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Les Chemins de fer du Jura

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Der Wetterbericht sagt schönes Wetter voraus, der SBB-Fahrplan spuckt EXTs aus, und der letzte Besuch bei den CJ hat gezeigt, dass dort durchaus interessantes Rollmaterial rum fährt. Also auf in den Jura.

Aber zuerst mal kurz zu den Jurabahnen. Deren Netz besteht im Wesentlichen aus drei Strecken:
-Porrentruy - Bonfol, normalspurig und von einem einzelnen, zweiteiligen BDe 4/4-Pendel befahren
-La Chaux-de-Fonds - Glovelier (Meterspur), wobei jedoch die Strecken La Chaux-de-Fonds - Saignelégier und Saignelégier - Glovelier getrennt bedient werden, jeweils von zwei Pendelzügen, die sich in Le Noirmont bzw. Bollement kreuzen und (einigermassen) aufeinander Anschluss haben. Saignelégier - Glovelier war einmal Normalspurig, was man der Trassierung durchaus ansieht, wurde aber zur Vereinheitlichung auf Meterspur umgebaut
-Saignelégier - Tavannes, ebenfalls Meterspur, auch von zwei Pendelzügen bedient, welche sich in Tramelan kreuzen
Die Strecken sind meist stündlich befahren, z.T. mit Unterbrüchen (z.B. Saignelégier - Glovelier fährt am Nachmittag zweimal ein Bus statt Zug, aber zur gleichen Zeit).

Der Plan war, zuerst den Betrieb auf der Strecke nach Tavannes zu fotografieren und danach weiter in Richtung Saignelégier zu schauen. Es gab am Morgen direkte Extrazüge Tavannes - Saignelégier, wodurch auf dieser Strecke drei Züge benötigt wurden anstatt zwei wie sonst.

Der Tag begann mit etwas S-Bahn und ICN fahren bis Biel, wobei der ICN-Teil keine grosse Freude bereitet hat, da ich natürlich wieder mal den Wagen mit den zugedröhnten Street-Parade-Kiddies erwischt habe, die es nicht lassen konnten laut rum zu blödeln, den Mitreisenden die reservierten Plätze streitig zu machen und mit dem Händi Lärm zu produzieren. Zwei NPZ später war ich in Tavannes, wo der CJ-Zug, bestehend aus zwei GTWs, schon wartete. Ich machte mir schon Sorgen, dass die Stadlerisierung schon weit fortgeschritten sein könnte und es nur GTWs zu sehen gäbe...

Bereits in Tramelan, bei der Kreuzung, wurde ich eines Besseren belehrt. Der Gegenzug war ein dreiteiliger Pendel, bestehend aus zwei äteren Triebwagen und einem Steuerwagen. Den konnte ich mir nicht entgehen lassen, dummerweise wären die Triebwagen an der von mir geplanten Stelle hinten gestanden, daher hab ich schnell Google Earth angeworfen und eine Stelle gesucht, wo der Triebwagen vielleicht schon im Licht ist (die Triebwagen stehen alle gegen Westen, was am Morgen halt ein Problem darstellt....). Bei La Chaux-des-Breuleux gab es für beide Richtungen Stellen, und es sah so aus als würde zumindest die Chance bestehen, den in Richtung Le Noirmont fahrenden Zug mit etwas Front-Sonne zu erwischen. Angekommen an der Stelle kam zuerst kam der dritte Zug des Umlaufes Tavannes - Le Noirmont - Saignelégier in Richtung Tavannes:
ABt der CJ zwischen La Chaux-des-Breuleux und Le Pied-d'Or


Nach 15 min laufen war ich auf der anderen Seite und wartete auf die Komposition mit den beiden Triebwagen. Die Sonne war aber leider noch nicht genügend rum.
BDe 4/4 I der CJ zwischen Les Breuleux und La Chaux-des-Breuleux


Als nächstes kam der Doppel-GTW zurück, mit dem ich hoch gefahren bin:
ABe 2/6 der CJ zwischen La Chaux-des-Breuleux und Le Pied-d'Or


Nun wollte ich weiter in Richtung Saignelégier. Aufgrund des Stundentaktes war wieder längeres Warten angesagt, deshalb zeige ich euch rasch die Station.
CJ in La Chaux-des-Breuleux

CJ in La Chaux-des-Breuleux


Da die ganzen Triebwagen erst am Nachmittag im richtigen Licht sein sollten, wollte ich in Richtung Glovelier fahren, um mir vorher eine anderen Spezialität anzusehen. In Saignelégier, wo mein Extrazug endete und ich umsteigen musste, staunte ich aber erst mal nicht schlecht, als da ein Doppel-GTW mit Zusatzmodul vorne (!!), bestehend aus zwei Wagen, einer davon ein zum GTW passender Steuerwagen, aus La Chaux-de-Fonds angefahren kam. Ein gescheites Bild war aber gerade nicht möglich. Das Zusatzmodul wurde leider gleich abgehängt, bevor die GTWs nach Glovelier weiter fuhren.

Die Angesprochene Spezialität war die Spitzkehre bei Combe-Tabeillon.
ABe 2/6 der CJ in Combe-Tabeillon

CJ in Combe-Tabeillon


Sie besteht aus zwei Gleisen, die hinten zu einem zusammengeführt werden um Triebwagen von nicht verpendelten Zügen umspannen zu können. Die ganze Spitzkehre wird, wie anscheinend fast das ganze CJ-Netz, mit Rückfallweichen betrieben, so dass keinerlei Stellwerk oder manuelles Weichen umlegen nötig ist (ausser, wenn Triebwagen umgespannt werden müssen). Dabei fahren die Züge immer gerade in den Bahnhof und verlassen ihn über die Abzweigung, es sind also regulär beide Geleise benutzt. Hier noch eine der Weichen im Detail, der Zylinder beim Hebel dürfte für das Rückstellen der Weiche verantwortlich sein.
CJ in Combe-Tabeillon


Da die Spitzkehre sonst nicht sonderlich fotogen ist, nahm ich den nächsten GTW (eigentlich derselbe, mit dem ich kam) zurück in Richtung Saignelégier. Bei den GTWs kann man durch den Führerstand schauen, was ich natürlich ausnutzen musste:
ABe 2/6 der CJ in Combe-Tabeillon


Als nächstes wollte ich mich zwischen Saignelégier und Le Noirmont aufstellen, da jetzt das Licht richtig für die Triebwagen war und ich, wie am Morgen, Zusatzzüge Saignelégier - Tavannes erwartete. Die Strecke ist aber grösstenteils direkt an der Strasse, nicht so toll. Zum Glück gibts am Dorfeingang von Le Noirmont eine nette Stelle. Beim Warten auf die Züge konsultierte ich mal wieder das Internet und musste feststellen, dass am Nachmittag leider keine Extrazüge wie am Morgen fahren... das Konzept soll jemand begreifen. Immerhin waren die Züge verstärkt. Zuerst ein vierteiliger Pendel, verstärkt mit einem zusätzlichen Steuerwagen.
BDe 4/4 II der CJ zwischen Le Noirmont und Les Emibois


Es folgte die übliche GTW-Doppeltraktion.
ABe 2/6 der CJ zwischen Le Noirmont und Les Emibois


Nun war es an der Zeit, dass die beiden Triebwagen, die ich am Morgen nur mit Frontschatten erwischt habe, wieder kommen sollten; ein paar hundert Meter weiter kommt nämlich die Strecke von Tavannes hinzu. So war es dann auch.
BDe 4/4 I der CJ zwischen Le Noirmont und Les Breuleux


Nun hatte ich es eigentlich gesehen, aber wenn wir schon da sind... auf der unechten Doppelspur (linke Strecke nach Saignelégier, rechte nach Tavannes) eine Doppeltraktion bestehend aus drei- und zweiteiligem Pendelzug:
BDe 4/4 II der CJ zwischen Le Noirmont und Les Emibois


Ein paar in Le Noirmont abgestellte normalspurige Güterwagen auf Rollwagen:
Güterwagen der CJ in Le Noirmont


Der Zug aus La Chaux-de-Fonds quetscht sich zwischen die bereits eingefahrenen Züge aus Saignelégier und Tavannes:
BDe 4/4 II der CJ in Le Noirmont


Und hier, zu meiner grossen Freude hat es doch noch geklappt (wenn auch von der falschen Seite): Die beiden GTWs haben das Zusatzmodul wieder dabei.
ABe 2/6 der CJ in Le Noirmont


Nun war es Zeit, auf den Zug zurück nach Tavannes zu rennen, schliesslich wollte ich nicht noch eine Stunde rum sitzen. In Tramelan gab es ein paar Minuten Aufenthalt, und ich schaute, mehr zufällig, in Richtung Depot. Dort drin stand ein bekanntes Fahrzeug: Der Normalspur-De 4/4. Moment. Die Strecke ist schmalspurig. Das Depot auch...? Der De 4/4 wurde offenbar auf Rollwagen (in Tavannes hat es eine Verladeanlage) ins Schmalspurdepot gestellt, weil die Zufahrt zur normalspurigen CJ-Strecke derzeit nicht möglich ist!
Auch in Tramelan gesehen habe ich einen weiteren (schmalspurigen) Gepäcktriebwagen, eine längere Version als jene, die auf dem obigen ersten Bild zu sehen ist. Bild gibts leider keins, da er zu nahe an meinem Zug stand. Neben den ehemaligen Arosabahn-Triebwagen, die an diesem Sonntag (verstänlicherweise) keine Güter-Einsätze hatten, ein weiterer Grund in Zukunft mal wieder die CJ zu besuchen...

Ein paar weitere Bilder findest du, wenn du auf eines klickst und dann durch blätterst.