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Niederlande 2015 Teil 3: Utrecht - Breda

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19.4.2015
Die Nacht war angenehm, nachdem ich den fiependen Fernseher ausgesteckt hatte. Der erste Blick aus dem Fenster rief dagegen keine Begeisterung hervor, hatte es doch ziemlich zugezogen; aber das musste ja nichts heissen.

Auf ein Frühstück im Hotel verzichtete ich, und wollte dafür bezahlen, was das Terminal jedoch mit einer Fehlermeldung quittierte. Auch ein zweiter Versuch schlug genauso fehl. Hmm, ich hatte doch extra vor ein paar Tagen Geld aufs Kredikartenkonto eingezahlt, damit das nicht passiert... naja, die Banken mit ihren IT-Systemen aus dem letzten Jahrtausend brauchen wohl mal wieder etwas länger. Oder ist vielleicht doch die Kreditkarte gesperrt? Egal, ich hatte zum Glück noch genügend Bargeld dabei.

Das Frühstück gabs an einer Tankstelle auf dem Weg aus Utrecht raus. Der Plan war, trotz dem gestrigen Hotel-Fehlschlag und dem (noch?) miesen Wetter, die Brücke bei Loenersloot nochmal zu versuchen; anschliessend wollte ich ein paar Bilder an der Betuweroute machen (obwohl Sonntag war), und der letzte Programmpunkt war nochmal die Stelle bei Roosendaal, wie gestern Abend, aber früher.

Nun, Loenersloot war schnell erreicht, aber das Wetter wollte nach wie vor nicht. Grmbl. Das war eigentlich nicht die Idee des "nochmal hierher kommens". Nun ja, ein drittes Mal würde ich es nicht versuchen, deshalb nehmen wir jetzt halt was kommt.

Nun, erfreulicherweise war der Schiffsverkehr sehr lebhaft, was mich dann doch motivierte, die Kombination Schiff/Zug gescheit auf den Chip zu bannen. Zunächst gab es aber ein paarmal "knapp daneben", wobei sich Schiff und Zug um jeweils weniger als eine Minute verfehlten. Das erste Mal klappte es beim CNL, nett!

E 186 der NS zwischen Breukelen und Abcoude


Ein paar Minuten später dampfte von hinten ein grosses Flusskreuzfahrtschiff heran. Dieses war jedoch so gross, dass es den Zug verdecken würde... aber Glück gehabt, die Fotostelle war gerade wieder frei, als ein Dreifach-Koploper von vorne kam.

Baureihe 4000 "Koploper" der NS zwischen Breukelen und Abcoude


Nun, zwei Treffer mit Schiffen, diverse mal knapp vorbei, und noch immer kein Wetter - Zeit für einen Stellungswechsel nach Giessendam.

Auf der herausgesuchten Strassenbrücke stand schon ein Auto. Aha, bin ich nicht der Einzige mit der dummen Idee, an einem Sonntag auf einen Güterzug zu warten ;) Die Stelle sah allerdings auf dem Bildschirm etwas besser aus als in Echt, eine Windmühle war zwar drauf, aber auch eine Hochspannungsleitung, und einen Fahrleitungsmast musste man dumm abschneiden. Jänu.

Zunächst tat sich aber mal garnix, weder auf den Gleisen noch am Himmel. Zwischendurch kam mal was von hinten. Gegen 11 lugte aber je länger je mehr die Sonne etwas hervor, und bald kam ein Eurosprinter von TX Logistics (glaube ich zumindest...) in einem Sonnenloch vorbei - Treffer, versenkt!

E 189 (ES 64 F4) der TXL in Hardinxveld-Giessendam


Das musste jetzt aber für diese Stelle auch reichen. Eine neue Stelle war zum Glück nicht besonders schwierig zu finden, denn diese Strecke hat - im Gegensatz zu ziemlich allen anderen Strecken im Land - doch die Eine oder Andere Strassenbrücke. Bei Leuven wurde ich fündig, und wartete mal noch auf einen Ostfahrer, in der Hoffnung dass da noch was kommt, bevor die Sonne rum ist.

Auch hier war ich nicht alleine, ein diesmal etwas gesprächigerer Eisenbahnfotograf leistete mir Gesellschaft. Warten mussten wir nicht lange, nach einer halben Stunde kam DB Schenker mit einem relativ sauberen Eurosprinter mit Ölzug vorbei. Auch die Wolken hatten gerade ein Nachsehen, und die Fotostelle war relativ gut ausgeleuchtet.

E 189 (ES 64 F4) der DB in Leuven


Die Gegenrichtung wäre hier auch einigermassen gegangen, das Licht war allerdings noch nicht so richtig rum, und die Situation gefiel mir auch nicht besonders gut. Deshalb fuhr ich mal etwas weiter der Strecke nach, bis ich in der Nähe von Waardenburg erneut fündig wurde. Zu meiner Freude war auch das Wetter inzwischen richtig gut!

Ich hoffte erst mal noch auf einen Zug von hinten, aber es tat sich nichts. Das Licht war auch bald rum, doch auch von vorne kam nichts. Nun ja, ich habe ja Zeit, das Licht wird aktuell nur besser. Die Warterei war aber dennoch nur halb spannend, bis am Horizont... ein Traktor-Konvoi auftauchte! Sicher über 100 teils geschmückte Traktoren jeden Alters und jeder Marke überquerten hinter mir die Brücke. Eine Sonntags-Ausfahrt mit dem Trekker? Wieso auch nicht.

Weniger spannend war der Verkehr auf der Strecke. Dieser war nämlich nach wie vor komplett inexistent. Eine weitere Stunde verging, bis... am Horizont der zweite Teil des Traktor-Konvois auftauchte! Und nein, es waren nicht nochmal dieselben Fahrzeuge ;)

Trotz Traktoren gucken wurde mir die Warterei langsam etwas zuwider. Irgendwann muss doch da was kommen, echt jetzt! Und ja, knappe drei Stunden nach dem letzten Bild kam erneut eine DB Schenker-Leistung vorbei, diesmal mit Eurosprinter im Doppelpack. Nehmen wir doch gerne!

E 189 (ES 64 F4) der DB in Waardenburg


Nun wars langsam Zeit, sich in Richtung Roosendaal aufzumachen. Nur, Stress hatte ich keinen, und da ich ja schon in der Ecke war, konnte ich noch rasch einen Blick auf die Strecke von 's-Hertogenbosch nach Norden raus werfen. In Zaltbommel führt eine Brücke über die Strecke, aber das Fahrleitungsgewirr war hier etwas abstreckend, deshalb stellte ich mich etwas weiter südlich an die Strecke, und wartete auf den nächsten Personenzug-Takt. Die Staatsbahn enttäusche nicht und schickte bald einen DD-VIRM vorbei, genauer gesagt zwei, einen von hinten und einen von vorne. Perfekt!

Baureihe 8600/8700 der NS zwischen 's-Hertogenbosch und Zaltbommel


Nun wars aber wirklich Zeit für den Yachthafen, von dem ich euch schon lange erzähle, und noch immer kein Bild gezeigt habe. Deshalb fuhr ich nun dorthin, und stellte mich auf, wie geplant früh genug, um diesmal kein Schattenproblem zu bekommen. Bald kam auch tatsächlich ein Intercity mit belgischer Traxx vorbei, so gefällt mir das!

E 186 der SNCB/NMBS zwischen Oudenbosch und Zevenbergen


Nun, da sich hier gerade keine anderen Variationsmöglichkeiten finden liessen (erst später abends), hatte ich ja bei Oudenbosch noch eine Stelle offen, wo ich gestern einen IC knapp verpasste. Diesmal war ich früh genug, deshalb einmal das ganze Programm: DD-VIRM, S-Bahn und IC.

Baureihe 8600/8700 der NS zwischen Roosendaal und Oudenbosch


Baureihe 2600 der NS zwischen Roosendaal und Oudenbosch


E 186 der SNCB/NMBS zwischen Roosendaal und Oudenbosch


Nun gings zurück zum Yachthafen. Dort bei der Bahnbrücke wollte ich noch ein paar Dinge ausprobieren. Erstmal ein IC mit Windkraftanlagen...

E 186 der SNCB/NMBS zwischen Oudenbosch und Zevenbergen


... anschliessend eine S-Bahn mit Schatten-Interferenzmustern auf dem frisch vorbereiteten Feld.

Baureihe 2600 der NS zwischen Oudenbosch und Zevenbergen


An gleicher Stelle ein IC aus der Nähe, mit blühendem Bahnbord.

E 186 der SNCB/NMBS zwischen Oudenbosch und Zevenbergen


Zum Abschluss des Tages gings noch zur Bahnbrücke. Im Schilf fand sich tatsächlich ein Punkt, von welchem aus ein freier Blick auf die Brücke möglich war - wohl kein Zufall ;) Ein DD-VIRM rundete das Bild ab.

Baureihe 9400/9500 der NS zwischen Oudenbosch und Zevenbergen


... und zuguterletzt noch die Abendstimmung von der Fussgängerbrücke herunter.

Zwischen Oudenbosch und Zevenbergen


Das Übernachtungsziel war das Bastion-Hotel in Breda, welches sich praktischerweise ganz in der Nähe der Morgenstelle befand, wo ich nochmal etwas Fyra-Ersatzverkehr ablichten wollte. Im Hotel beschied man mir, dass meine bei der Reservation angegebene Kreditkarte nicht funktionieren würde (Überraschung), angesichts dessen, dass das Hotel weitgehend leer war, war das aber kein Problem. Mangels Gästen wurde allerdings das Küchenpersonal schon nach Hause geschickt; dafür bereitete mir der Receptionist ein leckeres Schnitzel mit allem Zubehör zu, und bald gings ins Bett, schliesslich wollte ich morgen bei Zeiten raus. Gute Nacht!