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Adiós Pajares-Pass Teil 4: Freud und viel Leid am Pajares-Pass!

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31.5.17

Schon kurz vor acht Uhr morgens waren wir unterwegs in Richtung Pass. Wir hatten eine Stelle bei Villamanín im Kopf die wir direkt ansteuerten. Wir kamen aber genau bis Busdongo. Nachdem wir dort eine vor sich her tuckernde S319 der ADIF gesehen haben, welche einerseits mit Personal besetzt war und andererseits vor einigen Schotterwagen angehängt war, machten wir kurz halt um ein Foto des Zuges zu machen. Wie wir auf Perronhöhe waren, setzte sich der Zug in Bewegung:

319 243 der adif in Busdongo



Für uns war klar: den Zug wollen wir noch auf Strecke fotografieren! So hetzten wir ihm nach. Auf Höhe Villamanín hatten wir in eingeholt, dank einer Langsamfahrstelle im Bahnhof danach überholt und so konnten wir uns in Villasimpliz in eine gut ausgeleuchtete Innenkurve stellen. Kurz darauf kam die S319 durchgedieselt:

319 243 der adif zwischen Villamanín und Cinera


Nun war es aber Zeit sich um das eigentlich geplante Programm zu kümmern. Noch hatten wir die notwendige Reservezeit, zudem wäre eine weitere Verfolgung der ADIF Maschine lichttechnisch problematisch gewesen. So fuhren wir zurück nach Villamanín und stellten am Fusse eines Hügels unser Auto hin. Nachdem wir im Gelände hochgekraxelt sind warteten wir auf einen Patito aus dem Norden, welcher dann auch im schönsten Sonnenschein bei uns durchfuhr.

Baureihe 130 "Patito" der RENFE zwischen Villamanín und Busdongo


Baureihe 130 "Patito" der RENFE zwischen Villamanín und Busdongo


Für den nachfolgenden Gegenzug wollten wir dann eine andere Stelle aufsuchen. David hatte da auf einem Luftbild eine Stelle ausgemacht. Der Weg dorthin war aber nicht so wirklich fahrbahr und wir verendeten schlussendlich auf einem Feldweg. Da die Chancen die geplante Stelle zu erreichen immer kleiner wurden, verzichteten wir zugunsten eines Fotos darauf weiter durchs Gelände zu streifen und fuhren wieder zurück an den bisherigen Standort. Immerhin hatten wir jetzt endgültig unseren Frontspoilerfix auf dessen Halten getestet. Die Reparatur durch Christof und David war erfolgreich und hielt auch gröberen Belastungen stand - besser als neu! :) Dafür machte uns nun der irgendwie komisch einseitig abgefahrene linke Vorderreifen etwas Bauchschmerzen.
David machte es sich wieder an der identischen Stelle gemütlich, während ich und schlussendlich auch Christof es uns auf dem in Bild 1 sichtbaren Ruinenhügel gemütlich machten. Bald darauf kam dann auch der Patito aus dem Süden:

130 040 der RENFE zwischen Villamanín und Busdongo


130 039 der RENFE zwischen Villamanín und Busdongo


Kurz darauf machte sich auch der Regionalverkehr bemerkbar. Einmal am Tag fährt ein Regio-Zugspaar über den Pass, am morgen in den Norden, abends zurück. Zu unserer Freude war es ein nicht modernisierter Backstein:

440 236 der RENFE zwischen Villamanín und Busdongo


Da die Stelle für beide Richtungen taugte spekulierten wir auf auch auf Güterzüge. Lichtmässig ideal wäre nun einer von Norden gewesen, aber auch Züge aus Süden waren vorerst noch problemlos machbar. Der erste Zug kam dann auch aus Süden, kurz hinter dem Regionalzug.

251 012 der RENFE zwischen Villamanín und Busdongo


Wir warteten weiter doch sollte es knapp eine Stunde dauern bis dann wieder was kam, natürlich wieder aus dem Süden. Ich wählte für mich einen etwas veränderten Standort innerhalb der Ruinen:

Baureihe 251 der RENFE zwischen Villamanín und Busdongo


Wir warteten weiter und setzen uns gemeinsam eine Deadline von 12.19 um dann das weitere Programm nicht zu gefährden. Zwei Probleme traten nun aber langsam auf wie wir da warteten:
Erstens: Die Wolkensituation verschäfte sich aktuell ganz schln stark, die Wolkentürme vergrösserten sich rapide von Minute zu Minute - das könnte uns noch ärgern heute.
Zweitens: Ich hatte bei meinem Foto in den Ruinen vorhin wohl zwei Köter auf Christof und mich aufmerksam gemacht, die plötzlich immer näher kamen. Wirklich fruendlich gesinnt sahen sie nicht aus. So zogen es Christof und ich vor uns schon vor der Deadline aus dem Staub zu machen und schlussendlich auf der anderen Bahnseite zu unserem Auto zurück zu laufen. Die beiden Köter kläften wie blöd aus den Ruinen heraus. War ein guter Entscheid etwas Umweg zu laufen...

Wir wollten uns nun eine Stelle oberhalb Busdongo ansehen und fuhren entsprechend hoch. Im Bahnhof wurde gerade ein in zwei Teilen von der Nordseite hoch geführter Stahlzug wieder vereinigt. So entschieden wir uns umgehend um und stellten uns unterhalb Busdongo hin. Bei Villanueva de la Tercia hatten wir eine passende Stelle. Bevor der Güterzug kam, war aber der Patito fällig. Die Wolkensituation präsentierte sich inzwischen schon von der nervigen Seite und so fuhr der Patito praktisch im Schatten durch:

130 011 der RENFE zwischen Villamanín und Busdongo


Wir erwarteten nun den Stahlzug aus dem Norden, doch wurden dann von einem leeren Gegenzug überrascht. Mir reichte es noch für ein Belegbild:

253 079 der RENFE zwischen Villamanín und Busdongo


Dann war es aber Zeit für den Stahlzug aus Norden. Leider war er etwa 10 sekunden zu früh drann und so war die Stelle nur halb ausgeleuchtet:

253 024 der RENFE zwischen Villamanín und Busdongo


Da wir ein Sonnenfoto des Zuges wollten, begannen wir nun hinterher zu fahren, dies entgegen unseren ursprünglichen Planungen sich irgendwo an die Strecke zu setzen und zu warten. Die Suche nach einem Standort war aber schwierig, da aufgrund der Zeit praktisch nirgends passende Fotostandorte auszumachen waren. Erst bei Peredilla fanden wir was halbwegs machbares - überzeugend war aber anders, aber da der Zug bereits anrollte war nichts mehr zu machen.

253 024 der RENFE zwischen La Robla und Pola de Gordon


So machten wir uns wieder auf in Richtung Busdongo. Unterwegs kam uns ein Güterzug entgegen, natürlich so dass wir ihn nicht fotografieren konnten. Ärgerlich.
In Busdongo war man gerade dabei einen zweiten Stahlzug identischer Sorte wie vorhin zu einem zu verheiraten. Bevor dieses Manöver durchgeführt werden konnte, musste aber noch der Patito nach Norden durch. Wir stellten uns auf den mit einem kurzen Tunnel durchfahrenen Hügel am talseitigen Ende von Busdongo. Der Patito ging im Dunkeln durch:

130 062 der RENFE zwischen Villamanín und Busdongo


Nun zogen die beiden Traxxe ihren Zugsteil aus dem Bahnhof bis die Weichen aufs Nachbargleis wo der Teil, der mit einer 251er hochgezogen wurde, stand frei lagen. Auch wenn sich die Sonne zwischenzeitlich gezeigt hatte, war sie die zum Zeitpunkt als das Manöver stattfand natürlich wieder hinter einem Wolkenturm.

253 042 der RENFE zwischen Villamanín und Busdongo


Beim Zurückstossen wagte ich vom Feldwegübergang noch einen Blick durch den Tunnel:

253 042 der RENFE zwischen Villamanín und Busdongo


Wir entschlossen uns nun den Zug unterwegs abzufangen und suchten uns dazu eine Stelle auf wo reelle Chancen auf ein Sonnenbild bestanden. Schlussendlich landeten wir einige Meter oberhalb der Haltestelle Cinera. Hier ist ein Steinbruch zu Hause, an dessen Rand wir uns stellten. Wie wir da warteten und genüsslich einige Orangen und Aprikosen verdrückten kam dann wohl ein Vorarbeiter aufs Gelände gefahren, welcher uns dann argwöhnisch begutachtete und schlussendlich zu uns kam um irgend eine Frage zu stellen. Mein Spanisch war so gut, dass ich die Frage zwar nicht verstand, aber nach "touristas" und "fotografo el tren" zottelte er dann rüber zu Christof/David und kurz danach war er wieder weg. War wohl halbwegs zufrieden mit den Antworten und zufrieden, dass wir keinen Schotter klauten :D
Es dauerte dann rund 30min bis der Stahlzug den Weg zu uns hinter sich gebracht hatte. Selbstverständlich war das genug Zeit, dass sich die Sonne hinter einer Wolke verstecken konnte. Irgendwie ärgerlich heute. Chancen bestanden ja durchaus auf Sonnenfotos, aber irgendwie war seit Mittag der Wurm drin und nicht einmal hat es geklappt. Und dabei sollte heute der schönste Tag der Woche sein.

253 042 der RENFE zwischen Villamanín und Cinera


Etwas talabwärts sahen wir ein blaues Loch und so witterten wir die Chance auf Sonnenfotos bei einer Stelle bei Vega de Gordón, wo wir gestern schon waren. Flugs dahin gefahren und in Sonne ans warten gemacht. Die Wolken aber meinten, dass sie uns verfolgen müssten und schon bald danach waren wir im gewohnten Sonne/Wolken-Versteckspiel angekommen. Da der eine Patito aus dem Norden drückte reichte es nicht mehr für einen Wechsel. Wie es so ist, der Zug fuhr passend für heute im halbdunkeln durch.

130 039 der RENFE zwischen Pola de Gordon und Santa Lucia


Wir warteten noch einige Minuten, da gestern hinter dem Patito COMSA mit einem Kohlezug in Blockabstand durch kam. Wir wurden nicht enttäuscht, der Zug fuhr auch heute in Blockabstand zum Patito. Etwas heller als gestern war es ja, aber irgendwie war der Sonnenbeschienene Teil der Landschaft heute Nachmittag nicht mit der Zugsdurchfahrt vereinbar. Als Lok kam die identische Maschine wie gestern zum Einsatz:

601 003 der COMSA zwischen Pola de Gordon und Santa Lucia


Genug ist genug und wir verdufteten von hier. Wenn es schon im Süden des Passes nicht klappt, vielleicht ist ja im Norden besseres Wetter? Nach gestern Abend wussten wir auch, dass zumindest im Bahnhof Pajares Sonnenstandmässig was geht. So fuhren wir schnurstracks dorthin, der letzte Teil des Weges wieder über das "Bachbett"-Geholper von Strasse. Wolken hatte es auch hier, doch waren die Löcher dazwischen doch um einiges grösser. Nichtsdestotrotz kam der erste Güterzug aus dem Norden nicht so wirklich zur richtigen Zeit durch:

251 002 der RENFE in Pajares


Wir assen in der Zwischenzeit mal einen kurzen Happen, etwas Brot, Chorizzo und Käse die sich noch im Auto fanden. Dann galt es wieder sich hinzustellen, kam doch wieder ein Güterzug den Pass hinab. Bespannt war der mit zwei 269er Doppellloks:

269 852 der RENFE in Pajares


Kurz vor sechs war dann auch ein Patito aus dem Süden fällig:

130 005 der RENFE in Pajares


Im Anschluss ging das Signal bergwärts auf grün. Christof und David hatten irgendwie wettermässig etwas genug, ich für mich fand aber wenn schon denn schon. So lief ich mal in Richtung Perron/Bahnhofsgebäude. Noch kam kein Zug. Eigentlich wäre das ja was für den möglichen Standpunkt auf dem Tunnelportal am bergseitigen Ende von Pajares - ob die Zeit reicht? ich lief mal vor soweit es ging ohne ein Foto zu verdaddeln - kein Zug. So wagte ich dann den notwendigen Umweg aufs Portal hinauf - kein Zug. Schlussendlich stand ich dann sicher noch 5min auf dem Portal bis von unten eine ziemlich versaute 251er daher kam:

251 006 der RENFE in Pajares


Wie ich zurück in Richung Auto lief, ging das Signal wieder auf grün für einen Bergfahrer. Zwischenzeitlich in Sonne stehend begann das warten. Auch Christof und David waren so halbwegs auf der Hut. 30min später und kurz vor sieben Abends war immer noch kein Zug da und die Geduld meiner Mitstreiter am Ende. So packten wir zusammen und machten uns auf in Richtung Hotel. Inzwischen hatte es auch komplett zugezogen und dr Gedanke unsererseits war: Mal nicht erst um 10 abends Nachtessen einnehmen...

Pajares


Wir rumpelten wieder das Bachbett eh die Strasse runter nach Pajares und dann weiter in Richtung Mieres. Die Fahrt war aber kurz nach Flor de Acebos vorläufig fertig, als die Reifendruckanzeige meinte: Ja der Reifen vorne links hat ein Bizzeli wenig Puste drin...
Auf einem Austellplatz schauten wir uns das mal an. Das Zischgeräusch das aus der Lauffläche kam verhiess nichts gutes. Hektisch wurde mal der Kofferraum ausgeräumt um zum Reserverad und Wagenheber zu gelangen. Was wir da aber fanden stimmte uns nicht gerade zuversichtlich. Nix Wagenheber, nix Ersatzrad, nur so ein Schnellreperaturset mit Flüssigkeitskartusche und Kompressor. Wir werkelten mal los:

Flor de Acebos


Noch waren wir zuversichtlich:

La Romia


20min später telefonierte David dann mit Europcar. Dahin war das frühe Abendessen. Wir warteten und fotografierten noch einen Schwertransport der über die doch arg steile und kurvenreiche Strasse kam:

Flor de Acebos


Etwa eine Dreiviertelstunde später war dann ein Abschlepper vor Ort, welche den Reifen notdürftig mit einem Stopfen reparierte. Seine Aussage war aber klar: Mañana : Taller!
Morgen baldmöglichst ab in die Werkstätte damit. Langsam fuhren wir dann zurück ins Hotel wo wir kurz gegen 10 Uhr abends eintrafen. Der angedachte Plan im Städtchen essen zu gehen liessen wir fallen und assen direkt im Hotel.
Die angedachten Pläne für morgen sind mit dem Zwischenfall aber Makulatur. Wir verlängerten aber auf alle Fälle nochmals um eine Nacht, bevor es dann um Mitternacht in Richtung Bett ging. Für morgen ist identisches Wetter wie heute angekündigt. Die Morgenzüge aber fallen mit der Reifenpanne definitiv aus. Wir hoffen spätestens gegen Mittag doch noch am Pass zu sein. Mal sehen was Europcar für Pläne hat. Wie es uns erging, könnt ihr ein anderes Mal auf diesem Kanal nachlesen wenn es wieder heisst: Adiós Pajares-Pass!