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Osteuropa 2008 - Tag 3: Postojna - Postojna

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Mittwoch 02.07.08
Nach zwei eher bescheidenen, weil Reisetagen, sollte es heute endlich losgehen mit den Knipstagen, an dehnen wir reichlich Bilder machen wollten. Als ich dann am Morgen zum Fenster rausschaute, schien das Wetter jedoch schon mal siffig zu sein. Bei genauerem Betrachten, stellte sich dies jedoch als Nebel heraus, und die Dame von der Pension meinte beim Frühstück, dass sich dieser bald verziehen würde. Als wir um etwa viertel vor Acht losfuhren, war der Nebel dann tatsächlich schon fast weg, dem ersten guten Tag konnte also nichts mehr im Wege stehen. Wir fuhren als erstes zum Abzweiger der Pulabahn, wo wir alsbald den Triebwagen der Baureihe 711 nach eben diesem Pula erwarteten. Gerade angekommen hörten wir was rohren, *hmmmm* Zug! Schnell rannten wir zur Strecke und stellten uns auf. Dann kam aber erst ein Güterzug nach Koper runter. Erst mit ein paar Minuten Verspätung tauchte dann auch der 711er auf, zur Enttäuschung von Nil jedoch in Neulack.
Baureihe 711 der SZ in Presnica


Als wir wieder zum Auto liefen, bemerkten wir, dass noch ein Zug aus Koper kommt, was uns dazu bewog uns für diesen aufzustellen.
Baureihe 363 der SZ in Presnica


Beim einsteigen ins Auto bemerkte ich dann, dass mir mein Portemonnaie fehlte. Nach einigen Minuten suchen, fand es dann Nil glücklicherweise wieder. Von der Stelle pilotierte uns Nil dann zur Stelle nach Zanigrad. Dazu ist zu sagen, dass Nil schon mehrere Male an der Koperrampe war und hier anscheinend jeden Zentimeter kennt, anders kann ich mir nicht erklären, wie er all diese teils sehr steilen Nebenstrassen kannte. In Zanigrad wusste ich dann aber auch wieder wo wir waren, schliesslich war ich mit David vor einem Jahr an derselben Stelle. Leider war die Ruinenstelle wegen Bauarbeiten an einem Kabelkanal jedoch unbrauchbar. Wir entschieden uns deshalb für eine andere Standardstelle von Nil. Auf dem Weg zu dieser kreuzte uns ein Baufahrzeug. Da vor einem Jahr auch mal so ein Ding vorbei fuhr, dachte ich mir vorerst nichts dabei. An der Stelle angekommen stellten wir uns dann in den Schatten und warteten für rund 2 Stunden, dann hätte eigentlich der IC durchfahren müssen, und wir begriffen, dass es auf der Strecke wohl Bauarbeiten gab und die Strecke damit zu war. Etwas frustriert liefen wir deshalb zum Auto. Beim Auto angekommen, kam dann ein Bauarbeiter und wollte etwas von uns. Wir verstanden jedoch nur, dass er aus dem Kosovo kam. Ich vermute mal, er wollte mitfahren, aber wir hatten eh keinen Platz für ihn, und irgendwann begriff er, dass wir ihn nicht verstehen. Er verabschiedete sich dann und lief ins Tal. Für uns stellte sich nun die Frage: Was nun? So eine Streckensperrung ist nun mal ziemlich uncool. Nil schlug dann vor schnell nach Divaca zu fahren. Gesagt getan, wir fuhren also in Richtung Divaca, als Nil plötzlich von der Hauptstrasse abbog und in irgendeinen Feldweg einbog. Naja muss so sein, der kennt sich hier aus, dachte ich. Es stellte sich dann aber heraus, dass ihn wohl sein Navigationsgerät in die Irre führte, was uns wieder einmal zeigte, dass die gute alte Karte eben doch ein gutes Instrument ist. Als wir dann wieder auf der Hauptstrasse waren und schliesslich Divaca erreichten, gings zum Bahnhof. Dort gings an den Schalter, wo wir uns ein Vozni red (Kursbuch) kauften. Der Herr am Schalter meinte dann, dass er noch einen Fackel kopieren müsste und verschwand in einem Hinterzimmer. Als er nach einigen Minuten wieder kam, begann er zu telefonieren. Nach kurzem Gespräch reichte er den Hörer unter durch, Nil ging ran und eine Frau erklärte ihm, dass der Casanova nach Venedig nicht mehr fahren würde. Währenddessen strich der Herr den Zug im Kursbuch durch. Schlussendlich wars ein riesen Aufwand für eine Info, die wir eh schon hatten, aber in Slowenien ist der Kunde anscheinend noch König. Bei der Gelegenheit fragte Nil die Dame am Telefon auch noch, wenn denn wieder Züge nach Koper fahren würden, die Dame verstand wohl nicht so recht, was wir meinten, gab uns aber an, dass um 17 Uhr ein Regio fahren sollte. Wir entschieden uns deshalb gegen Abend nochmals zur Koperrampe zu fahren. Vorher gings aber nach Sezana, Nil wollte nämlich schauen ob es auf der Strecke ev. eine Überstelle gibt, wie erwartet gibts die aber nicht. So landeten wir dann ohne Foto in Sezana, wo wir uns im örtlichen Supermarkt kurz mit dem Nötigsten eindeckten und dann zum Bahnhof fuhren. Dort genossen wir unsere Brotzeit und schauten dem Treiben auf dem Bahnhof zu, welches recht beschaulich war. Einzig die Türe am Speisewagen eines Schnellzuges wollte sich nicht schliessen, was einen SZ-Angestellten fast zur Verzweiflung trieb. Als wir uns den Zug genauer anschauten, bemerkten wir, dass es sich dabei um den IC handelte, der eigentlich nach Koper gemusst hätte. Nach diesem Abstecher in Sezana fuhren wir schliesslich nochmals zur Koperbahn. Nil machte mich diesmal darauf aufmerksam, dass wir nun eine sehr schlechte Strasse befahren würden. So war es dann auch, wir fuhren über eine Holperpiste so lange durch den Wald, bis wir bei einem Felsvorsprung waren. Dort stand bereits ein Franzose. Dieser erklärte uns, dass man gerade am bauen sei. Als wir so da standen, tauchte plötzlich ein Mädchen auf, wobei wir nicht sicher waren ob das jetzt sein Tochter oder seine Lebenspartnerin war. Lustigweise fuhr er jedoch davon, als die Bauarbeiter Feierabend hatten und der Betrieb wieder aufgenommen wurde. Nil freute sich indes so, dass ein Zug kam, dass er gleich die Gegenlichtblende in denn 50m tiefen Abgrund vor uns plumpsen liess. Wir blieben dann eine Weile an der Abendstelle und machten die rauffahrenden Güter.
Baureihe 363 der SZ in Crnotice


Baureihe 541 "Taurus" der SZ in Crnotice


Baureihe 312 "Desiro" der SZ in Crnotice


Baureihe 312 "Desiro" der SZ in Crnotice


Gegen 20 Uhr war das Licht dann aber äusserst bescheiden. Wir fuhren dann nochmals zum Abzweigbahnhof, um die Lage dort zu checken. Dort ging es noch knapp mit der Sonne, sie verzog sich jedoch gleich hinter eine Wolke, was dazu führte, dass wir den Pulaschnellzug bei eher bescheidenem Licht nochmals machten.
Baureihe 711 der SZ in Presnica


Nach diesem Zug gings dann via Pizzeria zurück in die Pension. Ich gönnte mir eine Fischplatte, Nil entschied sich für einen Fleischspiess und Pommes. Schnell war dann unser Bauch gefüllt ... *mjam*. Nach dem Essen gings dann schnurstraks zurück in die Pension.
Nach 3 Tagen die nicht so erfolgreich waren, hoffen wir nun für Morgen eine bessere Ausbeute, dann aber nicht mehr in Slowenien, als vielmehr in Kroatien auf der Rijekabahn.

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