Eines Tages in Japan - Frühjahrstour 2017 (7)

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06.05.2017 Tsuruoka – Omagari

Gestern wurde es ja nicht ganz so spät. Durfte auch nicht, denn wir hatten heute früh etwas „eile“. Nach dem regnerischen Tag gestern sollte es schön werden heute. Einfach schön. Der Prognose trauten wir nur bedingt. Und so schaute ich mit einer bösen Vorahnung aus dem Fenster als um 6 Uhr der Wecker ging. Aber es war wirklich schön!

0 – Morgens früh aus dem Hotelzimmer. Das Wetter ist tatsächlich so gut wie angekündigt, nach dem gestrigen Tag hatten wir der Prognose nicht 100% vertraut. Aber gut ... starten wir also. Gerade noch zu sehen die Ausfahrt des Bahnhofs von Tsuruoka.


Also wurde es halt etwas eilig plötzlich. Um 06:30 war ich vor dem Zimmer und David folgte mir auf dem Schritt. Runter, wie immer kurz die Zimmerkarte abgeben (wir haben uns angewöhnt am Abend beim Check-In bereits zu bezahlen um am Morgen nicht in diesem Prozess stecken zu bleiben), und dann zum Auto. Das stand noch immer brav auf dem gratis Parkplatz ;).
Als wir aus der Stadt rausfuhren ging ich im Kopf nochmal die letzte halbe Stunde durch. Warum? Ich hatte ein ungutes Gefühl. Es war richtig. Denn ich konnte mich nicht erinnern mein Handy Netzteil aus der verstecken Steckdose gezogen zu haben. Mh ... jetzt aber umdrehen, kostet sicher 10min ... und damit den ersten Zug. Hach, vielleicht später noch, und sonst ist's ja nur ein USB Netzteil mit USB Kabel. Die Zeit die wir vor dem Plan waren nutzten wir lieber für einen Besuch beim Family Mart damit wir auch ein Frühstück haben auf der Brücke. Wir parkten unter der Brücke und liefen rauf. Exponiert wie so eine Brücke in der Fläche ist wehte uns eine starke Brise um die Nase. Stürmisch? Ja, kann man sagen ... aber uns war's reichlich egal. Wenn dieser Wind vom Meer her dafür die Wolken ins Landesinnere getrieben hat wollen wir nicht meckern ;).
Kaum da oben gings dann los mit dem Programm:

1- Es ist kurz vor 7 Uhr an diesem schönen 07. Mai. Wir stehen auf der gestern noch entdeckten Brücke bei Uzen Mizusawa. Als erstes war der Regionalverkehr dran, und gleich mit einem gemischten Doppel. Es ist nicht einfach ein Doppeltriebwagen der Kiha 47 Serie. Der vordere ist zwar eine Hälfte davon (47 1518), aber der hintere ist ein einzelner Triebwagen. Er heisst Kiha 40 587.


2 – Nur 10min nach dem Regio dann der erste Inaho Ltd. Express des Tages. Er fährt nach Süden. Die Baureihe kennen wir ja schon, es ist der 485 101.


Wir mussten schon wieder los, der Ianho war unser Ziel auf der Brücke und mehr „neues“ käme nicht mehr in der nächsten Zeit. Sowieso ist der Fahrplan nett, einiges los, aber nicht sehr abwechselnd.
Wir fuhren über bereits bekannte Wege an die Küste vor. Da hatten wir vor allem die Gerade bei Atsumi Onsen im Kopf. Aber es lief derart viel, dass wir ein Regio noch in der Aussenkurve von Iragava machen konnten bevor wir uns ins Feld setzten. Denn da bei Atsumionsen wollten wir vor allem ein Inaho. Und der würde sich noch was Zeit lassen ... ;). Also parkten wir wieder an der Aussenkurve – extra am Rand – damit wir niemanden stören.

3 – Da wir uns gestern die Strecke ja ausgiebig angeschaut haben konnten wir heute einfach Stelle nach Stelle anfahren. Der nächste Platz ist die Aussenkurve bei Iragava und der Zug ist ein Regio Südwärts. Es ist ein Kiha 48 Gespann inkl. einem gemischten Doppel.


Und dann zu unserer Hauptstelle heute früh. Der Fahrplan sah je ein Regio pro Richtung vor und einen Inaho nach Süden. Wir fuhren durch den alten Bahntunnel, parkten auf dem kleinen Platz dahinter und liefen hinten rein. Vom ganzen Regen gestern war das hohe Grass und Gebüsch noch Nass. Und da wir nicht über die Felder laufen wollten wurden wir gleich mal komplett durchnässt bis Höhe der Knie. Nicht ganz angenehm, aber was soll's. Die Sonne war ja am lachen und dann trockents schnell wieder.
Die zwei Japanischen Bäuerinnen welche das Feld am Gleis unten bestellten nahmen uns zwar war, schienen sich aber nicht an uns zu stören. Zumindest wurde der vorsichtige Gruss nicht erwidert. Vielleicht haben sie's auch nicht gehört im starken Wind.
Wir standen an der Stelle für den Inaho und überlegten was wir genau machen wollten. Erst kommt ein Regio nach Norden, dann der Inaho für den Nachschuss und dann der Regio nach Süden. Zeit zwischen Regio und Inaho ist knapp, aber genug zum wechseln. Also liefen wir die 200m vor um dem Regio auf die Nase schiessen zu können.

4 – Wir sind nochmal eine Ecke weiter südlich, wieder kurz vor Atsumionsen. Die Stelle liegt gleich am anderen Ende des Tunnels unseres Regespots. Um da hin zu gelangen gab's dann erstmal nasse Füsse und Unterschenkel. Das Wetter im Landesinnern war perfekt, hier an der Küste drückte es aber feuchtigkeit in die Hügel hinauf. Dieses – ohlala was hier nicht alles kommt – Doppel von Kiha 110 kam aber im Eitel Sonnenschein.


5 – Da nimmt man auch den Nachschuss gerne mit. Das Doppel besteht aus 110 213 + 110 205.


Als wir auf dem Weg zurück auf die andere Seite waren zogen plötzlich Wolken rein. Auf dem Meer sah man zwar immer was rumfussln, aber es löste sich auf als es auf die Küste traf. Dies war nun plötzlich nicht mehr so und es löste sich einige Meter weiter hinten auf. Zu weit hinten, denn die Sonne war jetzt meist in den Wolken. Und selbst die blauen Löcher vom Meer her schafften es irgendwie nie vor die Sonne. Schon gemein, aber auf faszinierend zu sehen dieses Wetterphänomen. Der Inaho wollte nicht ... ebenso ein Inaho von vorne der im Fahrplan nicht zu finden war! Und als der Regio dann kam war's gerade wieder so halb hell. Hätten wir doch den ersten Regio nachgeschossen ....

6 – Und wo war jetzt das ganze blau? Vom Meer her drückten tiefe Wolken rein und die lösten sich gerade bei uns nur zögerlich auf. Die blauen Löcher welche sich auch immer auftaten waren meist am falschen Ort. So ging erst ein Express von vorne und dann noch eine Überführung einer Express Garnitur von hinten im Schatten ab. Es blieb der nächste Regio ... und der ging auch nicht so wirklich. Länger konnten und wollten wir aber nicht warten, dass war ein ganz blöder Platz gerade ;).


Wir hätten ja jetzt einfach auf den nächsten Inaho warten können der gar nicht mehr so weit weg war. Aber irgendwie war der Platz nicht gut für uns. Ob sich diese Situation mit den Wolken in den nächsten 30min bessert? Wir hatten keine Lust es auszuprobieren und noch mehr Bilder im Schatten zu machen. Also vor nach Gatsugi. Da ist der Küstenstreifen nicht ganz so Eng und es folgt auf den Strand eine grössere Ebene. Da rechneten wir uns bessere Chancen auf Sonne aus.
Und so war es, da unten sassen die Wolken zwar auch in den Bergen, aber eben nicht in der Fläche davor. Einige Flusel zogen zwar durch, aber nicht der Rede Wert.

7 – Auch diese Stelle steuerten wir ganz gezielt an. Nördlich Gatsugi gibt es einen netten kurzen freien Abschnitt, und da war von den Wolken nichts mehr zu sehen. Dieser Inaho Ltd. Express ist die erste Planleistung nach Norden. Hach, und bei Sonne macht sich das ganze doch irgendwie schöner als im Grussellicht von gestern.


Und jetzt – rennen! Denn wir hatten einen sportlichen Zeitplan für den nächsten Südfahrenden Ekspressi. Oder doch nicht? Irgendwie glaubten wir nicht an unsere Berechnung und wollten den Inaho nicht verdaddeln. Und ausserdem sah man vom letzten Fotopunkt aus auch eine nette Stelle für den Südfahrenden Express. Oder? Wir liefen mal gemütlich rüber und setzten uns in den Schatten eines Baumes. Da konnte man bleiben! Und für die nächsten Stellen blieben dann auch genug Züge übrig. Hach, schön wenn man spontan umplanen kann.

8 – Wir hatten eigentlich einen ambitiösen Plan für den nächsten Südfahrer im Köcher. Aber irgendwie war uns der dann doch zu riskant, also liefen wir ganz einfach von der letzten Stelle die paar Meter bis zum gegenüberliegenden Hügel. Und da kam dann ohne auch nur eine Sekunde Stress der nächste Inaho Ltd. Express. Was man noch sieht sind die Überreste der alten Streckenführung.


Dann nahmen wir die 40min Fahrzeit bis zur nächsten Stelle beim Mount Horai unter die Räder. Dazwischen kauften wir noch eben ein paar Snacks fürs Mittagessen ein. Sollte ja schliesslich an der Stelle eingenommen werden. Am Berg wollten wir vor allem einen Ltd. Express und den Kirakira machen. Die Güterzüge machten uns etwas Bauchweh. Denn beides sind Nordfahrer ziemlich genau zur Mittageszeit. Wären wir nun auf der Südhalbkugel nichtwahr ... waren wir aber nicht. Und beim Mt. Horai war die Streckenneigung noch etwa am besten für immerhin ein bisschen Seitenlicht. Also wollten wir für die auch da bleiben ... und richteten uns auf gemütliche zwei Stunden ein.

9 – Achtung vor dem Björn. Bären in den Wäldern an der Uetus Main Line. Aha ... kam auch eher unerwartet ;).


Der erste Inaho klappte mal gar nicht! Die Wolken waren zwar da unten fast weg, aber eben nur fast. Eine zog natürlich beim Nordfahrenden Zug voll durchs Motiv. Blöd und unnötig wie Fusspilz! Dann halt mit dem Kirakira. Oder Regio? Hm. Auf jeden Fall schlossen sich kurz nach der Durchfahrt des Inaho die Schranken wieder und das löste etwas Hektik aus. Schon der erste Güterzug? Nein, nochmal ein Inaho. Leerfahrt wohl ... denn es ist mir schon aufgefallen im Fahrplan das heute die Züge unpaarig Verkehren. Nach Süden gibts 3 Züge mehr als nach Norden und irgendwie müssen die ja da hinauf kommen. Dann also leer ... (wir hatten ja schon auf Doppeltraktionen gehofft).

10 – Und das war die Stelle mit dem „ambitiösen Plan“. Wir fuhren dann entspannt hin und warteten mal in Sichtweite des Mount Horai nächst Echigo Kangawa auf den nächsten Limited Express. Der kam dann auch Planmässig und Punktgenau zu einer Wolke. Da die Sonne drehte und dies der einzige Ltd. Express war im Zeitfenster war dies etwas ärgerlich. Umso erfreuter waren wir als sich 5min nach dem Schattenbild die Schranken im Bild wieder schlossen. Kommt schon der erste Güterzug? Denn diese Slots wären auch schon fällig. Aber nein ... eine zweite Leerfahrt einer 485er Garnitur nach Norden. Zumindest fanden wir die Leistung im Fahrplan nicht. Etwas schade war's zwar auch, war es nicht der erste Güterzug. Denn die Sonne wird natürlich schlechter, auch wenn sie an genau eben dieser Stelle noch am besten ist für Nordfahrer zum Mittag. Aber was will man ... also wartet man einfach.


Wir machten es uns da gemütlich, Assen unsere Eier Sandwiches und nahmen alles mit was ging.

11 – Da man die Stelle von gerade nicht besser umsetzen kann als mit dem Inaho begann ich etwas zu variieren. Denn es waren Regios fällig. Wegen Eingleisigkeit in der Gegend konnten die Güterzüge sowieso gerade nicht kommen. Zurück nach Norden kam das bunte Doppel-Doppel. 47 517 + 47 1513. Diesmal ist einfach eine Einheit anders Lackiert.


12 – Und die Regios sind ja durchaus auch spannend. Bei diesem Südfahrenden Zug waren gleich zwei neue Lackierungen dabei. Es führt 47 515 vor 48 523. Warum nun so viele verschiedene Lackierungen? Keine Ahnung. An der Stelle sah ich dann auch meinen nächsten Wunschplatz: Eine Schneise im Wald am Hügel hinter der Bahn. Da wäre dann das knappe Seitenlicht für KiraKira und Güterverkehr nicht so arg. Also ruff in die Berge!


13 – KiraKira – kräht der Kiragockel vom Hügel. Ich habe die kleine Rodung gefunden und mich häuslich eingerichtet. Und da kam er auch schon, der Gockelbunte Kirakira. Wie bereits erwähnt, umgebaut wurde der Zug aus einem 485er.


14 – Und dann war's soweit. Im Windschatten vom Kirakira rollt der erste der beiden Planmässigen Güterzüge nach Norden. EF 510-2 ist davor. 23 Loks umfasst die Serie 510-0, gebaut von Kawasaki ab 2001 für JR Freight. Nebst den 23 -0er sind auch noch 15 EF150-500 in Betrieb, gebaut ab 2009 – ursprünglich für JR East (also Personenverkehr). Nun, im Einsatz sind sie trotzdem seit 2016 nur noch für JR Freight. Das Bild ist ja nett, aber der Zug ist etwas arg leer .. geht das noch besser?


15 – Vor dem zweiten Güterzüg – wenn er denn kommt – aber schon wieder Fernverkehr. Je einer pro Richtung. Und man sieht leider, das Seitenlicht schwindet merklich.


Von 10:40 Uhr bis 12:15 Uhr waren wir an der Stelle. Dann war's fertig. Wohin? Mittagszeit, das Licht überall mehr oder weniger in der Gleisachse ... es war etwas schwierig. Weiter nach Süden? Da hätten wir noch Stellen im Köcher, aber nicht mehr genau im Kopf wie es auf der Nachmittagsseite aussieht. Und dann ist man unten und es geht nichts. Wie erwähnt, der Abschnitt ist lange, weiter runter wären 30min Fahrt gewesen. Wenn's nichts ist muss man wieder ganz rauf, was dann 90min im Auto bedeutet. Und dann wären da oben die Stellen schon lange im Licht.
Wir machten auf Nummer sicher und Nummer gemütlich und fuhren rauf zu unserem nächsten geplanten Platz. Und da warteten wir dann bis die Sonne drehte. Die Ortsdurchfahrt durch den kleinen Weiler Shiraiwa war nett, mal etwas anderes ;). Sehr erfreut nahmen wir bei der Fahrt nach Norden zur Kenntnis, dass sich die Wolkensituation an der „Steilküste“ deutlich verbessert hat. So konnten wir gemütlich auf dem Gehsteig der Hauptstrasse stehen. Auch wieder hier, man wird gesehen, zur Kenntnis genommen, und in ruhe gelassen.

16 – Wo ist denn jetzt der Güterzug? Nicht auf dem Bild ... denn er kam zwar und er war auch schon beladen. Die davor hängende EF510 war aber eher schwarz als rot und das Licht war .... mmmh, schlecht. Also machen wir weiter mit dem nächsten Inaho Limited Express. Wir sind bei Shiraiwa an der netten Ortsdurchfahrt.


Der erste Express war vom Licht her so naaaja. War uns bewusst, war aber so. Da kommen aber noch mehr, nochmal relativ dicht ein Express und dann noch je ein Regio.
Für den zweiten Express nach Süden (nur 40min hinter dem letzten – ich liebe Taktfahrpläne *hm) wollte ich hinter dem kleinen Ort stehen. Aber die Uhr lief zu schnell und irgendwie wurde es dann knapp. Und als ich da hinten war und merkte: nö, war es schon zu spät. Ich musste also improvisieren und lief noch ein paar Meter weiter. Stelle mich an die Leitplanke und nahm den Inaho halt so mit.

17 – Und gleich noch einer hinterher. Einheit 103 diesmal, ebenfalls auf dem Weg nach Süden. Die Hoffnung gleich hinter Shiraiwa etwas machen zu können zerplatzte wegen einer blöden Strasse. Da war der Blick in die Gerade netter. Friedhof, Meer ... eigentlich schöne Komponenten ;).


Zurück zu David in den Ort. Das sah auch so verkehrt nicht aus. Oder doch? David lief auch im Ort rum und suchte verzweifelt eine „Stelle“. Der Express von hinten war näher als erwartet und so blieb uns nichts anders übrig als direkt am Bahnübergang von Shiraiwa zu stehen. Hat was ... irgendwie.

18 – Der Ortsblick von Shiraiwa ist eigentlich auch nett, aber nicht so wirklich umsetzbar. Dieser Inaho nach Norden wurde trotzdem da abgewartet.


Und dann noch die beiden Regios. Dafür gingen wir zurück zum ursprünglichen Platz am südlichen Ortsende. Die beiden nette Doppel kamen wie im Plan vermerkt.

19 – Das Licht wurde besser und wir warteten noch ein Regio Zugpaar ab. Nach Süden kam dieses ungleiche Doppel. Die Lackierung mag passen, aber sonst ist es schon wieder ein 1-Teiler und ein halber Zweiteiler ;).


20 – Und noch der Nachschuss nur wenige Minuten später. Wieder das rote/orange Doppel. Dieser Blick wäre ja fast am nettesten, hätte da der Japanische Planer nicht Zielgenau ein Signal hingepflastert ;).


Die Züge waren durch, für den nächsten Express wussten wir nicht ganz genau wohin. Südlich wäre das Licht noch nicht soweit, und ausserdem war es die falsche Richtung. Denn am Abend hatten wir noch Programm. Also fuhren wir halt nach Atsumionsen auf die Gegenseite vom der Wolkenverarschstelle vom frühen Vormittag.
Da konnte man ganz nett am Masten kleben, was ja irgendwie auch geht. Als erstes kam der Regio von gerade eben nochmal von hinten ... hin Atsumionsen wurde wohl der Schulbus abgewartet oder so ;). Dann folgte ein Regio und ein Expresszug von vorne. Nettes unspektakuläres Programm.

21 – Und auch dieses Doppel gab sich nördlich von Atsumionsen nochmal die Ehre. Man fragt sich ja schon langsam weshalb auf der Strecke der Nahverkehr ausschliesslich mit Dieseltriebwagen gefahren wird. Nein, dass soll jetzt nicht heissen das uns Blechdosen lieber wären, nicht falsch verstehen.


22 – Und auch an dieser Stelle nahmen wir noch einen Inaho mit. Ein Südfahrer natürlich. Gut ist der Takt am Nachmittag nochmal ordentlich dicht.


Und dann? Bevor wir auf die Brücke vom Morgen stehen konnte kam noch ein Regio von hinten. Diesen könnte man ... irgendwie ... Kobato? Da kann man von einer Landzunge, oder sogar vom Hafen, auf die Strecke am Gegenhang schiessen. So richtig im Plan hatten wir das nicht, aber als wir auf der Strasse durch sind sah es dann doch irgendwie wieder so aus. Also schauten wir uns alles nochmal genau an. Und ja, auf der Hafenmauer ging's doch ganz praktisch. Wir kletterten über Eisensteige hinauf auf die Mauer und setzten uns in die Sonne, den Wind und die Gischt. Das Meer war unruhig heute Nachmittag und die als Wellenbrecher ins Meer gepflasterten Betonelemente taten ihre Arbeit. Die Wellen klatschten die Mauer hinauf und uns klebte bald schon eine Schicht Salz auf der Haut. Aber es war schön zum warten.
An der Stelle ist es etwas speziell: Die beiden Streckengleise verlaufen nicht parallel. Das linke (für Nordfahrer) verläuft der Küste entlang, das rechte (für Südfahrer) durch einen neuen Tunnel. Insofern speziell da sonst die Strecke immer Doppelspurig oder Einspurig begradigt wurde. Solche Spässe gibts nur genau da. Dass war etwas Schade wohl, denn so konnten wir die Stelle nur noch mit eben diesem Regio umsetzen und nicht mit einem Schnellzug. Ein Express käme zwar noch nach Norden, aber bis dahin sollte ein Fernzug, der Kirakira und evlt. Der Güterzug nach Süden durch fahren. Und denen zuzuschauen ist nun nicht unbedingt erheiternd ;).

23 – Die Sonne sank und sank. Wir peilten derweil die letzte Stelle des Tages an. Davor aber noch ein Regio nach Norden. Auf der Mole von Kobato setzten wir uns in den starken Wind und die Gischt. Natürlich wäre ein Inaho an der Stelle netter als dieses kleine Triebwagengespann welches in Atsumionsen eine Kurzwende gemacht hat. Aber ein Nordfahrer war in diesen Stunden einfach nicht Verfügbar. Es lebe der nicht-Taktfahrplan. Fragt man sich nun: Den letzten Südfahrer hätte man da nicht machen können anstatt an de Allerweltsstelle von vorhin? Nein, hätte nicht können. An dieser Stelle verlaufen die beiden Streckengleise nicht zusammen. Das Gleis für Nordfahrer führt entlang der Küste, jenes für Südfahrer durch einen längeren Tunnel.


Der Regio war durch und wir fuhren mit etwas Zeitreserve wieder zur Brücke bei Uzen Mizusawa. Kannten wir ja bereits. Wir parkten, liefen hoch und nahmen den ganzen Verkehr am Abend mit, bis die Sonne im Schmodder versank.

24 – Und die letzte Stelle ist erreicht. Es wieder die Brücke bei Uzen Mizusawa. Für diesen Inaho wollten wir da sein, denn es sollte der letzte Fernzug nach Süden sein heute. Hinten im Bahnhof steht noch ein Nahverkehrszug der sich hier vom Express überholen lässt. So kommen die tollen Fahrzeiten zustande. Der Schnellzug ist über 15min schneller auf 20km als der Bummler – und der Name passt hier durchaus.


25 – 3min nach dem Regio durften die Kameras wieder ran. Das Kiha 48 fährt auf das Streckengleis nach Süden.


26 – Ein Grund weshalb wir an die Stelle da oben fuhren war die Zugdichte. Denn kurz danach war schon Kirakiragockelzeit. Jetzt erkennt man das bunte Gefährt etwas besser ... hübsch, nicht? :-)


27 – Da wäre er nun, der Inaho für die Mole bei Kobato. Aber wir konnten da nicht stehen. Er Kirakiragockel wäre ja nicht soooo tragisch gewesen. Aber wir erwarteten noch einen Güterzug nach Süden. Dem einzigen im schönen Licht hier an der Strecke. Und der geht da unten halt nicht. Hier auf der Brücke aber .... wenn er kommt?


28 – Das Pokern hat sich gelohnt. Denn wie sich hier EF510-9 präsentiert ist es doch herzallerliebst. Der Güterzug kam wie erhofft gegen 17 Uhr. Damit haben wir auch noch ein wirklich schönes Bild der Baureihe. Ob's noch mehr gibt? Man wird sehen ...


Irgendwie hatten wir ob dem ganzen „Stress“ heute noch gar kein Hotel gebucht? Ok, ich gebe zu, wir haben die Entscheidung auch schön weit raus geschoben ;). Aber nun mussten wir.
Wir haben uns eigentlich im verlaufe des Tages auf einen Plan geeinigt: Wir fahren noch weiter nach Norden. Nach Omagari um genau zu sein. Omagari liegt am Akita Shinkansen, der zweiten Mini Shinkansen Linie hier im Norden. Dazu dann aber morgen mehr ....
Dann gehts auf der Ostseite der Berge wieder Südwärts bis nach Utsunomiya. Wie genau, man wird sehen. Dass die Tadami Line dabei auf der Strecke bleibt mussten wir in Kauf nehmen. Aber wir waren da durchaus bereit eine Stelle in einem Tal zu opfern für die nächsten Bullet Trains auf normalen Strecken (ja, ich hatte etwas Bullet Train Entzug, da ist man in DEM Land für Bullettrains und kommt kaum dazu ... tststs).
Also buchten wir in Omagari am Bahnhof das Hotel.

29 – Mit der Sonne ging's dann schnell – rein in den Schmodder am Horizont.. Wir hofften ja auf irgend etwas ... etwas dass nicht im Plan steht. Aber es kam nichts, so war der Nordfahrenden Local das letzte.


Hotel gebucht und wir waren on the road again. Es war zwar noch ein Stück zu fahren, aber um 20 Uhr, nach etwas über zwei Stunden gemächlicher Fahrt durch das Japanische Hinterland, erreichten wir unser Hotel in der „Kleinstadt“.
Wir checkten sofort ein und verschoben alles was mehr Zeit kostete als Gepäck ins Zimmer schmeissen auf nach dem Essen. Wir hatten uns heute den Appetitt nicht verdorben am Nachmittag und hatten richtig Hunger. Hunger auf Japanisches Essen! Ein Lokal befand sich nächst dem Hotel und wir machten uns auf den Weg dahin.
Platz gab's genug und wir wurden zu Tisch gebeten. Schuhe aus, rauf aufs Podest und dann schauen dass die Füsse irgendwie Platz finden unter dem Tisch.
Wir bestellten gleich mal ein Bier und dann wurde die Karte gereicht. Mh.

30 – Wir schaffen es endlich! Richtig Japanisches Essen. Grill auf dem Tisch, Füsse unter den Knien und das Bier auf dem Tisch. Nur, was bestellen wir hübsches?


Speisekartenlotto vom feinsten! Aber wir sind ja nicht ganz blöd und behafen uns mit dem Google Translator. Der kann nämlich Bilder analysieren und so kann man immerhin die Titel übersetzen. Also sind zumindest die Tiere von welchen das Fleisch stammt auszumachen ...
Natürlich wählten wir den Tischgrill, der alsbald auf den Tisch gestellt wurde.

31 – So schlecht war unsere Lotterie nicht. Bissl Fleisch, bissl Gemüse und eine Schüssel Reis ... und schon waren wir glücklich!


Wir Assen wie die Könige in Frankreich, wirklich sehrsehr lecker! Wie Japanisch das ganze dann ist wussten wir zwar nicht, aber der Schuppen war voller Japaner, so falsch konnten wir nicht sein (ok, wer sollte sonst auch da sitzen hier auf dem Land? ;)).
Als die Teller leer und die Bäuche voll waren gingen wir zum Absacker über. Ein Sake bitteschön! Aus einem Sake wurden deren zwei, drei ... vier und gut angeheitert gings zurück zum Hotel.

32 – Und zum Abschluss noch ein Sake. Es wurden dann am Schluss zwar etwa 4 von den Fläschchen, aber der geht wie Wasser. Und dann waren wir fertig! :-)


Hier war dann sehr schnell Schicht im Schacht. Das Wetter morgen früh soll, nennen wir es mal, bescheiden werden. Wenn dann sollte es jenseits der Berge bei Morioka Aufhellungen geben. Aber nur vielleicht und wenn dann auch eher ab dem späteren Vormittag. Am Nachmittag solls dann auch westlich des Bergriegels schön werden. Wir glaubten einfach mal alles was wir da sahen und planten eine Streckenbesichtigung am Vormittag und dann schau'mer'mal.
Abfahrt? Wie wärs mit 7:30 Uhr gemütlich? Genehmigt!