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Skandinavischer Herbst (2)

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12.9.2017: Göteborg - Geilo

Nach einem kurzen Frühstück (das Buffet war ganz ok) machte ich mich bald mal auf den Weg in Richtung Geilo - das waren doch immerhin fast sieben Stunden Autofahrt. An dieser Stelle möchte ich mich mal positiv über das Mietauto äussern: Während die letzten paar Fahrzeuge aus dem Hause VW (Polo, Golf Variant, und vor längerer Zeit mal ein Audi A3) bei mir keine Begeisterung hervor riefen, gefällt mir der Skoda Fabia doch sehr gut. Insb. ist das Fahrzeug weitgehend frei von unnötigen Blödsinn-Features (ich erinnere mich da z.B. an den Autoschlüssel mit 20 bescheuerten Funktionen des Golf Variant) und da er kein Navi hatte, musste ich mich darüber auch nicht aufregen (Polo). Spritverbrauch hielt sich auch in Grenzen, deutlich unter 5 Liter (Benziner). Nur die Audioqualität ist unterste Kanone, aber das ist wohl bei der Preisklasse zu erwarten.

So, bevor ich gleich gesteinigt werde hör ich besser wieder auf, über Autos zu schreiben ;)

Die Fahrt bis zur Grenze war ereignislos. Die zwei norwegischen Beamten, die da standen, sollten das gleich ändern. Ein Däne, der nach Norwegen will? Den schauen wir uns doch gleich mal genauer an. Und dann hält er uns auch noch eine Schweizer ID hin? Das geht ja mal gar nicht!

Hinstellen, Kofferraum auf, rein gucken. Wo wollen Sie hin? Wie lange wollen Sie in Norwegen bleiben? Wo haben Sie zuletzt übernachtet? Haben Sie eine Buchungsbestätigung dafür? Was ist da drin? Und da? Ist das ein Mietwagen? Wo ist denn der Mietvertrag? Wozu gehen Sie nach Norwegen? Ah, Fotografieren, wo ist denn ihre Fotoausrüstung? Ach, was ist denn das da? Stets freundlich und korrekt. Nach etwa 10 Minuten hatten sie aber noch immer nix gefunden, das es zu beanstanden gab, und ich durfte weiter. Tschü-hüss!

Die Fahrt nach und durch Oslo war problemlos, und auf der Strasse 7 nach Geilo lief es auch wie geschmiert. Auffallend: Viele LKWs waren ganz schön zackig unterwegs. Angenehm, konnte man sich dahinter klemmen und musste nicht viel überlegen.

In Geilo angekommen suchte ich natürlich erst mal die gebuchte Jugendherberge. An der eingetragenen Position gab es zwar ein Gebäude, das sah aber wie ein Wohnhaus aus und ich wollte jetzt auch nicht jemandem in der Wohnung rum trampeln. Der Nachbar war aber schon der Meinung, ja, das müsse da sein.

Bei weiterer Suche fand sich ein Hinweiszettel, man solle doch Nummer sowieso anrufen, wenn niemand da sei. Und siehe da, schon kam der Herr des Hauses vorbei und zeigte mir das Zimmer.

Die Unterkunft war absolut in Ordnung, das Zimmer schön gross, Küche auch, schönes Wohnzimmer, gut funktionierendes WLAN, und ausser mir war nur noch ein anderer Gast da. Sehr gut.

Abendessen gab es im Pepe’s Pizza, gleich daneben konnte ich auch gleich im Rema einkaufen für die nächsten Tage. Bei den aktuellen Wetterprognosen würde ich hier erst mal etwas rum sitzen.

13.9., 14.9.2017: Geilo

Diese zwei Tage war es jeweils den ganzen Tag bedeckt, so dass ich stattdessen am arbeiten war. Entsprechend gibts da nicht wirklich was zu berichten.

15.9.2017: Geilo - Haugastøl - Voss

Für heute sahen die Wetterprognosen endlich mal besser aus. Ich war schon ganz hibbelig, da sitzt man weit weg von zuhause in einer bisher wenig fotografierten Gegend, und was tut man? Man sitzt den ganzen Tag vor dem Computer und arbeitet. Geht ja gar nicht!

Der Blick in den tagesaktuellen grafischen Fahrplan zeigte aber schnell, dass morgens nicht viel los war. Die einzige Bewegung vor dem Regiontog nach 10:00 war eine blaue Linie, die doch arg nach Baugerödel aussah (Baugerödel zu verschieben ist irgendwie die Lieblingsbeschäftigung der norwegischen Eisenbahner, wenn man so die Fahrpläne anschaut). Aber wer weiss, vielleicht ists ja was Spannendes, MZ mit Schotterzug oder so (wär ja nicht das erste Mal)? Unwahrscheinlich, aber anstatt rum zu liegen…

Also aufgesattelt und ab in Richtung Haugastøl. Dort gab erst mal den Maut-Zettel auszufüllen, damit man den Rallarvegen befahren darf. Ich war zwar immerhin so schlau und hatte Bargeld dabei, aber mangels Kenntnis des benötigten Betrages musste ich dann einen 100er-Schein ins Couvert stecken statt den benötigten 50er. Jänu.

Beim Tunga-Tunnel stellte ich mich mal für das Baugerödel auf. Frontlicht war zwar nicht (kam von Geilo her), aber vielleicht Streiflicht und so. Ich musste nicht lange warten bis der Fahrleitungstriebwagen kam, aber komplett im dunkeln (uääääks); das Wetter war sich noch nicht so ganz im Klaren, was es wollte.

Also stellte ich mich mal gemütlich für den nächsten Regiontog auf, der aus Bergen kam. Die gewählte Fotostelle war beim Nedre Storurdevatnet; dort befindet sich auch der Parkplatz am Ende des halböffentlichen Strassenabschnittes, weiter darf man ohne Bewilligung nicht fahren. Allerdings befindet sich dieser auf der anderen Seite des Sees, so dass man da herum laufen muss; ist aber kein Problem.

Das Wetter gab sich je länger je mehr Mühe, ebenso die Bahn, und relativ pünktlich kam der Regiontog 62 vorbei. Passt!

El 18 2262 der NSB zwischen Finse und Haugastøl


So durfte das weiter gehen!

Ging leider nicht. Das nächste Baugerödel kam wieder im Grusellicht, der Regiontog aus Oslo mit Wolkenschaden (Stelle folgt in einem späteren Teil), das dritte Baugerödel des heutigen Tages wieder im Grusellicht. Hmpf.

Irgendwann war dann der erste Güterzug fällig, und die Stelle dafür war super. Das Wetter leider nach wie vor nicht, aber es war wenigstens ein bisschen heller… und man kann ja Photoshop, gell…

Re der GC zwischen Finse und Haugastøl


Für den nächsten Regiontog nach Bergen versuchte ich dieselbe Stelle von vorhin nochmal, wieder erfolglos.

Zeit für einen Wechsel in Richtung Haugastøl. Am östlichen Ende des Neubauabschnittes gibt es da eine relativ offene Kurve, in deren Innenseite man sich gut aufstellen kann. Die hatte den Vorteil, dass ich da mehrere Chancen für Sonnenspots hatte. Regiontog 602 kam äusserst pünktlich vorbei - Ebenso pünktlich waren die Sonnenspots!

El 18 der NSB zwischen Finse und Haugastøl


El 18 der NSB zwischen Finse und Haugastøl


El 18 der NSB zwischen Finse und Haugastøl


Nun war wieder etwas Pause angesagt, als nächstes kam Regiontog 601 aus Oslo. Ich stellte mich für den beim Tunga-Tunnel auf. Zur Planzeit war die Fotostelle noch dunkel, aber die fünf Verspätungsminuten reichten genau, dass sich die Wolken wieder etwas verzogen.

El 18 2245 der NSB zwischen Finse und Haugastøl


Es stand nun wieder ein Güterzug in Richtung Bergen an. Da ich auf eine El 14 oder El 16 hoffte, stellte ich mich etwas näher auf. Die Güterzüge sind hier quasi immer pünktlich, so auch dieser hier. Mit Sonne und El 14, meine Lieblingslok hier oben!

El 14 2188 der CN zwischen Finse und Haugastøl


Der letzte Programmpunkt des Tages war der Regiontog 64 nach Oslo. Leider hatten die Wolken wieder andere Pläne und meine Ideen für eine Fotostelle funktionierten auch nur so halb. Nun ja.

El 18 der NSB zwischen Finse und Haugastøl


Für morgen sollte das Wetter hier in der Gegend nicht so toll sein, aber dafür „auf der anderen Seite“, um Voss, sehr gut. Der letzte Programmpunkt des heutigen Abends war daher die Fahrt nach Voss. Das Abendessen, es war inzwischen auch schon spät genug, gab es stilecht in der Tiger Butikk der Tankstelle am Ortseingang in Form eines fettigen, mit Speck umwickelten Pølser. Die Übernachtung habe ich in der bereits bekannten Jugendherberge gebucht, die aber gefühlt auch ganz schön teuer ist - Liegt wohl nicht zuletzt an den Busladungen asiatischer Touristen, die hier einkehren. Dafür sind die Zimmer, verglichen mit der Unterkunft in Geilo, gar nicht mal so toll. Aber ja, für ein paar Nächte passt das schon. Gute Nacht!