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Betrunkene Finnen und verregnete Trolle 9: Ärger mit den Wolken...

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Samstag 17.9.2016

Um halb sieben ging bei uns heute der Wecker. Zu meinem erstaunen schaukelte es nicht mehr. Ein Blick nach draussen verriet, dass wir gerade im Bahnhof Heimdal halt machten. Weit war es nicht mehr nach Trondheim und schon kurz danach vermeldete dies auch der Zugbegleiter. Zu unserem Erstaunen erzählte der aber etwas von Anschlussbussen und so. Die werden doch nicht etwa.....
Doch haben sie! Bauarbeiten auf der Nordlandsbahn für das gesamte Wochenende. Das war uns irgendwie durch die Lappen gegangen :(
Für uns war das nun etwas doof. Dass wir mit einem Bus in die Aussenquartiere von Trondheim fahren mussten um unser Mietfahrzeug abzuholen war zu verschmerzen. Da das Wetter im Norden eher schlechter war, war die Nordlandsbahn auch nicht unser prioritäres Ziel. Aber die Nordlandsbahn produziert auch (wenige) Güterzüge welche über die Dovrebahn fahren und die fehlten uns schmerzlich. Dies war etwas was uns aber erst im Verlaufe des Tages so richtig bewusst werden sollte.
Vorerst hiess es mal Bus fahren, wobei die Angabe unseres Zieles Leangen zusammen mit der Frage nach dem korrekten Bus sowohl beim Busfahrerer wie auch beim Kundenlenker kurzfristiges Kopfgrübeln verursachte. Dem Fahrer war wohl nicht bewusst, dass er einen Regionalzug ersetzte. Schlussendlich gelangten wir aber ans Ziel und stürmten vorerst mal eine nahe Tankstelle um mindestens ein kleines Morgenessen zu kaufen. Eine halbe Stunde danach war dann auch die Vermietung offen. Wir hatten bei Europcar einen kleinen Wagen gemietet. Überreicht wurde uns ein VW Polo. Schnell war das geschäftliche erledigt und wir waren auf dem Weg in Richtung Dovrefjell. Ausgangs Trondheim besorgten wir uns noch ein paar Vorräte.
Ansonsten liessen wir aber Trondheim fotografisch links liegen. Dies war bei meinen Norwegen-Reisen in den Jahren 2006/2007 anders. Da wir dort mit der Bahn unterwegs waren, kam man nicht gerade zu vielen Streckenaufnahmen, sondern eher zu Bahnhofsaufnahmen. Inzwischen sind die aber teilweise auch schon historisch. Trondheim S ist heute komplett umgegraben. 2006 konnte man die Nachtzüge nach Bodø, respektive Oslo noch unter freiem Himmel fotografieren:

Di 4 654 der NSB in Trondheim S


El 18 2248 der NSB in Trondheim S


Einen Abstecher nach Marienborg machten wir auch. Wir trafen dort auf einige Bm92 im Vorotverkehr:

Bm 9282 der NSB in Marienborg


Bm 9212 der NSB in Marienborg


Daneben fuhr uns eine El14 vor die Linse. Die Strecke war dort zu dem Zeitpunkt eine grosse Baustelle:

El 14 2178 der CN in Marienborg


In Marienborg befindet sich auch die Dieselwerkstätte der NSB. Wir hofften auf einige Bilder von Dieselfahrzeugen. Leider war aber das meiste recht zugestellt und/oder nicht zugänglich. So blieb es dann bei einem Bild einer Di8 welche schon etwas bessere Zeiten gesehen hat:

Di 8 714 der NSB in Marienborg


Nach diesem kurzen Exkurs ins Archiv nun aber weiter im Jahr 2016:
Mit ein paar Abstechern zwecks Besichtigung möglicher Fotostellen waren wir schlussendlich gegen Mittag auf dem Fjell.
Für die nächste anstehende Leistung platzierten wir uns an den Vålåsjøen. Der Zug kam aber erst in etwa einer Dreiviertelstunde. Genug Zeit um zuzusehen wie schönster blauer Himmel langsam in ein milchiges grau verwandelt wurde. Knapp 10 min vor der Durchfahrt des Zuges - einem Bm73 als Regiontog aus Oslo nach Trondheim - war es soweit und das Motiv war nicht mehr voll ausgeleuchtet. Ärgerlich.....

Bm 73 der NSB zwischen Hjerkinn und Fokstua


David war ein paar hundert Meter weiter, hatte aber identische Bedingungen:

Bm 73 der NSB zwischen Fokstua und Vålåsjø


Wie verschoben uns nun etwas zurück. Einige Kilometer hinter Hjerkinn gibt es ein sehr nettes Motiv. Wir schauten uns zuerst den Klassiker an, begannen aber anschliessend weiter den Hügel hoch zu kraxeln. Einmal quer durchs Gebüsch fanden wir den Ausblick den wir oben fanden noch viel schöner. Dann begann das warten. Nach einer halben Stunde war es uns langweilig und wir entschlossen uns zu einem etwa 2km weiter entfernten Hügel zu verschieben um zu sehen ob es dort einen Talblick auf den weiteren Streckenverlauf gibt. Die halbe Stunde Marsch über Stock und Stein, durch Buschwerk und Sumpf war aber vergebens. Hinter dem Hügel folgte noch einer....
So ging es zurück zu unserem Standort mit der Erkenntnis: Ausser Spesen nichts gewesen.
Auch hier könnte man das Zitat wiederholen. Kurz vor Durchfahrt des Zuges waren wir mal in der Sonne. Als der Zug aber kam war da nichts von Sonne zu sehen.

Bm 73 der NSB zwischen Hjerkinn und Kongsvoll


Wir liefen dann den Hügel runter in Richtung Auto. Just als wir auf der anderen Bahndammseite waren röhrte es auf den Gleisen und zwei Bm93 fuhren gegen Dombås durch. Die hatten wir jetzt total verdaddelt. Gemäss Tagesfahrplan hätten die vor dem Regiontog kommen sollen. Da sie nicht auftauchten, haben wir die als Ausfall taxiert gehabt. Tja, Pech gehabt. So fuhren wir nun in Richtung Dombås. Im Moorgebiet Fokstumyra wollten wir noch die letzte Tagesleistung von Oslo S nach Trondheim S ablichten. Dieser Regiontog wird planmässig mit einer El18 mit B5 Wagengarnitur geführt. Ein erster Versuch zum Finden eines Fotopunktes scheiterte am vielen Buschwerk vor der Bahnlinie. Dabei überraschte uns erneut eine Bm93 Doppelgarnitur auf der Rückfahrt nach Trondheim. Diesmal hätten wir die eigentlich auf dem Radar gehabt, wenn sie denn in Planfahrzeit gekommen wäre. Mit über einer Stunde Vorsprung darauf hatten wir aber nicht gerechnet.
So ging es halt weiter auf Standortsuche. In der Nähe des Bahnhofes Fokstua wurden wir dann fündig. Während der nächsten Stunde durfte wir nun zusehen wie sich das Wetter langsam besserte. Immer mehr blau kam zum Vorschein und plötzlich standen wir in der Sonne. Ganz untypisch für heute klappte es diesmal auch mit einem Sonnenbild bei der Durchfahrt des Regiontog.

El 18 2247 der NSB zwischen Hjerkinn und Fokstua


El 18 2247 der NSB zwischen Hjerkinn und Fokstua


So gab es abends doch noch ein versöhnliches Bild zum Tagesabschluss.
Nach der Rückkehr zum Auto ging es los via Dombås nach Dovre wo wir eine Unterkunft gebucht hatten. Wir legten aber noch einen Abstecher zum Bahnhof von Dombås ein und fanden dort zwei abgestellte T44 von GreenCargo vor, die sich in den allerletzten Sonnenstrahlen des Tages sonnten. Dürfte sich wohl um die Bespannung des werktäglichen Containerzuges ab Åndalsnes handeln.

T44 269 der GC in Dombås


Anschliessend ging es endgültig in die Unterkunft. Nach einem feinen Nachtessen gab es noch etwas Planung für morgen. Die Wetteraussichten sind zwar etwas durchzogen, viel mehr Züge als heute gibt es auf dem Fjell auch nicht, aber mal sehen was sich machen lässt...
Davon erzählt euch dann aber wieder David.