bahnbilder.ch

Im Winter im Westen (11) - Ein paar Meilen Snake River

Von

Samstag 22.2.2020

Wirklich Stress hatten wir heute Morgen nicht. Wir sind hier in Ontario ganz am Ende der Mountain Time Zeitzone. Man merkt dies deutlich indem es hier fast 20min später hell (morgens), respektiv dunkel (abends) wird, als dies noch vor ein paar Tagen in Wyoming der Fall war. Gegen sieben waren wir im ans Motel angrenzenden Restaurant, wo das Morgenessen serviert wurde. Inklusive war ein Omelette mit Hash Browns und Kaffee/Tee. Es war ok, schmeckte aber recht generisch. Die zusätzlich bestellte Hot Chocolate liess man sich aber fast vergolden. 2 Tassen davon kosteten um die 6$ - ohne Trinkgeld!
Ein Checkout später waren wir unterwegs nach Weiser und dann entlang des rechten Ufers des Snake Rivers bis zu den Weiser Sand Dunes. Ein Blick um die Flussbiegung rum offenbarte noch viele Schatten, so dass wir vor den Sand Dunes Stellung bezogen. In Bezug auf das Wetter war es ein perfekter Tag. Die Sonne lachte uns vom stahlblauen Himmel an - das sollte sich den Ganzen Tag über nicht mehr ändern. Noch war die seitliche Ausleuchtung an der gewählten Stelle gut, musste nur noch ein Zug kommen. Das dauerte aber - wir waren schon am diskutieren ob wir nicht doch schon hinter die Sand Dunes wechseln sollten, wo die Strecke dann in Nord/Süd Richtung dreht. Inzwischen sollte auch die Lichtsituation geändert haben, da die Sonne nun genug hoch stand. Es blieb aber bei der Diskussion, denn die Stelle hier gefiel uns eben auch irgendwie. Kurz nach neun sahen wir dann aber wie die Signale eingeschaltet wurden. Es dauerte aber exterm lange bis dann was kam, leider ein Westbound - eigentlich nicht geeignet für die Stelle. Dass wir zudem eigentlich den Zeitpunkt zum zusammenpacken schon verpasst hatten machte es nicht besser:

C44AC #6369, C44AC #6744, C45ACCTE #8059 und DPU C44AC #6998 mit einem Mixed bei den Weiser Sand Dunes


Da die Seite schon nur noch eher schwach ausgeleuchtet war, entschlossen wir uns nun hinter der Flussbiegung was zu suchen. Inzwischen waren dort die Schatten soweit verschwunden und das Tal ausgeleuchtet. Was wir hinter den Sand Dunes sahen gefiel uns nun aber gerade gar nicht. Im Siding stand ein Eastbound, natürlich so, dass wir ihn dort nicht mehr fotografieren konnten. Und natürlich war das Tal auch schon voll in der Sonne. Das war jetzt aber ziemlich blöd - den Eastbound haben wir jetzt versemmelt. Uns war nun aber auch klar, wieso die Signale so früh eingeschaltet wurden. Der Eastbound war früher dran und fuhr bis ins Siding. Wir fuhren nochmals ein paar hundert Meter zurück und postierten uns auf den Dünen selber. Die vorherige Stelle war schon hinüber, von hier oben sollte es aber in die Kurve fotografiert noch knapp reichen. Doch der Eastbound wollte einfach nicht kommen, die Minuten verrinnen und dann trötete es von hinten. Es kam nochmals ein Westbound. Wir waren gerade nicht glücklich, da die Lichtverhältnisse für den Eastbound nicht besser wurden. Dann aber endlich gegen zehn morgens kam der Eastbound. 1h früher wäre besser gewesen. Blöd dass der noch eine Kreuzung mit zwei Westbounds hatte:

C44AC #6830, C45ACCTE #5321, C45ACCTE #5331, sowie DPU C45ACCTE #8050 mit einem Double Stack bei den Weiser Sand Dunes.


C44AC #6830, C45ACCTE #5321, C45ACCTE #5331, sowie DPU C45ACCTE #8050 mit einem Double Stack bei den Weiser Sand Dunes.


Nun war für uns aber klar: weiter ins Tal, hinter die Sanddünen wo die Nord/Südausrichtung ist. Eine Stelle hatten wir schon, eine Felsnase mit einem wunderbaren Blick ins Tal mit dem Snake River und der Bahn. Licht war auch gut und liess uns nun einiges an möglicher Wartezeit. Von der Spitze unseres Felsen war sogar Signalbeobachtung möglich. Wäre der Wind nicht gewesen wäre es sogar richtig angenehm warm gewesen. So aber blieben wir möglichst im Windschatten und schauten nur ab und an auf die Signale. Abgesehen davon war es einfach nur friedlich hier. Den nahen Interstate hörte man nicht mehr, auf der Schotterpiste kam nur selten ein Auto vorbei - so richtig zum abschalten und geniessen. Zeit dazu hatten wir mehr als genug, denn Union Pacific war uns gerade nicht so gnädig mit Verkehr. Gegen halb zwei kam dann endlich etwas Action auf, die Signale am Ende es Sidings wurden eingeschaltet. 10min später kam dann auch was, leider nicht ein von uns gewünschter Eastbound, sondern ein kurzer Local in Richtung Westen. Mit einem etwas anderen Standpunkt konnten wir den durchaus auch fotografieren, aber die Gegenrichtung wäre halt schon besser gewesen.

C44AC #7273 und C45ACCTE #2527 mit einem kurzen Zementzug bei den Weiser Sand Dunes


Wir warteten weiter in der Hoffnung auf einen Eastbound. Derweil drehte die Sonne unerbittlich in Richtung Gleisachse. Es war bereits zwei Uhr durch als wir final zur Entscheidung kamen: kommt nichts, Licht eh aus, bringt es nicht mehr hier zu warten. War wirklich schade, aber was will man machen: wenn es nicht rollt, dann rollt es nicht. Wir fuhren mal rüber nach Huntington auf der anderen Seite des des Snake River. Für die Bahn ist das einfach: einmal Brücke überqueren und schon ist man in Huntington, damit in Oregon und damit auch in der Pacific Time Zone. Auf der Strasse dauert es etwas länger. Wir waren diesseits des Snake River in einer Sackgasse und mussten zuerst knapp 30km zurück nach Weiser fahren, wo sich die eine Brücke über den Snake River befindet. Von dort ging es auf der anderen Flusseite wieder hinab bis nach Huntington und von dort in den kurzen Bereich entlang des Burnt River bis dieser in den Snake River fliesst. Wir hatten da im Vorfeld zwei Fotostellen gesehen, welche uns angesprochen haben. Sie hielten was sie versprachen. Wir stellten uns an eine der beiden Stellen gleich Ausgangs Hunntington hin. Einmal mehr verging die Zeit ohne dass sich was tat auf der Schiene. Gegen halb vier rumpelte es dann aus dem Canyon - passend zum heutigen Tag natürlich von hinter uns. Es kam ein Eastbound mit einer wirklich interessanten Bespannung. Immerhin hatte er eine passend stehende Maschine am Zugschluss:

Eine ziemlich illustre Bespannung hatte dieses Manifest: C45ACCTE #5543, SD70AH #8900, C44AC #7215, die Canadian Pacific AC44CW #8527, Norfolk Southern C44-9W #9917 und nochmals eine Canadian Pacific AC44CW #8518 an der Front, sowie die beiden DPUs C44AC #5736, C44AC #6700 am Zugschluss sind doch gewaltig viel PS für einen Zug. Er rollt hier durch den kleinen Burnt River Canyon bei Huntington


Hinten standen zum Glück zwei passend stehende DPU's, C44AC #5736 und C44AC #6700


Der Schattenwurf des Hügels hinter uns wurde immer länger und so wechselten wir zur zweiten Stelle die wir in Petto hatten, da diese etwas mehr Spielraum zuliess. Erneut begann das Bange warten ob da noch was kommt, bevor der Hügel die ganze Situation endgültig in den Schatten versetzt. UP hatte dann insofern ein einsehen, als dass die Einfahrsignale von Huntington nach etwas Wartezeit erneut eingeschaltet wurden. Weniger Freude hatten wir aber ab der Richtung des Zuges: ein Eastbound, schon wieder. Wir mussten uns etwas umpositionieren um wenigstens einen Streiflichtschuss machen zu können.

SD70ACe #8496, C45AH #8169, C44AC #6453, sowie die beiden DPUs C45ACCTE #5444, C45ACCTE #7409 mit einem Mixed im Burnt River Canyon bei Huntington


Zwischenzeitlich hatten wir über unseren weiteren Pläne debattiert. So wie das heute hier lief war einfach nur bescheiden. Schönste Stellen, von morgens bis abends einfach nur Sonne pur aber kein einziger Zug kam im benötigten Zeitrahmen in die benötigte Richtung. Irgendwie waren wir mit heute nicht wirklich zufrieden. Für morgen wird die Situation aber etwas schwierig. Schon die ganze Woche über sind die Wetterprognosen für morgen schlecht. Eine Störung mit Regen und Schnee zieht über die Gegend hinweg. Wir haben uns daher eigentlich darauf eingestellt morgen bis in die Columbia River Gorge rauf zu fahren und dann ab Montag dort zu fotografieren. Die neusten Prognosen versprechen nun aber lokal hier in Huntington ab Mitte Morgen bis ca. Mittag ein grösseres Loch in der Wolkendecke. Wenn das denn eintrifft, dann liesse das einige Optionen offen. Entsprechend macht es aber Sinn heute nicht hoch in Richtung Baker City zu fahren, sondern nochmals in Ontario zu übernachten. Schon seit Mittag sind wir dieses Szenario am durchdenken, nun haben wir uns dafür entschlossen. Wenn das Loch in der Wolkendecke wirklich eintrifft, dann könnte es eventuell sogar mit Fotos klappen, wenn uns denn Union Pacific gnädig ist. Und wenn nicht: wirklich viel verlieren wir nicht. Zeitlich reicht es immer noch um morgen Abend in der Columbia River Gorge zu sein und dort ist das Wetter eh den ganzen morgigen Tag schlecht, wie auch auf der Fahrt dahin. Wirkliche Alternativen gibt es in der Gegend auch nicht. So buchten wir uns nochmals im gleichen Motel von gestern ein.
Da inzwischen die Sonne definitiv hinter dem Hügel verschwunden ist, fuhren wir mal los, kamen aber nur bis Huntington selber. Quasi im letzten Abendlicht stand dort noch ein Local mit zwei Maschinen. Er stand prinzipiell schon Nachmittags dort, doch hatten wir da keine Zeit dem Zug Beachtung zu schenken. Nach einer Nummernprüfung stellte es sich heraus, dass dies der heute Mittag fotografierte Local war. Denjenigen welchen wir bei der Fahrt über den Fluss sahen, war dann wohl ein entsprechender Gegenzug. Wir schossen dem Zug mal aufs Näschen. Die Loks liefen zwar im Leerlauf, aber unmittelbare Aktion war nicht auszumachen.

C44AC #7273 und C45ACCTE #2527 warten in Huntington auf die Weiterfahrt


Um nicht wieder quer durch Huntington und über die kurvenreiche Strasse über den Hügel fahren zu müssen, fuhren wir etwas weiter nördlich auf die nächste Interstate Auffahrt und dann über den schnelleren Interstate in Richtung Ontario. Weit kamen wir aber nicht. Schon hinter dem Hügel als wir wieder Blick auf den Snake River und damit auch die Strecke hatten, sahen wir den vor etwa einer halben Stunde fotografierten Eastbound gerade aus dem Siding losfahren, bei dem wir den Morgen verbracht hatten. Wir waren zum x-ten mal heute etwas genervt ab der Situation. Da wäre nun also ein Westbound gekommen, welchen wir vorhin gebraucht hätten. Es passte aber zum gesamten Tagesverlauf, dass der natürlich wieder etwa 1h zu spät kam, respektive dass zuerst was aus der falschen Richtung bei uns durchrollte.
Immerhin erlaubte uns der Eastbound noch einen Versuch mit einem Querschuss über den Snake River im allerletzten Abendlicht. Hier kurz vor Weiser ist das Gelände etwas offener und der Snake River ziemlich in Ost-West Richtung, so dass noch einzelne Stellen von der tief stehenden Sonne beleuchtet wurden.

SD70ACe #8496, C45AH #8169, C44AC #6453, sowie die beiden DPUs C45ACCTE #5444, C45ACCTE #7409 mit einem Mixed entlang des Snake River kurz nach den Weiser Sand Dunes


Trotz falsch stehender Schlussloks, hier noch der Nachschuss auf den Zug


Dann war aber endgültig fertig und Feierabend angesagt. Auf direktem Weg über den I-84 ging es nach Ontario rein. Die Dame an der Rezeption staunte nicht schlecht, als ich wieder vor ihr stand. Ich meinte nur lapidar: Changed Plans, worauf eine kurze und nette Diskussion entstand, was wir denn genau machen in unseren Ferien. Es gab diesmal ein anderes Zimmer im anderen Trakt und au einem anderen Stockwerk, das dann dennoch eigentlich genau gleich aussah wie gestern. Motels halt..
Um den Hunger zu stillen schauten wir mal beim nahen A+W vorbei. Und um den Frust von heute etwas zu lindern, gab es danach bei einem Baskin Robbins noch ein Glacé obendrauf. Danach war aber die übliche Backuprunde angesagt, bevor es dann kurz nach zehn Lichterlöschen gab.


Sonntag 23.2.2020

Im Wissen von gestern standen wir nicht ganz so früh auf. Der Blick nach draussen war auch nicht gerade förderlich - es war grau und Wolken beherrschten den Himmel. So ging es zuerst wieder ins angrenzende Restaurant zum Morgenessen. Das Omlette schmeckte nicht besser, aber wir wussten ja worauf wir uns einlassen. Nach dem nun wohl letzmaligen Checkout in diesem Motel fuhren wir los, machten aber schon bald einen kleinen Abstecher nach Payette rüber. Hier schliesst die Idaho Northern and Pacific Railroad an die Union Pacific an. Die Strecke der INPR führt dann weiter nach Emmett und durch den Black Canyon entlang des Payette River bis nach Cascade, früher noch weiter bis nach McCall. Im Black Canyon wurde bis vor einigen Jahren noch Touristenzüge gefahren, inzwischen ist der Betrieb aber meines Wissens mehrheitlich auf die Strecke bis Emmett beschränkt. Wir hofften in Payette allenfals was abgestelltes zu sehen, doch war dem nicht so. Es war nichts los und es stand nichts herum - basis wird wohl in dem Fall Emmett sein. So fuhren wir weiter nach Wweiser und wieder entlang des rechten Ufers des Snake River zu unserer gestrigen Stelle in der Nähe der Weiser Sand Dunes. Kaum waren wir auf der Schotterpiste hin zu den Sand Dunes kam uns ein Eastbound entgegen. Wir haben zwar die entsprechend eingeschalteten Signale gesehen, doch reichte es schlicht nicht mehr noch irgendwo hinzustehen. Es war aber eh noch recht dunkel und so entsprechend verschmerzbar. Wir hofften einfach, dass der Verkehr danach noch rollt. Um auch für die Gegenrichtung allenfalls eine Stelle zu haben, schauten wir noch etwas weiter talabwärts nach entsprechenden Stellen um nd fanden auch was. Wettermässig war ein Silberstreifen am Horizont auszumachen - sollten die Wetterfrösche tatsächlich recht behalten? Da es noch recht kühl war, entschlossen wir uns nicht hoch auf dem Felsen oberhalb des Sidings, sondern gemütlich im Auto mit Blick auf die Signale zu warten. Reicht durchaus dann noch auf den Fels zu kraxeln. Wirklich lange mussten wir nicht warten, bevor wir in entsprechenden Aktionismus verfielen. Zu unserer Freude kam erneut ein Eastbound den Snake River entlang geschlichen. Es bestand sogar die kleine Chance auf Sonne, da einzelne Sonnenspots schnell durch die Landschaft flogen. Einen davon verpasste der Zug aber um knapp 30 Sekunden - Schade.

C45AH #8244, CP ES44AC #8899, C45AH #8228, CP ES44AC #8752, C44ACCTE #5615, sowie die DPUs C44AC #6736, SD70M #5147 ziehen einen langen Mixed entlang des Snake River.


Wir fuhren im noch kurz um die Flussbiegung nach und machten in an der Stelle wo wir gestern morgen gestanden sind:

Gleicher Zug bei den Weisere Sand Dunes


Das Wetter besserte sich laufend und so standen wir plötzlich in schönstem Sonnenschein. Es war etwas dunstiger als gestern, aber das ist jetzt Jammern auf hohem Niveau. Dass es nach dem doch eher verhaltenen Start am Morgen gleich so aufreisst, hätten wir beide nicht gedacht. Müsste nur noch was kommen damit wir restlos glücklich werden. Und zack - plötzlich zeigten die Signale am Ende des Sidings zweimal rot anstelle von vorher nichts. Wir erklommen wieder unseren auserkorenen Felsen in Erwartung eines Eastbounds. Der kam einige Minuten später tatsächlich:

C44ACCTE #5785, C45AH #8125, C44ACM #7344, sowie die beiden DPUs SD70M #4666, SD70ACe #8401 mit einem Mixed entlang des Snake River


Wunderbar - gestern hat es nicht geklappt. Die Wiederholung heute hat sich insofern schon gelohnt. Der Zug wurde vor unseren Augen merklich langsamer und kam dann zum Stillstand. Für uns war klar: wir wechseln mal etwas talabwärts an die Stelle wo wir Westbounds fotografieren können. Nach knapp einer halben Stunde Wartezeit kam dann auch der erwartete Westbound um die Ecke und kreuzte den vorhin fotografierten Eastbound.

SD70ACe #8360 und SD70M #4655 mit einem kurzen Double Stack entlang des Snake River


Der Eastbound bewegte sich nach der Durchfahrt des soeben fotografierten Zuges keinen Millimeter. Wir spekulierten, dass da nochmals ein Westbound kommt. 20min später war es dann auch so:

Gleich vier Loks (SD70ACe #8741, C44AC #6716, C45ACCTE #7481, C44AC #6444) ziehen diesen Double Stack entlang des Snake River in Richtung Westen


Da der Eastbound immer noch stand und wir zwischenzeitlich gesehen haben, dass der passend stehende Rear End Helpers aufweist, packten wir die Chance, stiegen ins Auto und fuhren zurück an unseren vorherigen Standort beim Felsen. Man konnte dort auch in die andere Richtung fotografieren. Front ist zwar im Schatten, aber der Landschaftsblick ist Klasse genug um das mehr als wett zu machen. Zudem nimmt man den Zug auch recht seitlich auf. Der Mixed setzte sich zwar langsam in Bewegung als wir ihm entlang fuhren, Zeit hatten wir aber mehr als genug.

Nach rund einer Stunde Wartezeit und zwei Kreuzungen fährt der Mixed weiter


Ein weiteres nachgehen war aber sinnlos. Die Strecke dreht zu stark, durch die Schotterpiste ist man zu langsam und überhaupt, irgendwie gefiel es uns hier. So blieben wir gleich auf dem Felsen und genossen noch ein bisschen die Sonne. Im Vergleich zu vor ein paar Tagen in Wyoming war es inzwischen um die 30°C wärmer und man konnte berets ohne Jacke durch die Gegend laufen. Nach knapp einer Stunde war wieder mal Aktionismus angesagt. Ein Westbound fuhr durch.

SD70AH-T4 #9005, SD70M #4302 und SD70M #4320 ziehen einen Mixed entlang des Snake River


Heute entschädigte uns Union Pacific wirklich für den gestrigen Tag. So verwundert es auch nicht, als kurz vor eins nochmals ein Eastbound auf dem Präsentierteller durchfuhr. Der wartete wohl schon in Huntington auf die Kreuzung mit dem zuletzt fotografierten Westbound:

SD70ACe #8578, C44CAM #6350, C44AC #6767, C45ACCTE #7474 mit einem Potash Unit Train entlang des Snake River


Wir waren mehr als zufrieden. UP hatte heute im Vergleich zu gestern ein einsehen und schickte ordentlich Züge vorbei. Dass das Wetter so mitspielt war anhand der Wettervorhersagen zwar im Bereich des möglichen, doch wirklich erwartet haben wir es nicht. Wir fuhren daher los, zurück nach Weiser, dann mal wieder den Snake River überqueren und weiter auf der anderen Flussseite wieder runter bis nach Huntington. Wir stellten uns wieder an die Stelle von gestern. Noch standen wir in schönstem Sonnenschein. Doch so schnell wie es heute morgen aufgeklart hatte, war es nun wieder vorbei mit Sonne. Innert etwa einer halben Stunde wechselte der Himmel von blau zu grau, es wurde plötzlich richtig kalt. Gerade als sich die ersten Schleierwolken vor die Sonne schoben, rumpelte es von hinten und die Canadian Pacific schickte ein Trio mit einem öangen Mixed durch, unterstützt von zwei UP Helpern am Zugsschluss:

CP AC4400CWM #8143, #8073, und #8066, mit einem MIxed im Burnt River Canyon auf der UP Huntington Sub. Als DPU's helfen dei beiden UP SD70ACe #8707 und C45AH #8208


In den etwa anderthalb Minuten die der Mixed brauchte an uns vorbei zu fahren soff das Wetter richtiggehend ab:

CP AC4400CWM #8143, #8073, und #8066, mit einem MIxed im Burnt River Canyon auf der UP Huntington Sub. Als DPU's helfen dei beiden UP SD70ACe #8707 und C45AH #8208


Nach einem Blick über die Schulter war der Entschluss klar: wir machen uns auf den Weg in Richtung Nordwesten. Hinter Huntington und noch bevor wir auf dem I-84 auffuhren, sahen wir ein eingeschaltetes Signal für einen Eastbound bei der westlichen Einfahrt von Huntington. Wir stellten uns nochmals kurz hin. Das Wetter wurde aber minütlich schlechter und plötzlich flogen uns horizontal Schneeflocken (respektive eher Graupel) entgegen. Wir brachen ab, zogen uns ins Auto zurück und fuhren weiter. Zug sahen wir derweil keinen - verpasst haben wir ihn nicht, dazu hatten wir zu viel Streckenblick, führt die Bahn auf den nächsten Meilen doch parallel zum I-84. Wir vermuten, dass die Einfahrsignale von Huntington per se mal eingeschaltet sind und daher nicht ganz so aussagekräftig sind. Unsere Weiterfahrt war gerade rechtzeitig, den kaum waren wir im Auto, war es draussen wirklich richtig garstig. Bis Baker City fuhren wir durch einen richtig gehenden Graupelschauer. Zumindest im Gelände wurde es langsam weiss, auf der Strasse zum Glück nicht. So kamen wir trotz den garstigen Wetterbedingungen gut voran. Hinter Baker City ist die Bahn meist weitab des Interstate - sie kreuzt nur einmal in North Powder - so dass wir quasi ungestört weiter fahren konnten. Erst bei La Grande stösst man für kurze Zeit wieder auf die Linie. In La Grande zweigt auch ein weiterer Branch ab, welcher von der Idaho Northern and Pacific Railroad betrieben wird. Dieser führt bis Elgin. Die weiter anschliessende Strecke bis Joseph gehört heute dem Wallowa County und wird in den Sommermonaten als Eagle Cap Excursion Train befahren. Beides aber interessierte uns nicht gross, dafür dann eher einen der drei heute morgen schon mal fotografierten Westbounds, welcher in der Einfahrt von La Grande stand. Ich hatte in der Vorbereitung kurz hinter La Grande bei Perry eine mögliche Fotostelle gesehen, an der wir eh vorbei fahren würden. Eventuell geht ja was, zumal das Wetter wieder etwas gebessert hat. In Perry sahen wir gleich noch einen zweiten Westbound von heute morgen im Siding stehen. Er wurde gerade von einem Eastbound gekreuzt. Schnell standen wir hinter Perry an der Fotostelle, welche sich als historische Strassenbrücke entpuppte. Lichtmässig wars aktuell ganz passabel, mit viel Glück wäre sogar ein bisschen Sonne möglich, blinzelte diese doch ab und an zwischen den Wolkenfetzen hervor. Wir erwarteten den Westbound recht bald, doch er kam einfach nicht. Dafür trötete es dann 10min später von hinten. Es kam nochmals ein Eastbound.

C45AH #8059, SD70ACe #8733, C45ACCTE #7433 und DPU C44AC #6744 mit einem Mixed bei Perry


Die Sonne sank nun rapide und es wurde minütlich dunkler. Wenn der Westbound nun auf Kreuzung kommt dann würde es aber noch reichen. Minuten verstrichen und es passierte nichts. Eine Viertelstunde später zogen wir endgültig den Schlussstrich. Da musste wohl noch ein weiterer Eastbound unterwegs sein, der auch noch gekreuzt wird. Hat nicht sein sollen.
Wir stiegen ins Auto und fuhren gleich wieder auf den Interstate. Etwas weiter oben kam uns tatsächlich ein weiterer Eastbound entgegen. Der Interstate führte uns nun nochmals in den (Alt-)Schnee und einmal quer durch den Umatilla National Forest. Danach ging es steil runter nach Pendelton und dann weiter nach Umatilla am Ufer des Columbia River gelegen, wo wir uns im Quality Inn Motel eingebucht hatten. Da rund um das Motel nichts los war, fuhren wir anschliessend noch nach Hermiston rein. Nicht nur unser Fahrzeug wollte gefüllt werden. Wir fanden einen Panda Express und kehrten wieder mal dort ein. Hinten nach ging es noch kurz beim gleich angrenzenden Walmart vorbei - Vorräte auffüllen für die paar Tage die da noch kommen.
Zurück im Motel war dann aber schon bald Feierabend. Der Tag war durchaus lang und mit der Fahrt hierhin kamen auch einige Kilometer zusammen, so dass wir entsprechend müde waren.

Ob da Wetter in der Columbia River Gorge nun wirklich unsere Hoffnungen erfüllt, das gibt es dann ein anderes Mal hier auf dem Kanal wenn es wieder heisst: Im Winter im Westen.