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Diesel, Brücken und Meer

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Ostern, vier freie Tage, an denen man sich seinem Hobby der Eisenbahnfotografie zuwenden kann, eigentlich eine gute Sache. Nun müsste nur noch das Wetter stimmen. Gerade dieses Wetter machte uns an Ostern 2014 allerdings etwas Bauchweh, so waren die Prognosen im Vorfeld doch recht unsicher. Zusammen mit Hürz, David und Chris entschied ich mich allerdings trotzdem für eine Tour in den Süden Frankreichs, schliesslich war in der Region Marseille für Samstag gutes Wetter angekündigt. Nachdem Chris bereits am Donnerstag bis zu mir gefahren war, ging die Tour am Morgen des Karfreitags los. Leider hatte sich das schöne Wetter vom Donnerstag bereits gänzlich verzogen. So begann es gerade zu Regnen, als wir Hürz und David in Bern Brünnen aufgesammelt hatten. Es stand uns eine lange Autofahrt bevor, die eigentlich zum Lac de Villefort hätte führen sollen. Da das Wetter aber auch in Frankreich nicht gerade der Bringer war, strichen wir diesen Punkt und fuhren direkt nach Niolon, wo wir kurz vor 17:30 Uhr ankamen. Nach einem Kein-Licht-Bild im Bahnhof von Niolon stellten wir uns auf den Felsen hinter dem Ort auf. Da es nun doch einige Löcher in der Wolkendecke hatte, hofften wir auf ein Sonnenfoto. Dieses gelang uns um 18:30 Uhr tatsächlich.
BB 67400 der SNCF zwischen Niolon und L'Estaque


Obwohl es auch nach diesem Bild noch lange sonnig war, blieb es bei diesem einen Sonnenbild, kurz vor dem nächsten Zug war die Sonne nämlich definitiv weg. So schmissen wir uns ins Auto und fuhren nach Port-de-Bouc, wo uns David ein Hotel reserviert hatte. Die Reise ging dabei entlang des Etang de Berre. Der grösste Binnensee des Landes ist schiffbar und wird deshalb von einigen Raffinerien gesäumt. Ein Blick auf die Karte sagte uns jedoch, dass die Gleisanschlüsse dieser Raffinerien nicht an die Dieselstrecke an der Küste angeschlossen waren. Bei Martigues entdeckten wir dafür eine sehenswerte Brücke, die über den Canal de Caronte führt. Der Kanal verbindet den Etang de Berre mit dem Golf von Fos. Wir merkten uns die Stelle für Samstagmorgen und fuhren dann zum Hotel. Im kleinen Ort Port-de-Bouc galt es dann noch etwas Essbares zu finden. Dies war in diesem verschlafenen Nest gar nicht so einfach. Schliesslich fanden wir jedoch die Hafenpromenade, wo es einige Restaurants gab. Nach dem üppigen Mal ging es zurück ins Hotel, ehe es am Samstagmorgen wieder an die Strecke ging.
Zu unser aller Freude schien nun die Sonne, so dass wir frohen Mutes in Richtung Canal de Caronte fuhren. Kaum beim Ausfluss des Etang de Berre angekommen, erspähte ich eine Güterzug mit zwei Dieselfrettchen. Wie wir schnell feststellten, gab es in Martigues Raffinerien, die über die Dieselstrecke bedient wurden. Da die Frettchen gerade durch waren, hatten wir jedoch keine Hoffnungen einen weiteren Güterzug zu erwischen. Wir stellten uns deshalb für die Personenzüge. Kaum an der Stelle wurden wir allerdings von einem weiteren Güterzug überrascht.
G 2000 der RDT13 zwischen Martigues und Croix-Sainte


Es handelte sich um einen Gaszug gezogen von einer G2000 der RDT13. Ihm folgte eine RRR-Garnitur mit BB 67400.
RRR BDxw der SNCF zwischen Martigues und Croix-Sainte


Als wir uns anschliessend auf der anderen Seite des Kanals aufstellten kamen die Frettchen mit einem Zug zurück. Da uns dieser Zug in den Rücken fuhr, konnte man ihn jedoch mehr schlecht als recht umsetzen. Besser gelang dies beim anschliessenden AGC der Baureihe 81500.
B 81500 der SNCF zwischen Martigues und Croix-Sainte


Nun wechselten wir zum Viadukt von La Vesse, gleich hinter Niolon. Nach einer Wanderung um einen der vielen Hügel gelangten wir zur Stelle, wo eine weitere RRR-Garnitur festgehalten wurde.
RRR BDxw der SNCF zwischen Niolon und L'Estaque


Da nun ein Zug auf dem hinteren Gleis folgte, war das grosse Rennen angesagt: Es musste eine Position über der Brücke her. Nach einem Spurt und einer Kletteraktion über ein Geröllfeld und eine eher flache Felswand, war die Position gefunden. Kaum angekommen, entdeckte ich auch schon den nächsten AGC bei seiner Einfahrt in den Bahnhof von Niolon. Kurz später entstand das Bild auf dem Viadukt.
B 81500 der SNCF zwischen Niolon und L'Estaque


Wieder ging es ins Auto, diesmal fuhren wir nach Redonne, wo wir auf dem Wellenbrecher an der Hafenausfahrt standen um das nächste Pärchen zu erlegen. Zu unserem Ärger kamen diesmal gleich zwei AGC.
B 81500 der SNCF zwischen La Redonne-Ensues und Niolon


B 81500 der SNCF zwischen La Redonne-Ensues und Niolon


Nach dieser Story irrten wir erst einmal etwas planlos umher. Zu unserem missfallen, war der Sonnenstand fast überall parallel zur Strecke. In Carry-le-Rouet fand sich dann aber doch noch eine Stelle.
BB 67400 der SNCF zwischen Carry-le-Rouet und Le Redonne-Ensues


B 81500 der SNCF zwischen Carry-le-Rouet und Le Redonne-Ensues


Nach einem kurzen Einkaufsbummel in einem lokalen Supermarkt ging es dann wieder nach Niolon. Da das Licht auf dem Viaduct de la Vesse allerdings noch etwas gar parallel war, entschied ich mich den nächsten Zug an der Ausfahrt von Niolon zu machen.
B 81500 der SNCF zwischen La Redonne-Ensues und Niolon


Für das nächste Zugpaar gings dann wieder auf die Felsen. Chris wählte derweil eine Position unmittelbar im Ort La Vesse drin.
BB 67400 der SNCF zwischen Niolon und L'Estaque


BB 67580 der SNCF in La Vesse


B 81500 der SNCF zwischen Niolon und L'Estaque


Der Abschluss des Tages folgte dann wieder an der Brücke über den Canal de Caronte.
BB 67400 der SNCF zwischen Martigues und Croix-Sainte


BB 67580 der SNCF in Port-de-Bouc


B 81500 der SNCF zwischen Martigues und Croix-Sainte


B 81632 der SNCF in Port-de-Bouc


B 81500 der SNCF zwischen Martigues und Croix-Sainte


Nach einem Abendessen in einer Pizzeria in Martigues, ging es wieder ins Hotel, wo wir uns erst einmal dem Wetterbericht widmeten. Wie befürchtet, wusste dieser kein gutes Wetter für Sonntag anzusagen. Es stellte sich die Frage: Was tun? Ein Blick aufs Sattelitenbild zeigt uns einige Aufhellungen weiter nördlich. So sollte das Wetter auch an der Ligne 4 (Belfort - Vesoul - Paris) gut sein. Wir entschieden uns deshalb Sonntag früh in den Norden zu fahren.

Bei einsetzendem Regen war es an Chris, das Auto in Richtung Norden zu steuern. Nicht gerade die beste Aufgabe des Tages, war doch offensichtlich das ganze Auto etwas schläfrig an diesem Morgen. In meiner Aufgabe als Beifahrer versuchte ich gegen diese Müdigkeit anzukämpfen, konnte jedoch nicht verhindern, dass ich zwei bis drei Mal ebenfalls eingenickt bin. Ab Lyon konnten wir dann tatsächlich einige Aufhellungen beobachten. Bis Chaumont wurde das Wetter gar noch besser. So stellten wir uns frohen Mutes beim grossen Viadukt hinter Chaumont auf, wo uns trotz eines leichten Schleiers ein erstes Sonnenfoto gelang.
CC 72100 der SNCF zwischen Chaumont und Villiers-le-sec


Leider wurde der Schleier danach etwas dichter. Dank dem hell leuchtenden Rabsfeld hinter Chaumont, fiel das allerdings nicht sehr arg ins Gewicht.
CC 72100 der SNCF zwischen Chaumont und Langres


Nach einer Notschlachtung mit Frontschatten stellten wir uns schliesslich noch kurz hinter Chalindrey an einem Viadukt auf. Wieder machte uns der Wolkenschleier zu schaffen. Dank der digitalen Nachbearbeitung, gelang es uns aber auch hier ein zeigbares Resultat.
CC 72100 der SNCF zwischen Vesoul und Culmont-Chalindrey


Da nach diesem Zug die Sonne allerdings definitiv weg war, war der Tag auch schon wieder zu Ende. Es stellte sich die Frage, ob wir nochmals in der Region übernachten wollten, oder ob wir gleich bis nach Hause durchziehen sollten. Schlechtes Wetter am Montag und eine Rückreisezeit von rund drei Stunden sprachen für eine Heimreise. Nach einem Stopp beim lokalen Burgerbrater von Vesoul ging es deshalb wieder zurück in die Schweiz.