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Skandinavischer Herbst (6)

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23.9.2017: Narvik - Katterjåkk

Guten Morgen Narvik! Die Nacht war angenehm, das Hotel toll, das Frühstücksbuffet ebenfalls. Ich war nun auf das Wetter gespannt, das mich auf der schwedischen Seite erwarten würde. Die Situation, die sich in den letzten Tagen abzeichnete und auch heute früh nicht änderte, war, dass es in der Region Narvik - Kiruna für eine ganze Woche schön sein soll. Eine ganze Woche! Unglaublich! Und das sagten sowohl Meteoblue wie auch der Yr (wobei der Yr "nur" 4-5 Tage schön hatte, danach bedeckt, aber das bedeutet beim Yr primär, dass er sich noch nicht sicher ist).

Ich hatte angesichts der guten Aussichten auch mal noch eine Meldung heim in die Schweiz geschickt, ob vielleicht doch noch jemand kurzfristig motiviert wäre hoch zu kommen, aber das war leider nicht der Fall.

Die Unterkunft hatte ich auch schon organisiert, und zwar eines der Apartments in Katterjåkk. Die Touristation in Abisko war mir zu teuer. Eigentlich hatte ich da noch an Björkliden gedacht, aber die Hotelzimmer waren zwar nicht besonders teuer, aber auch nicht besonders günstig, und die Hütten ziemlich genau gleich teuer. Schlussendlich schien mir das Apartment in Katterjåkk die beste Option.

So, nun aber ab in Richtung Schweden. Ausgangs Narvik staunte ich nicht schlecht, da war gerade eine Brücke über den Rombakfjord im Bau, welche den Weg nach Bjerkvik deutlich abkürzt. Ein Riesending! Es wurden gerade die letzten Fahrbahnelemente eingesetzt; Kann auch nicht mehr allzulange dauern, bis die eröffnet wird. Ich musste aber noch den Weg über die alte Rombakbrua fahren, die dagegen wie Spielzeug aussieht...

Bei der Fahrt über das Bjørnfjell wurde mir dann klar, was der Pferdefuss der Wetterprognose war, der mich treten würde: Nebel! Fieser, dicker, undurchdringlicher Nebel. Argh. Hätte ich mir denken können. Aber die Wetterprognosen waren doch so gut... *schnief*

Nun, wie das mit dem Nebel so ist, er kann sich auch plötzlich auflösen. Das tat er jedoch am Vormittag nicht. Ich verbrachte die Zeit daher mit etwas Rekognoszieren auf dem Bjørnfjell, war ich doch bisher nur im Winter da. Ich stellte mich auch mal kurz beim Bahnhof Bjørnfjell auf, ausser einem Bauhobel kam aber nix.

Gegen Mittag begann sich der Nebel dann doch noch zu lichten. Es kamen zwar hohe Wolkenfelder zum Vorschein, aber ich stellte mich trotzdem mal beschränkt motiviert für den südwärts fahrenden Nachtzug auf, wenn auch wieder nur beim Bahnhof Bjørnfjell, wobei die Ausfahrt aus der Galerie eigentlich noch nett war.

Nun gings wettermässig ziemlich schnell, die Sonne kam pünktlich für den Nachtzug recht gut hervor. Für die schwarze Rc war die Fotostelle auch gut geeignet. Passt! Da hatte ich nicht so recht damit gerechnet.

Rc 6 1401 der SJ in Bjørnfjell


Was nun? Der grafische Fahrplan versprach schon lange einen Erzzug, aber der fehlte mal wieder. Die Erzzüge machen irgendwie immer bisschen was sie wollen... Wie auch immer, hier hatte ich ein Bild, aber etwas weiter gegen Narvik hatte ich am Vormittag eine Fotostelle erspäht, die jetzt eigentlich passen müsste. Probieren geht über studieren.

Ich hatte mich noch nicht lange aufgestellt da trötete es schon von unten. Erzzug, sehr gut!

IORE 110 der MTAB zwischen Bjørnfjell und Søsterbekk


Für den Abend hatte ich da eine bekannte Stelle unterhalb von Søsterbekk im Kopf. Wie man da hin kommt hatte ich am Vormittag schon rekognosziert, bin aber nicht so weit runter gelaufen. Ohne Schnee ist das hier alles schön zugänglich, man kann einfach zur Haltestelle Haugfjell fahren und von dort den Wegen folgen (inkl. Gleislatschen - ist aber offensichtlich so vorgesehen...).

Wenig erfreut war ich aber, was ich vor Ort antraf: Es wurde eine Hochspannungsleitung quer durchs Motiv gebaut. Das war ja nun echt unnötig.

Ein kleiner Trost war ein spiegelnder Tümpel im Vordergrund. Ich musste einmal mehr nicht lange warten, bis der Nachtzug nach Narvik kam, zu meiner Freude mit einer der hübschen SSRT-Rcs.

Rc 6 1331 der SJ zwischen Søsterbekk und Norddalen


Hier noch als Belegbild die Stelle von früher, ohne Stromleitung. Schnief.

IORE 106 der MTAB zwischen Katterat und Sösterbekk


Nun musste ich mich aber auf den Weg nach Katterjåkk machen, da ich dort nicht allzu spät einchecken konnte. Die Sonne war aber sowieso schon relativ tief und der Schmodder half auch nicht, ausserdem hatte ich die Stelle so gut wie es ging.

In Katterjåkk gings zum Restaurant über dem Coop, und ich bekam unkompliziert mein Apartment. Dieses war schön grosszügig, WLAN war gut, Aussicht ebenfalls, Coop war im gleichen Gebäude... echt empfehlenswert! Ok, zwei kleine Beschwerden: Die Bratpfannen waren unter aller Kanone und zu gross für den Herd, und das Restaurant schloss viel zu früh (Nebensaison halt). Jammern auf hohem Niveau :) So kaufte ich mir halt den Znacht im Coop und kochte selbst.


24.9.2017: Katterjåkk - Abisko - Katterjåkk

Der noch verschlafene Blick aus dem Fenster verhiess heute nicht viel Gutes: Der Nebel war ziemlich dicht, es sah überhaupt nicht nach Auflösung aus. Nun, der Bereich, der mich interessierte, war ziemlich lang, und so suchte ich erst mal ein paar Webcams, um herauszufinden, wie es weiter gegen Abisko aussah. Gute Nachricht: Webcams gibts diverse. Schlechte Nachricht: Sie haben eine Zeitverzögerung von über 30 Minuten. Nun ja, immernoch viel besser als nichts.

Entsprechend arbeitete ich mal ein paar Stunden, mit regelmässigem Blick auf die Webcams. Ich wollte mir schon Gedanken um das Mittagessen machen, als ich feststellte, dass es um Abisko aufgeklart hatte. Also nichts wie los!

Und tatsächlich, am Torneträsk wars schön, als ich da ankam. Fotostellenmässig hatte ich mir einen Blick von einem Berg herab auf einen Damm in den Kopf gesetzt. Ich war da mit Nil schon mal im Winter oben, damals liefen wir zwar bei Sonne hoch, dann siffte jedoch das Wetter ab, und Sonnenbild gabs entsprechend keins. Zeit, das zu wiederholen.

Den Damm fand ich schnell, dein Einstieg ins Gelände aber nicht, und ich irrte erst mal etwas im Sumpf umher. Hoffentlich kostet mich das jetzt nicht zuviel Zeit, es ging schon auf Nachtmittag am 2 zu, und noch kein Bild im Kasten...

Gestresst kämpfte ich mich durchs Gebüsch bis zu einem Punkt mit gutem Ausblick. Ein Erzzug kam zum Glück keiner vorbei, gut so. Das Nächste auf dem Plan war aber sowieso wieder der Nachtzug nach Narvik...

Rc 6 der SJ zwischen Abisko und Stordalen


... kurz darauf gefolgt von jenem aus Narvik.

Rc 6 der SJ zwischen Abisko und Stordalen


Positiv erwähnen möchte ich an dieser Stelle die Herbstfärbung - ich war zwar eher spät dran, aber offenbar noch nicht zu spät.

Nun, ein Erzzug musste von hier oben schon sein. Die Schatten wurden zwar schon länger und drohten ins Bild zu wachsen, aber ich hatte jetzt etwa anderthalb Stunden keinen Erzzug gesehen, kann ja nicht mehr lange dauern. Und tatsächlich, die Bahn schickte mir rechtzeitig den passenden Zug. Danke!

IORE 130 der MTAB zwischen Abisko und Stordalen


Das war jetzt aber genug, ich kehrte zum Auto zurück und fuhr zurück in Richtung Katterjåkk auf der Suche nach einer Stelle, die noch Licht hatte. Erst beim Bahnhof Vassijaure wurde ich fündig, und auch da wars nur noch Restlicht. Es dauerte aber nicht lange, bis der nächste Erzzug kam, und so nahm ich den selbstverständlich mit.

IORE 112 der MTAB in Vassijaure


Alles in allem: Trotz Nebel ein guter Start an der Erzbahn!


25.9.2017, 26.9.2017: Katterjåkk

Nun, es ging leider nicht so weiter. Die nächsten beiden Tage waren geprägt von dichtem Nebel, vom Björnfjell bis nach Kiruna, der sich auch im Verlaufe des Nachtmittags nirgends auflöste. Entsprechend arbeitete ich diese beiden Tage.

27.9.2017: Katterjåkk - Bjørnfjell - Katterjåkk

Der Blick aus dem Fenster heute früh war irgendwie anders als die vergangenen beiden Tage. Der Nebel reichte nicht ganz bis an den Boden. Ich ging daher davon aus, dass er sich heute mal wieder auflösen würde. Die Strassen-Webcam vom Bjørnfjell zeigte auch entsprechende Tendenzen.

Ich fuhr entsprechend mal zum Bjørnfjell. Der Nebel war sich zwar tatsächlich am auflösen, aber vorerst waberte er noch rum. Halb so wild, die ausgesuchte Morgenstelle war nah am Zug, da kommt die Nebelstimmung schon einigermasen rüber.

Ich zielte auf einen bestimmten Erzzug aus dem grafischen Fahrplan, und das wider besseren Glaubens, schliesslich war der Fahrplan hier noch kaum je zuverlässig. Dieser Zug hier kam jedoch einigermassen nach Plan.

IORE 128 der MTAB zwischen Bjørnfjell und Søsterbekk


Anschliessend verschob ich mich wieder in die Gegend von Søsterbekk. Ich wollte da die Innenkurve mal ausprobieren. Ein Erzzug kam zwar bald, aber ganz so gut, wie ich mir das vorgestellt hatte, war das Resultat dann doch nicht.

IORE 113 der MTAB in Søsterbekk


Für den Nachmittag hatte ich einen Hügel oberhalb dem Vassijaure vorgesehen, vorher wollte ich aber noch den Personenzug an der bekannten Stelle westlich von Vassijaure fotografieren. Auf dem Weg dahin hornte aber erst mal ein Erzzug, der in Richtung Narvik unterwegs war. Das Licht passte zwar gerade nicht, aber egal.

IORE 115 der MTAB in Vassijaure


Wie im Hintergrund zu erahnen, waberte der Nebel noch immer in den Niederungen herum. Für den Personenzug wurde mir das prompt zum Verhängnis: Nach einer Stunde warten in der Sonne (!) drückte der Wind den Nebel zu meiner Fotostelle, und verhagelte das Personenzug-Bild ganz gehörig. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass wenige Minuten nach der Durchfahrt der Nebel wieder weg war...

Also auf zum Nachmittagsprogramm. Das klappte nun ganz vorzüglich.

Erst mal der Nachtzug nach Narvik...

Rc 6 der SJ zwischen Vassijaure und Katterjåkk


Rc 6 der SJ zwischen Vassijaure und Katterjåkk


Erzzug in der Gegenrichtung...

IORE 122 der MTAB zwischen Vassijaure und Katterjåkk


Für den Abend wollte ich mir die Gegend oberhalb von Katterjåkk anschauen. Ein paar Landschaftsblicke müssten da möglich sein...

Ich kraxelte daher mal querfeldein den Hügel hoch, immer in der Nähe eines Skiliftes, an dem gerade grössere Wartungsarbeiten im Gange waren. Es dauerte eine Weile, aber irgendwann tauchte dann doch noch ein Erzzug auf.

IORE 109 der MTAB in Katterjåkk


Wie man hier sieht, haben die vergangenen beiden Tage dem Blattwerk ganz schön zugesetzt. Leider.

IORE 109 der MTAB in Katterjåkk


IORE 109 der MTAB in Katterjåkk


Schick schick!

Nun, damit war das Tagesprogramm für heute auch abgeschlossen, und das - trotz einiger Fehlschläge - äusserst Erfolgreich!

Wobei... da war doch noch was. Ich hatte immer wieder ein Auge auf die Aurora-Prognosen. In den letzten Tagen gab es immer mal wieder Sonnenstürme, aber Auroras habe ich in diesen Ferien noch keine gesehen, nicht zuletzt aufgrund des Nebels. Heute war es aber klar...

Sicherheitshalber hatte ich vor ein paar Tagen schon mal den Zugang zum See (Vaussijaure) rekognosziert (wegen Spiegelung und so). Mühsam zwar, geht aber. Während des Abendessens beobachtete ich fleissig den Himmel, und tatsächlich, bald waren schwache, grüne Schimmer am Firmament auszumachen! Deshalb hier als Abschluss dieses Teils einige Fotos dieser eindrücklichen Himmelserscheinung. Man bemerke die violetten Bereiche, die sind noch seltener!

Katterjåkk


Katterjåkk


Katterjåkk


Katterjåkk


Katterjåkk


Katterjåkk


Bis zum nächsten Mal!