If you're going to San Francisco.... USA 2018 Teil 3

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Donnerstag 3.5.18

Heute hatten wir im Gegensatz zu gestern ein recht entspanntes Programm. Da die Railtown erst um 10 öffnet konnten wir gemütlich aufstehen und dann zuerst mal in Sonora mal bei Starbucks vorbeischauen. Dann ging es erneut nach Jamestown. Eigentlich war ja nur ein Besuch des Museums geplant, fährt unter der Woche doch kein Museumszug (nur Sa/So), doch manchmal kommt es anders als man denkt. Und genau so ein Morgen wurde es. Doch der Reihe nach. Beim hinfahren waren vor uns schon zwei Schulbusse sichtbar, welche ebenfalls den Bahnhof Jamestown ansteuerten. Der Schulausflug einer nahen Grundschule hatte den nachteiligen Effekt, dass man zwar das Gelände des Musuems anschauen konnte, Detailführungen ins innere des Rundlokschuppens aber mangels Personal nicht möglich waren. Dafür aber fuhr auch was auf die Strecke raus.

RS-4-TC 1265 der SERA in Jamestown


Auf Nachfragen bim Personal wusste ich dann auch wann und wohin, so dass wir mal kurz einen Ausflug an die Strecke zwecks Streckenerkundung machten. Nichts atemberaubendes, aber immerhin geht was.
Danach besuchten wir mal das Gelände des Museums. Die Anlagen sind noch original erhalten und beherbergen einige Schätze. Die Sierra Railroad wurde ursprünglich für den Transport von Silber und Holz gebaut. Schon in den 1930er Jahren stellte die Bahn ihre Infrastruktur und Fahrzeuge aber der Filmindustrie zur Verfügung. So hat Lok #3 über 50 Auftritte in Filmen und TV-Serien gehabt, darunter Filmen wie "The Virginian" mit Cary Cooper, "Apache" mit Burt Lancaster und Charles Bronson oder auch "Back to the Future". Dazu kommen Serien wie Bonanza, Lassie oder auch A-Team. Ein wahrer Filmstar den wir da vor uns hatten. Eine Auflistung gibt es hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Sierra_No._3

4-6-0 No. 3 der SERA in Jamestown


In einem der Schuppen sind übrigens die teilweise extra für einzelne Filme montierten verschiedenen Kamine ausgestellt, darunter auch das geborstene Exemplar aus Back to the Future III.

SERA in Jamestown


Auch sonst hat es einige nette Fahrzeuge auf dem Gelände, so beispielsweise eine Alco MRS-1, welche einst als umspurbare Lok für die verschiedenen Europäischen Normal- und Breitspursysteme beschafft wurde. Die Lok hätte im Kriegsfall schnell überall in Europa eingesetzt werden könne. Zum Einsatz kamen sie aber schlussendlich nur für interne Zwecke in den USA.

ALCO MRS-1 612 der SERA in Jamestown


und weitere Fahrzeuge:

Draisine 12 der SERA in Jamestown


Güterwagen 606 der SERA in Jamestown


SERA in Jamestown


Da langsam die Abfahrtszeit des Sonderzuges näher rückte, verschoben wir uns an die erste vorhin gefundene Stelle. Kurz danach hörte man auch schon erstes Motorengebrummel und eine Signalhupe. Für uns etwas erstaunlich kam das aber irgendwie aus der falschen Richtung. Wir konnten uns beide keinen Reim darauf machen. Auch war die geplante Abfahrtszeit des Museumszuges noch einige Minuten weg. Der Gedanke war: Irgend ein Lastwagen oder Trecker...
Ein paar Minuten später war dann aber klar was wir gehört hatten. Zu unserer Überraschung (und meiner Freude!) bog von unten her ein Güterzug um die Kurve und schob sich langsam ins Bild. Was für ein Zufall und was für eine glückliche Begegnung! Sierra Northern #132 - eine High Nose GP9 kam perfekt im Licht daher und dabei wollte ich doch nur den Extrazug fotografieren.

GP9 No. 132 der SERA in Jamestown


Nach der Durchfahrt warteten wir weiter auf den Museumszug, welcher dann auch pünktlich kam. Gezogen wurde der Zug von #1265 einer Baldwin RS-4-TC.

RS-4-TC 1265 der SERA in Jamestown


Da wir für den Museumszug nichts mehr gescheites an Fotostellen hatten - die Strecke dreht nach der Stelle in die falsche Richtung, respektive für den weiteren Verlauf hängt die Lok falsch (der Zug wurde geschoben) fuhren wir zurück nach Jamestown. Mich interessierte die GP9. Für mich stellte sich die Frage ob der Zug in Jamestown endet oder weiter nach Sonora zog. Er stand aber in Jamestown und die Lok war gerade am umfahren. So gab es im Bahnhof noch einige weitere Fotos.

GP9 No. 132 der SERA in Jamestown



Ich stellte mich dann im Gelände etwas weiter in die Ausfahrt und wartete der Dinge die da kommen. Noch bevor der Museumszug zurück kam, zog der Güterzug vor, stellte sich dann aber ins Streckengleis nach Sonora, welches in der Einfahrt des Bahnhofes abzweigt.

GP9 No. 132 der SERA in Jamestown


Für mich war damit klar was nun passieren würde. Nach Rückkehr des Museumszuges würde der Bauzug wieder talwärts fahren. So fuhren wir gleich los und wollten an eine weitere Fotostelle. Der Museumszug kehrte zwischenzeitlich zurück. Wir hatten aber die Rechnung ohne Bahnübergang gemacht.
Der war bereits geschlossen als wir in überqueren wollten. Zug kam keiner, auch nach 5min noch nicht. Ein Blick auf die Strecke zeigte aber, dass der Güterzug ein paar Meter weiter oben hinter dem Busch stand und wartete. 5min später kam der Zug dann endlich - auf dem letzten Schotterwagen standen zwei Jungs die am Bedienen der Klappen waren. Daher also die Stehzeit - die Jungs waren am Schotter einbringen.
Leider hatte der Bahnübergang dann aber eine Fehlfunktion und bimmelte weiter, so dass wir zu spät am zweiten geplanten Standpunkt eintrafen. So ging es noch einige Meter weiter wo ich dann wieder auf den langsam fahrenden Zug warten musste.

GP9 No. 132 der SERA in Jamestown


GP9 No. 132 der SERA in Jamestown


Dann war aber fertig, die Geduld meiner Partnerin für heute genug strapaziert, zumal die Herumhetzerei angesichts der schon wieder herrschenden Temperaturen auch eine recht schweisstreibende Angelegenheit war. Es ging nun los in Richtung DonnerPass und später nach Reno, respektive Sparks, wo wir eine Bleibe für die Nacht gefunden hatten. Den Weg zum DonnerPass nahmen wir auf möglichst direktem Weg. Das bedeutete, dass wir nicht runter nach Stokton/Sacramento fuhren und den Highway nahmen, sondern ab Sonoroa einmal quer durch über Nebenstrassen durch die Ausläufer der Sierra Nevada fuhren. Zeitlich brauchten wir zwar länger, dafür war die Strecke viel schöner und es gab viel mehr zu sehen.
Schlussendlich trafen wir Mitte Nachmittag am DonnerPass ein, wo wir auch auf einige Kollegen aus der Schweiz trafen. Wir wussten lange nicht, ob ein Treffen klappt, aber aufgrund der geänderten Reiseroute konnten wir ein Hallo einplanen.

Donner Pass


So ging es dann gemeinsam einmal rüber nach Truckee, wo wir im Jax at the Tracks gemütlich einen Burger reinfrästen und etwas Palaver über das bisher erlebte abhielten. Die Kollegen wandelten auf meinen Spuren vom letzten Herbst und hatten unter anderem die Trona Railway und die Arizona & California Railroad besucht.
Nachdem wir uns verabschiedet hatten, war es für uns noch etwas zu früh den direkten Weg ins nahe gelegene Reno anzutreten. So fuhren wir von Truckee aus noch kurz rüber zum Lake Tahoe wo wir den hereinbrechenden Abend genossen.

Lake Tahoe


Anschliessend ging es via Mount Rose zu unserer Schlafstätte in Sparks. Wir hatten da mit dem Nugget Casino Resort wieder mal einen Casinobunker ausgesucht. Einmal mehr eine irre Angelegenheit. Schon nur die Rezeption inmitten all der Spielautomaten zu finden ist eine Erfahrung für sich.


Freitag 4.5.18

Nicht allzu früh machten wir uns aus dem Staub, nachdem wir im im Kasino integrierten Starbucks noch eine Hot Choclate geholt hatten. Die Spielautomaten blinkten um die Wette, doch liessen wir sie links liegen. Es ging rauf nach Virginia City. Das historische Goldgräberstädtchen empfing uns mit einer gähnenden Leere. Man merkt, dass hier die Saison noch jung ist. So fanden wir problemlos einen Parkplatz und konnten uns durch die leeren geschäfte tummeln. Am anderen Ende der Mainstreet fanden wir ein nett aussehendes Café, wo wir kurzerhand ein erweitertes Morgenessen genossen. Das Omlette war köstlich.

Zurück beim Auto schauten wir noch kurz am Bahnhof vorbei. Leider war aber die Virginia & Truckee noch im Winterschlaf, die Touristenzüge nahmen erst in knapp einem Monat den Betrieb auf. Eine Trackgang war aber dabei die Gleise auszubessern.
Wir fuhren daher weiter nach Carson City. Die Stadt selber bot nicht viel spannendes, doch beim rausfahren kamen wir beim Nevada State Railroad Museum vorbei. Wir bogen mal ab. der Zufall wollte es, dass gerade einige Fahrzeuge ihren Standplatz wechselten. Auf der Drehscheibe wurde gerade der McKeen Motorcar #22 gewendet um dann anschliessend im externen Schuppen/Werkstatt abgestellt zu werden. Das Gefährt ist recht markant und ist das letzte betriebsfähige seiner Art. Im Einsatz auf der V&T diente das Fahrzeug anschliessend als Imbiss und Shop. Nach der Übernahme durch das NSRM wurde das Gefährt wieder betriebsfähig aufgearbeitet. Die originale Antriebseinheit war leider nicht mehr vorhanden und so wurden dazu auch moderne Teile verwendet, aber nett ist der Triebwagen dennoch.

McKeen 22 der V&T in Carson City


McKeen 22 der V&T in Carson City


McKeen 22 der V&T in Carson City


Seinen Platz in der Museumshalle nahm ein anderer Benzintriebwagen ein. Der durch Edwards gebaute Triebwagen fuhr anfänglich auf der Cornelia, Gila Bend & Tucson Railway, gelangte später aber auf die V&T und hat deshalb durchaus seine Berechtigung im NSRM. Auch dieser Triebwagen ist betriebsfähig und knatterte selbstständig an seinen Standplatz.

Edwards Motorcar 401 der TC&GB in Carson City


Im Museum wurde einer der pensionierten Helfer auf uns aufmerksam und wir kamen ins Gespräch. Die Privatführung dauerte schlussendlich über zwei Stunden ;)
Spezielle Stücke sind auch die drei ebenfalls betriebsfähigen Dampfloks des NSRM. Zwei sind aus ex V&T Beständen. Als 1937 der Dampfbetrieb auf der V&T eingestellt wurde, wurde ein Teil der Fahrzeuge an Paramount Pictures verkauft. Dort dienten die Fahrzeuge primär für den Dreh des Films "Union Pacific". Danach erkannte Paramount aber den Wert dieser Requisiten und konnte die Fahrzeuge in der Folge unzählige Male für weitere Filmproduktionen einsetzen, respektive an andere Filmstudios vermieten. So sind die beiden Loks in über 60 Produktionen zum Einsatz gekommen. Nach der Gründung des NSRM konnte das Museum die Fahrzeuge übernehmen. Sie sind noch heute betriebsfähig und werden ab und an eingeheizt. Als Filmrequisiten prägten die Loks wesentlich das Empfinden wie Amerikanische Dampfloks während der Westernzeit auszusehen hatten. Eine Übersicht wo die alles mitgespielt haben gibt es hier: http://www.nsrm-friends.org/movietrains.html

4-4-0 18 der V&T in Carson City


4-4-0 22 der V&T in Carson City


Die dritte Lok im Bunde ist eine schmalspuriges Exemplar ehemals Lake Tahoe Railway. Diese an sich auch betriebsfähige Lok war leider etwas zugestellt, so dass es hiervon kein Foto gibt.
Wir fuhren anschliessend weiter an den Lake Tahoe den wir dann auf der westlichen Seite umrundeten. Das reine Touriprogramm führte uns auch an die Emerald Bay.

Lake Tahoe


Lake Tahoe


Weiter ging es nach South Lake Tahoe wo wir uns einen kleinen Imbiss gönnten. Da noch etwas Zeit war fuhren wir anschliessend via Luther Pass und Monitor Pass zu unserem gebuchten Motel in Gardnerville. Die Fahrt in den Abend durch die Gegend war wunderschön. Immer wieder erstaunlich ist aber, wie hoch man hier in der Gegend ist. Kaum einmal ein paar Kurven hinter sich gebracht und schon ist man auf 2500m über Meer oder noch höher.

Monitor Pass


Monitor Pass


Fürs Nachtessen ging es zuerst in einen Taco Bell, anschliessend besuchten wir noch eine Dairy Queen und gönnten uns ein kleines Glacé ;)

Wie es uns weiter ergangen ist, könnt ihr dann ein anderes mal hier auf diesem Kanal nachlesen!