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Trains Down Under - Teil 14: Die To-do-Liste wird kleiner!

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Dienstag 4.8.2015 Christchurch – Kaikoura
Da der Wetterbericht für den Nachmittag gutes Wetter angesagt hatte, entschieden wir uns am Morgen an eine Stelle in Ethelton zu fahren. Wir hatten Bilder von der Stelle im Internet gesehen, weshalb wir sie einigermassen blind anfuhren. In Ethelton angekommen gabs dann ein erstes „Ups“. Die Hügel im Hintergrund der Stelle beschatteten das Motiv nämlich ordentlich. Ausserdem hatte es wieder einmal einen Stacheldraht. Dieser war jedoch nicht durchgängig. David kämpfte sich deshalb durchs Dickicht, während ich durchs Tor auf die Viehweide hinter dem Stacheldraht ging. Uns war dabei noch immer nicht so ganz klar, wie sehr es den Neuseeländer stört, wenn man seine Weide betritt. Da jedoch einige Hinterlassenschaften vom Schafen und Kühen auf der Wiese lagen und das Grass nicht besonders hoch war, konnte ich mir keinen Reim machen, wieso sich der Bauer an meiner Anwesenheit stören sollte. Zudem war das Tor nicht mit einem Schloss gesichert und ein No-Trespassing-Schild war auch nicht vorhanden. Im Endeffekt brachte das Betreten der Weide allerdings nicht allzu viel, denn am Schluss standen David und ich am Zaun, nur eben er rechts und ich links. Kaum postiert kam auch schon Auto in Langsamfahrt. Das Fenster ging runter und es wurde gefragt, was wir hier tun. Dann meinte der Fahrer: „You are on the wrong side oft the f***ing fence, get out!“ Ich wollte zurück zum Tor, worauf der Bauer drauf bestand, dass ich über den Zaun klettern sollte. Dies tat ich dann auch, worauf ich mir die Hose zerriss. Kollateralschaden nennt man das dann wohl. Dieser beunruhigte mich jedoch weniger als der Zug, der irgendwie nicht kommen wollte. Dies war vorerst allerdings kein Problem, denn die Schatten wurden ja immer weniger und auch die Restbewölkung löste sich nun immer mehr auf. Unsere Frage, ob der Zug überhaupt noch kommen würde, wurde derweil gegen 14 Uhr beantwortet, als der Gegenzug von Hinten kam. Wir entschieden uns, diesem Zug nach Oaro vorauszufahren. Da der Zug bei Zeiten unterwegs war, rechneten wir uns dort Chancen auf ein Sonnenbild aus. An der Stelle begann dann das bange Warten, war doch die Sonne schon wieder sehr nah am Hügel hinter uns. Doch wieder einmal hatte man Erbarmen mit uns, so kam der Zug rund fünf Minuten vor Sonnenuntergang.
DXC class der KR in Oaro


Zufrieden, dass zumindest diese Stelle geklappte hatte, konsultierten wir den Wetterbericht, der auf für die nächsten beiden Tage einigermassen anständiges Wetter in der Region Kaikoura voraussagte. Wir entschieden uns deshalb noch einmal in Kaikoura zu übernachten.



Mittwoch 5.8.2015 Kaikoura – Kaikoura
Nachdem wir eine Woche zuvor die Kreuzung am Morgen in Kaikoura knapp verpasst hätten, wollten wir an diesem Morgen etwas früher an der Strecke sein. So waren wir bereits um acht Uhr am Bahnhof und wieder stand da ein Zug. Der Nordfahrer war an diesem Morgen tatsächlich noch eine Stunde früher unterwegs, als eine Woche zuvor. Weil wir beim Hotel etwas scheppern gehört hatten, war David der Meinung, dass die Züge schon gekreuzt hatten. Er wollte deshalb eine Stelle südlich von Kaikoura machen. Ich war mir jedoch überhaupt nicht sicher, ob wir nicht den Nordfahrer gehört hatten. Ausserdem war es wohl schwierig den Südfahrer noch einzuholen, wenn er denn schon durch war. Alternativ hängten wir uns deshalb an den Nordfahrer, dies obwohl über den Bergen noch einiges an Restbewölkung hing. In Waipapa Bay erspähten wir schliesslich den Südfahrer, er war also noch nicht durch und wartete hier auf den Nordfahrer. Wir drehten deshalb und stellten uns an der Stelle am Ortseingang von Kaikoura mit Bergen und Meer auf. Dies klappte sehr gut, weil es über dem Meer keine Bewölkung gab.
DXR class der KR in Kaikoura


Anschliessend wollten wir zur Flussbrücke auf der anderen Seite von Kaikoura. Dieses Foto gelang jedoch nicht, weil es bereits zu viel Gegenlicht hatte. Also ging es weiter nach Ethelton. Wir hatten uns inzwischen ausgerechnet, dass der Zug etwa um 11 Uhr dort sein musste, was von der Lichtsituation ein brauchbares Bild ergeben sollte. So war es dann auch, als der Zug wie berechnet einige Minuten nach 11 Uhr an uns vorbeifuhr.
DXR class der KR in Ethelton


Blieb die Frage, was man mit dem Rest des Tages anfangen sollte. Wir entschieden uns nach Claverley zu fahren. In diesem Dorf trifft die Bahn auf die Küste. Leider ergaben sich hier aber keine Stellen. So ging es einmal mehr nach Oaro, wo wir der Strecke entlang in Richtung Christchurch liefen. Als wir dabei auf dem Eisenbahnerweg, die hier offizieller Wanderweg ist, entlangliefen, entdeckten wir in der Uferverbauung einen Kessel. Eine genaue Inspektion ergab, dass es sich um eine Schmalspurdampflok mit Zug handelte.
Oaro


Da die Strecke unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg fertiggestellt wurde, waren die Schrottpreise extrem im Keller, weshalb man diesen Zug anscheinend als Uferverbauung entsorgte. Leider fanden wir auf unserem rund zwei Kilometer langen Marsch neben dem Schrottzug nur eine einsame Robbe und fast keine Stellen.
Unidentifiziert der KR in Oaro


Einzig eine Kurve schien zu funktionieren, es gab jedoch drei Fragezeichen: 1. Würde der Zug zur Planzeit Seitenlicht haben? 2. Würde die Sonne überhaupt noch über dem Hügel stehen? 3. Würden wir nicht von einem Bauer verscheucht, weil wir in seiner Weide standen? Gerade die Fragen nach dem Licht liessen uns deshalb die Stelle canceln. Wir entschieden uns stattdessen an der Eisenbahnbrücke in Oaro zu stehen. Dort hatte sich am Ende des Flusses ein kleiner See gebildet, den wir für eine Spiegelung gebrauchen wollten. Das mit der Spiegelung hätte derweil prima geklappt. Das Problem war einzig, dass der Zug 20 Minuten später kam als am Vortag, damit kam er etwa fünf Minuten nach dem Sonnenuntergang.