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Trains Down Under - Teil 2: Zwei Gleise, wenig Stellen und noch weniger Züge

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Mittwoch 8.7.2015 Yass – Yass
Obwohl gewisse Wetterdienste für diesen Mittwoch schlechtes Wetter vorausgesagt hatten, schien am Morgen die Sonne und der Himmel war blau. Dies bewog uns dazu gleich noch eine Nacht im Thunderbird Motel in Yass zu buchen, so blieb uns der Stress vom Vorabend erspart. Nach dem wir uns ein Zweibettzimmer für die nächste Nacht gesichert hatten, ging es an die Strecke. Wir fuhren dabei von Yass in Richtung Coutamundra und schauten uns einige Brücken und Bahnübergänge an. Kurz vor Harden entschieden wir uns einen Stopp einzulegen und auf den nächsten Zug zu warten. Der Fahrplan kündigte derweil den XPT nach Melbourne in einem Zeitfenster von zwei Stunden an. Da bis zum langsamen Bruder des englischen HST kein Güterzug kam, mussten wir uns mit dem XPT begnügen.
XPT der NSWTL in Galong


Wobei versteht mich nicht falsch, der e[u]X[/u]press [u]P[/u]assenger [u]T[/u]rain ist natürlich auch eine runde Sache, die wir sehr gerne fotografierten. Weniger rund war die Tatsache, dass gleich nach dem Schnellzug ein Güterzug aus der falschen Richtung kam, was mit einem Verlegenheitsschuss abgegolten wurde. Auch der Nachtmittag verlief in Sachen Güterzügen wenig erfolgreich. Wir fanden zwar halbwegs gute Stellen, doch der Güterzug wollte nicht kommen. So ging der Nachmittag vorbei und wir mussten wieder eine Stelle für den XPT suchen. Kurz vor Coutamundra fanden wir zwei geeignete Spots, was uns dazu bewog uns aufzuteilen.
XPT der NSWTL in Jindalee


Als Gubi mich wieder eingesammelt hatte, kamen wir auf die Idee einer Verfolgung, was uns einen weiteren Nachschuss des XPT bescherte.
XPT der NSWTL in Cunningar


Schade war dabei, dass uns ein weiterer Güterzug unfotografierbar entgegen kam. Schliesslich warteten wir im letzten Sonnenlicht von Cunnigar vergeblich auf einen weiteren Güterzug.


Donnerstag 9.7.2015 Yass – Albury
Als wir an diesem Morgen aus dem Fenster schauten, beobachteten wir ein Ureuropäisches Wetterphänomen: den Nebel. Trotzdem setzten wir uns ins Auto und hofften der Suppe entfliehen zu können. Dies gelang uns tatsächlich. Allerdings hatte sich am Himmel inzwischen auch noch anderes Geschmiere breitgemacht. Trotzdem stellten wir uns bei der Stelle von Cunnigar auf. Kaum angekommen, hörten wir auch schon, wie sich einige Dieselloks anschlichen. Leider waren sie etwas zu langsam, so dass die Sonne schon etwas im Schmodder war, als der Zug uns erreichte.
NR class der PN in Cunningar


Da das Wetter gegen Süden tendenziell besser war, entschieden wir uns weiter in diese Richtung zu fahren. Wie sich schnell herausstellte, wurde die Strecke hinter Coutamundra flach und langweilig. Daran änderte auch die Kehrschleife von Bethungra nichts. Das Ganze ist eine recht witzige Installation, denn es führt nur das Berggleis über diese 360°-Kehre. Das Talgleis ist gerade und hat dementsprechend eine etwas grössere Steigung. Fotografierbar ist der Spass jedoch nicht wirklich. Wieder einmal machte sich nämlich das Australienproblem bemerkbar, ihr wisst ja Mittelschweden mit Eukalyptus. Neben dem Mittelschweden und Litauenproblem beinhaltet dieses Australienproblem auch noch das USA-Problem, sprich es ist alles eingezäunt. So kommt man oft nicht einmal an den Orten an die Strecke, wo man eigentlich etwas machen könnte. Ohne weiteres Bild ging es daher weiter bis Junee. Am hiesigen Bahnhof schauten wir unserem Güterzug zu und bemerkten, dass dort noch einige Privatbahnloks rumstanden, so zum Beispiel eine MZ der Independent Rail of Australia. Leider war diese sehr unfotogen abgestellt. Etwas ausserhalb vom Ort sahen wir ebenfalls noch einen Privatbahnzug, der in ein improvisiertes Containerterminal fuhr. Vor der Stadt Wagga Wagga erblickten wir schliesslich eine lange Stelzenbrücke, die die Bahn wohl vor Überschwemmungen schützen sollte. Da das Wetter sich zu diesem Zeitpunkt gerade besonders Mühe gab, beschlossen wir an dieser Stelle auf den XPT aus Melbourne zu warten. Dieser kam mit einigen Minuten Verspätung bei bestem Wetter.
XPT der NSWTL in Wagga Wagga


Der Gegenzug sollte indes auf der anderen Seite des Ortes festgehalten werden. Leider quoll es innerhalb von rund einer halben Stunde aber wieder massiv auf, so dass dieser Zug nicht im Licht kam. Nach den beiden XPT setzten wir unseren Weg ebenfalls in Richtung Melbourne fort. Etwas hinter Wagga Wagge rangierten gerade zwei Loks der QUBE Logistics vor einen Getreidezug. Zwar fuhr auch dieser Zug gegen das Licht, doch wenn man schon einmal einen Güterzug im Nacken hat, dann sucht man sich auch eine Stelle. Nach langem Suchen wurden wir schliesslich kurz vor Albury fündig.
RL class der Qube in Gerogery


Mit diesem Bild in der Tasche ging es an Albury vorbei über den Murray nach Victoria. Auf der anderen Seite des Flusses fanden wir auf die Schnelle allerdings keine Stelle, weshalb wir das Unterfangen auf Grund der untergehenden Sonne beendeten und vorerst nach Albury und damit nach New South Wales zurückkehrten. Beim Einchecken ins Motels erzählte man uns, dass in den nächsten Tagen der Winter einkehren und es Schnee geben würde. Zumindest in den Bergen sei dies der Fall, im Flachland werde es einfach nur kalt und nass. Wenig begeistert von dieser Prognose schmissen wir unsere sieben Sachen aufs Zimmer und schauten uns anschliessend den Bahnhof an. Hier stand noch immer unser Güterzug mit den QUBE Loks. Interessanterweise hatte er nun eine dritte Maschine erhalten. Die Loks standen jedoch so ungünstig, dass man kein Foto machen konnte. Etwas besser sah dies derweil beim Zug der V/Line aus. Von diesem konnte immerhin ein Dämmerungsbild angefertigt werden.
N class der V/Line in Albury