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Marokko 2011 - Wüste und schöne Züge - Tag 6: Nador - Nador

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Freitag 7.10.2011 Nador – Nador
Obwohl im Hotel das Frühstück offiziell ab 7 Uhr gab, mussten wir rund 15 Minuten warten, ehe wir endlich bedient wurden. Es gab zwei Stück Brot, eine Konfitüre, ein Glas O-Saft und Kaffee. Alles sehr mager, wie wir fanden. Mit halbvollem Magen ging es raus auf die Strecke, wo wir uns bei Douiria für den Nachtzug aus Casablanca aufstellten. Zu unserer Verwunderung war der Zug aber nicht mit einem Franzosen als viel mehr mit einer GM (DH) bespannt.
DH 350/370 (EMD GT26CW-2) der ONCF zwischen Selouane und Hassi Berkane


DH 350/370 (EMD GT26CW-2) der ONCF zwischen Selouane und Hassi Berkane
Der Nachtzug nach Nador. Im Gegensatz zum Tagzug wird dieser Zug mit einer GM geführt.

Anders sollte dies beim Zug nach Fès aussehen. Für ihn stellten wir uns unmittelbar hinter dem See auf. Er kam zu unserer Freude mit einem Wüstenfranzosen.
DF 106 der ONCF zwischen Melga el Ouidane und Oulad Rahou


DF 106 der ONCF zwischen Melga el Ouidane und Oulad Rahou
Der Tagzug nach Fès, diesmal mit einem Wüstenfranzosen.

Nach dem der Zug im Kasten war, fuhren wir zum Bahnhof Melga el Ouidane um nach Güterzügen zu fragen. Der hiesige Chef de Gare meinte, wir sollten uns zuerst vorstellen. Anschliessend erklärte er, dass immer wieder Menschen auf den Güterzüge nach Norden geschmuggelt werden, dies weil sich nur 20 Kilometer nördlich von Nador die spanische Enklave Melilla befindet. Nach dem wir dem Chef erzählt hatten, dass wir von den Schweizer Eisenbahnen seien, erklärte er, dass am Mittag ein Güterzug nach Norden fahren sollte. Nach dem Stopp am Bahnhof fuhren wir noch einmal nach Taourirt, um hier den Wüstenfranzosen erneut zu erlegen.
DF 106 der ONCF zwischen Taourirt und El-Agreb


DF 106 der ONCF zwischen Taourirt und El-Agreb
Nochmals der Zug nach Fès, diesmal hinter Taourirt.

Danach ging es zurück auf die Nadorpiste. Es wartet der Nachmittagszug aus Norden. Wir schossen diesen kurz vor Melga el Ouidane und fuhren dann zum eben diesem Bahnhof, wo der Personenzug einen Güterzug kreuzte.
DF 115 der ONCF zwischen Melga el Ouidane und Oulad Rahou
Der Personenzug nach Taourirt kurz vor Melga el Ouidane

DH 350/370 (EMD GT26CW-2) der ONCF zwischen Melga el Ouidane und Oulad Rahou


DH 350/370 (EMD GT26CW-2) der ONCF zwischen Melga el Ouidane und Oulad Rahou
In Melga el Ouidane kreuzte der Personenzug einen Güterzug, den wir an der Bahnhofsausfahrt, sowie auf dem Weg nach Hassi Berkane.

Als nächsten Punkt hatten wir nun einen Güterzug nach Süden im Visier, der in Hassi Berkane kreuzen sollte. Da der Zug nicht kreuzte, gingen wir davon aus, dass er vielleicht im nächsten Bahnhof kreuzen würde. Wir wollten dies gerne beim Chef de Gare de Hassi Berkane evaluieren, doch war dieser nicht auffindbar. Als es Zeit für den P-Zug war, verschoben wir uns schliesslich wieder in Richtung Taourirt.
DF 115 der ONCF zwischen Melga el Ouidane und Oulad Rahou


DF 115 der ONCF zwischen Melga el Ouidane und Oulad Rahou
Der Personenzug nach Nador kurz hinter Melga el Ouidane.

Nach dem Bild kehrten wir zum Bahnhof von Hassi Berkane zurück. Nun war der Bahnhofsvorstand anwesend. Die Frage, wann denn der Güterzug kommen würde, konnte er allerdings nicht beantworten. Er wisse nur, dass er zu spät sei, meinte der Chef. Wir entschlossen uns einfach mal zu warten. Wir setzten uns in den Schatten des neu gebauten Bahnhofgebäudes und beäugten dieses. Das Ding war ziemlich modern. Es hatte eine schöne Schalterhalle. Diese schien jedoch seit der Eröffnung vor zwei Jahren abgeschlossen zu sein. Auf dem Boden lagen auf jeden Fall ziemlich viel Dreck und tote Käfer rum. Die Infrastruktur wies vier Gleise auf, wobei wir uns fragten, ob man die Geleise 3 und 4 schon jemals gebraucht hat. Wie wir uns den Bahnhof anschauten, schwanden unsere Hoffnungen, dass der Zug noch im Licht kommen würde. Als wir uns gerade auf den Weg machen wollten, tauchte er im allerletzten Licht doch noch am Horizont auf. Wir verschoben uns hinter den Bahnhof und wollten ihn da schiessen. Da der Zug allerdings noch ewig lange im Bahnhof hielt, war das Licht bei seiner Durchfahrt bereits weg. Auf dem Weg nach Hause hielten wir diesmal in einem Marjan, wo wir etwas Kleines assen. Auch hier war das Essen keine Offenbarung. Am besten war Davids Pizza. Er bestellte eine Pizza Hawaii und bekam eine Pizza mit Thunfisch drauf. „Andere Länder, andere Pizzen“, kann ich da nur sagen.


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