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Welcome to Rosamunde Pilcher County... Part 13

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14.9.2015

Da das Wetter für heute morgen schlecht vermeldet war, haben wir nicht allzu früh die Köpfe aus dem ersten B des B&B gesteckt und festgestellt: ja es regnet. So war definitiv kein Stress angesagt beim zweiten B des B&B. So gegen neun wagten wir uns dann mal aus dem Haus und fuhren los einmal quer durch die Stadt. Auf der Westseite von Plymouth gibt es einige charakteristische Stadt-Fotostellen welche wir mal aufsuchten. Wir fanden sie zwar, angesichts der auch hier wuchernden Vegetation und des Wetters verzichteten wir dann aber darauf einen Zug abzuwarten und fuhren weiter. Mit der Fähre setzen wir rüber über den River Tamar nach Cornwall. Die gestrige Fotosichtung im WWW hat einige nette Fotostellen zwischen Plymouth und Bodmin ergeben. Trotz dem regnerischen Wetter fuhren wir die entsprechend vermuteten Stellen mal für eine Detailbesichtigung an. Nicht immer war uns klar wo die Fotografen gestanden sind und so ist vor Ort Recherche halt unabdingbar. Hilft dann auch wenn es mal schnell gehen muss wenn man weiss wo man das Fahrzeug parken kann und wo man wie lange hinlaufen muss. Die Fotopunkte akribisch auf der Karte vermerkt gelangten wir nach Bodmin, wo wir angesichts des immer noch vorherrschenden Nass von oben die dort ansässige Museumsbahn aufsuchten und uns eine Fahrt von Bodmin nach Bodmin Parkway und zurück genehmigten.

4200 Class 4247 der BWR zwischen Bodmin Parkway und Bodmin


4200 Class 4247 der BWR zwischen Bodmin Parkway und Bodmin


Die Bodmin and Wenford Railway (Wikipedia und Bodminrailway) betreibt die Branchline von Bodmin Parkway nach Bodmin und weiter nach Boscard Junction. Es sind dies alles Überreste von einigen Branchlines in der Gegend. Verlängerungen ab Boscard Junction in Richtung Wadebrige sind angedacht. Der erste Teil von Bodmin Parkway nach Bodmin wurde ursprünglich gebaut um das Städtchen Bodmin an die Cornish Main Line anzuschliessen, welche vor den Toren von Bodmin durchfuhr und nur in Bodmin Parkway halt machte (wie heute auch). Wir genossen die kurzweilige Fahrt in typischen Slam-Door Fahrzeugen des Typs Mk-1. Für uns erstaunlich (hier in der Schweiz fast undenkbar) war, dass auf einer an sich recht kleinen Museumsbahn an einem Montag überhaupt gefahren wurde, das Ganze noch mit Dampf UND der Zug zudem ansehnlich gefüllt war! Immer wieder erstaunlich wie fest verwurzelt Museumsbahnen in Grossbritannien sind.
In Bodmin Parkway hätte es an sich noch gerade ein Foto mit einem Regelzug geben sollen - wenn er denn nicht 5min zu spät dran gewesen wäre. So gab es halt nur eine Foto der Fussgängerbrücke:

NR in Bodmin Parkway


Bei der Rückfahrt begann es dann endlich langsam aufzureissen. Wir entschlossen uns daher an eine am Morgen besichtigte Fotostelle zu fahren, genauer zum St Pinnock Viaduct. Unser Fahrzeug konnten wir direkt am Fusse der Brücke abstellen, dafür durften wir dann rund 70m in die Höhe kraxeln. Zum Glück hatte es einen kleinen Waldweg. Das Wetter war sehr wechselhaft. Innert Minutenfrist konnte man von Sonnenschein bis zum Regenschauer alles erleben. So wurden wir zwischendurch trotz einem schützenden Baum auch mal wieder etwas angefeuchtet.
Der erste Zug kam leider passend zu einer grösseren Wolke vorbei. Beim zweiten Zug passte es dann besser.

Class 150 120 der GW zwischen Liskeard und Bodmin Parkway


Da es nun wieder kurz mal richtig zu schütten begann war nun die Frage im Raum bleiben oder gehen. Wir entschlossen uns zu gehen, liefen zurück zum Auto, setzten uns rein und fuhren los. Wie wir auf der Hauptstrasse waren und in die Richtung fuhren woher das Wetter kam sahen wir vor Allem eines - gaanz viel blau, so dass wir die Entscheidung zu gehen nochmals überdachten und zurückfuhren. Auto am Fusse der Brücke hingestellt und 10min später waren wir wieder zur Fotostelle hochgelaufen. Zu unserem teilweisen Frust ging das Wolkenloch aber nur knapp über uns durch, sondern eher über der anderen Talseite.
Der in Realtimetrains angekündigte Güterzug kam dann aber fast im Volllicht - es handelte sich um die Überfuhr einer Stopfmaschine von Colas Rail. Gleich verhielt es sich beim vorauseilenden HST:

Class 43 177 der GW zwischen Liskeard und Bodmin Parkway


Plasser & Theurer 08-16(32)U RT 73805 der CR zwischen Liskeard und Bodmin Parkway


Wir warteten noch den nächsten HST ab, welcher aber erneut nur im Halblicht kam, bevor wir zurück zum Fahrzeug liefen. Beim wegfahren schüttete es wieder...
Da für den morgigen Tag im äussersten Westen von Cornwall zumindest für den morgen recht vernünftiges Wetter angekündigt war, hatten wir ein B&B in Cornwall gebucht. Mangels vernünftiger Möglichkeiten leider nicht ganz dort wo wir wollten - in der Umgebung von Penzance - sondern etwas weiter nördlich in Newquay. Unser Ziel war eigentlich die Strecke von St.Erth via Carbis Bay nach St.Ives. Diese Stichstrecke wird den Sommer durch im Stundentakt betrieben und hilft so mit die Strassen in St.Ives etwas zu entlasten. St.Ives ist ein bekannter Ferienort und zieht dementsprechend viele Touristen an. Mitunter hilft dabei sicher auch, dass das Städtchen vielen auch als "Porthkerris" bekannt sein dürfte. Diesen Namen trägt das Städtchen nämlich in zahllosen Verfilmungen von Rosamunde Pilcher Romanen wo der Ort als Filmkulisse dient. Getreu dem Motto dieser Beitragsreihe sind wir nun endgültig im Herzern von Rosamunde Pilcher County angekommen.
Da das Wetter in Richtung äusserster Westen durchaus Potential versprach entschieden wir uns den Versuch zu wagen und fuhren noch nach St.Ives um auch etwas Stellensuche zu betreiben.
Das Auto stellten wir in Carbis Bay an die Haltestelle und machten uns danach zu Fuss auf in Richtung Golfplatz. Das Wetter war wie den ganzen Tag über sehr wechselhaft. Sonne wechselte sich Wolken im Minutentakt. Zwischendurch gab es auch einmal ein paar Regentropfen. Die Aussicht auf die Küste zeigte ein entsprechendes Bild:

Carbis Bay



Leider klappte es aber mit den Zügen nicht wie gewünscht, bei Durchfahrt des nächsten Zugspaares - die Züge haben in St.Ives jeweils eine Kurzwende - war es beide Male halbdunkel, wenn auch nicht viel fehlte...

Class 150 216 der GW zwischen Carbis Bay und Lelant


Class 150 216 der GW zwischen Carbis Bay und Lelant


Class 150 216 der GW zwischen Carbis Bay und Lelant


Leider stiegen die Chancen auf Sonne nicht - im Gegenteil mussten wir uns dann noch fast sputen um trockenen Fusses zu unserem Auto zu gelangen. Nichtsdestotrotz sind wir dank des Ausfluges heute für den morgigen Tag gerüstet. Mal sehen wie das Wetter wird.
Uns stand nun noch eine knapp stündige Fahrt nach Newquay bevor die Wettermässig nochmals eine Zusammenfassung des Tages zeigte. In Newquay hörte es dann gerade auf mit Regnen, als wir ins B&B einquartierten.
Zum Essen wählten wir heute einen Mexikaner. Zwei feine Fajitas später konnten durften wir dann unter einem regelrechten Wolkenbruch zurück ins B&B rennen. Tropfte es beim Verlassen des Lokales leicht, goss es 3min später bei Ankunft im B&B wie aus Kübeln. Tja, morgen soll es besser werden - mal sehen....


15.9.2015
Schon recht früh machten wir uns auf den rund einstündigen Weg zurück nach St.Ives. Wir hätten uns diesen zweimaligen Weg gerne erspart, aber die Gegend um St.Ives war recht gut gebucht und preislich auch nicht gerade in unseren Vorstellungen gelegen, so dass wir halt die Fahrerei auf uns genommen haben.
Erste Anlaufstelle war Carbis Bay. Kurz hinter dem Bahnhof hatten wir gestern eine nette Stelle ausgemacht, welche wir direkt ansteuerten. Schon mit dem ersten durchfahrenden Zug hatten wir die Stelle abgehakt, Das Wetter spielte aktuell mit, es herrschte Eitel Sonnenschein. Um die Ecke kam heute eine Doppeltraktion Class 150.

Class 150 216 der GW in Carbis Bay


Wir verschoben uns auf dem Küstenweg ein paar Meter weiter in Richtung Golfplatz. Was nun folgte war aber so nicht so wirklich geplant. Bis zur nächsten Zugsleistung begannen nun einige Wolken aufzuziehen. Diese waren recht schnell unterwegs. Obwohl ein an sich nur schmales Band, gingen die immer gerade so durch, dass wir jeweils voll den Schatten abkriegten. Problem ist, wenn dies natürlich genau dann passiert wenn ein Zug durch kommt. Und genau das war bei allen vier Versuchen hier einen zug aufzunehmen der Fall :(
Das war noch das Beste was wir hatten - es fehlten Sekunden...:

Class 150 216 der GW zwischen Carbis Bay und Lelant


Etwas genervt zogen wir von dannen und liefen zu Fuss nach St.Ives rüber. Oberhalb des Bahnhofes gab es eine Möglichkeit den Zug bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof zu fotografieren. Leider war die Wolkensituation hier nicht besser. Es brauchte zwei Anläufe bis was halbwegs gescheites entstand.

Class 150 216 der GW in St. Ives


Class 150 216 der GW in St. Ives


Die Wolkensituation war sowieso nicht wirklich berauschend. Inzwischen waren nicht nur schnell ziehende Wolken da, sondern auch eine fast durchgehende Schmodderschicht, welche immer dichter zu werden schien. Wir liefen auf der Hauptstrasse zurück in Richtung Carbis Bay. Dies ermöglichte uns dann auch noch im Supermarkt etwas Verpflegung zu kaufen. Insbesondere die Flüssigkeitsstände waren besorgniserregend tief vor dem Einkauf.

Zurück beim Fahrzeug in Carbis Bay war Standortbestimmung angesagt. Den Gang in Richtung Golfplatz konnten wir uns angesichts des Wetters eigentlich sparen. Der Himmel war inzwischen dicht. Aussicht auf Sonne bestand nicht mehr. Wir entschlossen uns daher schweren Herzens für die Touri-Alternative und fuhren der Küstenstrasse entlang zum Land's End. Es handelt sich hier um den westlichsten Zipfel von "Festland"-Grossbritannien. Das das Ganze etwas touristisch ist war uns klar. Dass das Ganze sooooo Touristisch ist wie es ist aber nicht. Irgendwie waren wir da fast etwas deplatziert. Egal, man war nun da und machte die üblichen Touristenfotos, kauften den üblichen Touristenkram und machte sich dann vom Acker.

Land's End


Land's End


Da hier im äusserten Zipfel von Cornwall wettertechnisch eh nichts mehr zu machen war - die nächsten Tage über war schlecht angesagt. Wir langsam aber sicher auch zurück nach London mussten - in drei Tagen ging unser Flieger zurück in die Schweiz - hatten wir uns ein B&B ausserhalb Plymouth gebucht. Bis dahin hatten wir noch ordentlich Fahrt vor uns. Via Penzance ging es diesmal aufgrund ausgerufener Staus auf der A30 via die A394/A39/A390 in Richtung Plymouth. Wirklich besser war das nicht.Die Strecke ist meist einspurig, Verkehr hatte es nicht weniger und so wurde die Reise auch recht lang. Unterwegs gab es einmal einen Essenshalt in einem Fastfood-Schuppen.
Hinter St.Austell mussten wir nun einmal querfeldein bis zum B&B hinter Plymouth, welches sich in einem kleinen Kaff befand. Querfeldein nahm Chefnavigator David aber etwas gar wörtlich. Die Strässchen die mir da vom Navigator gewiesen wurden, spotteten teilweise jeder Beschreibung. Wenn man links und rechts aus dem Auto schaut und beiderseits nur noch Grünzeugs sieht, welches entlang der Scheiben schrammt, dann ist einerseits fraglich ob die "Strasse" wirklich als solches bezeichnet und befahren werden darf/sollte, andererseits sind die Tempi dann so tief (Schritttempo) dass man auch nicht vorwärts kommt.
Wir verloren dadurch einiges an Zeit. Bis wir in unserem B&B waren war 9 Uhr abends schon durch.