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Die Eisenbahn des Dschingis Khan - Tag 10: Nalaich - Ulan Bator

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Dienstag 10.5.2011 Nalaich – Ulan Bator
(Text: Pascal Zingg; Fotos: Pascal Zingg, Christof Hofbauer, Nil Bechtiger)

Der letzte Tag in der Mongolei war dem Ort Chonchor gewidmet. Wir verliessen Nalaich um 7 Uhr und schossen den Regio aus Sainshand vor und nach Chonchor.
2M62M der UBTZ in Chonchor


2M62M-005 der UBTZ in Chonchor


2M62M der UBTZ zwischen Chonchor und Bumbat
Der Regio aus Sainshand unmittelbar vor und nach dem Bahnhof von Chonchor.

Dann stellten wir uns für den Nachtzug aus Zamyn Üüd. Wir entdeckten jedoch erst noch einen Güterzug aus Ulan Bator. Flink verschoben wir uns für diesen Zug mit 2TE116UM.
2TE116UM der UBTZ zwischen Chonchor und Bumbat
Eine 2TE116UM strebt Süden entgegen.

Als wir danach Stellen für den Nachtzug testeten, wurde die lokale Bevölkerung auf uns aufmerksam. Aus einer Palisade, die um eine Jurte gebaut war, kam eine ältere Frau. Mit Händen und Füssen gab sie zu verstehen, dass sie auch mal fotografieren wolle. Ich gab ihr meine Kamera und sie meinte wir sollen uns alle für ein Gruppenfoto aufstellen. Dies taten wir dann auch und die Dame drückte mit Freude ab. Es ist schon witzig, bei uns weigern sich alte Leute meist die neue Technik auszuprobieren, hier ist man neugierig und will unbedingt auch mal. Als der Fototermin hinter uns war, verschoben wir uns wieder. Der Nachtzug kam von weiter oben viel besser.
2Zagal der UBTZ zwischen Chonchor und Tuul
2Zagal mit Nachtzug aus Zamyn Üüd unmittelbar hinter Chonchor.

Nach dem Zug ging es zum Standardmotiv, der Chonchor-Kurve. Diese ist sehr praktisch, weil sie 270° dreht, kann man Züge in beide Richtungen erlegen. Erstes „Opfer“ war der Schnellzug aus Hoh Hot. Es folgte der Regio nach Sainshand, hinter ihm ein Güter mit 2TE116UM, der in Bumbat eine weitere 2TE116UM mit Güterzug kreuzte.
2M62MM der UBTZ zwischen Chonchor und Bumbat
Viel Verkehr in der Chonchor-Kurve. Wir beginnen mit dem Schnellzug aus Hoh Hot.

2TE116UM der UBTZ zwischen Chonchor und Bumbat


2TE116UM der UBTZ zwischen Chonchor und Bumbat
Weiter geht es mit dem Regio nach Sainshand.

2TE116UM der UBTZ zwischen Chonchor und Bumbat


2TE116UM-010 der UBTZ in Chonchor


2TE116UM der UBTZ zwischen Chonchor und Bumbat
Hinter dem Regio folgen zwei Güterzüge mit 2TE116UM.

Währenddem wir mit dem regen Zugverkehr beschäftigt waren, trieben Nomu und Segi das Spiel mit der Münze auf der Schiene. Da sie keine Münze hatten (Tugrik gibt’s nur in Noten), nahmen sie ein Messer. Wir nutzten indes eine Zugpause zum Gruppenbild.
Chonchor
Das Gruppenbild der Tour (v.l. Chris, Nomu, Pascal, Segi, Nil)

Anschliessend wurde der Hügel hinter der Kurve bestiegen. Kaum oben kam eine 2TE116UM aus Süden.
2TE116UM der UBTZ zwischen Chonchor und Bumbat
Eine weitere 2TE116UM mit Güterzug.

Obwohl die Stelle auch für Nordfahrer ging, sahen Südfahrer besser aus. Wir warteten deshalb. Wieder einmal war jedoch die mittägliche Zugpause angesagt. So blieb uns nur der Blick an den Himmel, dort hatte es mittlerweile aufgequollen. Eine Wolke nach der andere zog vorbei, bis zu der einen, die sich breit machte und nie mehr verschwand. Nach zwei Stunden tauchte am Horizont eine 2Zagal auf. Ich rannte runter, weil ich die Lok mal noch von nahem wollte. Zu allem Überdruss hing hinter der 2Zagal auch noch ein Russe. Die geilste Bespannung der Tour kam eine Stunde nach der tödlichen Wolke: Scheisse!
2Zagal der UBTZ zwischen Chonchor und Bumbat
Die wahrscheinlich schönste Bespannung der Tour mit einer 2Zagal und einer 2TE116 kam leider nicht in der Sonne.

Gefrustet sassen wir in den Bus und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Zugmässig war dies eine weitere 2Zagal (danke wieder ne geile Lok bei scheiss Licht) und eine Doppeltrommel mit Güterzug. Wettermässig zogs ganz zu und begann zu regnen. Wir brachen die Übung deshalb ab und fuhren nach Ulan Bator. Dort angekommen bedankten wir uns bei unserem Team und gaben Segi und Nomu je 100 Dollar Trinkgeld. Beide bedankten sich mit einem kühlen Nicken. Dies brachte uns auf die Frage ob 100$ Trinkgeld normal sind, oder ob Mongolen einfach keine Gefühle zeigen. Da es in Ulan Bator nochmals aufriss, ging es nach dem Einchecken ins Hotel nochmals zum Bahnhof, wo eine 2TE116UM und eine Tamara beim verschieben festgehalten wurden.
TEM2 "Tamara" der UBTZ in Ulan Bator
Eine Tamara entflieht der schwarzen Wolkenwand.

Zum Ausklang des Tages ging es noch ins Brauhaus. Vom Brauhaus ging es mit dem Taxi wieder ins Hotel, wobei der Fahrer den Weg wieder nicht kannte. Da ich beim letzten Mal vom Mongolian BBQ zum Hotel lief, konnte ich den Fahrer lotsen. Laufen war diesmal keine Option, erstens war es kalt und zweitens begann es schneien. So sass ich vorne und lotste den Fahrer, dabei viel mit auf, dass bei jedem Bremsen etwas im Fussraum hebelte. Ich musste feststellen, dass unser Taxi ein Fahrschulauto war. Im Hotel angekommen, meinte Chris dann schnippisch, man trifft sich um 9 Uhr zum Frühstück. Er brachte damit sein Unbehagen zum Ausdruck, dass wir schon um 5 Uhr zum Flughafen mussten.

Tag 11 und 12: Ulan Bator - Freienbach
Tag 9: Tschuluut – Nalaich