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Generäle und mehr 2010 - Tag 7: Sllatinë - Sllatinë

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Freitag 4.6.2010: Sllatinë – Sllatinë
(Text: Pascal Zingg; Fotos: Pascal Zingg, Neel Bechtiger)

Wie bereits vor unserem Albanien-Abstecher, hatten wir mit Jan und Nico abgemacht, dass wir an diesem Morgen nach dem Wetter für den Morgenzug gucken. Im Gegensatz zu den anderen Tagen, bestand an diesem Tag endlich die Chance auf Licht. Das Wetter war zwar nicht 100 Prozent gut, die Sonne wurde jedoch nur von etwas Hochnebel verdeckt. Wir holten deshalb Jan und Nico beim Igmaz ab und fuhren auf die Dreans-Piste. Dort hatte es bereits an einigen Stellen Licht. So bekamen wir den Zug kurz hinter Dritan, als er aus dem Nebel auftauchte.
Di 3 der HK zwischen Bardh und Mjekaj
005 taucht mir ihrem Regio aus Pejë aus dem Nebel auf.

Nachdem der Zug durch war, heizten wir runter in Richtung Bardh. Der Zug kam jedoch nirgens mehr richtig im Licht. Einzig kurz hinter dem Bahnhof von Bardh konnten wir den Zug nochmals im Halblicht machen.
Di 3 der HK zwischen Fushë Kosovë und Bardh
Auch kurz hinter Dritan drückte die Sonne durch den Nebel.

Am Zug war übrigens die 005, diese hatte am Abend zuvor in Pejë einen Golf erlegt. Sichtbare Schäden hatte sie jedoch keine. Trotzdem wurde sie in Fushë Kosovë durch die 008 ersetzt. Nach dem ersten erfolgreichen Programmpunkt, stellte sich nun die Frage, was wir tun sollten. Jan und Nico meinten, man könnte versuchen den IC nach Skopje noch zu erwischen. So fuhren wir in Richtung Hani i Elezit. Bis Kacanik waren wir am Zug vorbei. Nun fuhren wir zu einer Stelle in der Schlucht unterhalb von Kacanik. Kurz vor der Stelle konnten wir dabei die Methoden der lokalen Polizei beobachten. In der Kolonne vor uns schlich ein Polizeiauto so langsam, bis jemand überholte. Dieser „Raser“ wurde dann sogleich zur Rechenschaft gezogen. Wir wunderten uns zwar über diese Methoden, hatten aber keine Zeit um über die Polizei zu sinnieren. Denn kaum an der Stelle kam auch schon der IC mit der 007.
Di 3 der HK zwischen Kaçanik und Hani i Elezit
Der IC nach Skopje tief unten in der Kaçanik-Schlucht.

Mit diesem Bild im Kasten war der nächste Programmpunkt der Bahnhof in Hani i Elezit. Dort schauten wir dem Mazedonier zu, wie er im Gegenlicht in den Bahnhof einfuhr. Anschliessend stellten wir uns an die Stelle in der Ausfahrt des Bahnhofs, wo wir de IC mit 661 machen konnten. Als wir auf den Zug warteten, kam dabei der Wachmann des ansässigen Zementwerks. Da ich beim letzten Hani i Elezit Besuch an gleicher Stelle stand, erkannt er mich wieder. Er hielt einen kurzen Smalltalk mit uns und verschwand dann wieder. Wir hatten nun die Stelle für uns und erlegten den Zug.
JZ 661 der MŽ in Hani i Elezit
Nachdem der Zug mit einer mazedonischen 661 bespann wurde, gings über die Grenze.t

Weiter ging es mit dem ersten Güter aus Miradi. Wir fuhren deshalb nach Kacanik und fragten im Bahnhof wann er wohl kommen würde. Man kündigte uns den Zug für 10:30 an. Aus Fushë kam unterdessen die Meldung, dass die 005 den Minenzug fahren würde. Wenig später hiess es, dass sie Kohle, von Obiliq nach Drenas bringen würde. Schliesslich hiess es, dass die 005 nun einen Güterzug Miradi – Drenas fährt. Uns war dies vorerst egal, wir wollten den Güter nach Hani i Elezit. Für diesen prognostizierten wir die G1700. Wir fuhren nochmals in die Schlucht, fanden jedoch keine Stelle. Es gab deshalb nur eine Stelle für uns, die Einfahrt in Hani i Elezit. Ich postierte wie mich, wie einige Tage zuvor auf einem Heuhaufen, wurde jedoch vom Bauer vertrieben. Er hätte den Haufen schon dreimal zusammengeflickt meinte er. Ich entschuldigte mich deshalb und verliess den Haufen. Stattdessen musste der nahegelegene Baum herhalten. Die Stelle war somit gefunden und das Licht taugte ebenfalls. Nun musste nur noch der Zug kommen. Nach rund 45 Minuten warten kamen die ersten Wolken und gleich dahinter der Zug.
G1700-2 BB der HK in Hani i Elezit
Die G1700 mit ihrem Zug nach Hani i Elezit. Leider nur noch im Halblicht.

Etwas enttäuscht fuhren wir hoch nach Alt-Kacanik, wo wir den hochfahrenden Güter bei einer Tunnelausfahrt machen wollten. Leider hatte es nun aber so stark aufgequollen, dass wir kein Licht mehr an der Stelle hatten. Also hoch nach Fushë Kosovë, dort war laut Frick noch schönes Wetter. Als wir ankamen, war der Himmel jedoch auch dort bedeckt. Wir fuhren in Richtung BW und sahen die 005 auf einem komischen Gleis. Als Frick wenig später kam, meinte er dass die 005 gerade mit Müh und Not den Güterzug aus Miradi raus zog. Leider laufen bei der 005 und der 007 zu wenige Motoren, damit diese stark genug für einen Güterzug wären. Wie es aussah wollte man die 008 wieder aus dem Pejë-Zug nehmen. Damit man dafür Zeit hatte stand ein Y1 als Ersatz für den Zug nach Pristinë bereit. Dieser wurde jedoch nicht eingesetzt und ungebraucht wieder ins Depot gefahren. Statt der 008 wurde schliesslich die 007 mit der 005 getauscht. Denn die 007 war abermals kaputt. Wir sassen unterdessen bei der Einfahrt und knipsten die 008 und die 007 neben der 005. Neben den beiden Personenzügen kam dabei auch Kennedy 004 an uns vorbei. Sie fuhr den Erzzug, den die 005 gebracht hatte nach Drenas. All dies vermochte uns jedoch wenig zu begeistern, denn wir hatten kein Licht. Es blieb uns daher genug Zeit zum Bahnhof zu fahren und da etwas zu essen. Während dem Essen kam Mustafa, er meinte, dass die 009 gerade einen weiteren Golf geschossen hätte. In aller Eile bestieg er sein Auto und fuhr nach Lipjan, wo der Unfall passierte. Nil und ich statteten währenddessen Zyrafete Berdynaj einen Besuch ab. Sie hatte uns letztes Jahr eine Genehmigung ausgestellt und wir wollten sie deshalb nochmals besuchen.

Nach etwas Smalltalk ging es für uns weiter in Richtung Obiliq, dort sollte der Kohlezug rauskommen. Wir fuhren zum Bahnhof und erfuhren, dass dies nicht vor 18:00 der Fall sein sollte. Ok, dann hoch nach Drenas, um zu sehen, was dort läuft. Oben angekommen stellten wir fest, dass gerade zwei Kennedies am entladen waren. Bis zum Personenzug sollte jedoch nichts laufen. Da es nun doch wieder einige blaue Löcher hatte, entschieden wir uns nach Bardh zu fahren und den Zug zu verfolgen, so dass wir ihn irgendwo im Licht bekamen. Bei der Fahrt nach Bardh sah es jedoch düster aus mit Licht. Ich entschied mich deshalb den Zug in Dritan zu machen. Nil setzte mich dann auch in Dritan ab. Er stellte sich unterdessen mit Jan und Nico noch ein paar Meter weiter in Richtung Drenas auf. Kaum aus dem Auto gehobbst, wurde ich schon angemotzt, ich solle nicht im Bild stehen. Armand und Xilo von der Reisegruppe wollten den Zug auch im Bahnhof von Dritan machen. "Keine Sorge Jungs, ich komme auch hoch! Noch ist der Zug ja nicht da!" Es war dann auch kein Problem vor dem Zug an der Stelle zu sein. Bei der Einfahrt des Zuges zeigte sich, dass ich die richtige Wahl getroffen hatte. Kaum ploppte der Zug auf, kam auch die Sonne. Es war der einzige Moment, wo dieser Zug zwischen Bardh und Drenas im Licht kam.
Di 3 der HK in Dritan
Das Glücksbild des Tages unmittelbar vor dem Zug ploppte die Sonne auf.

Zufrieden mit dem Bild wartete ich auf die andern. Diese waren unterdessen bis Drenas gefahren, bekamen den Zug jedoch nicht im Licht. Dafür beobachteten sie, dass bald eine GM runter kommen sollte. Wir entschieden uns deshalb gegen die Fahrt nach Obiliq, wo es nun Zeit für die Kohle war. Nach kurzem warten kam der Zug dann auch. Er war mit der 002 und der 004 gesandwicht. Leider kam er jedoch nicht im Licht. Da man den Zug nun nachschiessen konnte, wollte ihn Nil verfolgen. Der Wolkenschaden war jedoch bis nach Bardh auszumachen. Unten angekommen, zeigte sich auf der Ebene in Richtung Lipjan ein grosses Sonnenloch. Dieses wollten wir für den IC nutzen. Wir stellten uns deshalb an die Ausfahrt in Lipjan. Dort kam der Zug 20 Minuten zu spät. Da man ihn aber im schönsten Abendlicht erlegen konnte, störte uns dies wenig.
Di 3 der HK zwischen Lipjan und Miradi
Der IC aus Mazedonien verlässt Lipjan.

Gerne hätte wir an selbiger Stelle auch noch einen Y1 gemacht, das Licht war jedoch vorher weg. Es blieb nur noch Zeit für Kunst, was Nil dann auch machte. Der Abschluss des Tages war wie so oft das Nachtessen im Garden. Dort sagte uns die Reisegruppe, dass kein Zug mehr aus dem Werk in Obiliq kam. Dies war für uns eine weitere Bestätigung, dass wir an diesem Abend alles richtig gemacht hatten.


Tag 8: Sllatinë - Podgorica
Tag 6: Durrës - Sllatinë