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Vom Winde verweht.. Teil 2

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1.5.2016 Narbonne - Perpignan

Wir machten uns ohne Frühstück schon kurz nach Sonnenaufgang vom Acker. Erstes Ziel war eine Tanke, da unser Peugot etwas Durst hatte. Danach gung es direkt nach Port la Nouvelle. Wir hatten uns diesmal die Morgenstelle am Damm ausgesucht. Erreichbar ist diese nur mittels rund 30min Fussmarsch. Schon auf dem Weg dahin hatten wir so richtig Freude am Mistral. Oben auf der benötigten Felskuppe angekommen begrüsste uns der Mistral endgültig mit voller Wucht. Schon der konstante Wind war mit rund 40-50km/h heftig. Einzelne Böen waren aber noch viel extremer und machten selbst das stehen schwierig. Fotografieren war ebenso nicht einfach, da man ja nicht gerade sehr sicher stehen konnte. Dass das Ganze auch noch entsprechend kalt war war nur Nebensache. Egal, irgendwie fanden wir etwas Schutz hinter einem kleinen Busch und so war es halbwegs erträglich. Wir fotografierten dann einige Züge bevor einige Schleierwolken es nicht gut meinten und sich vor die Sonne schoben.

Z 27760 der SNCF zwischen Narbonne und Port-la-Nouvelle


100 032 der RENFE zwischen Narbonne und Port-la-Nouvelle


100 015 der RENFE zwischen Narbonne und Port-la-Nouvelle


Auch wenn wir einen Güterzug erhofften, so gab es heute kein Losglück.Wir entschlossen uns zu einem Standortwechsel und verschoben wir uns weiter raus auf die Insel um auch den Mittagsblick zu machen. Der Mistral war da nicht schwächer. Auch hier machten wir einige Züge wobei das Licht noch schlechter war. Die Schleierschicht hat endgültig gesiegt.

Z 27500 der SNCF zwischen Narbonne und Port-la-Nouvelle


100 020 der RENFE zwischen Narbonne und Port-la-Nouvelle


TGV Euroduplex (2N2) der SNCF zwischen Narbonne und Port-la-Nouvelle


Wenigstens gab es hier noch einen Güterzug:

BB 37000 der SNCF zwischen Narbonne und Port-la-Nouvelle


BB 37000 der SNCF zwischen Narbonne und Port-la-Nouvelle



Für uns war nun die Frage da: wie weiter?

Wir besuchten zuerst mal den Goldenen M in Sigean und benützten das dortige WiFi. Auch konnten wir so das fehlende Morgenessen wett machen. Kulinarisch war es definitiv kein Höhenflug - McDoof halt...
Wettermässig war die Lage nicht einfach. Der Küstenbereich war komplett zu. Aber es gab eine Option mit dem Namen Train Jaune. Hier sollte es zumindest hell sein für den Nachmittag. Der Fahrplan verhiess zwar eingestellte Strecke zwischen Font Romeu und Latour-de-Carol, aber bis Font Romeu sollte was fahren. So ging es via Perpignan ab in die Berge. Wir verpassten zwar die Abfahrt eines Zuges in Villefranche knapp, aber die guten Stellen sind eh weiter oben. Wir hatten den Zug bald bald eingeholt und überholt. Bei Thues-les-Bains schauten wir uns mal eine erste Stelle an, fanden aber nichts gescheites und so ging es direkt zum Pont Séjourne.
Wir hatten aber vorher recht viel Zeit vertrödelt und so wurde es noch fast knapp, aber es reichte gerade noch mit einem kleinen Spurt.

Z 111 der SNCF in Viaduc Séjourné


Da der Zug bis in die Hochebene besser trassiert ist als die Strasse fuhren wir gleich hoch bis nach La Cabanasse wo wir dem Zug wieder auflauerten.

Z 111 der SNCF zwischen Mont-Louis-La Cabanasse und Planés


Den Fahrzeiten sei Dank reichte es nun aber locker den Zug zu überholen und im nach Bolquère nochmals aufzulauern.

Z 111 der SNCF zwischen Font-Romeu-Odeillo-Via und Bolquère – Eyne


Z 111 der SNCF zwischen Font-Romeu-Odeillo-Via und Bolquère – Eyne


Für die Rückfahrt fanden wir eine passende Stelle kurz nach Font Romeu.

Z 111 der SNCF zwischen Font-Romeu-Odeillo-Via und Bolquère – Eyne


Z 111 der SNCF zwischen Font-Romeu-Odeillo-Via und Bolquère – Eyne


Eine Verfolgung war nun zwecklos, da wir einige Minuten zum Auto zurück brauchten und der Zug hinter La Cabanasse eh schneller ist. Zudem hatte sich im weiteren Talverlauf eine Wolke  ausgebreitet, so dass wir hier auf dem Hochplateau bleiben mussten um Sonnenbilder zu machen. Immerhin war der Mistral hier nicht ganz so stark, dafür war es erfrischende 4°C....
Für den letzten Zug des Tages gemäss online Fahrplan besichtigten wir eine Stelle oberhalb La Cabanasse, respektive kurz vor Bolquere. Dann ging es weiter in Richtung La Cabanasse wo wir zu unserer Überraschung im Bahnhof zwei Züge sahen! Der eine war klar, war es doch unser Zug in Richtung Villefranche, der andere aber hatte Spitzenlichter. Da kommt doch nicht etwa schon was....
Wir stellten uns unverzüglich bei Bolquère hin und tatsächlich kam gleich drauf der Zug daher gefahren.

Z 105 der SNCF zwischen Mont-Louis-La Cabanasse und Bolquère-Eyne


Da der Zug für unsere von der SNCF Webseite heruntergeladenen PDF Fahrpläne komplett ausser Plan kam spekulierten wir auf einen Dienstzug und fuhren nach Font Romeu um zu sehen ob der weiterfährt. Tat er aber nicht, im Gegenteil, es stiegen Reisende aus. Ein Blick in den lokalen Aushangfahrplan gab die Antwort: Es war der letzte Zug des Tages, welcher jedoch andere Fahrzeiten hat als uns unser PDF Fahrplan weis machen will. Tja. Zugegeben ist die SNCF Webseite diesbezüglich eh ein Chaos und die Fahrpläne in dem Land schlicht nicht lesbar ob all der Fussnoten, Bauarbeiten, Ausnahmefälle, etc pp...
So ging es nicht nach Latour-de-Caroil sondern in den Bereich zwischen Font-Romeu und BolquÄ—re wo wir dem Zug auf der Rückfahrt auflauerten.

Z 105 der SNCF zwischen Font-Romeu-Odeillo-Via und Bolquère – Eyne


Z 105 der SNCF zwischen Font-Romeu-Odeillo-Via und Bolquère – Eyne


Da wir eh in Richtung Perpignan mussten, verfolgten wir den Zug noch bis La Cabanasse wo wir nach dmem Bahnhof nochmals einen Nachschuss machen konnten. Obwohl hier deutlich mehr Wolken waren hatten wir Glück mit einem kleinen Sonnenspot..

Z 105 der SNCF zwischen Mont-Louis-La Cabanasse und Planés


Anschliessend hiess es noch zurückfahren nach Perpignan wo wir etwas ausserhalb ein Hotel gebucht hatten. Das Wetter klarte aber in Richtung Meer deutlich auf und so schmissen wir uns bei Riversaltes noch an den Bahndamm. Wir konnten zum Glück hinter einer Böschungsmauer etwas Windschutz suchen, ansonsten wir wohl fast ins Meer geblasen worden wären. Der Mistral blies mal wieder volle Kanne. Der Verkehr war bis zum Zeitpunkt als Baumschätten ins Gleis wuchsen eher mau, gerade einmal zwei AGC fuhren durch, der eine davon zudem noch verziert. So zeige ich halt den unverzierten Nachschuss.

Z 27744 der SNCF zwischen Rivesaltes und Salses-le-Château


Dann hatten wir genug und es ging hinter Perpignan in unser gebuchtes Hotel. Für das Nachtessen suchten wir ein Katalanisches Lokal auf und verköstigten uns mit feinen Fleischbergen und einer Crema Catalan als Dessert. Wir sind hier glücklicherweise Nahe zu Katalonien, so dass man auf deren Küche zurückgreifen kann - definitiv besser als die französische Küche...
Anschliessend folgte noch etwas Planung für morgen. Was es da gibt seht ihr ein anderes mal....