bahnbilder.ch

k.u.k. mal: zwei Schweizer in einer Ösi-Karre

Von

Ferien? Ja, Ferien! Nachdem es im Frühjahr mit meiner Partnerin in Richtung USA ging, war diesmal das Thema Bahn im Vordergrund, wozu ich alleine los zog. Das heisst nicht ganz alleine: Kollege Pascal schloss sich meinen Ideen an, respektive hatte selber auch ähnliches wie ich im Kopf. Es dauerte dann aber bis Ende August bis wir Nägel mit Köpfen machten und die Ideen konkretisierten und konkret nach möglichen An-/Abreisemöglichkeiten suchten.
Die ursprüngliche Idee meinerseits war mal ab der CH in der Mietkiste über das Vinschgau (Diesel-GTW), dann Koperrampe und evtl. Semmering hoch bis in die Tatra zu fahren. Die Mietpreise für Fahrzeuge in der Schweiz sind aber nicht ohne, zudem kam noch das Problem dazu, dass die meisten Vermieter in der Schweiz Staaten wie Slowenien, Kroatien, Ungarn und Slowakei per se gerade mal ausschliessen. So war dies schlussendlich keine Option und wir suchten nach Alternativen. Flüge nach Wien, Bratislava oder Budapest (o.ä.) waren nicht gerade billig und falls doch dann zu unsäglichen Zeiten (abends um 11 in Wien und dergleichen). Die Idee reifte dann irgend etwas mit dem Zug zu machen und vor Ort ein Mietauto zu buchen. Schlussendlich kristallisierte sich die Lösung Graz heraus. Pascal buchte für günstige 77.- € pro Person zwei Couchette Plätze im Nightjet nach Graz. So konnten wir von Freitag auf Samstag anreisen und hatten so fast den ganzen Samstag auch schon zum fotografieren. Für die Rückfahrt gab es dagegen Plätze im Eurocity von Graz nach Zürich am Sonntag. Für 49.-€ p.P. + 6.-€ Platzreservierung gab es Plätze im Panoramawagen 1.Klasse - da sagt man nicht Nein dazu. Ich buchte uns derweil ein Auto bei Europcar in Graz. Hier gab es zwar auch Länderbeschränkungen, aber man konnte diese mit etwas Grenzgebühr aufheben.
Mit der Anreise nach Graz viel zwar vermutlich die Koperrampe und mit Sicherheit das Vinschgau weg, aber dafür rückte der Semmering in den Fokus und die elend lange Anfahrt mit dem Auto blieb auch weg. Man kann nicht immer alles haben;)

Freitag 28.09.2018

So ging es für mich dann eigentlich schon am Freitag morgen los. Da ich abends nicht mehr zu Hause vorbei schaute ging ich gleich mit Gepäck auf die Arbeit. Da der Zug in Zürich erst um 20.40 los fuhr, investierte ich die Zeit ab Feierabend bis ich von Bern nach Zürich los fuhr noch in einige Tramfotos von der Kirchenfeldbrücke.

Be 6/8 "Combino" der SVB in Bern


Be 6/8 "Combino" der SVB in Bern


Be 6/8 "Combino" der SVB in Bern


In Zürich genehmigte ich mir noch etwas zu Essen, dann wartete ich auf die Ankunft von Pascal. Ich vertrieb mir die Zeit mit einigen Langzeitaufnahmen vom Perronende aus, bis ich von einer übereifrigen Person vertrieben wurde. Ich solle da nicht wildfremde Personen gegen ihren Willen fotografieren....
Ich mochte nicht diskutieren, zumal Pascal eh gerade im Anflug war.

RABe 511 "KISS" der SBB in Zürich HB


Als Pascal kurz nach acht auch da war ging es noch zu Burger King. Pascal hatte noch Hunger,ich nahm ein kleines Dessert bevor wir dann den Nightjet nach Graz enterten. Wir hatten die unteren beiden liegen in einem 4er Couchette gebucht. Die oberen beiden Liegen waren auch vergeben - es waren zwei Ösis, wovon der eine aber fand, dass er aufgrund eines kürzlich erlittenen Unfalls lieber im Sitzwagen fahren würde. So waren wir bis auf die eigentliche Nacht meist zu zweit im Abteil. Bis Feldkirch war der Zug mässig ausgelastet, dort aber füllte er sich dann ordentlich. Irgendwo auf der Arlbergrampe döste ich weg.

Samstag 29.09.2018

Kurz vor Bruck an der Mur wurden wir dann vom Schlafwagenschaffner geweckt und es wurde das Morgenessen gereicht, das wir dann bis nach Graz hin weggeputzt hatten. Wir trafen dort kurz nach acht ein. Da Europcar beim Bahnhof selber kein Büro hat, mussten wir zur Porsche Garage hin laufen. Zeit hatten wir genug, öffnete die doch erst um 0900. Wir waren gegen 0830 dort und konnten uns bei langsam auflösenden Wolkenfeldern erste Sonnenstrahlen auf die Nase brennen lassen. Die Übergabe des gemieteten Skoda Rapid war recht problemlos. Zwei zusätzliche Kratzer wurden noch vermerkt und dann waren wir auch schon unterwegs, raus in südlicher Richtung aus der Stadt. Bei einem Billa genehmigten wir uns noch etwas Ess- und Trinkbares für die nächsten Tage und dann waren wir draussen auf der Strecke und suchten Fotostellen. Als Strecke hatten wir uns die Graz-Köflacher Bahn nach Köflach ausgesucht.
Bei Pirka wurden wir ein erstes mal so halbwegs fündig. Für uns Gebirgsnasen stellen Flachlandstellen halt immer eine besondere Herausforderung dar. Es kam auch bald was:

5063 013 der GKB zwischen Graz Straßgang und Premstätten-Tobelbad


Wir machten uns auf die weitere Fahrt, immer auf der Suche nach Überführungen, Bahnübergängen oder offenen Bereichen die eine Aufnahme zuliessen. Wirklich fündig wurden wir vorerst nicht und als wir bei Schadendorf den Bahnübergang testeten kam uns schon der nächste GTW um die Ohren gefahren. Es gab nichts anderes als einen Notschuss, welcher eh gerade noch im letzten Moment absoff.

5063 002 der GKB zwischen Söding-Mooskirchen und Lieboch Schadendorf


Weiter ging es in Richtung Köflach. Bei Hallersdorf wurden wir endlich richtig fündig. Die Stelle mit Kirche im Hintergrund bot was. Das Feld im Vordergrund hätte zwar etwas weniger braun sein können, aber was solls. Wir warteten nun auf den nächsten Zug nach Graz. Nachdem wir rund 30min in der Sonne gewartet hatten zog kurz vor durchfahrt des Zuges eine dicke, fette Wolke vor die Sonne. Weg war sie natürlich erst als der Zug durch war. Ärgerlich.
Der Nachschuss auf den nachfolgenden Zug nach Köflach klappte dann zwar, aber irgendwie waren wir nicht so richtig zufrieden.

5063 011 der GKB zwischen Köppling und Kottendorf-Ligist


Da bis zum nächsten Zug noch Zeit war, hielten wir mal auf dem weiteren Verlauf der Strecke bis Köflach noch nach weiteren brauchbaren Stellen Ausschau. Wir fanden aber nicht wirklich was besseres und so ging es noch zurück nach Hallersdorf. Diesmal klappte das Foto wunschgemäss.

5063 011 der GKB zwischen Köppling und Kottendorf-Ligist


Für den bald folgenden Gegenzug bezogen wir bei Krottendorf noch eine Position um den Zug quer zu schiessen. Lange warten mussten wir nicht bis der Zug kam und ein weiteres Foto im Kasten war.

5063 013 der GKB zwischen Krottendorf-Ligist und Gaisfeld


Da wir aber sonst nicht so richtig fündig geworden sind, entschlossen wir uns dann für einen Rückzug von der GKB und entschlossen uns langsam in Richtung Semmering aufzubrechen. In Graz drehten wir aufgrund von Baustellen rund um die Autobahn noch eine kleine Ehrenrunde, doch dann waren wir doch noch im dunklen Loch des Grazer Umfahrungstunnels verschwunden. Ein paar km weiter spuckte uns das Ding wieder aus und weiter ging es im Sonnenschein bis nach Übelbach. Übelbach? Ja, liegt zwar nicht am Semmering, aber als Schweizer zieht es einem durchaus mal an die Bahn von Peggau nach Übelbach. Insgeheim erhofften wir uns ja, dass wir den ehemaligen Sihltaler Triebwagen im Einsatz sehen. Da uns der Railplanner nur Fahrzeiten bis am frühen Nachmittag raus gespuckt hat, schauten wir vorerst mal am Bahnhof vorbei. Etwas konsterniert waren wir nach Konsultation des lokalen Aushangfahrplanes. Samstags kurz vor zwei kommt der letzte Zug des gesamten Wochenendes in Übelbach an, dann ist bis Montag Sendepause. WTF?!?
Wir hatten noch einige Minuten vor der Ankunft dieses letzten Zuges des Weekends und versuchten unser Glück in einer Streckenaufnahme, doch waren wir zur spät dran. Kurz nach der Dorfausfahrt in Übelbach fuhr uns der Zug mit dem 4062 003 um die Ohren. So gab es dann nur noch ein Standbild in Übelbach. Sozusagen Wochenendruhe...

4062 003 der STLB in Übelbach


Beim Depot waren aber einige Bahnmitarbeiter daran einen Tank eines Flachwagens mit Unkrautvertilgungsmittel zu füllen. Kurz nach Ankunft des GTW wurde der Wagen in den Bahnhof rangiert und der Zweiwegeunimog der STLB vorne dran gehängt. Wir witterten unsere Chance doch noch zu einem Streckenbild zu kommen. Das ganze zwar nicht ganz wie gedacht, aber immerhin. Wir mussten eh in Richtung Peggau. So stellten wir uns bei Übelbach-Vormarkt hin, wo wir ein schönes Motiv ausgemacht hatten. Lange warten mussten wir nicht und schon kam der Unkrautvertilgungs-"Zug" daher gefahren:

Unimog der STLB in Übelbach


Würde sich mit was richtigem auch gut machen...
Bei der weiteren Fahrt nach Peggau hielten wir noch nach weiteren Stellen Ausschau und so gab es kurz nach Himberg ein weiteres Bild:

Unimog der STLB zwischen Himberg b.Übelbach und Waldstein


Dann fuhren wir dem Dienstzug aber zu weit voraus und es gab nichts mehr bis nach Peggau. Wir zogen somit weiter in Richtung Bruch an der Mur, immer auf der Suche nach möglichen Stellen an der Südbahn. Wirklich fündig wurden wir nicht. Die Strecke ist übel zugewachsen oder mittels Lärmschutzwänden verunstaltet. Bei Mixnitz stiessen wir auf die dortige Lokalbahn, doch war da am Samstag kein Verkehr auszumachen. So ging es weiter über Bruck an der Mur hinaus ab in Richtung Mürzzuschlag und Semmering Pass. Erst kurz nach Kindberg wurden wir fündig, doch war das Licht eigentlich schon fast rum. Es kam gerade ein Railjet in Richtung Bruck an der Mur, den wir im Fotokasten verewigten.

Railjet-Steuerwagen der ÖBB zwischen Wartberg im Mürztal und Kindberg


Eben, das Licht war schon fast rum, respektive bis der nächste Planzug von unten gekommen wäre befürchteten wir ein Schattenproblem. So ging es gleich weiter immer auf der Suche nach möglichen Motiven Ausschau haltend. Irgendwie ist die Strecke aber übel eingebuscht. :-(
Erst bei Spital am Semmering haben wir eine Stelle gefunden, doch waren wir da noch zu früh und Seitenlicht war noch nicht da. So ging es weiter auf die Nordseite des Semmering. Wir büssten aber auch hier unsere Nichtvorbereitung der Reise und scheiterten mal für mal an möglichen Stellen. Problematisch war vor Allem unser Timing. Nachmittags wachsen schon bald die Schatten in viele Motive. Einzig beim Krauselklause Viadukt machte ich noch ein Foto weil gerade was kam:

Baureihe 1144 der ÖBB zwischen Breitenstein und Wolfsbergkogel


So gab es bis Gloggnitz runter genau null und nix. Und als wir den Rückzug antraten und auf der Südseite bei Spital nochmals vorbei schauen wollten, waren wir schon zu spät dran und die Sonne war weitgehend weg. Den Nachmittag hatten wir jetzt mal so richtig gründlich verdaddelt und das bei schönstem Sonnenschein - wenn sich das mal nicht rächt in den nächsten Tagen.
Für die Nacht hatten wir uns im Hotel Gesselbauer in Steinhaus am Semmering einquartiert. Dem Nachtessen folgte noch eine länger Planungssitzung für den morgigen Tag. Wir mussten unsere Unkenntnis der Semmering Bergstrecke schnellstmöglich Aufarbeiten was wir dann auch machten. Entsprechend spät wurde es dann. So reifte auch der Plan für den morgigen Tag. Dann ging es ab ins Bett.


Sonntag 30.9.2018
Bereits um 0645 klingelte der Wecker, denn um 0730 gab es Morgenessen und kurz vor acht mussten wir aus dem Haus. Bevor es aber los ging, hiess es erst einmal: Scheiben kratzen! Es hatte über die Nacht doch tatsächlich so weit runter gekühlt, dass dies notwendig war. Wir hatten als erste Stelle den Kalte-Rinne Viadukt ausgesucht. Die geplante Stelle lag aber einiges oberhalb im Wald und war nur mit einem ca. 30min Fussmarsch erreichbar. Und da kurz nach neun unser erstes Objekt der Begierde, der EC 151 "Emona" nach Ljubljana auf der Speisekarte stand musste das frühe Aufstehen sein. Etwas konsterniert hörten wir dann aber die Radiomeldung, dass in Wiener Neustadt in der Nacht ein Güterzug einen Fahrleitungsmasten umgenietet hat und nun mindestens der Regioverkehr auf der Strasse stattfand. Vom Fernverkehr wurde zwar nichts gemeldet und da wir schon Züge gesehen hatten heute morgen hofften wir auf einigermassen normalen Betrieb, aber für den Güterverkehr konnte das durchaus Auswirkungen haben. Mal sehen was dann unterwegs ist...
Die Stellensuche war etwas aufwendiger als gedacht und wir hatten sie nicht auf Anhieb gefunden. Zum Glück hatten wir etwas Reserve. Viertel vor neun waren wir dann vor Ort und schon bald rumpelte RJ 554 von oben über den Viadukt:

Baureihe 1116 "Taurus" der ÖBB zwischen Breitenstein und Wolfskogel


Dann Begann die Warterei. Der EC liess sich Zeit, viel Zeit. Die Minuten verstrichen, viertel nach neun, halb zehn, viertel vor zehn. Dann rumpelte erneut ein Railjet von oben den Berg herab, diesmal RJ 74 "Franz Schubert" nach Prag:

Baureihe 1216 "Taurus" der CD zwischen Breitenstein und Wolfskogel


Güterverkehr war nichts los, der EC war überüberfällig. 10 Uhr durch war nun nicht nur der EC, sondern auch der nachfolgende Intercity überfällig. Eine Konsultation der ÖBB Webseite erbrachte die Erkenntnis, dass beide Züge arg verspätet sind. Kurz vor halb elf erlöste uns dann endlich der Eurocity:

Baureihe 1144 der ÖBB zwischen Breitenstein und Wolfskogel


Wir hatten noch Glück dabei: Erstens kam er auf dem besseren, rechten Gleis und kaum war der Zug drüber, rumpelte auf dem vorderen Gleis ein Railjet auf dem Weg nach Wien durch.
Da die ÖBB Karte uns glaubhaft versicherte, das sowohl EC wie IC schon durch sind, machten wir uns auf den Weg nach unten. Ärgerlicherweise fuhr dann der IC kurz darauf doch noch durch. Schade!
Wir hatten dann aber den Drang an den Krauselklause-Viadukt zu gehen. Kaum im Tal beim Kalte-Rinne Viadukt, kletterten wir auf der anderen Seite schon wieder die Wand hoch. Heute war definitiv kein Click&Drive Tag...
Lange warten mussten wir nicht und schon kam RJ535 von Wien her durchgefahren.

Railjet-Steuerwagen der ÖBB zwischen Breitenstein und Wolfsbergkogel


Noch während er durch fuhr hörten wir von oben herab was Dröhnen. Es tönte stark nach Alpenheuler. Wir lagen richtig. Blöd war nur, dass der Zug geschoben kam, daher Steuerwagen voraus :

CityShuttle der ÖBB zwischen Breitenstein und Wolfsbergkogel


Keine Ahnung was das für ein Zug war. Die Nachbereitung brachte auch nichts zu Tage, so dass ich auf Leermaterialzug tippe.
20min dauerte es nun bis es wieder von oben herab kesselte. Diesmal war ein Güterzug an der Reihe, die Wiener Lokalbahn schickte zwei Taurus vorbei:

1216 952 der WLB zwischen Breitenstein und Wolfsbergkogel


Es folgten dann noch RJ 73 "Bedrich Smetana" nach Graz:

Railjet-Steuerwagen der ÖBB zwischen Breitenstein und Wolfsbergkogel


... und RJ 76 "Antonin Dvorak" nach Prag:

Railjet-Steuerwagen der ÖBB zwischen Breitenstein und Wolfsbergkogel


Dann hatten wir hier genug gesehen und wir liefen zurück die Wand herab zum Auto. Es ging hoch in die Haltestelle Wolfsbergkogel, wo wir die nächste Fotostelle testen wollten. Ausgangs Haltestelle ist der Kartnerkogel-Viadukt, welcher dank kürzlich erfolgter Rodung nun wieder recht frei fotografierbar ist. Wir waren gerade am einfahren als schon ein Güterzug durch rauschte. War jetzt etwas ärgerlich, aber ändern kann man es nicht. Kaum waren wir an der Stelle kam RJ 534 nach Wien von oben her durch.

1116 236 der ÖBB zwischen Wolfsbergkogel und Semmering


Dann hiess es warten. Im Plan war um 13.14 ein Railjet den wir hier machen wollten. Die ÖBB hatten aber vorher noch ein einsehen und schickte uns eine Viertelstunde vorher einen Güterzug vorbei:

1116 160 der ÖBB zwischen Wolfsbergkogel und Semmering


Der Railjet kam dann pünktlich. Dennoch wurde es sehr eng, hörten wir doch von oben auch schon einen Zug. Zu unserer Überraschung kam der Railjet auf dem rechten Gleis. Erfreut waren wir an der Komposition, war es doch der Ösi-Railjet. Es reichte auch gerade ein sauberes Foto zu machen bevor auf dem hinteren Gleis der Gegen-IC durch fuhr: Glück gehabt!

1116 249 der ÖBB zwischen Wolfsbergkogel und Semmering


Wir hatten genug und liefen zurück zum Auto. Währenddessen fuhr ein Güterzug unfotografiert talwärts durch. Die Zuglok war eine alte Bekannte aus der Schweiz: der ex HUPAC Taurus ES64U2-100. Wir fuhren nun wieder runter zum Krauselklause-Viadukt, war der Viadukt dort doch nun von der anderen Richtung her im Licht. Einmal die Wand hochgekraxelt konnten wir auf der dort platzierten Sitzbank gemütlich auf Züge warte. Ein weiterer Fotograf war auch schon dort. Ausser einem "Hallo" konnten wir ihm aber kein Wort entlocken - selten so einen stillen Kameraden gesehen....
Kaum waren wir vor Ort, rauchte schon ein Tschechen-Railjet (RJ 78 "Johann Strauss") durch, leider noch in der falschen Richtung:

1216 237 der CD zwischen Breitenstein und Wolfsbergkogel


Ach der nächste Zug kam von oben. Gleich drei Taurus waren einem Zementzug vorgespannt. Nett, nur war auch das aus der falschen Richtung:

1016 029 der ÖBB zwischen Breitenstein und Wolfsbergkogel


Dann war aber der nächste Railjet fällig, diesmal RJ 75 "Franz Schubert" aus Prag mit Ziel Graz - was das ist war klar. Die Frage war nur: blauer oder roter Taurus. Zu unserer Freude war es eine passend lackierte Lok.

1216 250 der CD zwischen Breitenstein und Wolfsbergkogel


Einem P-Zug folgt meist ein G-Zug. So war es auch diesmal und die ÖBB schickte einen Taurus mit Autozug auf die Strecke. Blöd nur, dass es ein Leerzug war :( macht sich nicht extrem gut hier:

1016 024 der ÖBB zwischen Breitenstein und Wolfsbergkogel


Von hinten kam dann ein einzelner Alpenheuler vorbei

1144 124 der ÖBB zwischen Breitenstein und Wolfsbergkogel


Bevor dann wieder was aus den Berg hoch kam, waren zwei Railjets von hinten angesagt. Die erste Garnitur war zu unserer Freude eine weitere Werbegarnitur: der Ösi-Skinationalmannschaftszug als RJ536, RJ656 danach eine normale Garnitur:

1116 251 der ÖBB zwischen Breitenstein und Wolfsbergkogel


1116 155 der ÖBB zwischen Breitenstein und Wolfsbergkogel


Inzwischen war es drei Uhr und ein Railjet 657 von vorne war im Plan drin, welcher auch kurz danach den Viadukt befuhr:

1116 246 der ÖBB zwischen Breitenstein und Wolfsbergkogel


Weiter oben war unterdessen schon ein Containerzug auf Talfahrt hörbar, welcher dann auch bald neben uns aus dem Tunnel gespuckt wurde. Metrans schickte zwei 185er vorbei.

186 432 der MTR zwischen Breitenstein und Wolfsbergkogel


Wir warteten noch Railjet 539 von unten ab:

1116 236 der ÖBB zwischen Breitenstein und Wolfsbergkogel


Dann hatten wir aber genug gesehen. Leider war nicht gerade viel Güterverkehr vorhanden. Man muss aber sagen, dass es Sonntag war und zudem auch die Problematik mit Wiener Neustadt sicher mit geholfen haben, dass da viel kam.
Für uns war nun die Frage wohin wir wollen. Der Kalte-Rinne Viadukt von hinten ging so nicht mehr, der lag schon im Schatten. Am Adlitztalgrabenviadukt versuchten wir es gar nicht mehr. So ging es über den Pass nach Spital am Semmering und dort in die Ausfahrt. Licht war zwar noch sehr knapp, aber es wurde nur noch besser dort und wirkliche Alternativen hatten wir keine ausgemacht.
Schon kurz nach Ankunft rauschte ein Tschechen-Railjet (Railjet 77 "Antonin Dvorak") durch:

1216 249 der CD zwischen Spital am Semmering und Mürzzuschlag


Einmal mehr. Nach einem P-Zug folgt ein G-Zug und so kam hinten nach ein Containerzug mit einem Doppel aus 1142 und Taurus:

1142 621 der ÖBB zwischen Spital am Semmering und Mürzzuschlag


Ein weiterer Güterzug folgte dann von oben, nur war der Taurus leider recht übel verschmiert. Viertel nach fünf war dann noch der Eurocity 1259 "Croatia" nach Zagreb im Plan drin. Endlich hatte auch das Licht langsam gedreht, so dass er Zug halbwegs vernünftig gemacht werden konnte. Dafür waren unsere Schatten aber inzwischen extrem lang und die Sonne nur noch knapp über den Baumwipfeln. Es reichte gerade noch:

1144 111 der ÖBB zwischen Spital am Semmering und Mürzzuschlag


Danach war aber fertig und die Sonne verschwand kurz danach hinter dem Bergrücken. Wir packten unsere Sachen und machten uns auf den Weg nach Sopron. Die Wettersituation drängt uns ein bisschen in die Richtung, soll doch von Westen her im Verlauf des morgigen Tages eine Störung reinziehen. Das Raaberland soll morgen dagegen noch recht unbeschadet davon kommen, mal sehen.
Kurz nach halb sieben waren wir auch in Sopron und checkten im gebuchten 4* Bunker mitten in der Altstadt ein. Wir hatten auf Booking.com ein richtiges Schnäppchen geschossen und nächtigten dort für knapp 35€!
Nach dem einchecken schauten wir noch am Bahnhof vorbei bevor wir uns dann ein feines Gulasch gönnten.
Gesättigt ging es dann nach einer Planungssession kurz vor Mitternacht ins Bett.

Wie es uns im Raaberland ergeht, ob das Wetter hält was es verspricht und und wohin es uns danach zieht, das wird euch dann Pascal erzählen wenn es wieder heisst: k.u.k. mal: zwei Schweizer in einer Ösi-Karre