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Trains Down Under - Teil 3: V like very bad weather

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Freitag 10.7.2015 Albury – Melbourne
Wie die Dame am Abend zuvor vorausgesagt hatte, war das Wetter an diesem Morgen schlecht. Die Wetterprognosen meinten jedoch, dass es in der Region von Melbourne am Abend noch Sonne geben könnte. So entschlossen wir uns die rund 300km in Richtung Melbourne zu fahren. Auf dem Weg nach Süden unternahmen wir dabei einen Versuch einen V/Line Zug bei schlechtem Wetter gescheit umzusetzen.
N class der V/Line zwischen Wangaratta und Glenrowan


Mit dem stetigen Drang nach Süden zu streben erreichten wir schliesslich Seymour. Dort trifft die Strecke Sydney – Melbourne auf diejenige von Sheparton nach Melbourne. Da letztere in der hier üblichen irischen Breitspur (1600mm) trassiert ist, liegen auf der Strecke zwischen Melbourne und Seymour immer drei bis vier Gleise. Die Breitspur ist auf Grund des regen Personenverkehrs stets Doppelspurig. Einst gab es zwischen Seymour und Albury ebenfalls ein Breitspurgleis. Dies wurde jedoch zu Gunsten eines zweiten Normalspurgleises aufgegeben. Als Konsequenz musste die V/Line einige ihrer Fahrzeuge umspuren, so dass sie weiterhin von Melbourne nach Albury fahren kann. Am Bahnhof von Seymour kündigte sich derweil eine S-Bahn aus Melbourne an. „Dies könnte ev. einer dieser neuen VLocity-Triebwagen sein“, vermutete ich. Es kamen dann jedoch drei Sprinter. Wir versuchten die Triebwagen im Bahnhof umzusetzen und mussten ein weiteres Mal feststellen, dass man in australischen Bahnhöfen keine wirklich gescheiten Bilder anfertigen kann. Weiter ging es an die Strecke in Richtung Kilmore, dort fanden wir erst einen Güterzug auf einem unfotogenen Nebengleis. Anschliessend stellten wir uns für den Regio nach Albury.
N class der V/Line zwischen Kilmore East und Broadford


Einige Kilometer weiter erreichten wir Wandong. Dort warteten wir auf einen Regio nach Sheparton, der tatsächlich in der Sonne kam. Wie derjenige nach Albury wird dieser Zug mit einer Lokomotive der N Klasse gefahren, nur eben mit der breitspurigen Variante.
N class der V/Line in Wandong


Nach längerem erfolglosen Suchen fanden wir schliesslich bei der Heathcote Junction eine Stelle, bei der wir auf einen Güterzug hofften. Immerhin kamen an dieser Stelle die nächsten Sprinter im Licht.
Baureihe Sprinter der V/Line in Heathcote Junction


Als sich die Sonne endgültig hinter den Wolken verabschiedet hatte, kam auch noch ein Containerzug auf der Normalspur. Dank der sehr bescheidenen Lichtverhältnisse war daraus jedoch nichts mehr zu machen. Schliesslich endete unsere Reise am Stadtrand von Melbourne im Best Westen in der Nähe des Flughafens.


Samstag 11.7.2015 Melbourne – Wagga Wagga
Beim Gang zum Frühstück bemerkten wir, dass es am Himmel neben viel Gewölk auch einige blaue Flecken hatte. Voller Hoffnung fuhren wir deshalb an einen Bahnübergang in der Fläche, den wir Tags zuvor als machbar befunden hatten. Obwohl es an der Stelle immer mal wieder aufklarte, war ein Güterzug der QR National das einzige, was in der Sonne kam. Der Zug wäre an sich ganz nett gewesen, doch leider kam er von hinten und damit aus der Sonne. Etwas enttäuscht verzogen wir uns nach dem Sheparton-Regio an die Banhofsstelle von Wandong.
N class der V/Line zwischen Craigieburn und Wallan


In Wandong kam die S-Bahn nach Seymour immerhin mit einem VLocity.
VLocity der V/Line in Wandong


Gefrustet vom schlechten Wetter beschlossen wir weiter nach Norden zu fahren. Ohne grossen Faxen ging es hoch nach Wagga Wagga. Auf der Fahrt wurden derweil auch unsere Frage beantwortet, ob es in dieser Region auch so richtig regnen kann. Antwort: Es kann und dies verdammt lange und verdammt intensiv!


Sonntag 12.7.2015 Wagga Wagga – Bathurst
Unsere Hoffnung, dass sich die Wolken, nach den intensiven Regenfällen vom Samstag endlich ausgeregnet hatten, waren leider unberechtigt. So ging es mit mässiger Motivation weiter in Richtung Bathurst. Da man von Sydney über Bathurst und Broken Hill weiter nach Adelaide und Perth fahren kann, erhofften wir uns dort etwas mehr Verkehr. Ausserdem versprachen die Recherchen im Bereich zwischen Bathurst und Lithgow einige gute Stellen. Nach dem wir bei Coutamundra die Eisenbahn verlassen hatten, trafen wir bei Blayney endlich wieder auf die Strecke. Bei eher schlechtem Wetter fuhren wir nun die Strecke nach Bathurst ab und fanden einige interessante Stellen, die wir uns auf der Karte markierten. In Bathurst erweiterten wir unseren FastFood Horizont und besuchten einen Hungry Jacks. Das Logo sah sehr Burger King ähnlich aus und auch die Werbung versprach etwa selbiges wie der BK. Das abschliessende Fazit war jedoch, dass dies der billige Bruder vom BK sein musste. Ich hatte noch einen solch schlechten Wopper gegessen, wie in diesem hungrigen Jakob. Nach einer Hotelreservation ging es dann weiter auf Stellensuch in Richtung Lithgow. Die Suche nach Stellen war dabei erfolgreich, was uns jedoch beunruhigte war die Tatsache, dass wir bis nach Lithgow keinen Zug sahen. In Lithgow angekommen begaben wir uns zum Zig-Zag. Die Spitzkehre hinter Lithgow ist eine alte Streckenführung, die heute noch von einer Museumsbahn betrieben wird. Laut einem Bild im Internet ist es möglich beide Strecken auf ein Bild zu kriegen. Diese Stelle wollten wir zum Abschluss des Tages noch suchen. Während rund einer Stunde steuerten wir deshalb etwas planlos durch die Hügel gleich hinter dem Zig-Zag und suchten eine geeignete Stelle, was uns aber nicht so richtig gelingen wollte. Irgendwann war es dann sowieso sinnlos, weil die Dunkelheit schon recht vorgeschritten war. Dies zeigte sich unter anderem darin, dass uns nun diverse Zwergkängurus vor den Füssen rumtanzten. Mit der Hoffnung endlich mal wieder diese helle weisse Scheibe am Himmel fuhren wir deshalb ohne Eisenbahnbild nach Bathurst zurück. Dabei ereignete sich ein Wetterphänomen mit dem wir nun wirklich nicht gerechnet hatten: Es begann zu schneien und dies so intensiv, dass die Strassen teils mit Schnee bedeckt waren!