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Revisited Rosamunde Pilcher Country! Teil 2: Bekanntes und weniger bekanntes an der Südküste.

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Beim letzten Teil sind wir in Newquay angekommen. Newquay selber hat einen Bahnanschluss, doch ist der Bahnhof nicht wirklich hübsch zum fotografieren und die Zahl der Züge begrenzt - so liess ich es bleiben.
Für den 26.7 hatten wir eine Rundfahrt ab Newquay zum Land's End und wieder zurück nach Newquay geplant. Flugs ging es am morgen nach St Ives. Unterwegs wäre zwar noch die Lappa Valley Steam Railway zu besichtigen gewesen, wir liessen dies aber sein. Die Bahn ist eine Miniatureisenbahn, welche auf Resten einstiger Great Western Streckenstücken (respektive früher Cornwall Minerals Railway, respektive sogar Treffy's Tramway) verkehrt. (-> https://en.wikipedia.org/wiki/Lappa_Valley_Steam_Railway und -> http://www.lappavalley.co.uk ). So ging es direkt nach St Ives rein, wo wir uns im Hafen mal eine feine Cornish Pastry gönnten. Gegen Mittag konnte ich noch kurz an der bekannten Stelle oberhalb des Bahnhofes vorbei schauen. Obwohl immer mal wieder blaue Löcher in der Wolkendecke auszumachen waren, war es mir nicht vergönnt so eines mit einer Zugsankunft/abfahrt in Einklang zu bringen. IM Einsatz waren heute der neu lackierte Class 153 373 mit dem Altlack Class 150 102

Class 153 373 der GW in St. Ives


Class 153 373 der GW in St. Ives


So ging es dann weiter zwischen Sonnenschein und Regen via Küste nach Land's End, später nach St Michael's Mount zurück nach Newquay, wo es dann abends endgültig schüttete. Weitere Bahnbilder gab es nicht mehr.

Tags darauf begrüsste uns der morgen mit schönem Wetter und so ging es nochmals zum St Michael's Mount. Im Gegensatz zu gestern abend war heute morgen Niedrigwasser und so konnten wir über den Damm rüberlaufen.
Da das Wetter auch in Richtung St Ives durchaus passend aussah konnte ich nochmals einen Kurzbesuch am St Ives Branch durchsetzen. Wir fuhren dazu direkt nach Carbis Bay wo wir dann den in Richtung Lelant der Strecke entlangwandern wollten. Kurz nach Ankunft kam auch schon ein Zug nach St Ives durch. Heute im Einsatz: Class 153 373 in Neulack mit dem Class 150 221 in Altlack - der 153 373 aber im Gegensatz zu gestern Seite St Ives.

Class 150 221 der GW zwischen Carbis Bay und Lelant


Etwas ärgerlich war, dass innert 5 Minuten zwischen Auto beim Bahnhof hinstellen und an den Fotopunkt laufen der Himmel schon recht zugesifft wurde. Doch für mich wurde es noch ärgerlicher. Wir wanderten einige Meter weiter und platzierten uns auf der einen Fussgängerbrücke über die Linie um die Rückfahrt ab St Ives aufzunehmen. Innert der 10 Minuten die der Zug braucht nach St Ives zu fahren, zu wenden und wieder zurückzufahren siffte das Wetter komplett ab. Der Zug fuhr im dunklen durch. Das war jetzt aber etwas ärgerlich. Da aber noch Chancen auf Sonne bestand, entschieden wir uns nochmals eine halbe Stunde abzuwarten und das nächste Zugspaar abzuwarten. Aus der Hinfahrt nach St Ives wurde nichts, die Rückfahrt kann aber zumindest als Halblicht Aufnahme durchgehen.

Class 150 221 der GW zwischen Carbis Bay und Lelant



Die weiteren Chancen waren aber nicht so rosig und so brachen wir unsere Tour entlang der Linie ab und machten uns auf den weiteren Weg. Kurz nach Abfahrt in Carbis Bay tröpfelte es schon auf die Frontscheibe...
Der restliche Tag war dann mit Sightseeing entlang der Südküste Cornwalls verbunden. Insbesondere die Lizard Halbinsel hat es uns angetan, wo wir auch nochmals einige Sonnenstunden mitnehmen konnten. Gegen Abend zog es aber zu und so ging es dann auf direktem Weg nach Plymouth wo wir uns eine Unterkunft gebucht hatten. Da für den morgigen Tag mehrheitlich schlechtes Wetter angesagt war, erschien uns Plymouth als gute Auswahl, da von hier aus vieles in vernünftiger Zeit erreichbar ist.


Wie von der Prognose vorhergesagt sah es heute morgen recht düster aus. In der Nacht hatte es zeitweise stark geregnet, aktuell war gerade Ruhe. Wir entschieden uns zu einer Fahrt durch den Dartmoor Nationalpark. Schon bei der Ausfahrt aus Plymouth begann es wieder zu tröpfeln, anschliessend war zeitweise Wolkenbruch angesagt. Stellenweise flossen regelrechte Bäche über die Strassen. Schlussendlich führte uns die Tour nach Ashburton, was so eigentlich nicht ganz geplant war. Ashburton war einst Endpunkt einer GWR Branchline. Heute wird die Strecke ab Totnes bis zur Station Buckfastleigh von der South Devon Railway als Museumsbahn betrieben. Der weitere Weg nach Ashburton ist dagegen durch den Devon Expressway versperrt. Da der Hunger plagte schlug ich vor, dass wir ja in Buckfastleigh bei der Bahn was essen könnten, liegt ja gerade neben Ashburton. Meine Partnerin fand den Vorschlag ok und so gings flugs ein Dorf weiter. Kurz nach unserer Ankunft war per Zufall die Einfahrt eines Zuges ab Totenes geplant, welchen ich dann auch in der Einfahrt festhielt. Wie es so will begann es gerade wieder wie aus Kübeln zu giessen....
Heute im Einsatz war GWR 4575 Class #5526

4575 Class 5526 der SDR in Buckfastleigh


Eine Cornish Pastry später machten wir uns auf den weiteren Weg. Eigentlich war Buckfastleigh nicht so geplant gewesen, wollten wir doch am Morgen eher in Richtung Travistock und weiter nach Looe runter fahren. Wir entschlossen uns dies nachzuholen und fuhren nochmals quer durch den Dartmoor Nationalpark. Das Wetter war nach wie vor übel und zeitweise konnte man meinen man werde nächstens fortgeschwemmt. In Calstock verpassten wir einen Zug nur um Minuten - andererseits schiffte es eh gerade recht stark...
Erst gegen Looe hin besserte das Wetter etwas und so konnten wir Looe im trockenen besichtigen. Wir stellten uns anschliessend noch kurz beim bekannten Punkt in der Nähe von Looe hin. Wie üblich heute begann es kurz nach dem Hinstellen an die Stelle wieder zu tröpfeln.

Class 150 248 der GW zwischen Looe und Sandplace


Class 150 248 der GW zwischen Looe und Sandplace


Weiter zu warten machte keinen Sinn und so ging es dann endgültig raus aus Cornwall. Zwar hatte ich mir bei St.Germans noch den einen oder anderen Landschaftsblick notiert, nur war das bei dem Wetter ein sinnloses Unterfangen. So ging es auf recht direktem Wege in die gebuchte Unterkunft in Shaldon gegenüber von Teignmouth. Für unser Abendessen liefen wir zu Fuss rüber nach Teignmouth. Ich kenne dort von der 2015er Reise ein feines Lokal das wir besuchten.
Auf dem Weg dahin gab es beim überqueren der Brücke über den River Teign noch einen kurzen Fotostopp, da gerade was unterwegs war. Class 153 325 als 2E46 Plymouth - Exeter St Davids

Class 153 325 der GW in Teignmouth


In die Gegenrichtung kam in Schlagdistanz kam 2T25 Exeter Central - Paignton mit Class 153 305, welcher seit einer kürzlichen Revision in einem neutral hellgrauen Anstrich herumfährt.

Class 153 305 der GW in Teignmouth


Kurz darauf folgte auch noch ein HST (1C87 London Paddington - Penzance):

Class 43 139 der GW in Teignmouth


Auf dem weiteren Weg zum Restaurant kreuzten wir nochmals die Bahn und dank der recht grossen Zugsdichte mussten wir hier auch nur kurz auf einen HST warten (1A94 Penzance - London Paddington)

Class 43 053 der GW in Teignmouth


Ein ausgiebiges und feines Nachtessen war gefolgt vom Rückmarsch nach Shaldon rüber. Es hatte inzwischen leicht aufgeklart und so bot sich über der Flussmündung des Teign ein wunderbares Farbenspiel. Ich kannte das schon von der 2015er Reise, weshalb Teignmouth/Shaldon als Unterkunftsort nicht ganz unbewusst gewählt war.
Nebst normalen Sonnenuntergangsbildern ergab sich auch die Möglichkeit noch den gerade passend daherfahrenden CrossCounty 1V64 Edinburgh - Plymouth gebildet aus zwei Class 220 Voyager in eines der Bilder einzubauen.

Class 220 der XC in Teignmouth


Wenn der Tag auch mit eher bescheidenem Wetter begonnen hat - so ein Bild zum Tagesabschluss entschädigt für einiges.


Tags darauf erwartete uns schönster Sonnenschein. Nach dem üppigen und feinen English Breakfast ging es ab nach Dawlish an den Seawall. Ich konnte meiner Partnerin eine Wanderung entlang des Seawall schmackhaft machen. Natürlich gab es den einen oder anderen Halt für entsprechende Fotos ;)
Leider war aber das Wetter nicht ganz so gut wie es anfänglich ausgesehen hat. Es war zwar durchaus blau, aber inzwischen hatten sich einige Wolken gebildet und je nach Blickrichtung sah es recht düster aus.

Kurz nach Ankunft kam auch schon Cross Country vorbei mit einem Voyager vorbei auf dem Weg als 1V41 von Birmingham New Street nach Paignton:

Class 220 016 der XC zwischen Dawlish und Dawlish Warren


in Blockdistanz folgte First Great Western mit einem Pacer / Sprintere Gespann ebenfalls nach Paignton:

Class 143 612 der GW zwischen Dawlish und Dawlish Warren


und in Gegenrichtung war es erneut Cross County, diesmal mit einem Super Voyager untweregs als 1M37 von Plymouth nach Manchester Piccadilly

Class 221 132 der XC zwischen Dawlish und Dawlish Warren


Für den HST aus London Paddington nach Penzance gab es dann erstmals sowas wie Sonne:

Class 43 170 der GW zwischen Dawlish und Dawlish Warren


In Gegenrichtung und voll in Sonne folgte dann ein Sprinter/Pacer Paar. Zu meinem erstaunen waren beide Fahrzeuge im neuen Great Western Railway Anstrich. Beim Class 153 ist das für mich nachvollziehbar, dass man aber auch Pacer (Class 143) umlackiert erstaunt mich doch etwas, sind die Dinger doch stark abschussgefährdet, da sie im aktuellen Zustand ab 1.1.2020 die neuen Normen bezüglich Zugänglichkeit für Behinderte nicht mehr erfüllen.

Class 153 373 der GW zwischen Dawlish und Dawlish Warren


Auch der nachfolgende HST von Penzance nach London Paddington ging voll in Sonne durch:

Class 43 036 der GW zwischen Dawlish und Dawlish Warren


Da nun eine Wolke durchzog, bot sich uns die Möglichkeit für einen Stellenwechsel. Wir liefen gegen Dawlish Warren, wollte ich doch auf dem Fotografenhügel Position beziehen.
Noch am Fusse des Hügels erwischte ich dann im Halblicht zwei Pacer von Paignton nach Exeter:

Class 143 621 der GW zwischen Dawlish und Dawlish Warren


gefolgt von einem Cross County Super Voyager der als 1S45 von Plymouth noch einen weiten Weg bis zu seinem Endziel Aberdeen vor sich hat:

Class 221 124 der XC zwischen Dawlish und Dawlish Warren


Von oben herab gab es dann einen Shot auf den 2T11 Exmouth - Paignton mit einem Neulack Class 153 und einem Altlack Class 150.2

Class 153 382 der GW zwischen Dawlish und Dawlish Warren


Je ein HST von / nach Penzance waren die nächsten Zugsleistungen:

Class 43 125 der GW zwischen Dawlish und Dawlish Warren


Class 43 155 der GW zwischen Dawlish und Dawlish Warren



Die ganze Zeit schon war über Torquay/Paignton eine dunkle Regenwolke auszumachen. Nun rückte sie immer näher und so verzogen wir uns in Richtung Fahrzeug. Die ersten Tropfen erreichten uns als wir gerade beim Auto eintrafen. Wir fuhren nun weiter in Richtung Exeter und dann nach Exmouth, von wo wir immer der Küste entlang weiter östlich fuhren. In der Gegend gab es einst einige Küstenstrecken, doch ist davon heute nichts mehr in Betrieb. Nur einige Viadukte, Einschnitte, Dämme und dergleichen zeugen heute noch davon. Die Linien sind aber oftmals in Google Maps aus der Luft noch sehr gut nachvollziehbar.

Beim herunterfahren nach Beer gab es dann eine unfreiwillige Pause. Zuerst staute sich der Verkehr in Richtung Beer und 5min lang ging nichts mehr. Dann konnten die Autos vor mir fahren, wie ich dann mit leichter Verzögerung folgte kam mir in einer Linkskurve plötzlich ein Reisecar entgegen. Der mit seinem ~15m linksgelenkten Dreiachser für die befahrene (für ihn nicht geeigneten Strasse) nur leicht überforderte Reisecar-Chauffeur aus Kontinentaleuropa (hier aus Good Old Germany, wobei der geradeso gut aus einem anderen Land hätte sein können) meinte er könne nun weiterfahren. Leider war aber die Kreuzungsbucht in der Kurve zu kurz/schmal, respektive sein Überhang zu gross, als dass es gereicht hätte. Ich konnte mich noch so in die Büsche drücken wie ich wollte - durch die Kurvenlage reichte es nicht. Zurücksetzen für mich war keine Option mehr, da sich hinter mir eine nicht endend wollende Schlange gebildet hatte. Einzige und einfachste Option war das Zurück manövrieren des Reisebusses in seine vorherige Kreuzungsbucht, wo er dann alle Autos von oben vorbeilassen konnte, um anschliessend hochzufahren. Buschauffeur und Reiseleiterin meinten zwar es gehe anders, einer der Fahrgäste sprach dann aber so deutliche Worte dass schlussendlich genau dieses Szenario durchgeführt wurde. Die hinter dem Reisebus wartenden Autos machten die Sache aber nicht einfacher. Schlussendlich dauerte es rund eine Viertelstunde bis sich der gordische Knoten zumindest für mich gelöst hatte. Ich für mich hätte ja nicht in der Haut des Chauffeurs stecken wollen.... (Man fragt sich einfach, ob gewisse Touranbieter die Strecken die sie dann mit solchen Möbeln abfahren wollen vorher überhaupt je einmal erkunden. Eigentlich sollte man sehen, dass die Strasse für so einen grossen Bus eher ungeeignet ist. Aber geht wohl hauptsächlich nach dem Motto: Wir wollen den Leuten was bieten, koste es was es wolle....).

In Beer selber besuchten wir kurz den Modellbahnshop von Peco - dem Modellbahnhersteller - welcher dort seinen Sitz hat. Die angrenzende Modellbahnaustellung inklusive der Gärten mit Miniaturbahn liessen wir aber aussen vor und zogen es vor bald weiter in Richtung Seaton zu fahren. Dort stiessen wir für mich überraschend auf die Seaton Tramway. Ich wusste bis dato nichts von dem Teil. In der Nachlese stellte sich dann heraus, dass dies eine Art Modell-Tramway ist welche Ende der 1960er Jahre auf dem stillgelegten Seaton Branch als Touristenattraktion aufgebaut wurde. Die Fahrzeuge sind mit zwei Ausnahmen originalen, jedoch umgebauten Tramwagen aus verschiedenen Städten Grossbritanniens nachempfunden. (-> https://en.wikipedia.org/wiki/Seaton_Tramway )

In der Endstation Seaton wartete gerade #14 auf Fahrgäste.

Unidentifiziert 14 der STR in Seaton


Bevor sich #14 aber auf die Strecke begab, kam zuerst noch #11 entgegen...

Unidentifiziert 11 der STR zwischen Seaton und Colyford


...gefolgt von einem Extrakurs aus #12

Unidentifiziert 12 der STR zwischen Seaton und Colyford


Dann machte sich #14 auf die Reise:

Unidentifiziert 14 der STR zwischen Seaton und Colyford


Die Strecke führt entlang des River Axe nach Colyford und weiter nach Colyton. Von der Strasse am gegenüberliegenden Ufer des Axe konnte ich dann #15 fotografieren, welche nach Seatopn unterwegs war und in Riverside, wo sich auch das Depot der Bahn befindet die #12 kreuzte:

Unidentifiziert 15 der STR zwischen Seaton und Colyford


Unidentifiziert 15 der STR zwischen Seaton und Colyford


In Colyford gab es noch ein Foto des ausfahrenden #14

Unidentifiziert 14 der STR zwischen Colyton und Colyford


Ich suchte an der weiteren Strecke nach Colyton noch nach weiteren Stellen, doch durch den Bewuchs ergab sich nichts mehr und so fuhren wir weiter. Bis wir am Abend dann schlussendlich in Southampton eintrafen gab es keine weiteren Bahnfotos mehr. Southampton war als Endpunkt des heutigen Tages nicht ganz zufällig gewählt, hatten wir im Verlaufe des Tages angesichts des guten Vorankommens doch eine Idee für den morgigen, letzten Tag gehabt, welche uns nicht mehr los liess. Was das ist und wohin es geht, das verrate ich euch dann ein anderes mal auf diesem Kanal wenn es wieder heisst: Revisited Rosamunde Pilcher County!