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Skandinavischer Herbst (7)

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28.9.2017: Katterjåkk

Zum heutigen gibts mal wieder nichts zu berichten. Aufwachen, dichter Nebel ohne Aussicht auf Besserung, Arbeiten.

29.9.2017: Katterjåkk - Narvik - Katterjåkk

Auch heute war der Nebel wieder präsent und auch heute sah es nicht nach Besserung aus, ich hatte aber keine Lust auf einen weiteren Tag rum sitzen und arbeiten, und fuhr stattdessen mal nach Narvik runter. Kaum gings auf den Rombakfjord zu wurde das Wetter gut, wolkenloser Himmel und Sonnenschein! Schade, die Bahnlinie liegt hier ganztags im Schatten und ist zudem schwer zugänglich...

Ich vertrödelte ein paar Stunden mit etwas shopping (also ohne was zu kaufen) und Mittagessen. Irgendwann kam ich auf die Idee, dass es sich ja lohnen könnte, vom Björnfell runter zu laufen bis die Sonne hervor kommt; da war ich noch nie, könnte also sowieso interessant sein. Also fuhr ich kurzerhand wieder hoch zur bekannten Haltestelle Haugfjell. Von dort gings einmal mehr dem Rallarvegen nach in Richtung Norddalen, diesmal aber deutlich weiter als das letzte mal. Wie erwartet war die ganze Gegend in dichten Nebel gehüllt, der sich aber schliesslich im Bereich der Norddalbrücke doch langsam lichtete. Der Weg schlängelt sich hier relativ spektakulär dem Hang entlang. Gegen Norddalen fand ich dann auch tatsächlich eine Fotostelle und Sonnenschein, hatte aber die Befürchtung, dass der Nebel mich wieder einholt, und guckte mir die Sache noch bis zur Station Norddalen an - hier sah das Ganze aber wieder eher unfotogen aus, so dass ich zur vorherigen Stelle zurückkehrte und auf einen Zug wartete - der Nachtzug war nämlich bald fällig. Doch der kam nicht. Während ich auf einen Zug wartete, quoll langsam, aber stetig Nebel über die Berge - doch er löste sich recht zuverlässig rechtzeitig auf. Nettes Schauspiel!

Erlöst wurde ich von einem Erzzug. Perfekt!

IORE 109 der MTAB zwischen Søsterbekk und Norddalen


Die Sonne sank immer tiefer, der Nebel spendete nun immer mehr Schatten. Gerade noch so im Licht kam der Personenzug - Der Nachtzug war noch immer ausstehend.

Rc 6 der SJ zwischen Søsterbekk und Norddalen


Kurz darauf kam dann der Nachtzug endlich doch noch, aber leider schon im Schatten, daher hier ohne Bild. Das war doch nun ein ein unerwarteter Erfolg, erfreulich - zumal ich den Tag am Morgen schon abgeschrieben hatte! Durch die Kälte und den ewigen Nebel gings zurück zum Auto und wieder nach Katterjåkk. Der Abend war dann unspektakulär wie immer.

30.9.2017: Katterjåkk - Kiruna - Katterjåkk

Ihr wisst ja, aufstehen, Nebel, arbeiten. Gegen Mittag versprachen die Webcams mal wieder Nebel-Auflösung um den Torneträsk. Ich kümmerte mich deshalb mal um die bekannte Fotostelle bei Bessijåkka. Innerhalb von weniger als einer Stunde kamen hier die beiden Nachtzüge und ein Erzzug vorbei. Sehr schön.

Rc 6 1400 der SJ zwischen Stordalen und Kaisepakte


IORE 105 der MTAB zwischen Stordalen und Kaisepakte


Rc 6 1324 der SJ zwischen Stordalen und Kaisepakte


Wieder ein Programmpunkt abgehakt!

Es stellte sich mir nun die Frage, ob sich der Nachtzug vielleicht bis nach Kiruna verfolgen lässt. Aus dem graphischen Fahrplan wurde ich nicht so recht schlau, wie die Betriebsabwicklung in Kiruna derzeit aussieht. Ich fuhr deshalb mal nach Kiruna. Da ich aber zu lange rum getrödelt hatte, war vom Nachtzug schon nichts mehr zu sehen; der Infrastruktur nach zu urteilen fahren die Züge aber nach Kiruna rein, machen dort Richtungwechsel und fahren via Verbindungskurve am Nordende des Luossajärvi auf den Neubauabschnitt. Aber eben, mangels Zugsichtung bin ich nicht sicher, ob das schon so praktiziert wird. Besonders fotogen ist die Ecke jedenfalls nicht, wobei sich mit der Drohne da vielleicht ewas machen liesse.

1.10.2017: Katterjåkk - Torneträsk - Narvik

Heute zeigte der Nebel mal wieder morgens schon Auflösungserscheinungen. Ich hatte da ein paar Bilder beim Bahnhof Torneträsk im Sinn, anschliessend gabs eine Fotostelle wo ich im Winter mit Nil schon mal war, und abends, uhm, keine Ahnung.

Zunächst musste aber das Apartment gereinigt werden. Heute hatte ich nämlich vor, mich wieder etwas gegen Süden zu bewegen, und abends in Narvik zu übernachten. Nach einer knappen Stunde war das Apartment wieder sauber (die 100 CHF für die Reinigung waren mir definitiv zu teuer), der Schlüssel im Schlüsselkasten und es konnte losgehen.

Also gings zunächst mal zum Bahnhof Torneträsk. Da gibts auf der gegenüberliegenden Seite einen Hügel, der Ausblicke in beide Richtungen erlaubt, allerdings leider nur bedingt baumfrei. Natürlich stellte ich mich trotzdem auf. Der erste Erzzug liess sich zum Glück etwas Zeit, so dass die Schatten sich schön zurückziehen konnten.

IORE 131 der MTAB in Torneträsk


Die Gegenrichtung wollte ich zwar auch noch machen, war da aber definitiv zu früh dafür. Also los zur nächsten geplanten Fotostelle.

Wie ihr bei vorherigem Bild sehen könnt, hatte sich der Nebel nur teilweise aufgelöst. Das wurde mir nun prompt zum Verhängnis, sowohl Personen- wie auch ein Erzzug erlitten einen Nebelschaden. Deshalb hier das Bild aus dem März 2009. So passt das doch viel besser!

IORE 117 der MTAB zwischen Kaisepakte und Stenbacken


Nun, das war zwar jetzt ein Schuss in den Ofen, aber die zweite Variante am Bahnhof Torneträsk kam nun ins Licht. Als ich da ankam war ich dann doch sehr froh, früh genug hier zu sein, denn die Baumschatten waren länger als erwartet. Da aber zum Glück bald ein Erzzug kam, passte das trotzdem gut.

IORE 111 der MTAB in Torneträsk


Hmm. Was jetzt. Etwas phantasielos fuhr ich mal zum Bahnhof Vassijaure, da ich dachte, dass man da wohl noch etwas weiter hinten oben stehen könnte als letztes mal.

Zu meiner Überraschung war ich da nicht alleine. Ich traf auf Remi Daugeron (https://www.flickr.com/photos/106048826@N06/), der sich aufgrund der Wetterprognosen extra kurzfristig eine Woche frei genommen hatte. Auch er war wenig erfreut über den vielen Nebel, der in sämtlichen Wetterprognosen fehlte, nicht zuletzt deshalb, weil er mit Zelt unterwegs war, was bei feuchter Witterung kein Spass ist. Auf der Bahn spielte sich während unseren netten Gesprächen ein hübsches Programm ab. Erzzug...

IORE 111 der MTAB in Vassijaure


gefolgt vom Personenzug...

Rc 6 1324 der SJ in Vassijaure


gefolgt, quasi als Dessert, von einer CargoNet-Leistung, die nur Sonntags verkehrt.

185 704 der CN in Vassijaure


Während Remi nun Feierabend machte, schaute ich nochmal in Søsterbekk vorbei, da ich da mal noch ein paar Silhouetten-Bilder versuchen wollte. Das klappte dann auch soweit ganz gut.

IORE der MTAB in Søsterbekk


IORE der MTAB in Søsterbekk


IORE der MTAB in Søsterbekk


Nun musste ich nur noch nach Narvik fahren. Das ausgesuchte Hotel war wieder das Scandic, diesmal noch aus einer anderen Überlegung heraus: Ich musste dringend Wäsche waschen, und das Scandic bewarb einen Wäscheservice. Nun, an der Reception kam die Ernüchterung: Es würde 1-2 Tage dauern. Na toll. Im Nachhinein vermute ich, dass auch die Preise eher unmöglich gewesen wären, da das Angebot wohl eher auf einzelne Wäschestücke ausgerichtet ist denn auf eine ganze Tüte voller Wäsche.

So, dass wars nun von der Erzbahn. Die Schönwetterphase hier ein der Gegend war nun vorbei; sollte es morgen früh wider erwarten schön sein, behielt ich mir natürlich vor, nochmal hoch zu fahren, aber damit rechnete ich nicht. Leider war auch am Saltfjell kein schönes Wetter abzusehen, und auch weiter südlich an der Küste nicht. Der einzige Teil Norwegens mit halbwegs erfolgversprechenden Prognosen war das Landesinnere um Lillehammer. Na denn, freue mich schon auf die ewige Fahrerei...

Gute Nacht!