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Osteuropa 2008 - Tag 26: Ormoz - Ormoz

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Freitag 25.07.08
Wieder war beim Aufstehen alles dicht am Himmel… trotzdem sind wir schon um halb 9 aufgestanden, ganz schön früh im Vergleich zu den letzten Tagen. Obwohl das Wetter wieder so werden sollte wie die letzten Tage, wollten wir heute mal ein paar Fotos schiessen, sonst fahren wir hier noch weg ohne Fotos gemacht zu haben. Als erstes wollten wir den IC Citadella an einer der Vorgestern gefundenen Brücken schiessen, an der ersten direkt beim Haltepunkt von Gornji Petrovci, um es genau zu nehmen. An der Stelle angekommen, immerhin regnete es heute überhaupt nicht, dauerte es nicht lange bis über die Lautsprecher etwas ausgesprochen wurde. Wir verstanden es zwar nicht, aber als der Citadella, mit einer 664 die falsch rum war, kam, wurde uns klar, dass es so etwas wie "Vorsicht, Zugsdurchfahrt" geheissen haben musste. (Anmerkung, da wir den Zug an dieser Stelle noch in der Sonne erwischt haben, folgt das Bild im nächsten Bericht) Flugs fuhren wir weiter zur zweiten Brücke um da den folgenden Gütezug zu erlegen, welcher im letzten Bahnhof stand und da vom IC überholt wurde. An der Brücke angekommen kam Pascal noch die Idee kurz am Bahnhof von Hodos vorbeizuschauen, um zu gucken, ob die obligate M41 am IC hängt bzw. was sonst so los ist.
(Anmerkung von Pascal in Hodos gab es den Citadella,...
M 41 der MAV in Hodos


... sowie eine unmodernisierte Trommel zu sehen)
M 62 der MAV in Hodos


M 62 der MAV in Hodos


Ich wollte an der Brücke aber lieber auf den Güterzug warten, welchen ich jeden Moment erwartete. Beim Warten ging es nicht lange bis über mir der Himmel etwas lockerer wurde und sogar die Sonne durchdrückte. Ein Zug kam aber keiner, jedoch kam nach einiger Zeit der Zingg wieder zurück. Er forderte mich auf einzusteigen, im Bahnhof Hodos sollte eine unmodernisierte Trommel vor einem Zug stehen! Also stieg ich ein, fuhr gespannt durch die Landschaft und fragte mich nur, woran man den Unterschied zwischen einer modernisierten und einer unmodernisierten Trommel erkennen kann. Bei der Durchfahrt am Bahnhof war dann klar, die unmodernisierte hat keinen schwarzen Streifen auf der Seite bei den Fenstern: gewaltig! ;) Da nicht so ganz klar war, wann der Zug kommen würde, standen wir an den ersten BÜ direkt hinter der Grenze in Ungarn. Das Aufsuchen jeder weiteren Stelle hätte etwa 5 Minuten gedauert, und bei unserem Glück wäre der Zug dann bestimmt durch gewesen. Am BÜ standen die Masten wie überall auf der Südseite, schlecht fürs Licht, aber da eh keins war, standen wir auf der Nordseite der Gleise. Der Zug kam dann aber eine ganze Zeit nicht, dafür kam am Himmel ein relativ blaues Loch, welches uns in seiner vollen Grösse erwischen sollte, wir sahen nun den Zug schon dahertrommeln, ohne dass wir ihn hätten erlegen können. Also latschten wir der Strecke entlang nach hinten, in eine Kurve, die von weitem trotz Masten umsetzbar aussah. Kurz vor erreichen der Kurve hornte dann etwas. Die Trommel fährt nun also in Hodos los, dachten wir uns. Kurz darauf sahen wir ein Licht am Ende der Geraden, und setzten zum kurzen Sprint an, um die Endstelle zu erreichen. Wir wollten eigentlich höher stehen, von weitem sah es so aus, als ginge das, klappte aber in real nicht, der Berg entpuppte sich nämlich als 2m hohes Kraut ;) Die Trommel kam trotzdem und wir schossen sie halt so gut es ging, aber nur mit 1/4tel Sonne natürlich, so dass sich das Laufen nicht gelohnt hatte.
M 62 der MAV zwischen Öriszentpeter und Bajansenye


Da wir jetzt in Ungarn waren, nutzten wir die Gelegenheit um unseren Brückenstelle bei Nagyrakos aufzusuchen. Wir schafften es aber nicht bis zum Haltepunkt, denn schon ersten Bahnhof in Ungarn sahen wir etwas mit einer gelben Front stehen, wieder eine Trommel? Um das herauszufinden fuhren wir kurz in den Bahnhof rein, es bestätigte sich und so fuhren wir wieder zurück um den Zug irgendwie zu schlachten, an einer Strassenbrücke über einem Einschnitt dies ging ganz gut, auch wenn hier wieder ein kleiner Sprint nötig wurde um den Zug zu erwischen.
M 62 der MAV zwischen Öriszentpeter und Bajansenye


Da jetzt wieder ein Zug aus Ungarn im Bahnhof Hodos war, und da noch GMs standen, fuhren wir zurück zur Brücke auf der Slowenischen Seite für die GM's. Auf der Brücke angelangt geschah dann erstmal eine Weile nichts, und dann kam ein Zug aus Hodos, mit etwas wenig Licht. Er war aber gut lang und fuhr uns die Lärmschutzwände hinter der Bahn zu.
JZ 664 der SZ zwischen Salovci und Gornji Petrovci‎


Dann ging die Warterei wieder los, gegen 13:00 wurde es uns dann zu doof und wir spielten mit dem Gedanken wieder nach Ungarn rüber zu fahren zur Brückenstelle bei Nagyrakos. Gerade als wir über die Brücke fuhren, kam natürlich noch ein Zug nach Hodos durch gefahren... Zingg meinte beim Einsteigen noch, "hör ich eine GM?" - ich meinte nur, wenn wir hochfahren sehen wir es schon ;) Ja mist .. wieder mal um wenige Sekunden verpasst! Aber der Zug muss ja erst mal nach Hodos kommen, also gab ich ein wenig gas und dachte den Zug bis zur Einfahrbrücke von Hodos noch kriegen zu können. Es klappte aber nur knapp und nur bei Pascal, aber es war ein Sonnenbild!
JZ 664 der SZ in Hodos


Wir überquerten dann die Grenze zu Ungarn das dritte Mal und fuhren zur Brückenstelle von Nagyrakos. Wir waren nicht die einzigen an der Stelle! Zwei Ungaren auf dem Fahrrad standen da und warteten mit einer Kompaktknipse auf den Zug. Als erstes kam aber dann ein Zug von hinten, welchem wir eigentlich nur zuschauen konnten. Die beiden Einheimischen waren zufrieden und verliessen den Platz, wir selber warteten weiter. Es kam dann *tata*, eine Brotbüchse! Der Lokführer machte einen extrem motivierten Eindruck, da machte das Playboyposter an der Rückwand des Führerstands schon den besseren Eindruck *LOL* - jaja, die kalten langen Winternächte in der Büchse müssen schon hart sein.
Bzmot 6012 der MAV zwischen Nagyrakos und Pankasz


Es kam dann ewig nichts mehr und dann endlich ein Güterzug nach Hodos, mit einer Trommel vorne und einer hinten *grübel*.
M 62 der MAV zwischen Nagyrakos und Pankasz


Die Brücke hatten wir damit, nun suchten wir uns etwas bis zum IC Citadella, ich wollte nämlich endlich mal noch eine M41 erwischen. Der IC sollte uns dann auch als Taxi wieder rüber nach Slowenien dienen. Wir suchten uns nun einen schönen BÜ, bei welchem wir beide Seiten akzeptabel machen konnten. Gleich vor dem Bahnhof Zalalövö wurden wir fündig und stellten uns mal hin. Es dauerte nicht lange, da blinkte der BÜ und die Schubtrommel kehrte von der erledigten Arbeit zurück. Es dauerte dann eine halbe Ewigkeit bis die Büchse zurückkam, auch im anderen Führerstand mit halbnackten Frauen im Führerstand ;) Kaum war die Büchse durch, ging der BÜ wieder runter, das musste dann wohl ein Zug nach Hodos sein. Also stellten wir uns hinter dem BÜ etwas auf einen Hügel und warteten. Auf einmal tauchte im Bahnhof vorne eine Trommel auf und hielt an. Wir dachten die kommt gleich, tat sie aber nicht, im Gegenteil, der BÜ ging wieder auf *grübel*. Als sich dann nach etwa 10min noch eine Trommel neben die andere stellte, wurde das Fragezeichen über unseren Köpfen noch grösser. Die warten auf etwas, aber auf was? Weil für den IC war es noch etwas arg früh. Wir packten aber die Gelegenheit am Schopf und fuhren kurz zum Bahnhof um die beiden Trommeln nebeneinander zu fotografieren, was mehr oder weniger klappte.
M 62 der MAV zwischen Zalalövö und Felsojanosfa


Zurück an der Stelle ging der BÜ wieder runter und eine Trommel rollte von hinten mit einem Zug durch.
M 62 der MAV zwischen Zalalövö und Felsojanosfa


Auch der Zug blieb im Bahnhof stehen und wenig später rollte eine weitere Trommel mit einem Zug an allen anderen vorbei nach Hodos.
M 62 der MAV zwischen Zalalövö und Felsojanosfa


5 Trommeln in einem Bahnhof, was für ein Paradies! Hinter dem Güter erwarteten wir dann den IC mit der 41er, welcher dann auch etwa in der Zeit an uns vorbei rollte.
M 41 der MAV zwischen Zalalövö und Felsojanosfa


Wie geplant verliessen wir die Stelle und fuhren rüber nach Slowenien für den IC mit einer hoffentlich richtig rum stehenden GM. An der ersten Brücke wollte ich stehen und stieg aus, Pascal wollte irgendwie nicht und suchte sich weiter hinten etwas. Ich lief die Brücke hoch und irgend etwas dieselte ... ich rannte los und lief dann später wieder normal, die GM kommt noch nicht, dachte ich mir. Zwei Sekunden später hörte ich wieder dieses GM grummeln .. also loooos! Es reichte gerade so, und das Beste daran: die Sonne.
JZ 664 der SZ zwischen Salovci und Gornji Petrovci‎


Pascal kehrte zurück und er schaute mich etwas dumm an, es hat wohl bei ihm nicht gereicht :( Der nächste sichere Zug bei uns sollte der IC Ptuj sein, ein 711er natürlich, und wir hofften wieder auf den letzten noch grünen der SZ, mit welchem wir gestern selber gefahren sind. Gleich hinter der Brücke fanden wir eine nette Stelle um den Triebwagen nachschiessen zu können. Das Licht wurde dann immer schlechter, doch der IC kam mit etwas Verspätung und leider eingesaut doch noch an unserer Seite vorbei.
Baureihe 711 der SZ zwischen Salovci und Gornji Petrovci‎


Kaum war der IC durch, vernahmen wir wieder dieses uns so bekannte GM-Wummern in der Ferne. Es kam näher und wurde lauter und er kam, er fuhr also aus Hodos raus als der IC drin war. Leider war aber das Licht etwas bescheiden, denn im entscheidenden Moment hatte sich noch eine Wolke vor die eh schon schwache Sonne geschoben.
JZ 664 der SZ zwischen Salovci und Gornji Petrovci‎


So war der Tag gelaufen, es ging dann nur noch darum etwas gegen den knurrenden Magen zu unternehmen. In der BTC City in Murska Sobota kannten wir von Vorgestern noch einen Burgerbrater, aber wir sind ja motiviert neues zu finden. Als wir dieses Murska aber 2 Mal ohne Erfolg durchquert hatten, fuhren wir trotzdem mal zum BTC Center, welches IMO sogar mal einen Werbetriebwagen hatte ;) Der Burgerbrater war aber zusammen mit dem Center um 20:00 zugegangen, so gab es da nix mehr zu Futtern. Gleich neben dem Center fanden wir aber ein leckeres Restaurant, wo wir wirklich gut gegessen haben. Die Fahrt zurück erfolgte dann im Dunkeln, vorbei an den abgestellten Triebwagen in Murska. Also da muss sich die SZ nicht wundern wenn die Triebwagen jeweils so schön eingesaut werden. Die stehen da direkt an einer dunklen Strasse ohne Sicherung ohne nichts, da hat man ewig Zeit wenn man sich die Mühe macht die Kisten zu verschönern.

(Text: Neel Bechtiger)

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