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Im Reich der Viertausender

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Das Gornergrat ist eines der spektakulärsten Ausflugsziele der Schweiz. Nicht weniger als 29 Viertausender sind von der Bergstation der 1898 eröffneten Gornergratbahn zu sehen. Mit 3089 Metern über Meer ist dies die höchste Bahnstation Europas, die im freien liegt. All dies waren Argumente für mich, am 17. Februar dort hoch zu fahren. Das Problem für mich war einzig, dass Zermatt und das Gornergrat in der anderen Ecke des Landes liegen. Frühaufstehen war deshalb angesagt. Da ich am Vorabend noch in Kloten an einem Eishockeyspiel war, gelang es mir erstmals in meiner Bahnkarriere mit der letzten S8 (0:55) Heim zu kommen und mit der ersten (5:06) wieder zu gehen. Immerhin war die Reise ins Wallis so lange, dass ich unterwegs noch etwas weiterschlafen konnte.

In Zermatt angekommen gings mit der Gornergratbahn hoch zur Riffelalp. Bereits nach wenigen Metern schob sich bereits das Matterhorn ins Bild. Etwas oberhalb der Station Riffelalp, sollte uns die mächtige Felspyramide ein erstes Motiv bieten. Wie wir zur klassischen Stelle mit dem Matterhorn im Hintergrund kommen sollten, war uns vorerst jedoch unklar. Weil zwei Versuche einer Hangbesteigung im sehr lockeren Tiefschnee scheiterten, fragten wir am Bahnhof, ob man über die Skipiste zur Stelle kommt. Dies sei nicht der Fall, sagte man uns. Ohne es besser zu wissen, entschieden wir uns deshalb auf diese Stelle zu verzichten. Erst später wurde klar, dass die Skipiste zielführend gewesen wäre. Bei der anschliessenden Zugfahrt zum Gornergrat bemerkten wir alledings auch, dass die Schneewälle zwischen den Gleisen sehr hoch waren, weshalb man die Stelle wohl sowieso nicht richtig hätte umsetzen können.

So fuhren wir hoch zum Grat, wo erst einmal die Züge in der Endstation abgelichtet wurden.
Bhe 4/8 II der GGB in Gornergrat


Weiter ging es zur Ausfahrtskurve. Hier konnten wir ein erstes Mal die Fahrzeugvielfallt der GGB bestaunen. Nicht weniger als fünf Triebfahrzeugtypen gab es zu bestaunen. Besonders gefiel uns dabei, dass auch einige ältere Modelle dabei waren, wie zum Beispiel die Bhe 2/4 mit Baujahr 1949. Dieser kurze Triebwagen fuhr uns unter der Endstation beim Gornergrat vor die Linse.
Bhe 2/4 der GGB zwischen Gornergrat und Rotenboden


Nach einem kurzen Stellenwechsle konnte der gleich Triebwagen, sowie zwei andere Fahrzeuge abgelichtet werden. Die Kulisse bot dabei immer das Panorama mit Matterhorn (links, 4478 m ü. M.) und Dent Blanche (rechts, 4357 m ü. M.).
Bhe 4/8 II der GGB in Gornergrat


Bhe 2/4 der GGB zwischen Gornergrat und Rotenboden


Bhe 4/8 der GGB zwischen Gornergrat und Rotenboden


Bhe 4/6 der GGB zwischen Gornergrat und Rotenboden


An dieser Stelle brach plötzlich die Rushhour aus. Ein Zug nach dem anderen erreichte den Grat und brachte Skifahrer an ihr Ziel. Irgendwann gelang es uns allerdings uns vom Geschehen los zu reissen, wir folgten der Strecke und machten eine Stelle mit etwas mehr Weitblick. Neben dem bekannten Panorama konnten die Züge auch vor Dent Blanche, Ober Gabelhorn (4063 m ü. M), Wellenkuppe (3903 m ü. M.) und Zinalrothorn (4221 m ü. M.) abgelichtet werden.

Bhe 4/8 der GGB zwischen Gornergrat und Rotenboden


Bhe 4/6 der GGB zwischen Gornergrat und Rotenboden


Bhe 4/6 der GGB zwischen Gornergrat und Rotenboden


Für den kurzen Bhe 2/4 gab konnte man gar einen Querschuss ins Tal machen. Hier wird das Panorama durch das Weisshorn (links, 4505 m ü. M.) und die Mischabel bestehend aus Dom (4545 m ü. M.) und Täschhorn (4491 m ü. M.) begrenzt. Der Dom (linker Gipfel) ist bekanntlich der höchste gänzlich in der Schweiz gelegene Berg. Ebenfalls sehr prominent thront das Bietschhorn (3934 m ü. M.) in der Mitte des Bildes. Das Bietschhorn gehört bereits zu den Berner Alpen und zeigt, wie weit die Sicht an diesem Tag reichte.

Bhe 2/4 der GGB zwischen Gornergrat und Rotenboden


Bhe 2/4 der GGB zwischen Gornergrat und Rotenboden


Bt der GGB zwischen Gornergrat und Rotenboden


Nach rund einer Viertelstunde waren wir uns einig, dass wir an dieser Stelle alles abgegrast hatten, was es zu sehen gab. Also stellten wir uns auf gleicher Höhe etwas näher an die Strecke und hielten auch hier die Fahrzeugvielfalt fest. Da der Betrieb nun etwas abnahm, hielten wir es an dieser Stelle rund eine halbe Stunde aus.

Bhe 4/6 der GGB zwischen Gornergrat und Rotenboden


Bhe 4/8 der GGB zwischen Gornergrat und Rotenboden


Bt der GGB zwischen Gornergrat und Rotenboden


Bhe 4/8 II der GGB zwischen Gornergrat und Rotenboden


Weiter ging es dann einige 100 Meter weiter unten mit der letzten Matterhornstelle.

Bhe 4/8 der GGB zwischen Gornergrat und Rotenboden


Bhe 4/8 II der GGB zwischen Gornergrat und Rotenboden


Langsam hatte die Sonne soweit gedreht, dass man die Züge nicht mehr mit Frontlicht und Matterhorn erlegen konnte. Da das Panorama aber sowieso sehr gut war, störte uns dies nicht weiter. Wir liefen deshalb an der Station Rotenboden vorbei und stellten uns auf dem Weg zum Riffelberg noch fünf Mal auf. Bei diesen Stellen waren vor allem der Blick ins Mattertal das Motiv.

Bhe 4/4 der GGB zwischen Riffelberg und Rotenboden


Bhe 4/8 der GGB zwischen Riffelberg und Rotenboden


Bhe 4/6 der GGB zwischen Riffelberg und Rotenboden


Bhe 4/8 der GGB zwischen Riffelberg und Rotenboden


Bhe 4/6 der GGB zwischen Riffelberg und Rotenboden


Bhe 4/6 der GGB zwischen Riffelberg und Rotenboden


Bt der GGB zwischen Riffelberg und Rotenboden


Auf dem Riffelberg angekommen stellte sich die Frage, was man nun tun sollte. Wir wagten den Blick runter in Richtung Riffelboden und fanden eine sehr schöne Telestelle. An dieser warteten wir einen langen Pendel ab, ehe wir uns zum Portal der Galerie verschoben.

Bhe 4/6 der GGB zwischen Riffelalp und Riffelberg


Vor der Kulisse von Zinalrothorn und Weisshorn stellten setzten wir ebenfalls mehrere Varianten um.

Bhe 4/8 der GGB zwischen Riffelalp und Riffelberg


Bhe 2/4 der GGB zwischen Riffelalp und Riffelberg


Bhe 4/8 II der GGB zwischen Riffelalp und Riffelberg


Bhe 4/8 der GGB zwischen Riffelalp und Riffelberg


Bhe 4/8 der GGB zwischen Riffelalp und Riffelberg


Schliesslich landeten wir bei der Dienststation Riffelboden, bei welcher uns die Ideen ausgingen. Zwar wagten wir noch den Blick ums Eck, doch gab dieser nicht mehr viel her. Ausserdem meldeten sich bei mir langsam die Müdigkeit und die Beine. Sechs Stunden im teils sehr tiefen Schnee forderten und 800 Höhenmeter ihren Tribut. Wir entschieden uns deshalb zur Heimkehr. Dies jedoch nicht ohne Bild, so standen wir beim Riffelboden nochmals hin und setzten zwei weitere Züge um.

Bhe 4/4 der GGB zwischen Riffelalp und Riffelberg


Bhe 4/8 II der GGB zwischen Riffelalp und Riffelberg


Anschliessend ging es die Skipiste hinunter zur Riffelalp. Dabei kamen wir an der Standardstelle vorbei, die wir noch am Morgen gesucht hatten. Was wir bereits befürchtet hatten, war nun Gewissheit: Die Piste wäre zielführend gewesen. Man wollte uns wohl einfach nicht auf der Piste haben, weshalb man uns die Wahrheit verschwieg. Auch ohne die Standardstelle kann der Tag allerdings als voller Erfolg bezeichnet werden. Zufrieden ging es daher nach Zermatt und weiter in Richtung Heimat.