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Dschingis Khan reloaded - Teil 1: Auf nach Ulan Bator

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Prolog
Sechs Jahre ist es nun her, da war ich mit Nil und Christoph in der Mongolei. Leider hatten wir damals etwas Pech mit dem Wetter, weshalb wir bereits beim Rückflug über ein mögliches Revival diskutierten. In diesem Herbst war es nun zumindest für mich soweit. Anders als noch 2011 wurde die Reise diesmal nicht individuell organisiert. Nein ich nahm die „einfache“ Variante und buchte bei Tanago. Dies erschien mir schon deshalb stimmig, weil man sich mit Teemulen Bathkurel einen der wenigen mongolischen Eisenbahnfotografen ins Boot geholt hatte.

Montag/Dienstag 2./3. Oktober 2017 – Auf nach Ulan Bator
Die Reise begann am frühen Morgen des 2. Oktobers. Mit dem Zug ging es zum Flughafen und von da erst einmal nach München. Wie sich herausstellte war auch ein Arbeitskollege auf diesem Flug. Da sein Anschlussflug in München einiges an Verspätung hatte, wurde die Wartezeit gemeinsam in einer Flughafengaststätte verbracht. Im Anschluss ging es zum Einchecken für den Flug nach Peking. Dabei musste ich mir noch meine Bordkarte für den Flug nach Ulan Bator organisieren. Dies weil mich Lufthansa nur bis Peking einchecken konnte. Der Flug rüber nach Asien war von wenigen Aufregern geprägt, da der Flieger nicht besonders voll war, konnte ich gar zwei Plätze in Anspruch nehmen. Das mit dem Schlafen klappte trotzdem nur halbwegs. Dank der Bordunterhaltung brachte ich den Flug allerdings ohne grössere Probleme durch. In Peking ging es dann noch einmal durch die Sicherheitskontrolle, wobei die Chinesen mal wieder meine ganze Kameraausrüstung sehen wollten. Wenige Stunden später ging es auch schon weiter nach Ulan Bator. Diesmal war der Flug gut voll. Schliesslich flogen die chinesische, die thailändische und die bhutanische Nationalmannschaft im Bodybuilding mit. Immerhin hatte ich einen Fensterplatz so konnte ich beim Start die chinesiche Mauer ausmachen. Danach nickte ich ein und holte die verpassten Stunden Schlaf nach. Als ich wieder aufwachte, waren wir schon fast in Ulan Bator. So spielte sich gerade die Kreuzung eines Güterzuges mit einem Personenzug vor meinem Fenster ab. Wenig später setzten wir in UB am Dschingis Khan Airport auf. Mein Blick fiel dabei auf eine Maschine der MIAT, deren Heckflosse das Logo von Borussia Dortmund zeigte. Nicht gerade das, was man als erstes in der Mongolei erwartet, dachte ich mir. Wenig später mussten dann noch die Zollformalitäten erfüllt werden, ehe ich hinter dem Zoll auf meine Reisegruppe traf. Sofort gings zum Hotel. Natürlich stellte ich dabei immer wieder Vergleiche zu 2011 an. Wie sich herausstellte, war ich damit nicht der einzige. Zwei Mitreisende liessen sich durch unseren Bericht von 2011 inspirieren, weshalb sie 2014 ebenfalls in der Mongolei waren. Tatsächlich war Ulan Bator über die Jahre etwas gewachsen. Auch einige neue Hotels schien es zu geben. So auch unser Hotel Voyage in der Nähe des Bahnhofs. Dort hielten wir uns jedoch nur sehr kurz auf, schliesslich wollten wir noch am selben Nachmittag zur Strecke. Unter der Anleitung von Teemulen ging es also erst einmal in die Gegend von Emeelt. Obwohl ich auch schon dort war, zeigte uns Teemulen eine neue Stelle. Hier wurde erst der Regionalzug aus Süchbatar festgehalten.
2Zagal-008 mit Zug 272 aus Süchbatar kurz vor Emeelt.


Anschliessend wurde auf die andere Seite der Kurve gewechselt, wo auch schon der Gegenzug nach Moskau ums Eck kam. Zu meiner Verwunderung wurde diese Leistung von einer 2TE116UM gezogen. Diese Lokomotiven hatten wir vor sechs Jahren ausschliesslich im Güterzugdienst gesehen.
Nach der Kreuzung in Emeelt kommt 2TE116UM-023 mit Zug 5 (Ulan Bator - Moskau).


Obwohl ich das Wetter bei der Landung eigentlich als gut eingestuft hatte, siffte es nun immer mehr zu. So dass bei den nächsten beiden Güterzügen, das Licht nicht mehr zu gebrauchen war. Dies erinnerte mich einmal mehr an 2011. Das wir hinter Davaaniy auch noch an einer Stelle standen, die schon damals abgesifft war, tat ihr selbiges dazu. Das nicht zu gebrauchende Licht war allein deshalb ärgerlich, weil die beiden nächsten Güterzüge mit zwei der neuen 2TE116UD bespannt waren. Bei diesen Maschinen handelt es sich um Lugansker 2TE116, die mit einem Motor aus der Evolution Reihe von General Electrics bestückt wurden. Ebenso wenig wie die beiden Güterzüge kam danach auch der Triebwagen des Typs RA im Licht. Diesen gab es bei unserem Besuch 2011 auch nicht. Das komische an dem Ding ist, dass es in keinem Fahrplan auftaucht. Nicht ganz unzufrieden mit zwei brauchbaren Personenzug-Bildern ging es dann wieder zurück ins Hotel. Dort gab es auch gleich Abendessen, das für mongolische Verhältnisse sogar richtig gut war.