k.u.k. mal: zwei Schweizer in einer Ösi-Karre - Teil 4

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Freitag 5.10.2018
Bei unserem zweiten Aufenthalt im Chateau Gbel’any standen wir etwas früher auf, schliesslich wollte ich an diesem Morgen die Stelle bei Strecno nachholen, die im Frühling 2015 nie so richtig gelingen wollte. Als wir gegen 8 Uhr an der Stelle waren, musste ich jedoch feststellen, dass es um diese Jahreszeit schwierig wird die Burgstelle umzusetzen. Einerseits hatte es um 8 Uhr noch einiges an Schatten, andererseits hatte der Zug schon kein Frontlicht mehr. Trotz dieser Unkenrufe hielten wir den Osobny um 8 Uhr fest. Ihm folgten 3 leerfahrende Bardotki. «Was die wohl bespannen», fragte ich mich. Dabei wusste ich noch nicht, dass ich knapp eine Woche später eine aufregende Antwort darauf kriegen sollte.
Drei leerfahrede Bardotki auf dem Weg nach Zilina.


Mit etwas Verspätung folgte anschliessend der IC nach Bratislava. Da die Sonne nun einiges höher stand, konnte ich die Stelle endlich abhacken.
383 103 mit dem Rychlik nach Bratislava.


Da hinter dem IC auch noch ein LeoExpress und ein Rychlik aus Zvolen kommen sollten, warteten wir weiter ab. Was kam, war eine Doppelbüchse und der besagte Rychlik. Letzterer war zu unserer Freude mit der roten 754 034 bespannt.
Der Rychlik aus Zvolen mit der Retrobrille 754 054.


Was sich jedoch Zeit liess, war der LeoExpress. Da uns der nächste Rychlik nach Kosice bereits passiert hatte, entschieden wir uns jedoch unsere Zelte vor dem Flirt abzubrechen. Schliesslich wollten wir ja noch die Stelle oben bei Letanovce mit dem Tatrabogen machen. Vergessen ging derweil der nächste Osobny Vlak, welcher kurz nach unserem Aufbruch kam. Bevor wir nun in Richtung Poprad stressen konnten, wurden wir erst einmal entschleunigt. Da sich die Hauptstrasse auf der anderen Seite der Waag befindet, musste wir nämlich zuerst die nicht sehr schnelle Fähre benutzen. Kaum übergesetzt ging es schnurstracks, um alle Schleicher herum, zur Stelle bei Letanovce. Obschon wir nicht mehr richtig damit rechneten, schafften wir es kurz vor dem erhofften Rychlik an die Stelle. Mit einem Schmunzeln registrierten wir, dass es der gleiche Zug war, den wir Tags zuvor als letzten bei Spisska Nova Ves fotiert und auf unserer Fahrt nach Zilina mehrmals überholt hatten.
383 106 mit unserem "Lieblingszug" bei Letanonvce.


Eigentlich hätten wir an dieser Stelle noch gerne einen Güterzug gehabt, doch drückte nun die GTW-Stelle an der Einfahrt in Poprad. Nur mit viel Stress schafften wir es rechtzeitig zur Autobahnbrücke. Statt einem schnellen Bild, standen wir uns jedoch sogleich die Beine in den Bauch. Als der Zug schon zehn Minuten überfällig war, wagten wir den Blick in den Fahrplan und stellten fest, dass wir uns peinlicherweise in eine Taktlücke gesetzt hatten. Unverrichteter Dinge ging es daher weiter nach Strba, wo die Zahnradbahn bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof fotiert wurde.
Die vielleicht beste Stelle der Zahnradbahn an der Ausfahrt in Strba.


Es folgte die bekannte Stelle im Wald zwischen Strba und Strba Zastavka. Hier sollten vor allem der RegioJet und ein Rychlik festgehalten werden. Dazu gab es auch noch einen Osobny und einen geschobenen Güterzug.
Der Klassiker im Wald von Strba mit Güterzug, ...


... Osobny Vlak, ...


... Rychlik ...


... und RegioJet.


Da nach dem Rychlik die Schatten schon arg ins Bild wuchsen, fuhren wir anschliessend zum Bahnhof von Vacek. Hier hatte der erste Osobny Vlak noch etwas wenig Seitenlicht. Dies war insofern schade, weil ein Gorilla am Zug hing. Zu beeindrucken wusste der Gorilla trotzdem, war sein uriges Horn doch viel kräftiger, als das heisere Pfeifen der Knödelpressen.
Der Osobny Vlak mit Gorilla hatte leider noch etwas wenig Seitenlicht.


Während die Sonne langsam ins Bild drehte, konnten wir im Anschluss den bekannten Rychlik mit der 383 106 und einen Güterzug erlegen.
Besser sah dies beim bekannten Rychlik mit 383 106 aus.


Ihm folgte 191 038 mit brandneuen Wagen.


Da wir die Stelle nun gesehen hatten, wechselten wir an die Ausfahrt von Strba. Diese Stelle wusste zwar nicht zu 100 Prozent zu überzeugen, war jedoch die einzige, die uns noch blieb. So wurden der verspätete SuperCity und ein weiterer Osobny von einer Leitplanke herunter fotiert.
Die Ausfahrt von Strba mit SuperCity, ...


... Osobny Vlak und den Schatten zweier Schweizer Fotografen.


Für den abschliessenden Rychlik hatten wir zwar noch eine weitere Stelle gefunden, doch verabschiedete sich die Sonne einige Minuten vor der Durchfahrt. Zufrieden mit dem ersten echten Schönwettertag in der Hohen Tatra ging es anschliessend in eine Pension am Stadtrand von Poprad. Interessanterweise, war in dieser Pension nicht einmal jemand da, der uns erwartet! Was hatte uns Hotelreservierer Huerzeler da wieder gebucht? Nachdem wir im Keller des Gebäudes jemanden ausfindig gemacht und an die Scheibe geklopft hatten, begann dieser zu telefonieren. Wenig später folgte jemand auf einem Fahrrad, der uns ein sehr einfaches Zimmer zeigte.

Samstag 6.10.2018
Mangels Morgenstellen an der Normalspurstrecke, verbrachten wir den Morgen noch einmal an den schmalspurigen Strecken der Hohen Tatra. Konkret ging es erst zur Zahnradbahn, wo wir bei der zweiten Strassenbrücke unterhalb von Strbske Pleso standen.
Zahnradtriebwagen 405 953 schiebt seinen Zug in Richtung Strbske Pleso.


Wir erlegten den Zug bei der Bergfahrt und entschieden uns dann nochmals an die Waldstelle zu gehen, die zwei Tage zuvor einen Wolkenschaden erlitt.
Die Waldstelle diesmal mit Sonne.


Unmittelbar im Anschluss fuhren wir mangels weiterer Ideen nochmals an die Stelle oberhalb von Velky Slavkov. Eigentlich wollten wir hier eine Variation zur bisherigen Stelle probieren. Dann merkten wir jedoch, dass wir das Motiv noch nicht mit «sauberen» Bergen umgesetzt hatten. Wir entschieden uns deshalb den Zug nochmals an dieser Stelle umzusetzen. Da der Zug von unten mit zwei Triebwagen kam, spekulierten wir beim Gegenzug auf eine ähnliche Bespannung. Leider wurden unsere Hoffnungen dabei nicht erfüllt.
Ein GTW-Doppel auf der Bergfahrt bei Velky Slavkov. Leider kam der Gegenzug nur mit einem GTW.


Weiter ging es dann mit der Normalspurstelle bei Matejovce pri Poprade. Da wir diesmal eine Stunde früher da waren, klappte es auch mit dem Fahrplanzug.
Die Autobahnstelle kurz vor Poprad mit 840 005


Kaum war das Bild im Kasten gings schon wieder zurück zum Auto. Huerz hatte das Bedürfnis nochmals nach Strba zu gehen. Er war der Meinung, dass der Triebwagen bei der Bergfahrt eine Stunde früher besser im Licht sei. Das war in der Theorie richtig. Da es an diesem Tag jedoch etwas Schlunz am Himmel hatte, war das Bild vom Vortag insgesamt dann doch das bessere. Ich für meinen Teil hatte indes noch den Anspruch auf eine Vectron angemeldet. Diese sollte zwischen Strba und Vazec abgelichtet werden. Obwohl der Plan perfekt aufgehen sollte, gab es an dieser Stelle eine leise Enttäuschung. In Strba fuhren wir nämlich parallel zu einem Güterzug aus. Trotz der langsamen Streckengeschwindigkeit sollten wir diesen Zug nicht mehr erwischen. Dies lag nicht zuletzt daran, dass wir zur Stelle einige Meter laufen mussten. Kaum aufgestellt, bekamen wir Besuch von einem deutschen Fotografen, der nach Tschechien ausgewandert war und offensichtlich im falschen Körper geboren wurde. Während an der Stelle nun ein markanter Duft von einem ziemlich hässlichen Parfüm verströmt wurde, tauschte man sich kurz aus. So meinte die dritte Person im Bunde, dass an diesem Morgen nicht gerade viel lief. Uns war dies egal, warteten wir doch auf den IC, der sogleich kommen musste.
Unsere letzte Vectron der Tour 383 103 mit IC nach Bratislava.


Kaum da, ging es auch schon wieder auf die andere Seite von Strba. Schliesslich wollten wir an der bekannten Stelle noch den SuperCity ablichten.
SuperCity 680 005 (wie immer zu spät) an der Waldstelle von Strba.


Wie immer an diesem Tag, klappte auch dieser Programmpunkt wie geplant. Wir klatschen deshalb ab und machten uns auf nach Strbske Pleso. Schliesslich hatten wir noch etwas Zeit und wollten mal diesen Strbske Pleso oder eben Tschirmer See sehen. Oben angekommen mussten wir jedoch schnell feststellen, dass wir nicht die einzigen waren, die sich den Tümpel ansehen wollten. Eine hohe Polizeipräsenz verriet uns zudem, dass hier wohl auch noch Prominenz vor Ort war. Dank vieler Touristen entschieden wir uns schliesslich an den Bahnhof zu gehen. Hier standen die GTW allerdings auch nicht so wirklich im Licht. So dass wir uns entschieden der Hohen Tatra auf Wiedersehn zu sagen und runter ins slowakische Paradies zu fahren. Konkret stand die Dammstelle bei Dobinska Masa auf dem Programm. Eine Stelle, die vor allem auf meiner To-do-Liste sehr weit oben stand. Bei unserer Ankunft rund eine Stunde vor dem Zug, war die Schattensituation allerdings schon arg fortgeschritten. Ausserdem begann es in meinem Kopf plötzlich ungewöhnlich zu rattern. Ich zückte mein Handy, schaute auf Google-Maps und verfluchte mich innerlich. Da die Strecke von Margecany nach Banska Bystrica in Ost-West-Richtung verläuft, nahm ich an, dass man an der Stelle einen Zug nach Westen erwischen muss. Erst als wir zur Stelle fuhren und ich das ganze vor Ort sah, wurde mir klar, dass die Stelle auf Grund ihrer Nord-Süd-Ausrichtung für einen Zug nach Margecany geeignet war. Trotz dieser absoluten Peinlichkeit, galt es nun das beste aus der Situation zu machen. So fuhren wir nach Mlynky, wo wir einen schönen Bahnhof vorfanden. Wir stellten uns deshalb bei der Fussgängerüberführung auf und freuten uns auf einen schönen Brillenzug. Doch was kam da? Das wird doch nicht? Tatsächlich, statt dem erhofften Brillenzug kam eine verranzte 813er Doppelbüchse.
Der Supergau in Mlynky. Der Osobny nach Bansky Bystrica in Form einer verranzten 813-Doppelbüchse.


Aus dem Gau war somit sogar der Supergau geworden. Als wäre dies nicht genug, zogen nun auch noch Wolken auf, so dass wir in den nächsten Minuten einiges an Glück brauchten um das hässliche Entlein noch bei Sonne zu erwischen. Aller Unkenrufe zum Trotz sollte dies bei Télgart und Pohorelá trotzdem funktionieren.
Der Zug bei Télgart ...


... und an der Haltestelle von Pohorelá.


Als wir bei Polomka schliesslich die Kreuzung erlegen wollten, erlebten wir eine kleine Überraschung. Wie sich herausstellte war der Gegenzug nämlich lokbespannt. Auf Grund von unterschiedlichen Fahrgastaufkommen, werden die Umläufe anscheinend in Polomka gebrochen. So fuhr die Büchse ab hier wieder zurück, während wir nun hinter einem Brillenzug her waren. Das Problem war einzig, dass die Sonne nun derart tief war, dass wir keine Stelle mehr fanden. Mangels Alternativen stellten wir uns schliesslich in den Bahnhof von Dubová, wo der Zug im allerletzten Büchsenlicht abgelichtet wurde.
Ab Polomka kriegten wir ihn doch noch, unseren Brillenzug.


Da die Sonne allerdings schon tief stand reichte es nur noch zum Foto mit Büchsenlicht im Bahnhof von Dubová.


Ohne Hast ging es abschliessend nach Zvolen. Hier hatte uns Hotelresevierer Huerz ein Zimmer im Hotel Academic gebucht. Wir checkten ein und gingen anschliessend zum Bahnhof. Dort angekommen konnten wir 754 053 noch etwas zuschauen, wie sie gerade für den nächsten Tag am rangieren war.
754 053 beim Rangieren in Zvolen.


Da bei Huerz inzwischen jedoch der Magen knurrte, ging es relativ bald zurück in die Stadt. Als auch die leiblichen Bedürfnisse erledigt war, ging es an die Planung für die nächsten Tage. Da das Wetter für Montag und Dienstag unsicher war, wurden dabei erst Grundsatzdiskussionen geführt, wobei wir uns entscheiden den Dienstag erst einmal rund um Zvolen zu verbringen.