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Generäle und mehr 2010 - Tag 4: Sllatinë - Sllatinë

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Dienstag 1.6.2010: Sllatinë – Sllatinë
(Text: Neel Bechtiger; Fotos: Pascal Zingg, Neel Bechtiger)

Der Tag begann wie schon die beiden anderen. Ich kann mich schemenhaft daran erinnern um zwei, halb 3 und um halb 4 auf die Handyuhr geschaut zu haben ... irgendwie schlafe ich hier unruhig. Das kenne ich gar nicht. Das Wetter war um halb 6 identisch wie schon eine Stunden zuvor. Da wurde ich wach, weil eine SMS vom Jan herein trudelte. Er sagte eine kleine Tour nach Bardh, wegen des Wetters, ab. Um 6 telefonierten wir nochmals und begruben das Bild vom IC von Peja nach Pristina endgültig für diesen Tag.

Frühstück mochte ich nicht. Ich liess es bei einem Kaffe beruhen, was aber auch reicht für meinereiner. Mit dem Auto ging es voll beladen bis vor das Hotel der anderen Gäste. Dort stiessen Jan und Nico zu Pascal und mir. Der Plan war erstmal uns am Bus anzuhängen, Frick wollte heute an der Hani-Piste etwas machen, was nicht schlecht kam. So fuhren wir dem Bus hinterher bis in die Ortsdurchfahrt von Ferizaj um da den zweiten Zug am Tag nach Hani zu erlegen. Stellen gibt’s genug, wir haben sie eigentlich auch alle (sorry, dass ich es erwähnen muss) aber trotzdem kann man da so variieren, ... Ferizaj geht immer! ;). Leider meinte es der Wettergott nicht gut mit uns und schickte uns zu allem Übel noch Regen. Die 007 fuhr mit dem Zug nach Hani i Elezit auf Gleis 3 und nicht wie erwartet auf Gleis 1 ein. Das Beste das es gibt, denn da hats weder einen Bahnsteig noch sonst etwas was das Ein- und Aussteigen erleichtern würde.

Nach dem Zug fuhren wir weiter nach Süden. Hani i Elezit war das Ziel. Als Frank (er war auch mit einem Eigenen Auto da) in Kacanik auf einmal links rein fuhr, folgten wir ihm intuitiv. Der Zug hätte eigentlich längst vorbei sein sollen. Kurz nach der Ankunft ging jeoch der BÜ runter und der Zug kam, nicht im Regen ... aber auch nicht in der Sonne.
Zurück auf der Hauptstrasse war das nächste Ziel klar, der Grenzbahnhof in Hani i Elezit. An den Baustellenampeln kamen wir zwar ganz gut vorbei, vor dem Zug kamen wir jedoch nicht mehr runter. Kurz nach uns fuhr auch der Bus ein und wir verteilten uns in der Einfahrt des mazedonischen Güterzuges. Der kommt jeweils sicher weil die Lok den IC Zug nach Skopje bringen soll ... wobei es da laut Aussagen von Frick auch schon zu längeren Wartezeiten kam. Als Besonderheit war die Skopjer Garnitur schon im Bahnhof drin. Der Zug aus Pristina fuhr mit zwei Schweden, das waren die letzten Nachwirkungen von unserer Lokparade Tags zuvor. Wegen dieser wurde der IC am Abend zwischen Hani i Elezit und Pristina mit einem Y1 geführt. Der Güterzug der Mazedonier kam relativ fix. Er wurde bei der Einfahrt und dem Rangieren von uns „begleitet“. Leider passierte auch dies ohne Sonne, wie wir es uns gewünscht hätten. Die 661 setzte sich dann an die zwei Personenwagen und verliess Hani i Elezit mit etwas Verspätung wieder.

Frick war dann noch am Stellwerk und hat für uns den nächsten Programmpunkt abgeklärt. Seit Mustafa aus privaten Gründen in Albanien weilte, war er was das anbelangt etwas auf sich gestellt. Seine Recherchen ergaben, dass in rund 30min ein Güterzug von Pristina in Hani i Elezit ankommen sollte. Lange genug also, dass wir uns noch mit Essen und Getränken eindecken konnten. Anschliessend fuhren wir an eine nette Stelle gleich in Hani i Elezit. Frank machte sich derweil mit einem vollen VW Bus auf nach Albanien, eine abgestellte V200 lockt die Deutschen an! An unserer Stelle war viel die Geduld gefragt, denn der Zug wollte und wollte nicht kommen. Auf der Suche nach dem idealen Punkt kamen Nico und ich auf die Idee einen Rohbau zu besteigen. Es war wirklich Betrieb auf der Baustelle. Doch der Vorarbeiter hatte überhaupt kein Problem mit uns. Er führte uns sogar noch aufs Dach. In der folgenden Unterhaltung kam raus, dass er im Fribourgischen mal als Hilfsarbeiter gearbeitet hatte und nun in den Kosovo zurückgekehrt ist. Oben angekommen, zog uns ein ziemlich kalter Wind um die Ohren. Der Blick entschädigte die ungemütliche Lage jedoch vollends. Die Bauarbeiter liessen uns gewähren und beachteten uns nach einer weile gar nicht mehr. Die hatten uns wohl als verrückt erklärt. Wer kann es ihnen verübeln?

Nach gefühlten zwei Stunden war der Zug noch immer nicht da. Dafür kämpfte sich die Sonne durch die Wolken. Wie sich zeigte, passte das Licht mittlerweile nicht mehr. Unerwartet fuhr uns dann auch noch der Regio nach Fushë Kosovë in den Rücken. Hmmm ... den hätten wir doch eigentlich in der Kacanik Schlucht machen wollen. So war auch klar, dass der Güterzug eine Weile nicht kommt. Wir verliessen das Gebäude. Pünktlich, denn auch alle unten wartenden strömten zum Bus und wollten los. Frick kannte eine Stelle zwischen Kacanik und Hani i Elezit, welche angefahren wurde. Lange mussten wir da nicht warten und Lok 008 kam mit einem riesigen Güterzug. Fix fuhren wir zurück zur Stelle bei der Einfahrt in Hani i Elezit. Durch die Baustellen kamen wir zum Glück ohne Probleme an einem Lkw vorbei. Dank kosovarischem Ampelverhalten versteht sich. Unten klappte das Foto sogar in der Sonne.
Di 3 der HK zwischen Kaçanik und Hani i Elezit
Lok 008 mit einem Güterzug kurz vor Hani i Elezit

Um uns ein Überblick über die Nachmittagsleistungen zu verschaffen, fuhren wir zum Bahnhof. Dort angekommen schauten wir erst einmal dem Treiben zu. Lok 008 setzte gerade auf dem letzten freien Geleise um. Das Bahnhofpersonal genehmigte sich einen Tee oder Kaffee und die Kinder des Ortes begann ihre „Arbeit“. Man machte sich daran die leeren Kesselwagen zu öffnen, um die letzten tropfen Sprit aus den Wagen zu holen und in Kanister zu füllen. Wirklich viel kam nicht raus. So begruben wir bald den Gedanken uns an der Arbeit zu beteiligen. ;) Als sich auch noch Frick zu uns gesellte, gingen wir zum Bahnhof und erfragten die Zugleistungen. Die Abfahrt des Güterzugs sollte nach der Ankunft des Personenzuges sein. Wir verschoben uns deshalb zur Ortsdurchfahrt von Kacanik, wo wir den Personenzug aus Fushë Kosovë ablichten wollten. Erst schauten wir uns noch eine Stelle bei Stragove an. Nach der Fahrt über eine fiese Strasse befanden wir die Stelle als nett, jedoch nicht für kurze Personenzüge. Im Ort warteten wir im Auto und machten ein kleines Nickerchen. Plötzlich schreckte Jan auf und meinte: „Der Zug kommt!“ Hatten wir alle geschlafen? So oder so rannten wir hoch auf die Mauer und schossen Lok 007 mit dem Zug bei Keinlicht.

Als wir von der Mauer stiegen dachte Pascal noch so etwas wie eine Nohab aus Richtung Bahnhof gehört zu haben. Das konnte jedoch nicht sein, denn die Blockabstände sind ja nicht so klein. Zurück in Stragove fuhren wir zum Bahnhof für den Güterzug mit der 008. Dort standen aber unsere Jungs und meinten, der Güterzug sei gerade durch. Aaah Mist, Kreuzung in Kacanik und wir haben es gar nicht mitgekriegt – Da hatte Pascal eben doch etwas gehört. Eiligst fuhren wir nach Gurëz weiter. Dort war Lok 008 gerade am rangieren. Gerade so gelang ein Bild von der Lok, ehe sie sich zum finalen Umsetzen zur Bahnhofsausfahrt begab. Aber irgendwie kam die nicht zurück vom Umsetzen. Da wurde uns klar, dass die Lok ein zweites Mal nach Hani i Elezit runter musste. Da wir schon hier waren, blieben wir gleich in Gurëz. Wir wir an der Einfahrt warteten, gesellte sich auch der Bus zu uns. Schlussendlich standen wir zu viert auf einem kleinen Stromkasten. Ein Bild für die Götter. Die Einfahrt ging gerade so im Licht ab, was man durchaus als Glück bezeichnen kann, angesichts der Grosswetterlage um diese Zeit.
Di 3 der HK zwischen Gurëz und Kaçanik i vj.
Lok 008 fährt mit ihrem Zug in Gurëz ein.

Beim Rangieren im Bahnhof standen wir fast immer in der Sonne und so gelangen ein paar wirklich nette Bilder von Lok 008.
Di 3 der HK in Gurëz



Di 3 der HK in Gurëz
Das Rangieren in Gurëz wird zum Generationentreffen verschiedener Fahrzeuge.

Das nächstes Ziel war Bablac, welches wir über die verstopften Strassen zeitig erreichten. Der Zug war noch nicht da und bald sahen wir schon die Wagen über die Felder ziehen. Die Sonne war auch hier nicht ansatzweise vorhanden. Der Zug kam und wir fuhren noch kurz zum Bahnhof. Da die Chance auf Sonne jedoch gleich Null war, wendeten wir und fuhren nach Lipjan. Wo es ein letztes Bild vom Zug geben sollte. Im Ort war der Zug noch nicht, der BÜ war auf und durch war er nicht. Auf dem Weg zur Stelle sah ich aus dem Augenwinkel aber das Auto der Ösis durchfahren. Ab diesem Moment war klar, es gab ein Sonnenbild vom Zug, jedoch 3 Minuten vor unserer Ankunft.

„Janu“, wenn es nicht sein soll, dann soll es nicht sein. Als letzten Programmpunkt wollten wir noch den IC in Fushë Kosovë machen. Ein ziemlich grosses Sonnenloch vor einer dunklen Wolkenwand welche genau über dem BW von Fushë Kosovë stand trieb uns noch einmal kurz ins BW rein. Lok 008 war schon da auch und auch die FS Triebwagen standen bestens im Licht!

ALn 668 der HK in Fushë Kosovë


Di 3 der HK in Fushë Kosovë
Winmalige Stimmung im BW von Fushë Kosovë.

Im Bahnhof von Fushë Kosovë stellten wir uns für den IC. Da der IC sowieso bald kommen sollte, warteten wir am Bahnhof. Unsere Hoffnung auf Sonne war jedoch klein. Kurz vor der Planzeit stiegen wir auf den östlichsten Lichtmast und warteten. Die Stelle war nicht so Nico tauglich. Der gute leidet an Höhenangst. Als dann die oberste Sprosse bei der zweiten Leiter noch etwas wackelte, schoss bei ihm der Puls wohl gleich auf 190. Wir standen auf dem Masten und der IC fuhr rein. Für die Ausfahrt liess er sich Zeit. Da wir mittlerweile in der Sonne standen, war dies ziemlich nervig. Zu unserer Zufriedenheit klappte es dann aber doch noch mit der Ausfahrt im Licht.
Di 3 der HK in Fushë Kosovë
Der IC nach Pristina in einer schönen Abendstimmung

Die IC Leerfahrt aus Pristina ging ohne Sonne ab, wobei gar nicht viel gefehlt hätte. Zum Schluss des Tages ging es in den Garden. Anschliessend fuhren dann die beiden zum Hotel. Dort angekommen nutzten wir ihr Internet um uns über das Wetter auf zu datieren. Da der Bericht für Albanien eher unsicher war, verwarfen wir unsere Option Tags darauf nach Albanien zu fahren.


Tag 5: Sllatinë - Durrës
Tag 3: Sllatinë - Sllatinë