Adiós Pajares-Pass - Teil 1: Ein bisschen AVE zum wach werden

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Im Winter keimte bei mir die Idee mich noch einmal an der Pajares-Pass Bergstrecke in Spanien umzusehen und herumzutollen. Die Bergstrecke sollte eigentlich schon seit Jahren durch einen Basistunnel ersetzt sein. Wassereinbrüche, Geldmangel und ähnliches zögerten aber die Inbetriebnahme immer wieder heraus und so ist die Bergstrecke zwischen La Robla und Pobla de Lena immer noch in Betrieb. Das Ende ist aber dennoch irgendwie absehbar. Mit meiner Idee stiess ich bei einigen Jungs auf offene Ohren. Über das wie und wann herschte aber nicht so wirklich Einigkeit. Schlussendlich wurden David, Christof und ich uns einig von Auffahrt bis Pfingstmontag die Tage in Spanien zu verbringen. Über die An- und Rückreise gab es verschiedene Ideen. David brachte die Bahnanreise ins Spiel. Christof war dafür auch zu haben, ich dann halt zwangsweise auch, wenn ich auch aus zeitlichen Gründen viel lieber mit dem Flieger nach Madrid gereist wäre. Aber 2:1 sprachen gegen mich und so wählten wir die Anreise per Bahn. Und wenn man gemeinsam in die Ferien geh, so reist man auch gemeinsam an.
David organisierte im Vorfeld die entsprechenden Tickets, wobei mehr als einmal einige entnervte Worte über die komplizierten Buchungssysteme einiger Bahnen (namentlich Renfe und Sncf) von ihm ausgesprochen wurden. Schlussendlich konnte er die Tickets dann aber doch wie gewünscht buchen.


25.5.2017

So ging es dann frühmorgens am 25.5. los. Mit dem Regioexpress Lötschberger um 0659 ging es für mich nach Bern wo ich dann auf meine Kollegen wartete, welche im Intercity ab Zürich bereits unterwegs waren. Vor der Einfahrt gab es noch ein Bild der Léman Werbe 460er, welche gerade da stand. Bis Genf war die Fahrt recht kurzweilig. In Genf hatten wir aber nur 11 Minuten Übergang auf den TER nach Lyon. Eigentlich genug dachten wir. Dass aber die Franzosen verschärfte Sicherheitskontrollen für die Personen die den anschliessenden TGV nach Paris nahmen machten, damit hatten wir nicht gerechnet. Die Menschenmenge vor dem Perronzugang war gross. Irgendwann checkte dann auch das Sicherheitspersonal das viele der Anstehenden Personen auf den TER wollen. Nur knapp reichte es dann auf den TER. Dieser war gestossen voll, war es doch dank nachfolgender Bauarbeiten irgendwo an der Strecke nach Lyon der letzte des Tages der fuhr. Wir ergatterten uns nurmehr Stehplätze im Einstiegsbereich des 1.Klass Corails und machten es uns für die nun folgenden gut 2h nach Lyon so gemütlich wie es ging. Immerhin waren die Aussichten innerhalb des Vorraumes nicht so schlecht und zwei leicht bekleidete Schönheiten litten mit uns bis nach Lyon :)
Lyon war für uns nur Zwischenstation. Dank der frühen Verbindung hatten wir nun aber 3h Zeit, Zeit um in der Nähe des Bahnhofes ausgiebig ein Mittagessen zu geniessen. Frisch gestärkt konnten wir dann den bereitgestellten AVE S100 nach Barcelona entern. Wir hatten uns für die lange Fahrt Preferente gegönnt und hatten so recht viel Platz. Einziger Nachteil an unseren Pläzten war die Tatsache, dass wir voll hinter einem Fensterpfosten sassen. Mit Aussicht wars dann nicht so wirklich. Die Fahrt bis Barcelona war dennoch abwechslungsreich, aber lange. Iregndwann waren wir einfach nur froh dass wir in Barcelona ankamen. Viel Zeit verbrachten wir dort aber nicht, hatten wir doch nur knapp 25min Zeit, denn danach hatten wir nochmals 3h Fahrt mit einem AVE S103 nach Madrid vor uns. Hier hatten wir nur noch Turista gebucht, dafür hatten wir ein Viererabteil für uns. Die Fahrt in den Abend war zwar schön, aber endgültig ermüdend und wir waren froh als wir kurz nach 11 abends in Madrid einfuhren. Unser Hotel war zum Glück nur einige Hundert Meter vom Bahnhof weg und so waren wir schon bald im Bett.




26.5.2017

Nach einer recht kurzen Nacht machten wir uns heute gegen acht Uhr vom Acker. Ziel war erstmals der Europcar Schalter beim Bahnhof Madrid-Atocha. Rund eine halbe Stunde später waren wir im Besitz eines grauen Jeep Renegade. Wir navigierten uns aufgrund des Wetters in Richtung Süden aus der Stadt heraus. Auf der erstbesten Raststätte besorgten wir uns noch etwas Flüssiges bevor wir uns schnellstmöglich einen Platz an der Strecke aussuchten um vor der Hochlichtphase zumindest noch ein Foto zu machen. Bei Ciempozuelos fanden wir eine geeignete Brücke die wir nutzten. Lange mussten wir nicht warten und schon kam uns ein Güterzug entgegen. Wenn das mal kein guter Start ist...

333 392 der RENFE zwischen Aranjuez und Ciempozuelos


Anschliessend fuhren wir weiter und verpassten dadurch einen Regio welcher uns in den Rücken fuhr. Wir schauten uns in der Nähe bei Aranjuez einige mögliche Fotostellen an. Irgendwie wollte aber alles nicht so richtig klappen oder umsetzbar sein. Erst bei Anover de Tajo fanden wir was geeignetes wo wir uns hinstellten. Es dauerte eine ganze Weile bis was kam, doch dann war plötzlich ein Dieselbrummen zu hören und kurz danach ein Zug zu sehen. Die private Low Cost Rail 333 316 zog mit einem Güterzug durch.

333 316 der LCR zwischen Aranjuez und Castillejo-Añover


Wir warteten mal weiter, da nun ein Talgo angekündigt war. Dieser zog dann auch etwa zur errechneten Zeit durch. Bespannt war er mit einer 334er.

334 012 der RENFE zwischen Aranjuez und Castillejo-Añover


Als nächste Leistung im Plan war erneut ein Talgo welcher uns in den Rücken fuhr. Mangels Alternativen blieben wir aber dafür gleich hier.

334 011 der RENFE zwischen Aranjuez und Castillejo-Añover


Etwas überraschend kam kurz danach nochmals eine Talgo Leistung durch. Bespannt war der erneut mit einer Diesellok - eigentlich dachten wir ja, dass wir an einer E-Piste standen....

334 019 der RENFE zwischen Aranjuez und Castillejo-Añover


Anschliessend hatten wir die Stelle aber gesehen und wir machten uns vom Acker - zudem herschte inzwischen grausames Hochlicht, so dass wir dieses lieber verfuhren und mit Stellensuche aufbrauchten um dann für den Abend passend zu stehen.
Unser nächstes Ziel war jeodch vorerst mal ein Supermarkt. Wir hatten zuvor an der Tanke nur das nötigsts besorgt und wollten nun einen Grundstock an Wasser und Food für die nächsten Tage besorgen. In Ocaña konnten wir dies in einem Día erledigen. Dann ging es auf der Autobahn weiter entlang der LAV nach Valencia/Alicante in die Region der Verzweigung der beiden Äste bei Motilla del Palancar. Die Strecke verläuft hier etwas abseits der regulären Strasse, so dass wir für die Stellensuche auf Feldwege ausweichen mussten. Leider ist aber das Kartenmaterial von Osmand in der Gegend nicht allzu detailliert und desöfteren meinte es, dass wir jetzt auf keinem bekannten Weg mehr fahren würden....
Der Einstieg an die Strecke via Feldweg verlangte unserem Jeep alles ab. Erst als wir dann auf der Baupiste entlang der LAV waren ging es etwas einfacher mit fahren. Wir steuerten nacheinander die Brücken über die LAV an die wir fanden, bis uns ein entsprechendes Motiv gefiel. Bei Gabaldón wurden wir ein erstes Mal fündig.

100 008 der RENFE in Gabaldón


Da hier noch die Valencia und Alicante AVE durchrauschten, kam so halbwegs im 30min Takt irgendwas durch, es herschte also durchaus angenehm Betrieb.
Nach dem S100 war je ein Pato von/nach Valencia an der Reihe:

112 049 der RENFE in Gabaldón


112 022 der RENFE in Gabaldón


Für die nächsten beiden S100 aus/nach Alicante stellten wir uns etwas anders hin. Zuerst kam der Zug aus Alicante, welcher sogar in Doppeltraktion geführt wurde:

100 007 der RENFE in Gabaldón


100 009 der RENFE in Gabaldón


Wir fuhren dann aber weiter und schauten noch kurz über den Zaun beim Adif-Erhaltungszentrum der LAV in Gabaldón. Leider war aber nichts interessantes abgestellt, so dass es direkt weiter ging. Die Baupiste war glücklicherweise in einem guten Zustand und so kamen wir gut vorwärts. Bei Almodóvar del Pinar fanden wir einn netten Ausblick ab einer Brücke runter.
Als erstes rauschte wieder ein Pato gegen Valencia durch:

112 047 der RENFE in Almodóvar del Pinar


Von hinten kamen dann zwei S104 Büchsen daher gefahren. Die hätten wir jetzt so nicht hier erwartet:

104 019 der RENFE in Almodóvar del Pinar


Wir nahmen noch einmal einen Zug von Vorne mit. Wieder war es was neues: ein Patito. Mit Ausgangsbahnhof Gijon war das ein Zugslauf welchen wir dann erhofften am Pajares Pass auch noch zu erwischen:

130 061 der RENFE in Almodóvar del Pinar


Wir begaben uns anschliessend wieder auf Stellensuche. Dank der Baupiste entlang der Bahn war das recht einfach. Ein paar kilometer weiter führt die Strecke durch einen Einschnitt. Uns gab das die Möglichkeit auf dem Bergrücken zu stehen und einen wunderbaren Blick in die Landschaft zu erreichen. Leider begann nun aber das Wetter etwas zu schwächeln, respektive wir waren nun so nahe am Rand des aufgezogenen Siffs, so dass die sinkende Sonne immer mehr in den Siffbereich verschwand. Noch aber gab es sehr lichte Momente. Zuerst kam wieder was neues: Zwei 121er auf dem Weg nach Vinaròs, respektive Gandía.

121 027 der RENFE in Almodóvar del Pinar


Der nachfolgende Pato war dann was reguläres nach Valencia:

112 028 der RENFE in Almodóvar del Pinar


während die Doppeleinheit S100 unterwegs nach Alicante war:

100 003 der RENFE in Almodóvar del Pinar



Nochmals verschoben wir uns und hoppelten über Feldwege ans andere Ende der Kurve die wir jetzt gerade im Bild hatten. Die schwach sichtbaren Brücken im Hintergrund taugten dann aber bei näherer Betrachtung nichts. Es waren bewachsene Wildquerungen, die Seiten entsprechend hoch eingezäunt so dass da nicht ans fotografieren zu denken war. Wir versuchten aber noch eine Option gleich beim Beginn eines Hügels aus. Beim hochlaufen durchs Gelände machte ich glücklicherweise mal kurz einen Blick über die Schulter auf die Strecke. Danach gab es kurz hektische Action bei uns dreien, doch es reichte allen noch für ein Bild des daher brausenden S100 aus Alicante. Speziell an der fotografierten Einheit 111 ist, dass diese seit gut einem Monat anlässlich des Jubis 25 Jahre AVE wieder den Ursprungsanstrich in weiss/blau trägt. Wir hatten die Einheit gestern Abend schon in Madrid stehen gesehen und hofften dass wir die irgendwann noch auf der Strecke erwischen.

100 011 der RENFE in Almodóvar del Pinar


Wir hatten nun Zeit uns noch etwas besser im Gelände hinzustellen. Kurz vor Durchfahrt des nächsten Pato aus Madrid war dasLicht aber wie ausgeknippst. Die Sonne war endgültig im Schmodder angekommen, das Bild nur noch Belegbild:

Baureihe 112 "Pato" der RENFE in Almodóvar del Pinar


Da keine Aussicht mehr Bestand dass es heute nochmals besser wird, räumten wir dann unsere Siebensachen und begaben uns zurück zum Auto. Dort stellten wir mit Schrecken fest, dass die heute gefahrenen Strässchen unserem Frontspoiler nicht so gut bekommen sind. Eine Seite hängte ziemlich schief runter. Ein Quick-Fix gabe es nicht, da die Plastikclips zur Aufhängung doch arg beschädigt aussahen. Wir fragten uns ob das wirklich nur unser Werk gewesen war, hatten wir doch nicht das Gefühl, dass wir das Fahrzeug jetzt irgendwo arg aufgesetzt hätten. Tja, mal schauen dass wir baldmöglichst mal etwas Reparaturmaterial dafür finden...
Auf direktem Wege und diesmal über normale Strassen ging es dann nach Motilla del Palancar, wo wir im Hotel del Sol ein Zimmer gebucht hatten. Das Hotel hat seine besten Zeiten wohl gehabt, als es noch keine ums Dorf herum führende Autobahn gab. Aber man konnte was Essen und auch Schlafen. Zudem war es halt strategisch gut gelegen, gab es sonst in der Gegend sonst nicht allzu viel.



27.5.17

Die Nacht war recht warm, das gestrige sehr späte Abendessen lag auch etwas auf dem Magen, der Schlaf dementsprechend nicht ganz so gut. Kann aber auch daherrühren, dass wir uns zuerst ein bisschen an die klimatischen Bedingungen gewöhnen müssen. Ohne Morgenessen ging es dann schon bald einmal los. Wir hatten für heute nur einen groben Plan ausgearbeitet. Dieser sah vor uns am Morgen an den Viaducto de Contreras, sowie den gleich daneben befindlichen Viaducto del Istmoan an der LAV nach Valencia zu setzen und dann im Verlauf des Tages in Richtung Zaragoza zu verschieben. Nach rund 3/4h fahren waren wir bei den besagten Brücken angekommen. Zeitlich hatten wir uns aber ein bisschen verschätzt und beide waren noch nicht so wirklich im Licht, was jetzt etwas doof war. Dass fast zeitgleich mit unserem Eintreffen auch gleich noch zwei Pato's durchrauschten und wir so in nächster Zeit auch keine Züge hatten, machte die Lage nicht besser.
Nach kurzer Konsultation der Karte entschieden wir uns an die Altbaustrecke Aranjuez - Valencia zu verschieben und dort etwas Stellensuche zu betreiben. Unterwegs dorthin schaute David mal den Fahrplan an. Seine Erkenntnis war nicht sehr erfreulich. Viel Verkehr herrscht nicht auf der Strecke und zudem werden wir den morgendlichen Zug von Valencia nach Aranjuez wohl gerade knapp verpassen. Es reichte tatsächlich um etwa 5min nicht. Wir hätten zwar eine wunderbare Stelle gefunden, aber der Zug war durch. Sehr ärgerlich wie der heuteige Morgen bis jetzt verlaufen ist - und das bitterste daran: Wir waren schlicht selber schuld. Mit nur 5min mehr an Vorbereitung hätten wir jetzt schon ein Bild eines Regionalzuges auf einer Dieselpiste im Kasten gehabt. Das Ganze bei eitel Sonnenschein und bestem Morgenlicht....
Wir schauten uns noch ein/zwei mögliche Fotostellen an und verzogen uns dann zurück an die LAV. Der Viaducto de Contreras war nun nämlich passend im Licht. Hatten wir anfänglich gemeint, dass dies eine Click & Drive Stelle wäre, hat sich am Morgen dann aber herausgestellt, dass man da infolge abgesperrter Strasse nicht direkt hinfahren kann. So stand noch ein Fussmarsch von etwa 15min an, welcher zuerst bewältigt sein wollte. An der Stelle angekommen hiess es dann warten bis der entsprechende Zug kommt. Ich machte derweil mal ein Foto der Dilatationsfugen im Gleis:

adif in Contreras


Die Vorwarnzeit ist nicht gerade üppig, aber es reicht um nicht immer mit der Kamera im Anschlag herumstehen zu müssen. David und ich hatten den gleichen Fotopunkt gewählt, während Christof einige Meter höher im Gelände stand. Irgendwann drehten wir uns zu ihm hin und vermeldeten, dass es noch etwa errechnete 5min dauere bis der Zug da sei. Er fuchtelte aber plötzlich wild mit den Händen. Als wir uns wieder umderehten war klar wieso. Der Pato war schon fast auf der Brücke....

112 060 der RENFE in Contreras


Fast hätten wir das Bild verdaddelt.
Wir suchten uns noch einen etwas veränderten Blickwinkel, sollte doch in ein paar Minuten auch noch ein Pato gegen Madrid über die Brücke fahren. Der Zug aus unserem Rücken war noch schlechter sichtbar, aber durch das Pfeiffen und Rauschen im Tunnel zumindest genügend früh hörbar - hofften wir jedenfalls. Es war dann auch so und so klappte es auch mit diesem Foto.

Baureihe 112 "Pato" der RENFE in Contreras


Nun hatten wir aber wieder Zeit uns was anderes zu suchen. Die nächsten planmässigen Zugsbewegungen auf der LAV waren erst in rund 2h angekündigt, dafür gab es aber auf der benachbarten Altbaustrecke einen Zug von Aranjuez in Richtung Valencia. Wenn wir schon den morgendlichen Zug verpasst hatten - den wollten wir jetzt nicht nochmals verpassen...
Eigentlich sollte ein Abstecher dahin und zurück an die LAV drinliegen. So machten wir uns vom Acker und verschoben uns nach Camporrobles. Wir hatten alle drei etwas unterschiedliche Vorstellungen wie wir den Zug fotografieren wollten und stellten uns an drei stellen hin. Die Aktion Strauchbeseitung am Bahndamm war bei mir zwar von Erfolg gekrönt, doch führte dies auch zu einem schmerzverzerrten Gesicht. Beim heruntersteigen von der Brückenrampe auf der ich stand ans Streckengleis trat ich mit voller Wucht in einen Stein oder einen Baumstrunk. Dank entsprechender Schuhe gab es keinen Misstritt zu vermelden, aber eine geprellte Fusssohle ist dem Laufen auch nicht ganz so förderlich. Und dies gleich zu beginn der Ferien :(
Das Bild selber wurde dann aber ganz nett. Zu unserer Freude kam ein Backstein (S592) durch.

592 247 der RENFE zwischen Camporrobles und Las Cuevas


592 247 der RENFE zwischen Camporrobles und Las Cuevas


Leider war der Regio aber rund 10min zu spät, was uns jetzt etwas in die Bredouille brachte, war doch unser Zeitpuffer von gut 10min für die nächsten AVE auf der LAV weg. Wir verschoben uns dennoch nochmals dorthin nahmen dann aber eine Notposition auf einer Überführung ein, da es zum angedachten Fotopunkt nicht mehr zu schaffen war. Lange mussten wir nicht warten und je ein Pato von vorne und hinten rauschten durch, welche aber beide schon etwas unter wenig Seitenlicht litten. Um ein Uhr nachmittags sollte man ja auch Mittagspause machen ;)

112 060 der RENFE in Villargordo del Cabriel


112 044 der RENFE in Villargordo del Cabriel


Bevor wir uns aus dem Staub machten buchten wir noch ein Zimmer im Hotel Ciudad de Alcañiz in Alcañiz. Der Ort liegt in der Nähe von Samper de Calanda, respektive Andorra wo wir uns morgen aufhalten wollten. Ziel war vorerst aber die Dieselpiste von Valencia nach Zaragoza. Der Weg dorthin führte uns durch eine wunderschöne Landschaft. Leider blieb uns keine Zeit diese auch fotografisch passend zu verewigen, hatte uns doch der Fahrplan einen Zug ausgespuckt, welcher ziemlich genau mit unserer Ankunft in Teruel von dort in Richtung Zaragoza abfahren sollte. In Teruel verfehlten wir ihn um etwa 2min. In der Ebene nach Teruel hatten wir den Zug dann aber überholt. Bis wir über genügend Vorsprung für eine kurze Stellensuche verfügten, dauerte es aber noch einmal einige Kilometer. Wir hatten einen Abschnitt bei Encinacorba dafür auserkoren, welcher nach Karte über ordentliche Fotomöglichkeiten verfügte. Die Karte hatte nicht getäuscht. Lange warten mussten wir nicht bis der Zug da war:

599 026 der RENFE zwischen Encinacorba und Cariñena


599 026 der RENFE zwischen Encinacorba und Cariñena



Knapp anderthalb Stunden später war noch ein Gegenzug fällig, den wir auch gleich in der Gegend mitnahmen. Über verschlungene Feldwege ging es durchs Gelände bis wir schlussendlich einen wunderschönen Fotopunkt mit Ausblick auf einen Viadukt und den Ort Encinacorba gefunden hatten. Wie wir uns einen kleinen Imbiss genehmigten stellten wir uns vor unserem geistigen Auge vor wie da jetzt ein langer Güterzug oder ein langer lokbespannter Personenzug, oder noch besser ein Zug mit Dampfbespannung die Steigung hochgekrochen käme. Leider blieb es aber bei der Träumerei. Die Realität bot dank Schlonz am Himmel viel *kommtgut, nee, doch, neee, scheissse, nee, jetzt sollte er kommen, uuu siff, jetzt passts wieder......* Diskussionen und dann schlussendlich den befürchteten S599 als Regio nach Valencia. Wenigsten kam er bei fast Volllicht durch, was uns dann doch ein Lächeln aufs Gesicht zauberte.

Baureihe 599 der RENFE zwischen Encinacorba und Villarreal de Huerva


Nun stand noch die Fahrt nach Alcañiz auf dem Progrmm. Die Kilometer zogen sich in die Länge da auch die Landschaft in der Gegend recht "eintönig" (im Vergleich zu früher am Tag gefahrenen Strecken) war. In Belchite machte unser Fahrer Christof einen kurzen Zwischenstopp. Nichtsahnend wo wir waren, schlenderte er etwas durchs Dorf. Bei der Rückkehr zum Auto meinte er: Da hinten stehe ein komplettes Ruinen-Dorf, mit Kirche und so....
Unsere Neugier war geweckt und auch David und ich schnappten unsere Kameras und gingen das Ganze besichtigen.

Belchite


Belchite


Anhand der Kleidung des einen Führeres beim Einganges vermuteten wir schon, dass diese Dorf-Ruine wohl was mit dem spanischen Bürgerkrieg zu tun haben könnte. David seine Recherchen bei der weiteren Fahrt nach Alcañiz bestätigten dann unsere Vermutungen. Das Dorf Belchite war Schauplatz einer wichtigen Schlacht im spanischen Bürgerkrieg und wurde dabei fast vollständig zerstört. Franco erklärte das Dorf danach zu einem Mahnmal.

In Samper de Calanda machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Bahnhof. Und da stand dann auch unser Objekt der Begierde für den morgigen Tag. Zwei Dieselloks der Serie S319 und unzählige Kohlewagen. Beides dient dazu einen Kohlezug auf der abzweigenden Dieselpiste zum Kohlekraftwerk in Andorra zu bilden. Doch das ist was für morgen...
Ein kurzer Blick auf den Aushangfahrplan offenbarte, dass in den nächsten Minuten noch ein Regio nach Zaragoza einfahren sollte, was er dann auch tat. Leider war der S448 recht verschmiert.

448 027 der RENFE in Samper de Calanda


448 027 der RENFE in Samper de Calanda


Wir fuhren anschliessend nach Alcañiz wo wir noch für den morgigen Tag einkauften und tankten. Dazu gehörte auch etwas Reperaturmaterial für den beschädigten Frontspoiler. Essen gab es dann direkt im Hotel und so endete der Tag dann kurz vor Mitternacht. Viel Planung für morgen mussten wir nicht machen, denn das Programm ist eigentlich klar. Wir wollen an die Kohlebahn nach Andorra.
Wie es uns da erging könnt ihr zu einem anderen Zeitpunkt hier auf diesem Kanal lesen.