bahnbilder.ch

Von den sanften Hügeln Moldawiens zu den Höhen der Karpaten - Teil 2

Von

Freitag, 10.Mai 2013 - Chisinau - Chisinau

Es geht doch nichts über eine ordentliche Dusche am Morgen! Eine Dusche und die Aussicht auf einen sonnigen Tag! Und genau letzteres versprach ein Blick aus dem Fenster. Also beschwingt aus dem Bad raus, rein in die Klamotten und während Nil noch die letzten Teile seine Ausrüstung verpackt, stehen die anderen beiden schon ungeduldig im Zimmer. Es kann los gehen!

Kurz vor Revaca werden wir in Sachen Fotostelle fündig. Ein Bahnübergang mit Häuschen und Schrankenwärterin könnte ein ganz nettes Motiv abgeben. Dazu der große Schornstein im Hintergrund. Ja, hier gefällts uns. Vorher ist aber noch abzuklären, ob der Dame von der Schranke unser Tun auch gefällt. Etwas irritiert äugt sie zu uns rüber. Mittels nonverbaler Kommunikation, „Kamera in die Luft, mit dem Finger nacheinander auf uns, die Kamera und die Gleise gedeutet, ein Nicken inklusive Lächeln zurückbekommen“, holen wir uns ihren Segen. Hm, soweit so gut, aber beim Stehen vor der Schranke sind Masten im Weg! Also, das ganze Spiel nochmal, „Finger auf uns, Finger auf ein Industriegleis hinter der Schranke, wieder ein Nicken“, alles klar, wir dürfen uns weiter rein stellen, jetzt passt’s.

Während wir noch zur Tat schreiten, düddelt der Bahnübergang und die Schranken senken sich. Aus einem zum Halt gekommenen Kleinbus blicken etwas mürrisch mehrere Herren jeden Alters und quellen kurz darauf aus ihrem Gefährt. Was wir hier tun ist ihnen schnell klar: „Paparazzi“ . Mist, wir sind durchschaut. *grins*

Zu einem weiteren Austausch von Informationen ist allerdings jetzt keine Zeit, den es naht das erste Fotoobjekt des Tages.



D1 der CFM in Chisinau

Kurz vor dem Odessa-Zug rollt D1 694-3 als 6008 in Richtung Revaca.



Einer aus der Busbesatzung, der jüngste von allen, ist uns ein Stück gefolgt. Schnell entwickelt sich auf Englisch die übliche Konversation, mit woher, wohin und vor allem warum! *grins* Dann erzählt er uns noch, dass es in Moldawien neue Züge gibt, „like TGV, France“ und dass diese aus Russland stammen würden.
Na gut, mit TGV hat er wohl etwas übertrieben und die MODERN stammen auch nicht aus Russland, sondern entstehen durch Umbauten in Rumänien, aber gut, der Wille zählt und nicht der absolute Wahrheitsgehalt solcher Mitteilungen.
Wir wollen es nicht richtig stellen und hätten es auch nicht gekonnt, denn zum einen muss er seinen Bus wieder entern, zum anderen schließen sich die Schranke auch unmittelbar nachdem dieser über die Schienen gehoppelt ist wieder, und mit unverkennbaren trommeln nähert sich der Odessa-Zug.



M62 1060 der CFM in Chisinau

Eine der beiden moldawischen Trommeln, die M62-1060, macht ihrem Spitznamen alle Ehre, als sie unsere Fotostelle mit dem 642 nach Odessa passiert.



Täuscht es oder ist Moldawien der Nachfolgestaat der UdSSR mit dem niedrigsten Anteil an Trommeln? O.k. Estland hat/hatte glaub ich noch weniger. Aber eigentlich recht untypisch für die ansonsten weit verbreitete Baureihe.

Genießerisch schauen wir dem Zug nach und siehe da, etwas weiter hinten steht noch der D1 von eben! Wartet der auf die Überholung? Dann hätten wir ja die Chance ihn nochmal zu erwischen. Als dann Pascal noch meint, der biege auf die Strecke Richtung Basarabeasca ab, steht der Entschluss fest! Hinterher!

Mit Bocksprüngen setzen wir nun auch über die Schienenköpfe am Bahnübergang, ein letzter Gruß an die freundliche Schrankenwärterin und wir sind auf dem Weg Richtung Süden. Erfreut stellen wir beim Passieren des kleinen Bahnhofs von Revaca fest, dass die Garnitur noch da steht und die Leute die am Haltepunkt dahinter stehen, sind für uns ein Beleg, dass der Zug bald kommen müsste. Schnell aufgestellt……äch, doch nicht so schön hier……nö, hier passt es auch nicht, also wieder vor…..und schon warten wir in freudiger Erwartung, bis…..ja bis Pascal meint: „Sorry, ich hab mich vertan……Der Zug endet in Revaca.“

Und nun? Nun wechseln wir die Strecke, denn er hat zusammen mit der schlechten Nachricht auch gleich ein Alternativprogramm im Angebot.



D1 der CFM in Floreni

Richtung Bender ist D1 780-3 als 6002 bei Floreni unterwegs. Links im Hintergrund sind Teile der Landebahnbefeuerung des Flughafens von Chisinau erkennbar.



Wir machen uns wieder auf den Weg in Richtung Hauptstadt, denn den nächsten MODERN wollen wir in urbanem Ambiente aufnehmen.

Die Straßen haben sich im Gegensatz zur Hinfahrt deutlich mehr gefüllt, dafür ist die Polizeikontrolle, die am frühen Morgen schon die Autofahrer verschreckte, verschwunden.

Auf unserem Weg passieren wir eine Hummel mit einer langen Leine Personenwagen. Die Meinungen im Auto gehen zwischen Rangierfahrt und Fahrt in die Abstellung auseinander. Wir bleiben trotzdem stehen, nur um der Wagenschlange beim Verschwinden zuschauen zu können. Also wieder nix mit dem ersten Hummelbild! *schmoll* Das nennt man wohl Künstlerpech.

Auch bei der ersten Fotobrücke haben wir kein Glück. Es ist eng, laut und die Aussicht ist auch nicht so prickelnd. Zudem hilft es ungemein, wie bei den meisten Bauwerken in dieser Region Europas, sich das Ding vor dem Betreten nicht zu genau an zu schauen. Sind doch unter der Brücke Netze gespannt, um Passanten vor herabfallenden Betonbrocken zu schützen. Ein Blick zur Unterseite der Brücke und auf den Inhalt der Netze zeigt, dass diese Maßnahme mehr als sinnvoll ist. *grins*

Wir machen uns wieder auf den Weg, hin zu einer Fußgängerbrücke gleich beim Bahnhof. Durch den dichten, teils chaotischen Verkehr fahren wir die Rückseite des Bahnhofs an und passieren dabei, den wohl größten Baumarkt, den ich je gesehen habe.

Ich bin begeistert! Auf einem riesigen Areal stehen Buden an Buden, in und vor denen es alles zu kaufen gibt, was ein Hand- oder Heimwerkerherz höher schlagen lässt. Doch am coolsten finde ich die LKW’s die entlang dem Gelände links und rechts der Straße stehen. Beladen mit Kies, Steinen, Erde, Ziegeln, usw. warten sie auf Käufer. Quasi Steine to go! *grins*



Chisinau






Chisinau




Einen Textilmarkt passierend, auf dessen Werbeschild eine badische IV h prangt, erreichen wir die Fußgängerbrücke, wo uns unter eindrücklichen Worten eine religiöse Zeitung überreicht wird. Und da wir die uns übermittelte Botschaft nicht verstehen und das Heft auch nicht richtig zu würdigen wissen, wird sie mit bedeutungsschwerem Unterton noch mehrmals wiederholt. Mittlerweile um unser Seelenheil bangend verbringen wir die restliche Wartezeit bis MODERN unter den neugierigen Blicken der vorbeieilenden Passanten.



D1M der CFM in Chisinau

Moderner Zug in moderner Umgebung. Der morgendliche M 806, gebildet aus D1M 002, erreicht den Hauptbahnhof von Chisinau.



D1M der CFM in Chisinau

Blick auf die durchaus spezielle Bahnhofshalle.



Was uns beim Blick von der Brücke und auch im weiteren Verlauf der Reise auffällt, Moldawien ist zwar ein Land mit vielen verschlissenen Bauwerken, einer vielerorts heruntergekommenen Infrastruktur, vielfach alten Fahrzeugen, aber ohne Müll und Dreck. Gut, es gab so die ein oder andere Ecke wo man nicht länger als nötig verweilen mochte, aber im großen und ganzen empfanden wir alles recht sauber und irgendwie ordentlich.

Zurück zum Auto und ab in das Verkehrsgewühl Richtung Straseni. Dort hat uns die Fußgängerbrücke am Bahnhof angetan. Um da hinzukommen müssen wir uns aber erst wieder durch den Hauptstadtverkehr wühlen. Dabei passieren wir zwei kurz hintereinander liegende Bahnübergänge, bei denen sich die Frage stellt, wer muss vor wem beschützt werden. Ein Blick auf den Verkehr reicht völlig aus: Die Eisenbahn vor den Autos!!!

Mittlerweile ist es schon recht heiß geworden, der “Planet“ brennt vom Himmel und ich bin dankbar um mein basecap. Beim Warten auf den Zug schweift mein Blick gedankenverloren über die Industriebrachen, die sich in Straseni rundherum ausbreiten. Auch ein Eindruck der sich bei mir in Moldawien und später in der Ukraine eingeprägt hat. Betriebe soweit das Auge reicht! Alle stillgelegt, verfallen, überwuchert! Was sind hier für Arbeitsplätze verloren gegangen und von was, so frage ich mich, leben die Menschen hier jetzt?
Vor diesem Hintergrund erklärt sich von selbst, warum man in Moldawien kaum einen Güterzug rollen sieht! Was sollte der auch transportieren?

Das dumpfe Motorengeräusch eines Ungarn-Diesels reißt mich aus meinen Überlegungen, Zug 6028 ist da!



D1 der CFM in Straseni

Zug 6028 mit Motorwagen D1 777-1 an der einen Seite……..



D1 der CFM in Straseni

und D1 664-3 auf der anderen. Im Hintergrund sind einige der stillgelegten Fabrikkomplexe zu sehen. Diese Areale stellen aber nur einen kleinen Teil dessen dar, was alleine in Straseni an Industrieruinen in der Landschaft stehen.



Und während sich der D1 brummend entfernt, grummelt es andernorts immer stärker…… nämlich in unseren Mägen. Kein Wunder, bestand das Frühstück doch aus Restbeständen aus dem Auto und jetzt ist es schon kurz vor Mittag. Also ab in den nächsten Supermarkt. Und während Nil und Pascal draußen im Schatten am Auto warten, stürzen sich David und ich ins Getümmel. Die Auswahl ist groß, es gibt reichlich und für jeden Geschmack das richtige. Am meisten erstaunen mich die PET-Bierflaschen die in einer Kühltheke stehen: 2,5 l Inhalt! Jawohl! Aus Tschechien kenne ich ja die Vertreter mit 1,5 l, aber diese hier stellen alles in den Schatten. Wer um Himmels willen trinkt 2,5 l Bier und dann noch aus einer PET-Flasche. *brrrrr* Da schüttelt sich der Bayer! Wenn dann 1 l und das ganze frisch und kühl aus einem Krug! *grins*

Proviant da, Hunger sowieso, fehlt nur noch ein Plan! Was steht auf der Wunschliste? Klar, der Güterzug von gestern mit Licht auf der Front. Ist aber gar nicht so einfach eine vernünftige Stelle zu finden, an der sich gemütlich im Auto sitzen, Brotzeit machen und auf den Zug warten verbinden lässt. Bei diesem Dilemma siegt nun eindeutig unsere aktuell einsetzende Trägheit und so entscheiden wir uns für einen Bahnübergang bei Sipoteni. Er erfüllt zwar keines der Kriterien so richtig, aber doch so ein bisschen. Passt, oder? Wir werden uns gewaltig irren!

Das Essen verdauend dösen wir im Wagen bis uns die Stille auf den Schienen etwas nervt. Eigentlich sollte doch der Güterzug schon im Anmarsch sein. Wenigstens wenn er in dem Zeitfenster von gestern unterwegs ist. Und was machen wir eigentlich wenn er durch ist? Je ein Moskau-Schnellzug pro Richtung ist unterwegs, ein MODERN steht an. So langsam kehren die Lebensgeister zurück und wir merken, dass wir eigentlich schon nicht mehr hier sein sollten! Zu spät! Ein immer stärker werdendes Grummeln aus Richtung Süden macht uns das klar. Der Nordfahrer kommt! *mist*



3TE10M-1041 der CFM in Sipoteni

Alles was bleibt! Querschuss auf die 3TE10M-1041 vor dem nordwärts fahrenden Schnellzug 47 Chisinau – Moskau.



3TE10M-1041 der CFM in Sipoteni

Ratslose Fotografen oder eine Doppellok und vier Fragezeichen (drei vor und eines hinter der Kamera)! Irgendwas ist hier gewaltig schief gelaufen!


Jetzt stimmt garnichts mehr. Wir sind zu spät und am falschen Ort. Nicht nur, dass wir vor lauter Warten auf den Güter- den Schnellzug versemmelt haben. Nein, auch für den nächsten gen Süden fahrenden MODERN wird es jetzt mehr als eng.
So gehts schnell rein ins Auto und ab auf die Piste. Nil gibt im Rahmen des erlaubten alles, umfliegt gekonnt alle Schlaglöcher, doch die Uhr tickt gegen uns. Zudem drohen wir an den eigenen Ansprüchen zu scheitern. Da passt das Motiv nicht, dort gibt’s keine Sonne auf die Nase und hier kein Seitenlicht. So rauschen wir dem Triebzug immer weiter entgegen, bis wir schließlich in Elizaretorca landen. Dort, wo vor Ungheni die Verbindungkurve Richtung Balti aus- bzw. einfädelt.

Kaum angekommen kommt auch schon MODERN um die Kurve. Schnell das Auto an den Straßenrand und einen beherzten Sprint angesetzt.



D1M der CFM in Elizavetovca

Nachschuss mit Rollo. Während D1M 002 auf der von Ungheni her kommenden Strecke in Richtung Chisinau unterwegs ist, sieht man links im Bild das Gleis der Umgehungskurve.



Stimmung? Naja, erwartungsgemäß leicht kritisch. Haben wir uns doch vorhin selbst ein Ei gelegt, das wir im Nachhinein nicht ausbrüten konnten. Sprich, neben dem verdaddelten Schnellzug haben wir nun auch den MODERN als Not-Nachschuss auf unserer schwarzen Liste. Doch noch ist es nicht genug. Wenn’s dumm kommt, dann schon ordentlich! Gerade bewundere ich die landestypischen Verkehrsmittel,…….



Elizavetovca




…..da sprengen uns Schranken und Blinklicht des Bahnübergangs auch schon wieder ins Gelände. Es kommt was, aber woher?



3TE10M-0019 der CFM in Elizavetovca

Mit derselben Bespannung wie gestern, aber um einiges später kommt der Güterzug von Norden her über die Umgehungsstrecke von Ungheni gerollt. An der Spitze die bekannte Kombination mit 3TE10M-0019 und 3TE10M-0152.



Maschinen der Reihe TE10 vor Güterzügen aus dem Licht kommend mit dunkler Nase……war da nicht mal was? Hm, kommt mir bekannt vor!

Irgendwie alles nicht so gelaufen wie gedacht in den letzten 2 Stunden. Aber zum rumheulen bleibt keine Zeit, denn schon steht der Südfahrer an. Den wollen wir nun jetzt nicht auch noch vedaddeln.
Stelle eins die wir anfahren hat nach Pascals Aussage, wir hatten ihn als Scout ausgeschickt, zu viel Leitungen im Motiv, Stelle zwei die wir finden gefällt nur mir, Stelle drei keinem von uns. Also lass ich mich bei Nummer zwei absetzen, während die anderen zurück auf Anfang fahren.

Hm, wenn ich hier so stehe, ganz so nett wie grad beim Vorbeifahren gedacht ist es nun doch nicht. Aber nun steh ich schon mal hier. Vielleicht geh ich noch etwas näher ran an die Strecke. Dazu könnte ich einen Trampelpfad 100 m weiter hinten nutzen. Schließlich will ich ja keinem Bauern durchs Feld laufen. Aber erst nochmal einen Schluck gegen den Durst nehmen. Und während ich so trinke fällt mein Blick über den Flaschenhals. Sch….! Da ist ja der Moskau-Zug und er ist schon fast bei mir!



3TE10M-1213 der CFM in Semeni

Schnellschuss! Unbemerkt hat sich Zug 342 Moskau – Chisinau angeschlichen. An der Spitze der langen Wagenschlange sorgt 3TE10M-1213 für die Traktion.



Auch die anderen haben den Zug weiter hinten gerade noch so erwischt. Nil hatte ihn glücklicherweise beim Wenden im Rückspiegel kommen sehen. *grins*

Nachdem mich das Abholkommando wieder aufgesammelt hat, machen wir uns auf den Weg zurück an die Strecke Ungheni – Chisinau. Um den in Ungheni demnächst abfahrenden D1 zu erwischen müssten wir aber quer fahren. Laut Karte und Handy-Navi kein Problem. In der Realität aber doch, denn die als gut befahrbar eingezeichnete Strecke ändert ihren Charakter nach wenigen Kilometern dramatisch und wir verenden auf einen ausgefahrenen Sandweg. Keine Chance den D1 noch zu erwischen und so gibt’s statt altem Ungarn-Triebwagen, sightseeing Marke „Land und Leute“.



Petresti




Die Stimmung ist irgendwie am Boden. Aber nur kurz! Man muss immer positiv denken. Jetzt haben wir Zeit und können in aller Ruhe nach einer Stelle suchen die Pascal im Netz gesehen hat. Dort wo sich die beiden nach Ungheni laufenden Strecken treffen, mit Vierschienengleis oben und reiner Breitspur unten und einem kleinen See im Hintergrund.
Nicht lange und er hat sie ausfindig gemacht und es reicht sogar noch auf einen Querschuss auf den ausfahrenden 342 nach Chisinau.



3TE10M-1213 der CFM in Ungheni

3TE10M-1213 hat in Ungheni ihren Zug umlaufen und ist jetzt wieder auf dem Weg nach Chisinau. Nicht lange zuvor war sie auf dem vorne sichtbaren Vierschienengleis von Balti her kommend in den Grenzbahnhof gerollt.



Das wars jetzt erst einmal mit Verkehr auf der Breitspur. Passt ganz gut, so können wir uns ganz entspannt dem Grenzverkehr nach Rumänien widmen. In knapp eineinhalb Stunden geht ein Regio hinüber nach Iasi. Und auch wenn es „nur“ ein Desiro ist, den wollen wir uns nicht entgehen lassen.

Von einer Straßenbrücke an der grenzseitigen Bahnhofsausfahrt lässt sich der Bahnhof gut einsehen und die Ausfahrt später ordentlich fotografieren. Die Frage ist nur, wie ratsam es in Grenznähe ist, eine so lange Zeit zu viert mit Fotoapparaten bestückt auf selbiger herumzuhängen.

Wir wollen es erst gar nicht testen und lassen uns im Gras eines gleich angrenzenden Parks nieder. Bei den Temperaturen hat das Sitzen dort im Schatten auch noch andere Vorteile! Von dort aus gibt’s dann auch einen ganz relaxten Schuss auf den überraschend auftauchenden „Kurzgüterzug“.



Baureihe 841 der CFR in Ungheni

Nicht viel zu schleppen hat 841 017-2 an diesem Tag, als sie in ihre Heimat Rumänien aufbricht.



Hm, nicht schlecht. Mein erstes „rumänisches“ Eisenbahnfoto. Wobei, ganz ehrlich, etwas anderes als dieser moderne Umbau hätte es schon sein können! *grins* Ich kann nichts machen, ich bin halt wie ich bin.

Nach etwas lesen und dösen ist es dann soweit, die Ausfahrt des Regios steht an. Während wir zur Brückenmitte trödeln, laufen unten einige Grenzer durch. Zwar schauen sie zu uns rauf, unser Treiben scheint sie aber nicht sonderlich zu interessieren. Gut, ich muss erwähnen, dass wir vorsorglich die Kameras noch in den Rücksäcken verstaut ließen. So können wir ungestört unserem Hobby nachgehen.



CFR 96-2067 der CFR in Ungheni

96 2067-5 der CFR verlässt als TD 1063 den Bahnhof von Ungheni in Richtung Iasi (Rumänien). Im Hintergrund ist die Umspuranlage zu erkennen, in der in rund zwei Stunden der Schnellzug Chisinau – Bukarest für die Fahrt auf Normalspur fit gemacht wird.



Im Geschwindschritt verlassen wir die Brücke, entern unser Auto und düsen quer durch Ungheni zur anderen Seite des Bahnhofs. Schließlich steht demnächst ein MODERN aus der Hauptstadt an. Und es ist gut dass wir diesmal nicht herumtrödeln. Denn kaum angekommen, schleicht auch schon eine einzelfahrende Hummel daher.



ChME3 "Hummel" 5538 der CFM in Ungheni

Eine behäbige Hummel im Soloflug. Ohne Hektik kommt CME3-5538 daher gerollt.



D1M der CFM in Ungheni

Gut 20 Minuten später brummt D1M 001, als M801 von Chisinau kommend, an uns vorbei.



Gemütlich war das Warten auch hier, doch nun heißt es wieder schnell, schnell. Denn der Bukarest-Zug folgt dem MODERN ziemlich knapp hinterher und wir wollen ihm auch noch ein Stück entgegen fahren, dorthin wo keine Schatten drohen.



3TE10M-1249 der CFM in Elizavetovca

Die altbekannte blaue Sektion der 3TE10M-1249 mit dem 105 Chisinau – Bukarest rollt auf Elizaretorca zu.



3TE10M-1249 der CFM in Elizavetovca




Reisezugwagen der CFM in Elizavetovca

Wagen 039 10874 als Schlussläufer im Schnellzug 105 Chisinau – Bukarest.



Zufrieden machen wir uns nach diesem Bilder auf in Richtung Chisinau, zum letzten Höhepunkt des Tages. Den abendlichen TD 6031, gebildet aus zwei D1-Triebwagen.



D1 der CFM in Bahmut

Schon lange bevor sie zu sehen sind, hört man das tiefe Wummern der Motoranlagen. D1 706 und D1 770 gemeinsam als TD 6031 unterwegs in Richtung Norden.



Ein würdiger Abschluss für einen Tag, der nicht ohne Tiefen war, aber insgesamt doch eine reiche Ausbeute an Fotos gebracht hat.

Zurück im Hotel machen wir uns schnell frisch, um dann anschließend in Richtung Andy’s Pizza zu schlendern. Nur ein paar hundert Meter von unserer Unterkunft weg, bietet es eine reichhaltige Auswahl an verschiedensten Gerichten. Alles lecker und mit großen Portionen. Hier lassen wir es uns gut gehen, ist es doch auch ein kleines Abschiedsessen für Pascal, dessen Flieger morgen um 6.00 Uhr in Chisinau abheben wird. *brrrr…..welch eine Zeit*

Gut gefüllt und zufrieden geht’s zurück ins Hotel und während wir drei übrigbleibenden uns in freudiger Erwartung auf einen guten Tagesstart mit D1 und Trommel ins Bett kuscheln, packt Pascal seine Habseligkeiten zusammen und bereitet sich auf eine kurz Nacht vor.