bahnbilder.ch

Kurztrip zur Ferrovia Nord Milano

Von

Am 6. Februar 2006 machte ich mit David einen Ausflug zur Ferrovia Nord Milano FNM, um den dortigen Planbetrieb zu fotografieren. Als ich im September 2007 das mit Christof das letzte Mal auf der FNM war, gingen mir nämlich die Züge mit den E 640 (ex SZ 342) durch die Lappen. Damals sah, es so aus, als würden die Loks die RE von Milano nach Varese und Laveno bespannen. David und ich hatten uns deshalb eine kleine Rundreise ausgedacht. Der Plan sah vor am Morgen mit dem Cisalpino nach Como S. Giovanni zu fahren, dort zum Bahnhof Como Lago zu laufen und dann mit der FNM via Saronno und Varese nach Laveno zu fahren. In Laveno wollten wir dann wieder auf die FS wechseln, die uns nach Luino bringen sollte, von wo es via Bellinzona wieder nach Hause zurück gehen sollte.

So startete ich also morgens früh in Freienbach, um mir in Goldau die erste Gretchen Frage zu stellen: Kommt der CIS pünktlich? Ok, die Frage war rhetorisch, klar kam er nicht pünktlich, oder besser gesagt der Ersatzzug kam unpünktlich. Zu den 15 Minuten, die wir bis Chiasso gefasst hatten, kamen schliesslich noch weitere 15 Minuten für den Lokwechsel in Chiasso hinzu. Dies störte uns aber nicht so gross, da wir in Como sowieso fast eine Stunde Zeit hatten. Endlich in Como S. Giovanni angekommen, suchten wir uns den Weg zum Bahnhof Como Nord Lago (das Nord bezieht sich hierbei auf die FNM). Kaum hatten wir den Bahnhof gefunden, gingen die Schranken runter, ich wollte gerade meine Kamera rauskramen, da schleppe bereits eine E 610 einen EB-750-Dosto-Pendel aus dem Bahnhof. Das war insofern doof, als man die E 610 eher selten im Einsatz sieht.
Wir kauften uns dann ein Ticket und setzten uns in den Zug nach Saronno. Es war ein EB-740-Pendel, bei welchem wir uns in den alten SBB Wagen setzten. Auf der Strecke nach Saronno hielten wir flüchtig Ausschau nach Stellen, konnten aber nichts Hammermässiges erkennen. In Saronno angekommen, hatten wir gleich Anschluss, da es nun Mittag war, war dieser Zug recht voll. Wir fanden aber noch einen Platz am Fenster, von welchem wir Ausschau nach Stellen hielten. Das erste Brauchbare was uns ins Auge fiel, war dabei die Stelle bei Cislago, da stand ich allerdings schon mal mit Christof und den Oberhammer fand ich die Stelle damals nicht, also fuhren wir noch ne Runde weiter. In Venegono Superiore wurde uns dann aber bewusst, dass es wohl keine besseren Stellen mehr geben würde als die in Cislago, und da gerade ein Gegenzug kam, fuhren wir mit diesem zurück an die Stelle in Cislago. An der Stelle angekommen, konnten wir dann auch gleich unser erstes Bild, von einem Regio nach Laveno machen:
EB 800 (Steuerwagen) der FNM zwischen Mozzate und Cislago


Gleich hinter dem Zug sollte ein RE folgen, also wechselten wir die Seite um den Zug von vorne zu machen. Zu meiner Enttäuschung war es aber ein EB-740-Pendel und kein Zug, der mit einer E 640 bespannt war. Da eh nur 740-Pendel fuhren, entschlossen wir uns dann mit dem nächsten Zug wieder weiter zu fahren. Da wir, wie angenommen, keine Stelle mehr fanden, fuhren wir bis Varese Nord (auch hier bezieht sich das Nord auf die FNM) durch. In Varese versuchten wir Bahnhofsaufnahmen zu machen, fanden aber nichts wirklich Prickelndes. Einzig unser EB-740-Pendel, der sich gerade für die Rückfahrt nach Milano Cadorna bereit machte, gab einigermassen was her:
EB 740 der FNM in Varese Nord


Da Varese wie angesprochen auch nicht der Hammer war, fuhren wir mit dem nächsten Zug weiter in Richtung Laveno-Mombello. Für einmal hatten wir dabei keinen EB-740-Pendel, sondern einen EB-750-Dosto-Pendel. Auf dem Weg nach Laveno taten wir uns wieder schwer Stellen zu finden. In Cocquio-Trevisago meinte David, dass es dort etwas geben könnte, irgendwie waren wir aber zu träge um auszusteigen, und fanden wir würden noch weiter Ausschau halten. Bis Laveno-Mombello fanden wir jedoch nichts mehr, so dass wir dort nochmals den Gegenzug nahmen, und zurück nach Cocquio-Trevisago fuhren. Dort standen wir schliesslich noch 1,5 Stunden. Es kam dabei ein EB-750-Pendel aus Varese:
EB 750 der FNM zwischen Cocquio-Trevisago und Gavirate


Ein EB-750-Dosto-Pendel nach Varese:
EB 750 der FNM zwischen Cocquio-Trevisago und Gavirate


Sowie ein EB-750-Pendel wieder aus Varese:
EB 740 der FNM zwischen Cocquio-Trevisago und Gavirate


Wie auf dem Bild unschwer zu erkennen ist, war es das dann auch mit der Sonne. Wir nahmen deshalb den nächsten Zug nach Laveno-Mombello. Der dortige FNM Bahnhof ist übrigens sehr idyllisch gelegen. Die Züge fahren bis ca. 20 Meter an den Lago Maggiore heran. Dass die Prellböcke noch mit Palmen geschmückt sind, trägt das ihrige dazu bei, dass ein bisschen Ferienstimmung aufkommt. Vom FNM Bahnhof, waren es dann etwa zehn Minuten Fussweg zum FS Bahnhof, kurz bevor wir diesen erreichten, fuhr gerade ein Regio aus. Dieser hatte etwa 20 Minuten Verspätung, was erklärt, dass wir überrascht waren, dass der gerade ausfuhr. Im Bahnhof drin stand ein Güterzug mit einer schwarzen MRCE 484, welche an Crossrail vermietet ist. Da das Ausfahrsignal jedoch sehr weit vorne war, kam man nicht dorthin, und die Lok wäre auch nicht ausreichend ausgeleuchtet gewesen. Als der Regio aus Luino kam, fuhr der Güter dann aus. Etwas später kam auch noch ein Güterzug mit Re 484 von SBB Cargo durch den Bahnhof Laveno-Mombello. Rund 15 Minuten vor der Abfahrt unseres Regios tauchte dann ein Triebwagen aus dem dunkel auf. Wir schauten uns verdutzt an, und fragten uns, ob das denn schon unserer sei. Der Bahnhofsvorstand konnte uns dies jedoch nicht bestätigen. So wie es aussah, war es ein Dienstzug, da der Zug aber in Laveno-Mombello vom Planzug überholt wurde, stiegen schliesslich alle Fahrgäste auf den Planzug um. Der Zug wurde übrigens mit einem ALn 663 geführt, und da er gleich vor dem Empfangsgebäude hielt, stand er auch gut im Licht der Bahnhofslampen, so dass es sich lohnte das Stativ auszupacken und ein Nachtfoto zu machen:
ALn 663 der FS in Laveno-Mombello


Nachdem der ALn im Kasten war, kam dann auch schon unser Regio nach Luino. Dort gings auf die S-Bahn nach Bellinzona. Zum Schluss stellte sich noch eine Frage: Sollte eine Minute Anschluss in Bellinzona reichen den CIS nach Arth-Goldau und Zürich zu kriegen? Die Frage war wieder rhetorisch: Klar reichte es! Denn diesmal fuhr der CIS zwar, er hatte jedoch die obligate Verspätung von 15 Minuten.