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Trains Down Under - Teil 6: Das Drama von Sandy Hollow

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Samstag 18.7.2015 Muswellbrooke – Muswellbrooke
Anfang Woche hatte uns die Prognose fürs Wochenende viel Sonne versprochen. Je länger die Woche jedoch dauerte, desto schlechter wurden die Prognosen. Gespannt schauten wir als an diesem Samstag aus dem Fenster und entdeckten blauen Himmel mit einigen Wolken. Trotz viel blau wollte die Sonne allerdings nicht so richtig aufgehen. Als wir das Hotel verliessen, wurde uns dann auch klar warum: Wir befand uns gerade an der Wettergrenze. Immerhin wars in Richtung Denman so richtig schön. Guten Mutes fuhren wir also an diesem Denman vorbei und stellten uns bei Myambat an die Strecke. Wir brauchten nicht lange zu warten, da wurde das Signal vor uns eingeschaltet und der Zug kam von hinten. Wenig später kam auch einer von vorne. Zu unserer Freude hatte man der vordersten 90er der National Pacific eine gelbe Front verpasst.
90 class der PN zwischen Denman und Sandy Hollow


Nach diesem erfolgreichen Erlebnis ging es weiter nach Sandy Hollow. Unsere Zweifel, dass wir um 11 Uhr etwas wenig Seitenlicht haben könnten, waren schnell entkräftet. So ging es bei wolkenlosem Himmel ein zweites Mal den Berg hinauf zum Affenfelsen. Oben angekommen, kamen in kurzer Folge ein Container- und zwei Kohlezüge von hinten. Nach diesen Zügen war während zwei Stunden kein Betrieb. In diesen zwei Stunden hatten wir Gelegenheit zu beobachten, wie die Wettergrenze immer näher zu uns vorrückte. Erst zauberten einige Quellwolken Flecken in die Landschaft, dann bedrohte eine breite Front die Sonne. Um die Dramatik noch etwas zu steigern, begann es nun hinter dem Horizont zu quietschen. Endlich nach 3,5 Stunden warten kam nun ein Zug aus der richtigen Richtung. Doch würde das noch reichen? Der Schleier war bereits sehr nahe an der Sonne. Der bange Blick ging nach vorn, wo die Loks nun durch eine Baumreihe zogen. Dann nach oben, wo der Schleier nicht mehr weit von der Sonne war. Dann wieder nach vorne, wo sich uns vier sehr fotogene Loks der Glencore präsentierten. Dann wieder nach oben, wo der Schleier die Sonne schon fast erreicht hatte. „Gib gas!“, meinte Gubi. Doch es war zu spät, der Schleier hatte die Sonne etwa 30 Sekunden vor dem Auslösezeitpunkt erreicht. Das war mal wieder eine negative Punktlandung per Excellence und die Enttäuschung der Tour. Gubi nahms derweil persönlich und meinte: „Petrus hat uns soeben ein grosses persönliches ‚F*** you’ gesendet.“ Extrem gefrustet gings zurück ins Auto wo wir uns entschieden noch einmal in Richtung Ulan zu fahren. Wie sich herausstellte, war der Weg dorthin vor allem eines: lange. Nach der Fahrt über einen kleinen Pass erreichten wir schliesslich eine Hochebene. Hier schauten wir uns einige Spots an, mussten jedoch erkennen, dass die meisten Stellen genau in der Achse der Sonne waren. So fuhren wir weiter, bis die Strasse bei einer Mine gesperrt war. Auf dem Rückweg fanden wir einen Bahnübergang, den man hätte umsetzen können. Da gerade ein Zug in die falsche Richtung losfuhr, entschieden wir uns jedoch zu gehen. Schliesslich hatten wir einen langen Weg vor uns und Nachtfahrten sind in Australien auf Grund der vielen Kängurus nicht ganz ungefährlich. Auf unserem Weg zurück bemerkten wir allerdings relativ rasch, dass der eine Kohlezug in der Kreuzen stand. Wir stressten zurück an die Stelle beim Bahnübergang. Das Unterfangen war jedoch verschenkte Liebesmüh, denn inzwischen hatte sich die Sonne hinter einer Wolke verabschiedet. Ohne ein Bild zu machen, drehten wir erneut und machten uns auf den Rückweg. Auf dem Weg nach Sandy Hollow und Muswellbrook holten wir unterdessen den einen Kohlezug nochmals ein, so dass wir noch ein Streiflichtbild machen konnten. Linderung für die Wunden der Enttäuschung, die dieser Tag mit sich brachte, war dieses Bild jedoch kaum.
90 class der PN zwischen Wollar und Bylong



Sonntag 19.7.2015 Muswellbrooke – Muswellbrooke
Der Blick aus dem Fenster verhiess einiges weniger als am Tag zuvor. Es hatte einige Schleier am Himmel und die Sonne schien nicht. Wir drehten uns deshalb nochmals und nahmen eine weitere Mütze Schlaf. Anschliessend gings gemütlich zum Morgenessen, dass uns allerdings nicht restlos überzeugte. Weiter ging es zum lokalen Hardwarestore. In Gubis Übergangsstecker war nämlich die Sicherung kaputtgegangen. Leider fanden wir weder in den beiden Hardwarestores noch im lokalen Supermarkt eine Sicherung. In letzterem gab es aber immerhin einen anderen Übergangsstecker. Somit war auch ich mit so einem Teil ausgerüstet, von meinen Übergangssteckern passte nämlich keiner auf die australische Dose mit den abgeschrägten Kontakten. Anschliessend fuhren wir nochmals nach Sandy Hollow. Dort angekommen gab es immerhin eine kleine Chance auf ein Sonnenbild. So packten wir unsere Rucksäcke und zogen die Wanderschuhe an. Kaum fertig mit den Vorbereitungen stand die Polizei hinter uns. Natürlich wollte der nette Herr wissen, was wir an dieser Stelle genau machen würden. Wir erklärten ihm unser Vorhaben, worauf er antwortete, dass dies natürlich ein besonders guter Spot wäre. Nach einem kurzen Blick auf Gubis Führerschein, fragte er uns ob wie für den Notfall gerüstet seien. Ob das Handy Empfang hat, ob wir genügend Wasser dabei hätten, usw. Wir beantworteten geduldig seine Fragen, worauf er uns einen schönen Tag wünschte und wieder verschwand. Die Tour auf den Affenfelsen war für uns inzwischen so zum Alltag geworden, dass ich den Weg durch den Eukalyptusdschungel nun schon blind fand. Oben angekommen, hatten wir noch kurz etwas Sonne, ehe das Wetter sich ganz verabschiedete. Trotz des schlechten Wetters wollte Gubi noch ein Bild machen, schliesslich war die Landschaft zwar schlecht, aber dafür regelmässig ausgeleuchtet. Wir brauchten diesmal nicht all zu lange zu warten, da kam auch schon der passende Zug. Zwar hatten wir nun ein Bild, doch wollte Gubi trotzdem noch warten, es konnte ja sein, dass es nochmals aufriss. Als rund 30 Minuten später die ersten Regenschwaden am Horizont zu erkennen waren, wurde es allerdings auch ihm zu bunt. So verliessen wir den Affenfelsen und stellten uns anschliessend bei einem Bahnübergang bei Denman nochmals auf. Wenig überraschend kam der Zug hier nicht im Licht. Auf der weiteren Fahrt in Richtung Muswellbrook sahen wir dann einen Zug in einer Kreuzungsstation. Wir drehten und wollten uns für diesen aufstellen, leider war der Zug vor uns an der Stelle. Da der Zug nicht im Licht kam, störte uns dies jedoch wenig. Da es in Richtung Singelton nun merklich aufriss, entschieden wir uns in der Folge in Richtung Süden aufzubrechen. Dort fanden wir zwar Licht und Züge, doch fehlten uns wieder einmal die geeigneten Stellen. Überall wo etwas gegangen wäre, war die Sonne nämlich in der Achse. Ohne Sonnenbild endete dieser Tag deshalb im lokalen McDonalds. Immerhin kann man sich in Australien den Burger selber zusammenbauen, so wird das Frustfressen bei Maccie D. dann auch etwas erfolgreicher.