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Adiós Pajares-Pass Teil 7: Nebel und Wolken rund um Salamanca

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3.6.17
Irgendwie viel zu früh ging heute der Wecker los. Im Zimmer herschte eine rechte Hitze, da irgendwann in der Nacht das Fenster zu ging. So hielt uns nicht allzuviel im Zimmer und gegen acht waren wir unterwegs. Fürs erste suchten wir in Salamanca einen Shop wo wir unsere leeren Vorräte auffüllen konnten. Wir fanden dan eine 24 horas Shop. Dann ging es raus auf die Strecke. Der Fahrplan vermeldet als erstes was in Richtung Madrid. Nur wussten wir nicht so genau wo der Zug druch fuhr. Wir hofften eigentlich, dass das Meiste via Ávila fährt und wagten uns mal an diese Dieselpiste. Die Stellensuche gestaltete sich nicht ganz als einfach. Anfänglich lag die Strecke genau in Lichtachse, erst hinter Villar de Gallimazo ändert die Strecke die Richtung deutlich. Problemtisch ist aber, dass die Strassen nur beidngt der Bahn folgen und wir recht zick-zack fahren mussten. Schlussendlich setzen wir uns bei Peñaranda de Bracamonte auf eine Strassenbrücke. Das Auto parkierten wir unten am Beginn der Überführung am Strassenrand. Kurz nachdem wir uns platziert hatten fuhr ein Auto der Guardia Civil durch. Schon uns schauten die Jungs mit langen Gesichtern nach, als sie dann beim abgestellten Auto bremsten befürchteten wir schon den Anschiss und als wir dann sahen wie sie auf der nächsten Kreuzung wendeten war der Anschiss dann perfekt. Nachdem klar war dass wir Turistas sind waren die beiden etwas freundlicher als zuvor, machten uns aber dennoch deutlich darauf aufmerksam, dass das Auto dort weg muss. So ging David umparkieren. Ein paar Minuten später fuhren die Jungs wieder durch - Kontrollfahrt...
Egal, wir warteten weiter und hofften auf Güterzüge in Richtung Madrid. Nur kam leider nichts. Das Wetter war so so la la. Eigentlich war es sonnig, jedoch hielten sich hartnäckig Nebelfetzen die immer mal wieder die Gegen verdunkelten. So kam es wie es kommen musste, der erste Zug kurz nach 10 - ein Regio nach Madrid - fuhr im halbwegs dunkeln durch:

599 009 der RENFE zwischen Peñaranda de Bracamonte und Villar de Gallimazo


Wir warteten weiter und machten uns langsam etwas Gedanken um den Verkehr hier in der Gegend. Da gewisse im Fahrplan auftauchende Züge nach Madrid nicht sichtbar hier durch kamen, mussten wir annehmen, dass der Schnellverkehr wohl obendurch via Medina del Campo fährt. Und auch der fehlende Güterverkehr machte uns Stirnrunzeln. Nach Konsultation von Bildern der Gegend im www wurden wir in der aufkommenden Meinung bestärkt, dass der Güterverkehr nach Portugal wohl komplett via Medina del Campo abgewickelt wird. Auf der Piste nach Ávila haben wir nur Fotos von Dienstzügen, sowie Kesselwagenzüge von einem Bioethanolwerk bei Babilafuente gesehen. Bei letzterem haben wir am morgen auch Wagen, nicht aber was Triebfahrzeugmässiges gesehen.
Wir kamen zur Einsicht, dass wir für Güterzüge an der falschen Piste stehen. Da aber noch was von hinten anstand, warteten wir bis kurz vor elf und nahmen den Regio nach Salamanca noch mit. Wieder war es eine enge Kiste mit den Nebelwolken und am eigentlichen Auslösezeitpunkt war es dunkel. Nur mit etwas Tele ging die Stelle als Sonnenfoto durch.

599 024 der RENFE zwischen Peñaranda de Bracamonte und Villar de Gallimazo


Wir hatten bei unserer vorherigen Suche noch eine nette Stelle bei Ávila gesehen die wir unbedingt machen wollten, zumal das Wetter in der Richtung besser aussah. So fuhren wir mal rüber nach Ávila und setzten uns oberhalb des Rio Adaja ins Gelände. Als passenden Zug hatten wir zwar nur einen Zug nach Salamanca - sprich einen Nachschuss - aber angesichst der Stelle und des vermutlich eingesetzten 599er war das nicht ganz so tragisch. Während wir da warteten begann die Quellbewölkung zu nerven. Immer mal wieder waren wir voll im Schatten. Glüclicherweise hatte der Zug dann ein paar Minuten Verspätung und so gab es dennoch ein Sonnenfoto. Wäre er pünktlich gewesen wäre der Nervfaktor erheblich gewesen, so aber hatten wir ein schönes Foto im Kasten:

599 012 der RENFE zwischen Ávila und Cardeñosa de Avila


Wir wechselten nun rüber an die Piste Salamanca - Medina del Campo. Nach gut eriner Stunde Fahrt kamen wir bei Cantalapiedra an die Strecke. Deutlich sah man, dass die Strecke erst kürzlich modernisiert wurde. Nebst Begradigungen und Kurvenstreckungen wurde die Piste vor zwei Jahren mit 25 kV 50Hz elektrifiziert. Für uns stellte sich nun die Frage was denn alles eketrisch fahren würde. Wir stellten uns mal auf eine Brücke und warteten. Nach etwa 30min kam ein Regio dahergefahren. Es war ein 599er:

599 009 der RENFE zwischen Cantalapiedra und Fresno El Viejo


599 009 der RENFE zwischen Cantalapiedra und Fresno El Viejo


Leider schwächelte das Licht gerade etwas, respektive wir verloren die Wolkenlotterie. Da wir aber feststellen mussten, dass bezüglich Seitenlicht nicht mehr allzu viel ging, fuhren wir weiter. Leider ist auch hier etwas zick-zack Fahrt angesagt um der Strecke zu folgen. Nachdem wir unterwegs auf einem Feldweg was getestet hatten, fanden wir erst bei Vallesa de la Guareña wieder was machbares. Da von Medina del Campo her ein Regio in nächster Zeit hier durchfahren sollte blieben wir auf der Brücke stehen. Mit einigen Minuten Verspätung kam dann eine Gumminase - natürlich modernisiert und zum Ärger von Christof als Nummernsammler was zudem noch die identische Einheit die wir gestern Abend schon erwischt hatten. Dass zudem noch eine Wolke Schattenwurf produzierte war nur Nebensache

594 013 der RENFE zwischen Cantalapiedra und El Pedroso de La Armuña



Wir fuhren weiter, fanden aber erst bei Gomecello wieder eine Brücke die lichtmässig passte. Sonstige Stellen sind in der recht flachen Gegend schwierig. Wie wir nach Gomecello reinfuhren, sahen wir gerade ncoh einen Regio aus Salamanca in Richtung Medina del Campo durchfahren. Das war jetzt aber nicht so geplant und etwas ärgerlich, zumal es sogar noch eine originale Gumminase war. Nach ein paar mal falsch abbiegen waren wir schlussendlich auch auf der gewünschten Brücke und begannen zu warten. Die Wartezeit überbrückten wir noch mit einem etwas verspäteten Mittagessen. Schon bald zeigte sich ein Spitzenlicht von Salamanca her und kurz darauf dieselte eine 335 004 der Transfesa mit einem Containerzg durch. Die Lokführer waren ab uns hellauf begeistert und machten das mit einem Hupkonzert kund.

335 004 der TRFSA zwischen Gomecello und Moriscos


Eigentlich hofften wir ja auf einen Güterzug aus der Gegenrichtung, aber man nahm auch den gerne mit. Die nächste P-Leistung war erst in gut einer Stunde drin, ein Alvia aus Madrid. Da wir auf der Piste via Ávila keine Alvias gesehen hatten, mussten die hier durch. Bis dahin regte sich ausser unserer Fantasie nichts. Die neuen Fahrleitungsmasten verarschten uns mit ihrem Glitzern einige Male, Züge kamen aber keine. Erst der Alvia aus Madrid erlöste uns von der Warterei. Es kam ein 121er - die erste elektrische Zugsbewegung die wir auf der Strecke sahen. Bis jetzt war alles andere Dieselgeführt...

121 018 der RENFE zwischen Gomecello und Moriscos


Da wir kleine schlaue Idee für was anderes hatten, lichtmässig hier die nächste Stunde auch passte und wir auf einen dem Alvia folgenden Güterzug hofften, blieben wir gleich hier. Die Hoffnungen waren 1h später mit auftauchen des Gegen-Alvias aus Salamanca erloschen. Es war dieselbe Einheit die zurück nach Madrid fuhr.

121 018 der RENFE zwischen Gomecello und Moriscos


Lichtmässig passte die Stelle weiterhin und so warten und hofften wir weiter. Als Deadline hatten wir uns einen Regio nach Salamanca gesetzt, welcher kurz nach acht hier durch fuhr. Wir hofften da noch auf eine Gumminase, hofften aber auch, dass an diesem europäischen Güterverkehrskorridor vielleicht noch ein Güterzug auftaucht.
Viertel vor neun und mit etwa 20min Verspätung dieselte dann ein 599er nach Salamanca.

599 054 der RENFE zwischen Gomecello und Moriscos


Güterzüge waren bis dahin keine mehr aufgetaucht, auch setzte sich in uns die Erkenntnis, dass die schöne neue und von der EU mitfinanzierte Fahrleitung genau einem Zweck diente: dem nationalen Hochgeschwindigkeitsverkehr mit dem Handvoll Alvias nach Madrid. Alles andere fährt mit Diesel unter der Fahrleitung. So wirklich erstaunt waren wir davon nicht, denn für Güterzüge ist die Fortsetzung der Strecke nach Portugal eh nicht elektrifiziert, so dass zwischen Salamanca und Portugal sowieso eine Diesellok vorne dran muss. Etwas enttäuscht waren wir von der Anzahl Güterzüge. Wir hatten zwar am morgen im Bahnhof Salamanca auch noch was herumstehen gesehen, aber gerade mal ein fahrender Zug für einen kompletten Nachmittag ist nicht gerade viel. Zuwenig auf alle Fälle um sich morgen noch etwas an die Strecke nach Portugal hinzusetzen. Das war uns nach heute klar.
So ging es zurück ins Hotel. Nach gestern hatten wir keine Lust im Hotel zu essen und so war uns die erneute Party die im Gange war herzlich egal. Wlan war noch immer nicht bis in unser Zimmer vorgedrungen und so ging es bald ab in Richtung Stadt wo wir uns noch einmal so richtig die Bäuche vollschlugen. Um Mitternach war dann Feierabend angesagt.



4.6.2017

Und dann war er da, den Tag den man in den Ferien am wenigsten mag. Der Tag nämlich, an dem die Rückreise begann. Wir standen wie üblich um 7 auf. Nahc den gestrigen Vorhersagen hatten wir nicht allzu viel vom Wetter draussen zu erwarten. Aber falsch gedacht: Draussen war eitel Sonnenschein. So war grund zur Eile angesagt. Koffer packen und auschecken ging flott von statten und bald waren wir unterwegs nach Gomecello. Das initial geplante fotografieren der im Depot agestellten Fahrzeuge liessen wir aussen vor. Der morgendliche Alvia nach Madrid war unser Ziel. 10 vor neun rauschte der Zug dann in eitel Sonnenschein durch.

121 018 der RENFE zwischen Gomecello und Moriscos


Das war doch ein Start nach Mass - und ein unerwarteter dazu, denn mit einem Sonnenfoto hatten wir für heute nicht mehr mit gerechnet. Schnell ging es zurück nach Salamanca. Bis zur nächsten Planleistung ging es eine gute Stunde und auf Güterzüge zu hoffen war nach den gestrigen Erfahrungen eher Lotto, zumal heute ja noch Sonntag war. So hatten wir Zeit Christof's Wunsch zu entsprechen und die im Depot abgestellte ADIF 319 zu fotografieren. Zwischenzeitlich hatte uns die erwartete Wolkenfront erreicht:

319 255 der RENFE in Salamanca


319 255 der RENFE in Salamanca


Bei der Rückfahrt nach Gomecello kauften wir uns an einer Tanke noch unser Morgenessen ein, etwas Brot, Käse und Chorrizo. In Gomecello hiess es nur kurz warten, denn schon bald kam dann ein Regio in Richtung Valladolid durch:

599 043 der RENFE zwischen Gomecello und Moriscos


Zu unserem erstaunen stand im Bahnhof ein Gegenzug, welcher in unseren Fahrplänen nicht aufgetaucht war. Beim langsamen beschleunigen aus dem Bahnhof hinaus war dann beim einen Drehgestell ein dunkles Wölckchen zu sehen. Wir gehen daher davon aus dass die Einheit mit einem Defekt auf dem Weg ins Unterhaltszentrum in Salamanca war:

599 054 der RENFE zwischen Gomecello und Moriscos


Kurze Zeit später rauschte ein Alvia nach Salamanca durch:

120 009 der RENFE zwischen Gomecello und Moriscos


Und nochmals rund 20min später tauchte auch noch ein Regio aus Valladolid auf:

594 013 der RENFE zwischen Gomecello und Moriscos


Für uns stellte sich nun die Frage was wir heute noch reissen wollen. Angesichts des Wetters geisterte die Idee herum früher nach Madrid zu fahren und noch das Eisenbahnmuseum zu besichtigen. Nach Konsultation der Öffnungszeiten und unserer Ankunftszeit in Madrid liessen wir das sein und entschlossen uns die verbleibenden gut 5h Stunden bis zur Deadline noch hier zu verbringen. Die Wolkendecke fand das einen guten Entscheid und begann sich langsam aufzulösen, so dass vermehrt mal etwas Sonne bis zu uns gelangte. Wir stellten uns in Cantalapiedra auf eine Brücke und hatten nun Zeit, das vorhin gekaufte Picknick zu verspeisen. Ich nutzte die Wartezeit auch um ein einsam in der Gegend stehendes Andreaskreuz abzulichten:

adif zwischen Cantalapiedra und Fresno El Viejo


Erst kurz nach halb drei kam endlich wieder eine Zugsleistung durch. Güterzüge waren zwischenzeitlich (wie erwartet) keine durch und so war dies die nächste Planleistung: Der 594er war als Regio nach Palencia unterwegs. Zu unserer Freude gabs erneut ein Sonnenfoto!

594 013 der RENFE zwischen Cantalapiedra und Fresno El Viejo


Wir verschoben uns für den Gegenzug nochmals etwas weiter, hatten aber dann etwas Pech mit der Sonne. Kurz vor der Durchfahrt schob sich ein kleiner Wolkenfetzen vor die Sonne:

594 011 der RENFE zwischen Cantalapiedra und El Pedroso de La Armuña


Dann war es aber endgültig Zeit aufzubrechen. An der ersten Tanke die wir fanden gönnten wir uns noch einen kleinen Imbiss. Via die A6/AP6 ging es rein nach Madrid. Direkt am Estadio Vicente Calderón vorbei wo an dem Abend Guns n' Roses auftraten ging es zum Bahnhof Madrid Atocha wo wir unser Fahrzeug abgaben. Die recht mitgenommene Karre gab durchaus Anlass zu einigen Stirnrunzeln beim Europcar-Personal. Als sie dann aber den Schadensbericht der Mietübernahme sahen war dann alles gut.
So ging es flugs in den alten Teil des Bahnhofes. Wir hatten noch rund 2h Zeit und wollten einerseits mal die alte Halle sehen, andererseits noch etwas Znacht essen.
Mit dem Neubau von Atocha für die Einführung der AVE Anfang der 1990er Jahre wurde die alte Bahnhofshalle komplett ausgeräumt und von den Gleisen befreit. Dafür hat es in der Halle neu einen kleinen Tropenpark mit Pflanzen und Tieren:

adif in Madrid Atocha


Wir assen gleich in der Halle. Leider hatten wir aber mit der Wahl des Lokales nicht so Glück. Das Essen war noch so ok, aber der Bedienung sah man die fehlende Motivation so richtig an. Dementsprechend schleppend ging die Phase Bestellung und Bezahlung durch. Zum Glück hatten wir 2h Zeit, denn schlussendlich blieben davon noch gut 20min übrig, welche reichen mussten um durch die Gepäckkontrolle zum Zug zu kommen.
Wir hofften, dass wir diesmal einen Pato erwischen würden, fanden dann auf dem Perron aber wieder einen Velaro vor. Vor der Abfahrt hatten wir noch ein paar Minuten für einige Fotos in der Halle:

103 206 der RENFE in Madrid Atocha


103 206 der RENFE in Madrid Atocha


Baureihe 102 "Pato" der RENFE in Madrid Atocha


1994 sah es noch leicht anders aus in Madrid Atocha wie ein Griff in mein Archiv zeigt. Damals waren nur S100 zu sehen, diese dafür noch in Originallackierung. Hans Stauffer hat die Einheiten 07 und 10 im April 1994 in Atocha aufgenommen:

100 107 der RENFE in Madrid Atocha


Am anderen Streckenende der LAV in Sevilla Santa Justa sah es ebenfalls recht modern aus:

Baureihe 100 der RENFE in Sevilla Santa Justa



Nahc diesem kleinen Exkurs zurück zu unserer Reise:
Der der Velaro brachte uns innert 2h30 auf direktem Weg nach Barcelona-Sants. Für die letzte Nacht auf spanischem Boden hatten wir hier in der Nähe dieses hässlichen Bahnhofes ein Hotel gebucht.
Da für morgen das Programm eh klar war und wir auch recht früh los mussten, war dann schon bald einmal Feierabend.




5.6.2017

Schon um 6 klingelte heute der Wecker - unbarmherzig wie immer. Aber wir mussten los, denn der AVE welcher uns bis nach Lyon brachte fuhr bereits um 0720 ab Barcelona-Sants. In Barcelona-Sants gönnten wir uns an einem Imbissstand noch ein Morgenessen.
Die Schlange für Gepäckkontrolle war nur kurz, dafür war diejenige für die Ticketkontrolle um so länger. Irgendwie erschloss sich mir auch nicht nach welchem System die Schlange in zwei Teile aufgeteilt wurde. Erst knapp 10min vor Abfahrt wurden wir dann aufs Perron gelassen,respektive durften wir mit der Rolltreppe in den dunklen, feuchtwarmen und miefigen Untergrund von Barcelona-Sants vordringen. Schnell in den Zug...
Wir freuten uns anhand der Platznummern auf Fensterplätze, mussten dann aber feststellen, dass wir erneut die identischen Plätze wie bei der Hinfahrt hatten. So hiess es nun 5h rückwärts auf Nichtaussichtsplätzen nach Lyon zu fahren. Zum Glück hatte ich noch einige Seiten in meinem Schmöcker von Jo Nesbo übrig ;)
Pünktlich ging es los. An der Baustelle von Barcelona-Sagrera vorbei ging es raus auf die Strecke und schon bald waren wir an der Grenze. Ab Perpignan hiess es wieder über die Altbaustrecke gondeln, wobei uns dies ermöglichte beim Halt in Narbonne noch einige Bilder von abgestellten Loks und Wagen zu machen.

182 538 der CR in Narbonne


182 604 der CR in Narbonne


Bis kurz vor Avignon ging es zügig und pünktlich vorwärts. In der Verzweigung der beiden Äste des LGV Méditerranée ging dann kurz mal nichts mehr. Nachdem wir schon zuvor abgebremst hatten standen wir hier nun für 10min auf offener Strecke herum. Da es im Anschluss daran wieder mit vollem Speed weiter ging, gehen wir davon aus, dass da wohl irgend ein TGV aus Marseille zu spät gewesen ist und unserem bevorzugt wurde. Ärgerlich war für uns das Ganze aber ziemlich, da nun unser 10min Anschluss in Lyon eigentlich ausserhalb des erreichbaren war. Wir kamen dann mit knapp 20min Verspätung in Lyon an. Wie zu erwarten war der Anschluss weg und wir durften knapp 2h auf den nächsten TER nach Genève warten. Uns blieb nichts anderes übrig als sich einmal mehr über die SNCF zu ärgern. Ungeplant kamen wir so aber auch in den "Genuss" noch einmal in Lyon ein Mittagessen zu essen. Der Einfachheit halber wählten wir wieder dasselbe Restaurant wie am ersten Tag.
Zurück am Bahnhof verstopften wir mit einigen hundert anderen Fahrgästen den Eingangsbereich der Bahnhofshalle. Da erst einige Minuten vor Abfahrt der Züge deren Abgangsperron bekannt gegeben wird, gibt es halt eine wartende Menschenmege vor dem Abfahrtsanzeiger. Dass dann ankommende Fahrgäste nicht so wirklich durch die wartende Meute aus dem Bahnhof wegkommen ist halt einfach so zu akzeptieren. Man könnte ja die Züge auch früher bekanntgeben, respektive die Disposition so gestalten dass sie immer am gleichen Perron sind (sind sie ja vermutlich eh), aber egal. So verstopften wir halt weiter die Bahnhofshalle. Der Gedanke dass Frankreich in manchen Belangen in Bezug auf Eisenbahn noch etwas aufholbedarf hat kam mr nur kurz...
Als dann der AVE nach Barcelona-Sants angeschrieben wurde, verzogen wir uns noch kurz für ein Foto auf den gegenüberliegenden Perron. Mit dem Zug waren wir vor 10 Tagen gestartet. Etwas Wehmut kam auf.

100 115 der RENFE in Lyon-Part-Dieu


Zurück in der Schalterhalle duften wir feststellen, dass wir gleich auf dem Perron hätten bleiben können, wurde doch unser Zug nun bekannt gegeben. So machten wir rechtsumkehrt und gingen erneut auf den Perron A. Die recht kurze Corail-Garnitur war ab Perroche schon gut gefüllt. Nach Part-Dieu gab es bereits wieder Stehplätze - ein Zustand der bis Genève nicht mehr geändert hat. Wir konnten uns diesmal zum Glück einen Sitzplatz im letzten Wagen ergattern. 2h später waren wir in Genève, 15min später sassen wir in einem IC-2000, welcher uns via Lausanne nach Bern brachte. Ich verabschiedete mich dort von Christof und David, welche noch weiter nach Zürich fuhren. Ich setzte mich unterdessen in einen ETR610, welcher mich dann 20min später in Thun ausspuckte.


Für mich gingen 10 schöne Tage zu Ende. Nicht gerechnet habe ich mit den recht schwierigen und manchmal etwas mühsamen Wetterbedingungen. Ich häötte für Ende Mai / Anfang Juni in Spanien eigentlich mit schönem Wetter gerechnet. Nichtsdestotrotz gab es einige sehr schöne Bilder. Der Pajares-Pass selber war für mich im Rahmen der Erwartungen. Die Linienführung ist spektakulär, besonders im Norden. Meiner Meinung nach zu unrecht führt der Pajares-Pass ein Schattendasein hinter Gotthard, Lötschberg, Arlber oder Brenner und ähnlichen Strecken. Spektakulär von Betrieb und Landschaft ist er allemal. Leider ist aber gerade im Norden ohne entsprechenden Aufwand bei der Stellensuche nicht wirklich viel machbar. Etwas, was wir aufgrund des vorherrschenden Wetters nicht gewillt waren zu machen. Im Gebirge wandern bei schlechtem Wetter ist nicht wirklich schlau. Ich denke aber, dass auch im Norden noch einige gute Stellen warten würden. Aber noch bleibt ja ein bisschen Zeit bis der Basistunnel in Betrieb genommen wird. Mal sehen wann es heisst "Hola Pajares-Pass".
Fürs erste wars das aber und ich verabschiede mich mit einem "Adiós"!