es Zeit sich für den Alpine Classic Bernina Pullman Express zu stellen.
ABe 4/4 III 30 der RhB zwischen Ospizio Bernina und Alp Grüm


Natürlich ist man bei solchen Sonderfahrten selten alleine. So trafen wir in Alp Grüm auf bekannte Gesichter. Einer der Fotografen meinte dann, man könne den Zug zwischen Pontresina und St. Moritz nochmals kriegen. Dies schien uns eine gute Idee. Bei der Planung begingen wir aber einen entscheidenden Fehler. Wir entschlossen uns bis Punt Muragl Staz zu fahren. Wie sich zeigte waren die guten Stellen aber näher bei Pontresina. Bei Punt Muragl Staz gab es nur eine offene Stelle, dort waren die Masten jedoch sehr eng. David und ich entschlossen uns deshalb weiter zu gehen. Ziel war eine Stelle an der wir im Winter die Dampfschneeschleuder erlegt hatten. Da der Zug jeden Moment kommen sollte blieb keine Zeit mehr zum trödeln. Schliesslich fand ich vor dem Zug aus dem Stazer Wald hinaus. Die Stelle war machbar, überzeugte mich aber nicht restlos. Da es zur Stelle vom Winter nur noch vier Mastabstände waren, rannte ich weiter. Dabei kam es, wie es kommen musste. Ca. zwei Mastabstände vor der Stelle kam der Zug. Da David weniger schnell gelaufen war, gab es für ihn nur noch die Stelle am Waldrand. So gelang immerhin einem von beiden noch ein gutes Bild. Wer übrigens genau hinsieht wird sogar meinen Kopf erkennen.
ABe 4/4 I 30 der RhB zwischen Pontresina und Punt Muragl Staz


Ein Wochenende später war die grosse Frage, was wir tun sollten. Wir entschieden uns für die Dampfbahn Furka Bergstrecke. Als wir am Morgen Andermatt erreichten, entdeckten wir die bereits bekannten Pullman Wagen der RhB. Sie waren diesmal als St. Moritz - Zermatt Pullman Express unterwegs. Da wir kurz Zeit hatten, gingen wir zum Bahnhof und fragten nach der Abfahrtszeit. Rund 15 Minuten nach dem Regio nach Realp gab man uns an. Als wir aber aus dem Bahnhof kamen, war der Zug jedoch weg. So oder so führte uns der Weg nun nach Realp. Dort trafen wir wieder auf den Pullmann Express. Seine Reisenden waren mittlerweile auf den Regelzug der DFB umgestiegen. Währenddessen wartet der Pullmanzug auf seine Fahrt durchs Furkaloch nach Oberwald. Bis es jedoch soweit war, musste noch der Autozug durchs Loch.
Ge 4/4 "Tunnellok" der MGB in Realp


Nach dem auch der Autozug aus Oberwald da war, konnte der Pullman Express ausfahren. In der Zwischenzeit hatten wir uns an der Ausfahrt des Bahnhofes aufgestellt. Dort sollte die HGe 4/4 I immerhin ein bisschen Frontlicht bekommen.
HGe 4/4 I der MGB in Realp


Auf dem Bild ebenfalls zu erkennen ist der Rauch der HG 3/4 4, welche die MGB an die DFB ausgeliehen hat. Die Vier zog den Regelzug nach Gletsch. Da sie kurz nach der HGe 4/4 I ausfuhr, kamen wir zu keinem Foto. Aus dem Depot war jedoch der Rauch einer zweiten Lok zu sehen. Wir statteten dem Depot deshalb einen Besuch ab. Auf der Drehscheibe fanden wir die zweite MGB Lok. Die HG 2/3 7 "Breithorn" ist ebenfalls eine Leihgabe an die DFB. Eine Anfrage beim Lokführer ergab, dass man nicht genau wisse, wann die Lok fahren würde. Es handle sich um eine Testfahrt nach Oberwald und man habe keinen eigentlichen Fahrplan, gab man uns als Auskunft. Als Richtzeit legte sich der Lokführer dann auf 11 Uhr fest. Da die Strecke von Realp nach Oberwald zu meist von Ost nach West verläuft war nun die Herausforderung eine geeignete Stelle für den Zug zu finden. Wir fanden sie schliesslich zu Beginn des Zahnstangen Abschnittes. Vom Gegenhang konnte man den Zug sehr gut quer schiessen. Nun musste er nur noch kommen, denn 11 Uhr war längst schon vorbei und von oben sollte auch schon bald der Gegenzug kommen. Es war schliesslich 11:30 Uhr, als der Zug an uns vorbei tuckerte. Etwas erstaunt waren wir über die Komposition, die mit zwei Mitteleinstiegswagen nicht sehr stilecht ausfiel.
HG 2/3 der DFB zwischen Realp und Tiefenbach


Mit dem Zug im Kasten fragten wir uns, wie wir weiter vorgehen sollten. Wir entschlossen in Richtung Furka zu laufen. „Bis zur Station Tiefenbach sollte es eigentlich reichen“, dachten wir uns. Bei Mittagshitze ging es nun also bergauf. Leider war der Wanderweg hoch nach Tiefenbach in einem sehr schlechten Zustand, so mussten wir ihn in den Alpwiesen der Furka immer wieder suchen. Beim erreichen des Steffenbachtobels stellten wir fest, dass das Licht bei der bekannte Brücke in der Achse war. Also ging es weiter. Es folgte ein mühsamer Anstieg, bei dem der Weg nun nur noch selten zu erahnen war. Schliesslich trafen wir wieder auf die Strecke. Ein Blick auf die Uhr verriet uns, dass es nun Zeit war für den Zug nach Realp. Wir entschlossen uns daher für ein Zugsuchbild.
HG 3/4 der DFB zwischen Realp und Tiefenbach


Der graue Strich am Gegenhang ist übrigens die Passstrasse. Womit auch gezeigt wäre, dass Zugverfolgungen mit dem Auto zumindest auf der Ostseite des Passes sinnlos sind. Nach dem Zug ging es weiter in Richtung Tiefenbach. Beim Bahnhof trafen wir einen Streckenwärter, der gerade ein Sandwich verdrückte. Wir hielten Smalltalk und machten uns auf zum eigentlichen Ziel der Reise. Kurz hinter Tiefenbach erreichten wir die Steinstaffelbrücke über die Furkareuss. Hier wollten wir die Züge vom Nachmittag machen. Bis diese jedoch kamen, war es noch über eine Stunde hin. Zeit genug die Füsse in die eiskalte Reuss zu stecken. Angesichts der herrschenden Sommerhitze war das Gletscherwasser eine prima Abkühlung. Nach gelungener Abkühlung standen wir an der Stelle und warteten auf den Zug von unten. Dieser hatte jedoch Verspätung. Als die HG 3/4 4 von der Furka runter fuhr, wurde uns bewusst, dass man die Kreuzung verlegt hatte. Etwas in Eile suchten wir nun eine Stelle für den Talfahrer. Ich entschied mich für einen Querschuss auf die Brücke.
HG 3/4 der DFB zwischen Furka und Tiefenbach


Danach ging es zurück zur ursprünglichen Stelle. Dort wurde der Bergfahrer erlegt. Leider hatten wir etwas Windpech, so dass die Lok in den Schatten ihrer eigenen Rauchfahne fuhr.
HG 3/4 der DFB zwischen Furka und Tiefenbach


Mit diesen beiden Bildern von der Brücke ging es wieder runter ins Tal. Eigentlich hätten wir mit dem Zug runter fahren wollen, doch die Verlegung der Kreuzung machte uns einen Strich durch die Rechnung. So ging es zu Fuss wieder zurück nach Realp. Dort angekommen zeigten wir eine Punktlandung auf den Regio nach Brig. Wir wollten uns anschauen, ob wir vielleicht den Pullmannzug nochmals einholen. Dieser war aber über alle Berge. So ging es von Brig mit dem IC wieder nach Hause.

Am Sonntag den 1. August entschloss ich mich zu meinen Eltern auf den Zeltplatz nach Feldkirch zu fahren. Ein Ritual bei jedem Besuch in Feldkirch ist, zu schauen, ob denn die internationale Rhein-Regulierungs-Bahn fährt. Siehe da, am 1. August hatten die ne Abendfahrt ab dem Steinbruch bei Mäder. Ich wies deshalb meinen Vater an mich mit dem Velo nach Krissern zu führen, wo die Bahn den Rhein quert. An der einzigen Brücke der Bahn (zurück gehts auf einer Strassenbrücke), liess sich der Zug dann auch sehr gut umsetzen.
Bo-g+de der IRR zwischen Steinbruch Mäder und Museum Lustenau