Unbekanntes Tunesien (5) - Von Beja wieder zurück in die Wüste

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Dienstag 25. Februar 2020 / Beja - Sfax

Haha, neuer Tag, neues Glück. Eigentlich wirds langsam etwas langweilig oder? Aufstehen, immer dasselbe den ganzen Tag. Warum macht man das eigentlich? Ich kanns euch sagen ... weil es verdammt entspannend ist. Also für mich! Warum sitzt einer tagelang am Strand drum? Eben ... :-)
Geschlafen habe ich gar nicht mal so gut heute Nacht, die erste Nacht überhaupt in dem Urlaub. Schuld war aber weniger das Hotel als das Essen gestern, oder vielleicht das Hotel. Keine Ahnung, spielt auch keine Rolle, denn um 7:30 Uhr als wir los wollten war ich schon wieder putzmunter und Ready für den Tag. An der Rezeption von unserem dollen Hotel war niemand, also legten wir die Schlüssel einfach hin und verschwanden in den Morgenverkehr.
Auto war noch da, geladen war schnell und wir waren flott unterwegs nach Süden. Wir wollen uns nochmal eine neue Gegend anschauen, kurz zumindest. Südlich von Beja wollten wir uns für den ersten Zug heute früh stellen. Wird ja wohl ein Triebwagen sein, aber sei's drum.
Direkt südlich des Ortes hätte es ja etwas, was auf dem Luftbild njomgut aussieht, aber direkt daneben wohnt eine Militäreinrichtung mit Sperrgebiet. Also njomnichtsogut! Deshalb fuhren wir südlich von der Autobahn auf eine grosse Fläche – dachten wir zumindest. Auf dem Luftbild war alles flach, einfach so ... Fläche halt. Aber in der Realität war das gar nicht flach, sondern prima hügelig. Und so scheint es weiter zu gehen. Also auch hier wie schon an der Schmalspur unten – wenn man mehr Zeit hätte / wollte / investieren muss, man könnte bestimmt noch viel mehr machen in der Gegend. Nur am Verkehr mangelt es halt, vor allem hier mit nur einem Lokbespannten Zugpaar im Licht zurzeit.
Also wir fuhren über Dreck an einen BÜ der uns dann gefiel und dann liefen wir zu einem Einschnitt hin. Erst nach vorne, und ich dann wieder zurück für den Nachschuss, der hätte irgendwie mehr Fleisch am Knochen meinte ich. Wir waren überpünktlich da, 15mnin vor dem Zug. Aber wie das so ist, man hätte auch noch gemütlich im Zimmer liegen können, denn gute 90min Verspätung brachte der Triebwagen heute mal so mit. Der Vorteil: Man konnte ihn in den Einschnitt schiessen, der Nachteil – für mein Nachschuss war das Licht jetzt dann doch etwas gar weit rum.

Mal ein neuer Zug. Der Autorail 7 von Tunis nach Ghardimaou. Gefahren mit einem bereits bestens bekannten Triebwagen. Fotografiert kurz hinter Beja. Wieder mal spannende Landschaften! Auf dem Luftbild sah das alles platt aus, die Realität ist dann doch etwas anders.


Und der Nachschuss. Achja, 90min Verspätung hatte der Zug auch nur …


„Dank“ dem pünktlichen auftauchen hatten wir jetzt gar nicht mehr soooo viel Zeit bis zum Lokbespannten Schnellzug nach Tunis. Der wäre ja um Mittag in den Hügeln östlich von Beja. Und da, genauer im Bahnhof von Sidi Himmelreich (wir nennen es einfach so weil man sich den Namen so viel besser merken kann ;)) wollten wir ihn Fotografieren. Aber soweit war es natürlich dann doch nicht, noch über 2 Stunden waren es hin bis zu diesem Date.
Beim aus der Stadt fahren haben wir einen Carrefour gesehen in Beja, den wollten wir jetzt mal beehren, und etwas Brot und Zubehör kaufen. Aber das war eher schwierig, denn um den Carrefour war kein Platz für unser Auto – da war nämlich Markt auf der Hauptstrasse. Und garniert mit ganz vielen Taxis und Minibussen und anderen Verkehrsteilnehmer. Es war schon ätzend genug überhaupt da hin zu kommen und dann am nächsten Platz zu drehen. Ich teilte Gubi ziemlich unmissverständlich mit, dass ich keinen Bock habe in dem Gewühl jetzt nach einem Parkplatz zu suchen. Man muss den Blechschaden ja nicht antizipieren.
Also wieder raus aus der Stadt und direkt ins Himmelreich, etwas zu Trinken fanden wir auch so bei einer Tankstelle, wo wir auch gleich noch den Tank vollgemacht haben für die Fahrt heute Abend nach Süden, wenn sie denn stattfinden sollte.
Wir fuhren erstmal gleich zur Strassenbrücke von gestern Abend etwas östlich vom Himmelreich, da wollten wir die Stunde noch Absitzen bis wir dann zum Bahnhof müssen. Da wartete es sich angenehm und man ist auch nicht so grausam visibel, wie wenn man da über dem Bahnhof steht. Denn als wir da dann – es kam natürlich vorher nix – kurz vor der Planzeit eingetrudelt sind erwarteten uns schon die Hunde von der Eisenbahnersiedlung beim Bahnhof. Und die schreckten natürlich die Bewohner auf. Hunde sind in der Tat einfach duu.... nicht so schlaue Tiere. Warum können die nach 10min Gebell es nicht einfach mal gut sein lassen? Wir fürchteten schon da noch eine Stunde oder mehr im Gebell zu sitzen als von hinten plötzlich der Triebwagen daherkam. Ahhhja, wir wussten zwar, dass es so sein müsste, aber dass es so ist, daran glaubten wir nicht. Planmässig kreuzt nämlich in Himmelreich der Triebwagen mit dem Schnellzug nach Tunis. Und genau so fand es heute statt, mit nur 10min Verspätung auf den echten Fahrplan. Respekt!

Ohne etwas weiteres zu sehen standen wir dann pünktlich zur Zugkreuzung am Mittag in Sidi M'Himech. Die Kreuzung fand tatsächlich statt! Mit etwa 5min Verspätung rollt erst der Triebwagen als Premium 9 in den Bahnhof.


Und trotzdem der Triebwagen keinen Kommerziellen Halt hat in dem Dorf gingen die Türen auf und die Leute strömten zum Rauchen auf den Bahnsteig. Ob man im Zug nicht rauchen darf? Wo man doch hier in Tunesien eigentlich immer und überall Rauchen darf. Vielleicht waren es auch die Nichtraucher, die mal wieder frische Luft brauchten? :-).

5min später war der Spuk dann schon fast wieder vorbei. Die 060 beschleunigt am DC12 nach Tunis aus dem Bahnhof.


Der Programmpunkt mit der Kreuzung hat ja schonmal prima geklappt. Nächster Punkt, Güterzug ... hoffentlich, oder sonst dann Triebwagen nach Tunis. Was uns da etwas Sorge machte war ein schnell näher ziehender Schleier von Algerien her. Der Algerier schickte also tatsächlich den Siff zu uns rüber – unerhört! Wir machten trotzdem Programm wie geplant und sassen bei der grossen Brücke nächst Beja an den Brückenkopf auf der Westseite. Der Triebwagen zumindest käme da prima – für den Lokbespannten wäre das Licht dann leider schon arg weit rum. Wir kamen ohne Kontrolle durch zur Bücke und stiefelten hinauf zum Einschnitt. Und da liessen wir uns dann von der Sonne verwöhnen / braten. Und zur Planzeit vom Chinesen kam? Ein allein fahrender Hobel von hinten. Prima, damit war der Personenzug dann schonmal NICHT pünktlich. Ärgerlich auch wieder mal ... die Eisenbahn hätte ja eigentlich eine Live-Auskunft im Internet zu den Verspätungen. Blöd nur wird da immer nur eine Meldung angezeigt, die sagt: NEIN, hamwa grad nüscht!

Nächste Stelle: Das erste Viadukt nördlich von Beja. Es hätte ja gerne ein Güterzug kommen dürfen vor dem Triebfix. Dieser Hobel war dann aber das einzige.


Und dann kam der Siff, pünktlich mit dem Zug, aber dann zum Glück dann doch eben 1min zu spät – und der Sifftriebwagen kam prima im Licht auf dem Viadukt.

Und wir wussten schon was uns als Premium 14 von Ghardimaou erwartet – der hässliche Chinese. Janu.

Letzter Punkt, lokbespannter Zug nach Westen. Dafür fuhren wir jetzt ziemlich ideenlos an die Stelle von gestern Abend – da wo wir vergebens auf den Triebwagen gewartet haben. Frontlicht wäre zwar nicht, aber egal. Ausser der Zug hätte wieder gut Verspätung, dann hätte er auch Frontlicht. Wobei Licht ... sagt es nicht zu laut. Der Siff war voll da und hell durfte man das nicht mehr nennen. So sassen wir ziemlich leger im Auto an der Stelle und waren so gar nicht vorbereitet auf: Pünktlicher Zug mit Sonne! Irgendwie hatten wir es wohl verdient, denn just in der Minute in der der Zug pünktlich (!!) aus Tunis daherkam war praktisch Vollicht. Da war sogar der Hirte mit seinen Schafen absolut überrascht! Na, vielleicht überraschte es ihn eher das wir aus dem Auto gesprungen sind und plötzlich mit den Kameras da standen :-).

Und das letzte Bild heute: Der DC 13 von Tunis. Mit viel Glück gab das sogar noch ein Sonnenbild!


Der Siff kam sofort wieder rein und wir waren uns einig: Weg hier gerne. Vielleicht, ja vielleicht würde noch der Hobel zurück kommen mit ein paar Wagen – im Sifflicht. Und vielleicht wäre auch der Triebwagen gegen 17 Uhr pünktlicher unterwegs als gestern – im Siff. Und selbst wenn nicht, ist das so wichtig? Nein, nicht so wichtig für unseren Masterplan. Denn wir wollten nach Sfax. Richtig gehört, nach Sfax in den Süden. Der Plan sah es immer so vor ... Süden – Norden wenn schön – Süden zum ausplämperln lassen mit Sonne. Denn da oben musste man nicht bleiben, 4 bzw. 5 Sonnenstunden an den nächsten Tagen – und unten 10 oder gar 11 davon. Keine Frage wo man lieber seine Zeit absitzt und auf verspätete Personenzüge und keine Güterzüge wartet :-D.
Sfax war etwas mehr als 4 Stunden von uns entfernt. Auch aufgrund der doch eher „überschaubaren“ Distanzen war die hin-und-her-und-hin-fahrerei kein Problem.
Das Navi war eingestellt und los ging die Fahrt. Wir wählten die von den Kilometern her kürzere, aber zeitlich leicht längere, Variante durchs „Hinterland“, also über El Fahs – ans der Schmalspur. Und wer weiss, vielleicht könnte man da ja noch etwas abgreifen? :-).
Etwas abzugreifen gab es nicht, denn in El Fahs standen wir gerade am BÜ als der Triebwagen in Richtung Tunis durchfuhr. Den musste man dann nicht verfolgen, ausserdem war es noch dunkel. Gruusig!
Und dann geschah es. Es wurde auf uns gezielt. Mit einer Pistole wurde auf uns gezielt. Und wir haben es gar nicht gemerkt. Blöd! Wir sind immer um die Kontrollen herumgefahren, waren nie ins Auge der Staatsmacht gerückt. Bis zu diesem Zeitpunkt. Ich fuhr gerade hinter einem der so verbreiteten Isuzu Camionettas her als der bremst und auf die Seite fährt. Der Polizist, der da auf der Strasse stand gab auch uns Handzeichen. Wir reihten uns in die Kolonne. Sicher 7 Autos standen da auf der Seite. Kommt ein Schwertransport? Nein, es war klar ... die haben gemessen. Der alte Beamte kam dann auch sogleich und wollte die Papiere. Er plapperte etwas von 62km/h ... wohl im 50er. Denn im 90er hätte es ihn kaum gestört :-). Ein Junger Polizist nahm ständig neue Autos raus, die Stelle lohnt sich tatsächlich. Oder anders formuliert: Ein Messgerät lohnt sich in dem Land. Das wurde an der Stelle bewiesen. Denn so wie da fährt man eigentlich immer. Nunja, der Polizist reichte die Papiere sehr schnell wieder rein und gab uns zu verstehen: Weg mit euch. Da hatte wohl einer keine Lust auf Touristen. Soll uns nicht stören, die verdienen auch sonst genug hier bei all den Tunesiern.

Der Rest der Fahrt war dann weniger spannend, wir erreichten mit Sonnenuntergang die Autobahn und um 19 Uhr den Stadtrand von Sfax. Und dann folgte die Stadteinfahrt. Es ist doch immer gut: Wenn man schon ein paar Stunden in den Knochen hat folgt die Königsdisziplin, das Stadtfahren :-). Warum nicht wenn man frisch und munter ist, dann würde es viel mehr Spass machen. Aber vielleicht fahre ich, wenn ich eher etwas müder bin Tunesischer, dann wäre es ja wieder ein Vorteil um sich der Gesamtsituation anzupassen :-).
Das Hotel, Ibis wie erwartet, erreichten wir um ziemlich genau halb 8 Uhr. Also noch schön zu Zeiten des Buffets. An der Rezeption wurden wir neu bedient, der Monsieur das so wahnsinnig schnelle Französisch spricht war beschäftigt, grüsste aber als er frei wurde freundlich rüber und fragte wie es geht. Die Frau, die uns bediente war etwas verstört und meinte Sinngemäss: Ui, wenn man euch hier schon kennt. Na, wir sind ja auch nicht irgendwer! Wir sind die Deppen die jeden Morgen aufs neue Auschecken, obwohl sie schon wissen, dass sie wieder kommen am Abend :-).
Im Zimmer gab es eine Dusche, die musste jetzt her. Noch vor dem Essen, das Buffet wird schon nicht leer sein nur weil wir noch eben Duschen. Fürs Rasieren reichte es dann aber doch nicht mehr. Das Buffet wurde geentert, gefräst, gemampft und geleert. Wie immer vorzüglich, heute speziell zu nennen das Boef auf Arabische Art. Njjjjam! Daran hätte ich mit tot Essen können!
Ein Bier in der Bar, Traditionen soll man nicht brechen, gab es natürlich auch noch und jetzt liegen wir bereits im Zimmer. Wir sind uns etwas unklar was wir jetzt genau machen wollen morgen. Eigentlich steht die Frage seit wir nach Norden gefahren sind vor ein paar Tagen im Raum: Wenn man nochmal herkommt, was macht man dann eigentlich genau?
Güterzüge sehen, klarer Fall, der Wunsch ist formuliert. Aber wie kriegt man den Zufall dazu den Wunsch erfüllen zu können? Wir wissen es noch nicht, Geduld wird dabei eine grosse Rolle spielen. Und wir bereiteten uns darauf vor die Frustrationstoleranz morgen ganz hoch zu halten, sonst würden wir definitiv nicht glücklich – also vermutlich vielleicht. Gute Nacht!

[hr]
Mittwoch 26. Februar 2020 / Sfax - Gafsa
Was für ein wunderbarer Morgen! Die Nacht im Ibis war wieder mal herrlich. Nur die ständige Huperei der Autos am grossen Kreisel ging am frühen Morgen etwas auf den Wecker :-). Aber soll nicht von der Qualität des Ibis ablenken. So gar nicht zu vergleichen mit den Ibis die man in Frankreich so antrifft.
Das Check-Out ging wie immer flott von statten, und wie immer kurz vor 7 Uhr. Wir hatten heute wieder mal „grosses“ vor, also wie immer die letzten Tage nichtwahr. Wir wollten wieder in Richtung Tozeur. Da könnte ja jetzt mal etwas mit Güterverkehr geschehen heute vielleicht?
Wir fuhren routiniert aus der Stadt und sofort auf die Autobahn. Heute ging es bei El Founi wieder über die „schöne Ausfahrt“ raus. Bei El Founi war auch unsere erste Anlaufstelle heute. Da wollten wir mal stehen bis maximal zum P-Zug und schauen was so passiert. Eine Stelle gibts auch, wobei wir uns die ganze Sache etwas hügeliger gewünscht hätten.
Wir standen also um kurz vor 9 Uhr in der Sonne und dann müsste ja nur noch ein Zug kommen. Tat aber nicht, ausser dann der P-Zug mit nur wenig Verspätung. Das war schön, aber Schade, so ein Güterzug nach Gafsa wäre schon Nett gewesen.

Der Sprung nach Süden fand noch gestern statt, so waren wir heute früh bereits wieder im Süden. Und wieder für den Tozeur Express DC 13-5/72 nach Tunis bei Founi.

Wir verschoben uns nach Mezzouna über eine neue Route. Anstatt ganz unten rum was Google und OSM immer wollten ging es direkt der Strecke entlang, also mehr oder weniger. Weder Google noch OSM kennen da eine gute Strasse, aber sie war komplett asphaltiert. Obwohl einfach weiss und klein, in einem ganz wirren Wegnetz von kleinen weissen Wegen auf den Karten.
Bei Mezzouna stellten wir uns dann erneut. Da wären wir a) bereit für einen Westfahrer und b) wenn ein Ostfahrer käme hätten wir auch noch eine schöne Stelle direkt am Ortsausgang. Wir mussten nicht lange stehen da trötete es von hinten. Gubi glaubte nicht an einen Zug, bis dann wenig später die Bombardier Lok auftauchte. Aha, also los .... der war zwar etwas früh vom Licht her für einige Stellen, aber man nimmt ihn natürlich trotzdem dankend an.
Weniger dankend nahmen wir die Situation am Himmel an, da war Siff, viel Siff ... und der klaute uns alsbald das Licht als wir die Verfolgung aufnahmen. Ein erstes Bild gab es gleich zum Beginn der ersten Hügelquerung bei El Karma. Das ging schonmal verhältnismässig gut aus mit dem Licht.

Jaja, der Schleier. Wir warteten bei Mazzouna auf einen Zug, und kurz darauf kam dieser Güterzug mit der 060DP 144. Der Schleier war im Westen dann fertig, aber dahin mussten wir erst …. Dieses Foto kurz vor dem ersten Hügelabschnitt zwischen Mezzouna und Maknassy.

Und dann tauchten wir unter dem Schmodder durch. Ein erstes Loch war bei Maknassy zu sehen, und da hätten wir den Zug ja sowieso wieder? Also eigentlich planten wir direkt im Ort kein Bild, aber da standen doch Wagen im Bahnhof? Die sah man immer zwischen den Häusern mal durchschauen. Das war dann nicht unser Zug, denn diesen hatten wir direkt am Ortseingang überholt.
Also bogen wir kurz ein zur Bahn und an einem BÜ war's dann zu sehen – da steht tatsächlich ein Zug in der Kreuzung. Davor eine GT42, aber falsch rum auf den ersten Blick. Das war dann weniger Schade, denn so konnten wir uns guten Gewissens um die Bombardierlok kümmern. Auch wenn es bereits etwas repetitiv wurde ;). Direkt am BÜ machten wir gleich noch das zweite Bild des Zuges.

Maknassy Bahnhof. Beim vorbeifahren sahen wir da irgendwie Wagen im Bahnhof stehen. Nicht von «unserem» Zug. Tatsächlich, man erkennt hinten die Schnauze einer GT42 mit einem Gegenzug. Weil wir schon am schauen waren konnten wir auch die Ausfahrt noch mitnehmen. Die Stelle direkt am Bahnübergang ist so naja .. wir fotografieren durch den Bahnhofzaun.


Das Drehen nach dem Bild war dann in der Kolonne vor dem BÜ etwas umständlich und so richtig verstanden was wir da tun hatten es die anderen Verkehrsteilnehmer auch nicht. Aber Tunesier wundern sich eigentlich immer ... oder nie im Strassenverkehr? Schwer zu sagen, in einem Land in dem Verkehrsregeln das Papier nicht wert sind auf dem sie gedruckt werden (ausser die Polizei hat eine Radarpistole ;)).
Weiter ging es in Richtung Gafsa. Das nächste Bild gab es dann hinter dem Schlonz im zweiten hügeligen Abschnitt. Da ging auch etwas, und jetzt wurde es prima. Wir verzichteten bewusst auf ein Bild dazwischen um da genug Zeit zu haben. Denn der Zug schien uns irgendwie schneller wie auch schon.

Der Schleier nimmt langsam ab. Wir stehen jetzt bereits im zweiten hügeligen Abschnitt vor Sened.

Weiter hinterher! Bereits in Sened hatten wir ihn wieder und schauten wir kurz am Bahnhof vorbei. Und weil es sich da so schön stand machten wir doch gleich ein Bild vom Zug :-). In den Orten zu stehen und zu warten wäre jetzt vermutlich nicht so empfehlenswert – man will ja nicht unbedingt die Augen auf sich ziehen. Aber kurz hin fahren für ein Bild geht ja schon oder?
Das Lokpersonal zumindest grüsste auch diesmal wieder freundlich!

Nächstes Bild: Bahnhof Sened. Es lief mit dem Zug also …

Ein letztes Bild gab es kurz vor Gafsa und dem Flughafen, wobei das eher ein Verlegenheitsbild war. Immerhin legte sich der Zug schön die Kurve. Wobei Verlegenheitsbilder .... in der Ebene ist es ja irgendwie alles ein bisschen so. Ich will ja nicht meckern, man weiss das Tunesien eher Flach ist, aber etwas mehr Hügel dürften es gerade im Süden schon sein :-).

Und kurz vor Gafsa nochmal ein Bild des Zuges.

Und dann? Die Chance das der Zug an Gafsa vorbei bis nach Metaloui fährt war wohl bei 50%, gerade so gut könnte er zur Industrie hinter Gafsa fahren, und damit unerreichbar für weitere Bilder. Aber wir pokerten mal, denn da hinten gab es ja noch eine Nette stelle mit den umgekippten Wagen. Ob der Zug dann kommt ... egal, spätestens der P-Zug wäre dann fällig. Ausserdem wollten wir ob der Situation mit dem Siff nicht unbedingt zurück nach Osten.
Der Siff erreichte uns dann aber auch an der Stelle hinter Gafsa, die wir 30min später bezogen. Man konnte wunderbar im Auto sitzen und schauen was passiert.
Ungefähr eine Stunde später schrickt Gubi dann auf und faselt etwas von Zug. Wir rannten die 50m rüber zu Strecke und stellten uns zu den gekippten Wagen. Da kam doch der Zug tatsächlich. Richtig gepokert müsste man dann sagen!

Dann verzogen wir uns an die Stelle hinter Gafsa mit den Wagen auf der Seite. Ob er da auch kommt? Mindestens der Personenzug würde dann. Aber auch unser Güterzug kam da, zwar 2 1/2h nach dem letzten Bild, aber immerhin!


Und dann? Ja irgendwie war der Siff jetzt auch bei uns, P-Zug? Man könnte die Wagen auch querer machen. Auf was anderes hatten wir keine Lust, im Prinzip hätten wir auch gleich ins Hotel fahren können. So in etwa schätzten wir die Chancen auf Sonne, und der Zug muss dann auch erstmal mit maximal 30min Verspätung kommen, dass es noch etwas gibt.
Ich tippt am Handy rum und probierte wieder mal aus Spass den Live-Fahrplan der SNCFT aus. Habe ich immer mal wieder getan in den letzten Tagen, immer mit der bekannten Fehlermeldung. Aber siehe da, keine Fehlermeldung, es funktioniert, da werden Zeiten angezeigt! Hui. Das ist praktisch, hätte das nicht schon die ganze Zeit funktionieren können?
Der Zug nach Tozeur war mit „nur“ 20min Verspätung drin, dieser Punkt wäre also schonmal erfüllt. Und dann, wie von Zauberhand, tat sich ein blauer Streifen auf am Himmel. Die Sonne kam fast komplett raus. Und just in den 5min in denen der Zug bei uns dann kam. Dass die Lok falsch herum, darüber schauen wir einfach weg. Damit war zumindest zu rechnen. Aber schön!

Da wir keine bessere Idee hatten warteten wir da auch einfach auf den DC nach Tozeur. Mit ganz viel Dussel gab es sogar noch etwas Licht für den Zug!

Dann war der Tag gelaufen, jetzt konnte uns nichts mehr vom Hotel abhalten, denn jetzt wäre ruhe auf den Gleisen. Das Yogurtha wurde geentert. Wir bekamen wie immer die Suite 3, und heute wieder mal mit Kofferträger. Wir vertrödelten noch 30min in unserer Wohnung ehe dann langsam die Zeit für das Buffet erreicht war. Buffet Fräsen! Nomnomnom! Es war heute wieder genau so Lecker wie immer. Also über das Essen können wir uns in dem Urlaub auch nicht beschweren, zumindest nicht über das Abendessen – und am Rest wären wir ja dann selbst Schuld ;).
Im Zimmer gab es noch eine Beratungsphase was wir morgen denn jetzt vorhaben. Bis auf den Personenzug, für den wir eine Stelle definierten, waren wir aber noch unentschlossen. Man wird's dann sehen. Jetzt gehts aber erstmal ins Bett, ins viel zu harte Bett, mit dem viel zu grossen Kissen. Aber man wird schon Schlafen – gute Nacht.